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31 Oktober 2004
Der liebste Platz ist mir der vor meinem Rechner. Das Internet bietet bereits gute Möglichkeiten zu allerhand Sozialstudien. Dennoch sind die Informationsquellen begrenzt und um wirklich etwas über die Gesellschaft zu erfahren, läßt es sich manchmal nicht vermeiden, die Wohnung zu verlassen. Da mir bewußt ist, daß der eigene Freundeskreis stets eine unrepräsentative Stichprobe bleiben wird, besichtige ich gelegentlich fremde Wohnungen. Das bietet sich v.a. am Wochenende an, wenn die Zeitungen voller Wohnungsanzeigen sind. Ich rufe aus jeder Wohnungsgrößenrubrik eine Telefonnummer an und vereinbare Sichtungstermine. So eile ich von Termin zu Termin und fülle mein Notitzbuch mit den Absonderlichkeiten der anderen Menschen. Der erste Unterschied, der mir ins Auge fiel, war der Klimbimzwang der Durchschnittsbevölkerung. Wohnungen sind vollgestopft mit unnützem Tand. Kerzenleuchter, Vasen, funktionslose Skulpturen, Plastikblumen und unsystematisch vollgehangene Pinnwände. Kurzum, Leute neigen dazu, ihr gesamtes Privatleben auf Schränken und offenen Regalen zu präsentieren. Katzenbilder, Babybilder, Postkarten und inhaltslose Schreibstücke. Ich finde das obszön. Man sollte alles versteckt halten, vor allem dann wenn man Bücher von J.K. Rowling, Stephen King oder Joy Fiedling oder CDs von Virgina jetzt!, Rosenstolz oder Scooter sein eigen nennt. Überhaupt diese ganzen unhygienischen Staubfänger! Bilder, Ablagen, Tücher und Teppiche. In ihnen werden Abermillionen von Milben und sonstigem Getier gezüchtet. Noch schlimmer finde ich Zimmerpflanzen, die einem Nachts den Sauerstoff wegatmen. Aus meinen Teenagerzeiten besitze ich noch einiges an Gestrüpp. Die haben sich ihre Darseinsberechtigung hart erkämpft. Trotz wochenlanger Dürre wachsen und gedeihen die zähen Biester. Sie kennen mich genau. Sollte ich aus Versehen gut gelaunt sein, lassen sie ihre Ästchen vorwurfsvoll hängen und schmeissen mir im Vorbeigehen ein Blatt vor die Füße. Dann gebe ich ihnen Bügelwasser oder Mineralwasserreste. Alle Versuche sie dem Tode zu überlassen, scheiterten bislang. Letztes Jahr beispielsweise fuhr ich drei Wochen in den Urlaub und bat meinen Nachbarn sich um die Pflanzen zu kümmern. Ich war mir sicher, daß er sich, ob seines Geschlechts, kein einziges Mal daran erinnern würde, sie zu gießen. Das Gegenteil war der Fall. Als ich wiederkehrte, hatte sich in meinem Wohnzimmer ein wahrer Dschungel entwickelt. Ich habe über ein Jahr gebraucht sie wieder in den ursprünglichen Zustand zu überführen. Heutzutage kann man sich wirklich auf nichts mehr verlassen.
