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28 Juni 2004
Mein schlimmster Alptraum: ein viertel Liter Bier in meiner Hightechtastatur. Erst hat sie so getan, als sei nichts. Dann hat sie beliebige, mir bis dahin unbekannte, Hotkeys aktiviert. Im letzten schmollenden Schritt über mein Unverhalten hat sie mir alle Buchstaben bis auf das „m“ verweigert. Ich war so verzweifelt. Also rufe ich meinen Technikex an, ob er zufällig gerade im Osten ist und eine Tastatur dabei hat. „Nein“ (Eigentlich trägt er die Dinger am Gürtel!) „Und was soll ich jetzt machen?“, wimmere ich. „Pflege soziale Kontakte“ „Scherzkeks, dafür brauche ich die Tastatur“ „Ruf deinen Nachbarn an.“ Grandiose Idee! Ich wähle die Nummer und muss es gar ewiglich klingeln lassen, endlich nach ca. fünf Minuten meldet sich mein verschlafen klingender Nachbar. Er ist ein Mann und besitzt keine Ersatztastatur. Ich glaube ihm nicht und versuche es erst charmant, dann etwas nachdrücklich. Nicht mal seine eigene will er mir geben. Ich wußte schon immer, dass er ein Egoist ist. Etwas ernüchtert setze ich mich also auf meinen Schreibtischstuhl. Ich muss noch eine haben, da bin ich mir sicher. Folglich durchwälze ich alle Schränke. Nichts! Ich laufe in den Keller. Einen Kellerraum aufzusperren ist immer ein Graus. Ich räume das Fahrrad raus, die Rollerblades, vier Regale, einen auseinandergelegten Schrank. Vor mir türmt sich ein Kistenberg. In Kiste Nummer neun finde ich endlich eine. Das unnütze Zeug lasse ich verstreut vor dem Kellerabteil stehen und laufe überglücklich nach oben und das erste was mich jemand fragt „addicted to the net, my dear?“ Das mag so scheinen. In Wirklichkeit ist es ein weiterer konsequenter Schritt in meinem Plan Männer zu verstehen. Ich wußte bis jetzt nie, warum Männer ihre Keller mit Elektrokram vollstopfen, den man irgendwann mal brauchen könnte. Jetzt weiß ich: es ist ein sehr kluges Verhalten.

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