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24 Juni 2004
Das Grillen war deutlich erfolgreicher als das deutsche Nationalteam. So viel ist sicher. Ich will nur ungern in offenen Wunden bohren (höchstens mit salzigen Fingern) ABER so wie die spielen, ist es wahrscheinlich, dass ich a) nach der Entlassung von Tante Käthe als Nationaltrainer eingesetzt werde oder b) für eine beliebige Position als Spieler rekrutiert werde. Bislang konnte ich jedem Fußballschauen aus dem Weg gehen. Gestern musste (<-- wer nach Durchlesen des Satzes das Prädikat sucht: da ist es!) ich ja im Rahmen unseres Teamevents. Dabei fielen mir einige Details auf. Die rosa Krawatte des Sportkommentators passte nicht zu dem braunen Anzug. Der Torwart des tschechischen Teams gefällt den Damen meiner Abteilung (ich will mich da nicht aussparen) am Besten. Günther Netzer lacht nie, es sei denn Rudi Völler wird bald entlassen. Die erste Hälfte der Halbzeit erweckte bei mir den Eindruck, dass irgendjemand den Spielern die Information hat zukommen lassen, dass sie bereits 7:0 führen. Die zweite hingegen erinnerte mich sehr an Frauenschulsportbasketball. Mindestens fünf Leute hauen zeitgleich auf einen Ball ein, aber niemand bekommt ihn rein, wobei weiter hinten einige engagierte Spieler frei stehen und sich die Haare bürsten. Desweiteren haben sich alle meine Hypothesen über den prätentiösen* Charakter** von Herrn Kahn bestätigt. Das wirkt sich positiv auf mein Psychologinnengemüt aus. Ebenso wie der Umstand, dass ab heute Abend fast alle Männer für jegliche Verabredungen wieder zu haben sind. Besser noch: ich kann Sympathien erwecken, indem ich mich verständnisvoll und empathisch gebe. Alles in allem also ein gelungener Grillabend. *Achtung! Prätentiös ist mein neues Lieblingswort. Wer noch ein deutsches Wort mit zwei Umlauten kennt, der möge es mir sagen. ** Will meinen, wer mit gebrochendem Daumen eine WM vergeigt, der kann sich auch ruhig sieben Meter vors Tor legen und entspannt warten, dass der Ball doch endlich in selbigem landet.

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