30 Oktober 2004
Neben spülen ist, wie schon mehrere Male erwähnt, Müll runterbringen eines meiner größten Entwicklungspotenziale. Besonders gerne sammle ich Zeitung. Wenigstens stinkt die nicht. Von meinem letzten Aufenthalt in Krakau hatte ich noch eine polnische Zeitung übrig. Sie gefiel mir und ich wollte sie nicht entsorgen, weil ich wußte, eines Tages könnte ich sie brauchen. Jetzt konnte ich meinem Lieblingskollegen eine Freude machen. Er war zwei Wochen im Urlaub und nach langem Grübeln fiel mir ein was sein Herz höher schlagen lassen könnte:
Es ist 20 Uhr, seit mehr als einer Woche freute ich mich schon darauf ins Kino zu gehen. Fazit: der Film sollte in „The Boring Supremacy“ umbenannt werden. Sogar der gute Matt ... in einem Wort: UNSEXY. Zum Glück war ich von der Arbeit noch so erschöpft, daß ich an den langweiligsten Stellen ein kleines Nickerchen halten konnte. Wann immer deutsche Polizisten im Film auftauchen schreien sie: Polizei, Polizei! Im Hintergrund, im Vordergrund, alle zusammen, hintereinander und einzeln. Am Telefon sagt Matt tapfer auf deutsch: Kann ich bitte (Namen der CIA Tante einsetzen) sprechen? Die Dame am Telefon sagt: Nein, tut mir leid mein Herr. Den Inhalt kann man wie folgt zusammen fassen: Jason, der in dem Film die Maße eines kleinen Wohnzimmereinbauschrankes einnimmt, rennt dämlich durch Goa, Berlin, Neapel und Moskau und findet raus, dass er ein böser, böser Killer ist. Ich bin wirklich kein pedantischer Regiefehlerzähler, ganz ehrlich nicht. Aber dieser Film ist wirklich die Krönung. Da ich während des Flims mehrere Male einschlief, dachte ich mir, für ein weiteres Selbstexperiment sei es erforderlich Notizen zu machen. Also gehe ich nach dem Abspann aus dem Kino raus, hole mir eine neue Tüte Popkorn und setze mich gleich wieder in die 23 Uhr Vorstellung. Ich bringe zu Papier: Jason ist am Kudamm und rennt in zwei Minuten zum Bahnhof Zoo, beamt sich an den Lehrter Stadtbahnhof und springt dann vom Gleis der Friedrichstraße auf ein Schiff. Die CIA-Tante braucht nach Aussage ihres Mitarbeiters mit dem Auto vom Alexanderplatz zum Zoo drei Minuten. Das ICC befindet sich am Flughafen Tegel. [...] Schön auch, dass drei Viertel der Szenen in Moskau ebenfalls Berlin zeigen. Vom Moskauer Bahnhof einmal links abgebogen und man ist in der Karl-Marx-Allee in Berlin. Vom Potsdamer Plattenbauviertel entkommt man im Fall einer Verfolgung über die Fischerinsel. Es war grauenhaft. Bei Notiz 86 falle ich erneut in den Tiefschlaf. Das aller, aller, allerschlimmste: Sie erfinden einen Zug, der direkt von Berlin nach Moskau fährt. Ohne in den Fahrplan zu schauen, weiß ich aber: Den Zug gibt es nicht. Man muß in jedem Fall in Warschau umsteigen. Kurz nach eins verlasse ich das Kino und stelle fest, daß ich jetzt zu ausgeschlafen bin, um nach Hause zu gehen. Also fahre ich zum Alexanderplatz, laufe zu den leerstehenden Gebäuden, die anscheinend vor allem von Geheimdiensten benutzt werden und setze mich aufs Dach gegenüber des Tagesspiegelgebäudes an die Stelle, an der Jason saß, starre in den Himmel und streiche Matt feierlich von der Liste meiner erotischen Phantasien.
