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12 Juni 2004
Bis vor Kurzem war ich in meiner Arbeit als „todesmutig“ bekannt. Das lag mit unter an meinem unerschütterlichen Glauben an Otis und der Sicherheit des deutschen TÜVs. So habe ich in jeden noch so kleinen Aufzugtürschlitz ein beliebiges Körperteil gehalten um die Türen zu einem Wiederöffnen zu bewegen. Füße, Hände, Beine, Arme, Schultern – sogar meinen Kopf habe ich in den Schlund gehalten. Eine wagemutige Bewegung und die bewundernden Blicke meiner Mitfahrer im Innenraum waren mir sicher. Bis gestern. Da war die Aufzugtür im Grunde eigentlich noch offen als ich den Lift betreten wollte. Plötzlich springen mich synchron die beiden Seitentüren an und versuchen mich zu erquetschen. Nach einem kurzen Kampf befand ich mich dann innen und ich könnte schwören, dass ich ein bösartiges Kichern vernahm. Glücklicherweise gab es für diesen Vorgang keinerlei Zeugen. Seitdem ist mir der Aufzug unheimlich. Zusätzlich bin ich heute Morgen mit den merkwürdigsten blauen Flecken aufgewacht, die ich je mein eigen nennen konnte. An meinen beiden Armen zeichnen sich die Spuren zweier zehn Zentimeter dicken Metalltüren ab. Das hat mich kurz überlegen lassen, ob eine Hämatom-Fotosammlung nicht eine aufregende Bereicherung für meinen Blog sein könnte.

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