Header
09 Juni 2004
Im Zuge meiner Bemühungen ein ordentliches Mädchen zu werden, gibt es nach wie vor leichte Entgleisungen, die ich aber auf die Dopplung meines X-Chromosoms schieben kann. Ich habe mir heute schon wieder was gekauft: einen weissen Anzug. Weisse Anzüge üben eine zauberhafte Anziehung auf mich aus. Wie hätte ich also widerstehen können? Beim Probetragen musste ich mir die Hosenbeine um ca. 35 Zentimeter nach oben klappen. Dabei stellte sich mir folgende Frage: Welche Frau, die an der Hüfte Größe 36 trägt, hat bitte 1,40 lange Beine? Meines Wissens nach nicht mal Julia Roberts. Warum also schneidern Kleidungshersteller Hosenbeine in dieser unsäglichen Länge. Das muss eine Verschwörung sein. Nicht so eine lapidare wie die mit dem ganzen Überwachungsdatenschutzquatsch. Nein, ich glaube ernsthaft ich bin hier auf eine echte Verschwörung gestoßen. Es muss was mit der unauffälligen Gilde der Schneider zu tun haben. Sie verschanzen sich in kleinen, unscheinbaren Geschäften und sehen völlig harmlos aus. In Wirklichkeit sind es die Keimzellen einer weltweiten Verschwörung der Bekleidungsindustrie. Sie sammeln Daten über Beinlängen. Aus den Beinlängen lässt sich das Kaufverhalten erschließen. Durch eine komplizierte Gleichung lässt sich das Einkommen des Kunden bis auf den Cent genau errechnen. Danach berechnet sich der Preis der Kürzung und dieser wiederum ist so angelegt, dass er den Käufer an das Existenzminmum bringt. Eingefädelt wurde das Ganze noch während des Kalten Krieges von einem russischen Geheimagenten, der sich als Schneider ausgab. Ziel ist es, die westliche Welt schrittweise – präzise formuliert zentimeterweise an den wirtschaftlichen Zusammenbruch zu bringen. Die westlichen Arbeitslöhne brechen ein und der gesamte Ostblock verlagert seine Industrie in die erste Welt ... Einen kleinen Hinweis findet man bei Star Trek im Charakter von Garak. Gut dass ich sowas schaue, sonst wäre mir dieser Komplott verborgen geblieben.

kostenloser Counter Check Page Rank