29 Oktober 2004
Da ich langsam befürchte, daß mir die Geschichten ausgehen, habe ich eine mehrthemige Experimantalreihe gestartet. Ich begebe mich jetzt wieder öfter auf gefährliches Neuland, um an "Stoff" zu kommen. (Gerne nehme ich weitere Anregungen auf.) Jedenfalls hatte ich heute ganze sieben Stunden Tiefschlaf hinter mir und in Anbetracht der kürzlichen "Natürlichkeitsdiskussion" wagte ich folgendes: Völlig ungeschminkt das Haus verlassen und einen ganzen Tag in diesem Zustand verharren. Ganz kurz erwägte ich den Gedanken sogar ohne Accessoires in die Arbeit zu gehen. Aber das war mir zu extrem. Man muß es nicht übertreiben. Ich erinnere mich nur zu gut an einen Morgen, an dem ich wieder besonders spät erwachte und gerade über den Potsdamer Platz lief, als mir schwindelig wurde. Einem Ohnmachtsanfall nahe, stellte ich fest, daß ich vergessen hatte mich zu schminken. Das war ungefähr das gleiche Schockerlebnis wie wenn man träumt, man ginge zu einem wichtigen Geschäftstermin und habe vergessen Hose samt Unterwäsche anzuziehen. Erste Auswertungen des Experiments: Vorteile + Ich habe es geschafft zu frühstücken, da ich viel zu früh fertig war. + Langfristig würde ich vermutlich Unmengen Geld sparen. Die morgendliche Produktpalette reduzierte sich auf Seife (statt Reinigungsmilch, Antiaugenfaltencreme, Gesichtscreme, Abdeckstift, Make-up, Lipliner, Lippenstift, Rouge, Lidschatten, Wimperntusche, Puder) + Wenn das Auge juckt, kann ich dran rumreiben wie eine Irre, ohne danach wie Marilyn Manson auszusehen. + Es ist heller, weil die Wimpern nicht so viel Schatten machen. Versuchsperson 1, der studentische Zeitungsverkäufer, der mich jeden Morgen angrinst. Ich gehe zielstrebig auf ihn zu: Hallo, könnte ich bitte eine kostenlose Zeitung haben (und schaue ihn dabei prüfend an) Er reicht sie mir verwundert. Wir stehen dumm rum (ich versuche irgendwas aus seinem Gesichtsabdruck abzuleiten). - Wie heißt Du? - Eric. - Aha. Ich notiere in mein Büchlein, Versuchsperson 1 zeigt keinerlei Reaktionen, drehe mich um und gehe. Versuchsperson 2, ein ehemaliger Kollege - Guten Morgen! Ist irgendwas anders an mir? - Hast Du nen neuen Mantel? - Nein, ist irgendwas anders als sonst an mir? - Die Ohrringe? - *seufts* Nein! Fällt Dir nichts auf? - Nein. Schneller Vermerk: Versuchsperson 2 ist blind. Nummer von Augenarzt raussuchen und zumailen. Versuchsperson 3, meine Freundin Noch ehe ich irgendwas sagen kann ... - Sag mal hast Du heute morgen gevögelt? - Hä? - Du bist ungeschminkt!
Frau Zucker lieh mir ein Buch, welches sich äußerst positiv auf meine Wahrnehmungswelt auswirkt. Mir fallen plötzlich wieder Dinge auf, die im Laufe meiner neuerlichen Sozialisiationsbemühungen schon gänzlich aus meinem Wahrnehmungsfeld entschwunden waren. In jedem zweiten Kapitel des Buches findet sich eine Haßliste, die ich ungesehen unterschreiben würde. Just heute morgen in der U-Bahn konnte ich diese Liste um einen weiteren Punkt ergänzen: der Anfasser (Neutrum). Das ist so: zehn Stationen lang stehe ich eingequetscht in der Ecke und versuche meine morgendliche Lektüre zu konsumieren. Von allen Seiten fallen unendlich große Zeitungsblätter auf mich darnieder. Ich stehe unter einem Zelt von umgeknickten Zeitungsecken. Jede Station lüftet sich das Zelt und alle Seiten werden raschelnd neu angeordnet. Ich kann den bösartigen Zeitungslesern nicht mal meinen sizilianischen Todesblick zukommen lassen. Sie sehen mich ja nicht. Dann Potsdamer Platz heißt es aussteigen. Das läuft natürlich jedes Mal gleich ab. Die Leute müssen ganz dringend in die U-Bahn einströmen, sobald die Tür sich öffnet. Wir von drinnen wollen raus und so quetschen sich zwei Menschenwürste ächzend aneinander vorbei. Mich macht das jedes Mal wütend. Wieso können die nicht fünf Sekunden warten? Ich bereite mich also schon eine Station vorher vor, kremple meine Mantelarme hoch, stopfe die meist zu lange Anzughose in meine Socken und streiche meine Haare hinter die Ohren. Dann, wenn die Türen sich öffnen, renne ich wie ein Rugbyspieler durch die Reihen und zähle Schulternstöße. Das alles würde völlig ausreichen, um meine Laune wieder ins Sonnenformat zu bringen. Meistens aber - erwischt mich noch ein Anfasser. Da gibt es zwei Kategorien. Die erste rempelt mich an und entschuldigt sich schulternstreichelnd bei mir. Die finde ich schon unerträglich. Die zweite läßt mir Mal um Mal einen kalten Schauer über den Rücken laufen. Das sind jene, denen ich einen Bodycheck verpasse und die dann im vorbei gehen nach meinen Extremitäten fassen und dabei schuldbewußt um Verzeihung bitten. Dabei streicheln diese wildfremden Subjekte meine Schulter oder tätscheln meinen Oberarm. Ich kann das nicht leiden! Sie sollen weg, weg, weg. Ich will nach ihnen wie nach Fliegen klatschen. Ich baue mir kleine Mausefallen und Elektroschockvorrichtungen an die Schultern und Oberarme und dann sollen sie mich tätscheln und dabei schreien: Entschuldigung, Entschuldigung!
