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20 Juni 2004
Hilfe. Ich war gestern wieder im Schulalter. Marshall Brainstorm spielte im Bassy. Falls es tatsächlich Menschen geben sollte, die diese Band nicht kennen sollten: Sie wurde vor zehn Jahren in Forchheim (Zentrum der Welt) gegründet. Der Aufstieg ist seitdem unaufhaltsam. Elf Uhr war angesagt und als wir ankamen, waren wir exakt Gast fünf, sechs und sieben. Eine halbe Stunde später war halb Franken versammelt. Ich war noch nie in Berlin weg und kannte fünfzig Prozent der Anwesenden. Das Erstaunliche: alle sahen exakt so aus wie vor zehn Jahren nur pro Jahr ein Kilo mehr. Ich kritzel mir Emailadressen auf den Arm bis gar nichts mehr geht und frage junge Männer, ob sie mich heiraten wollen. Durchweg war die Antwort ein völlig erschrockenes „nein“. Erschütternd. Zumindest dass so etwas ernst genommen wird. Nächstes Traumata: Jemand fragt mich, ob ich die von Finya mit dem Dreck im Gesicht bin. Zwischendrin springt eine andere wildgewordene Partykanone (auch von Finya) durch die Gegend und grölt „Franken ruuuules“. Ich verliere langsam den Überblick. Dann sucht die Partykanone mir tolle Männer aus und ich muss smalltalken, meine Königsdisziplin (jedenfalls seitdem ich das Buch „Erfolgsfaktor Smalltalk“ gelesen habe). Alles in allem (und ich erspare hier weitere Details) mal wieder ein Abend nach dem ich mir selbst Hausarrest verpasse.

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