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28 Mai 2004
In den letzten Tagen fühle ich mich an mein Bewerbungsgespräch bei dem Topmodelabel H&M erinnert. Da wollte ich mal als studentische Aushilfe arbeiten. Hoch komplexe Aufgaben, wie das Zurückhängen von Kleidung übernehmen. Nachdem ich meine Bewerbung abgegeben hatte, wurde ich tatsächlich zum Gespräch geladen. Da ich davon ausging, dass es sich lediglich um eine Formalität handelte, habe ich Lohnsteuerkarte und Sozialversicherungsausweis gleich mitgenommen. Das Gespräch zog sich über eine Stunde hin. Mir wurden weltbewegende Fragen gestellt. „Mit welchem unserer Labels können sie sich am meisten identifizieren?“ „Was würden sie machen, wenn ein Kunde unzufrieden ist?“ Einige Male dachte ich, ich sei bei Verstehen Sie Spaß gelandet. Ich bin aber ein ausdauernder Mensch und habe nicht gelacht. Zwei Tage nach dem Gespräch wurde ich telefonisch kontaktiert. Die Botschaft lautete: sie sind in die zweite Runde vorgerückt. Also trabe ich da wieder hin, der festen Überzeugung, dass ich diesmal endlich eine Zusage bekomme. Die Benefits waren einfach nicht abzulehnen. Für 50 Euro im Monat verbilligt einkaufen. Wow! In der zweiten Gesprächsrunde fiel es mir schon schwerer nicht in wieherndes Gelächter auszubrechen. Erneute zwei Tage später der Anruf: Gratulation, sie sind in der dritten Auswahlrunde. Ich habe dann sicherheitshalber nachgefragt, ob sie mich als Filialleiterin einstellen wollten und ob sie vielleicht mißverstanden hätten, dass ich lediglich niedere Assistenztätigkeiten übernehmen wollte. Die Dame am Telefon war etwas humorlos. Ich habe ihr dann gesagt, dass ich ihnen für ein angemessenes Beratergehalt gerne erklären könne, wie Auswahlprozesse ökonomisch und effizient zu gestalten seien, dass ich aber kein drittes Mal zum Gespräch erscheinen könne. Hochbedauerlicherweise.

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