28 Oktober 2004
Die geschätzte Downloadzeit für mein neues ICQ beträgt: 17 Minuten. Eigentlich Zeit genug, um ca. sieben neue Posts zu schreiben. Nachdem mein Mitbewohner ausgezogen ist hat sich meine Lebensqualität drastisch verringert. Kein Frühstück, kein Abendessen, keine Getränke. Nichts. Leere. Tag für Tag. Ich habe bereits drei Kilo abgenommen. Da mich das dauernde Magengrummeln nun doch nervte, faßte ich einen Entschluß: Ich gehe nach der Arbeit einkaufen. Ich erwarb das lebenswichtigste. Eine Palette Fruchtzwergedrinks Geschmacksrichtung Vanille, eine Palette Geflügelwürstchen, sieben Eimer Senf, zehn Packungen Aufbackbrötchen, drei Kilo Cremissimo Tiramisu und zehn Sixpacks Bier. Damit sollte ich eine Weile auskommen. Ich stopfe alles in meinen Trakkingrucksack, versuche ihn anzuheben, ... nichts passiert. Ich schaue verwirrt auf den Rucksack und habe die leise Vermutung jemand hat ihn am Boden angedübelt. Ich zerre wieder. Nichts. So geht das nicht! Ok, nicht umsonst bin ich Psychologin. Ich atme tief ein und stelle mir vor, ich bin Hulk. Schwubs, der Rucksack ist auf meinem Rücken und noch als ich denke: Siehste, geht doch!, kippe ich baumartig nach hinten um. Da liege ich, wie ein Käfer auf meinem Rücken und stelle fest: Ameisen können ein vielfaches ihres Körpergewichts tragen. Ich nicht. Schade irgendwie.
Heute nach dem Mittagessen und einem halben Liter Milchkaffee, informierte ich einem Freund: Ich muss aufhören so viel Kaffee zu trinken, mein Bauch hängt schon wie eine Schürze über die Hose. Ich glaube, er platzt gleich. Jener behauptete (sorry, eigentlich behub), der Bauch könne nicht platzen. Nach intensivem googlen kann ich zusammenfassen: Der Bauch kann platzen, aber nicht durch Überfüllung. Anregend fand ich nichtsdestotrotz die ganzen Hits zum Thema "Bauch platzen". --> ... Mund welcher meinen Mund offen hält auf welchen ich fest zubeissen kann. ... Sie blieb und massierte meinen Bauch während ich stöhnte ich würde platzen. --> Kann beim Bauchklatscher der Bauch platzen? --> Nur so kann ein Bauch, der zum [...] Das Fettgewebe wird so zum Platzen gebracht und kann wesentlich schonender mit feinsten Kanülen abgesaugt werden kann
Für mich als Obstphobiker ein Grund nicht mehr in die Kantine zu gehen. Wieso tun die mir das an? Bestimmt stinkt dann alles widerlich nach Obst - schlimmer noch SÜDFRÜCHTEN. Die Leute packen mit bloßen Händen das angepriesene Obst an, überall in der Luft schwirren Obstmoleküle, werden in andere Gebäude getragen, werden durch Händeschütteln weitergegeben ... Es ist grauenhaft. Warum??? Mir wird schon beim Gedanken daran ganz flau im Magen. Image Hosted by ImageShack.us
Ohne Meilensteinpläne geht gar nichts. Das Verhältnis Uhrzeit des morgendlichen Erwachens zur Uhrzeit des morgendlichen Erscheinens im Büro verhält sich indirekt proportional. Denn das noch-ganz-viel-Zeit-haben verleitet zum ausschweifenden Trödeln. Ignoriere ich indes meinen Wecker und erhebe mich um 8.15 Uhr aus dem Bett, sind die wesentlichen Elemente der morgentlichen Mindesthygiene in fünfzehn Minuten abgearbeitet. Ich muss mir also eine Art perscheidschen Plan (wenn Deppen duschen) machen und ans Bett hängen. 1. Liegen bleiben bis der Wecker klingelt 2. Nicht an den Rechner gehen 3. Nicht an den Rechner gehen 4. Nicht an den Rechner gehen 5. Klamotten aus dem Kleiderschrank holen (besser noch am Vorabend, um die Phase OMG!-Ich-habe-nichts-zum-Anziehen nicht ünnötig Zeit vertilgen zu lassen) 6. Duschen 7. Anziehen 8. Handtasche mit den wesentlichen Utensilien packen (Konzernausweis; MP3-Player; Ersatzbatterien; Digicam; aktuelles Buch; Taschentücher; Ricola Zitronenmelissebonbons; Schminke, die nie benutzt wird, aber dringend erforderlich ist, falls sich mal ein Spontandate ergibt; aberglaubenabwendenden Glücksbringer; Geldbeutel mit allen Bonuskaffeetogosammelkarten; Hausschlüssel) 9. Zwangsneurotisch prüfen, ob Licht-, Gasherd und Espressomaschine aus 10. Siehe 9. 11. Haustür verlassen 12. Tür wieder aufschließen 13. Siehe 9 und 10 Heute bin ich dementgegen völlig unsystematisch vorgegangen. Ergebnis war, dass ich meinen Konzernausweis vergessen habe. Ohne den ist aber kein Einlass in den Hochsicherheitstrakt meines Büros. Also freundlich lächelnd zum Empfang: - Einen wunderbaren guten Morgen, könnte ich einen Ersatzausweis haben, ich habe meinen heute vergessen. - Leute wie sie arbeiten hier nich - Ähm, doch ... also ich bin seit zwei Monaten hier und ich komme hier jeden Morgen vorbei - Nä - Vielleicht wollen sie im internen Informationssystem mal meinen Namen nachsehen (ich lächle leicht gequält) - Geht nich - Weil? - Weil Server runter - Und nun? - Müssense warten - Auf was denn? - Server (Ich bemerke, unsere Konversation wird zunehmend einsilbiger) - Nun, ich würde aber gerne arbeiten und da ich annehme, dass sie mir nicht sagen können, wie lange es dauert bis sie wieder Zugriff auf das System haben, müssen wir eine andere Lösung finden - *grmpf* Endergebnis: Cheffe musste runterkommen und mich wie Kindergartenkind abholen.
Für N. Image Hosted by ImageShack.us
27 Oktober 2004
Als große Verächterin von mir völlig unverständlichen Tarantinofilmen, hier ein wahres Highlight der Filmgeschichte: Kill Bill Vol. 2 The abridged script™ By Rod Hilton [...] THURMAN: Get ready everyone. You're about to witness another totally awesome fight sequence like those in Kill Bill Volume 1. As soon as she pounces, Michael shoots her in the chest. MADSEN : That was ridiculously easy. Now I will bury you alive in a scene made terrorizing solely by the foley artist. He does. The scene is interrupted by more filler that belonged in the previous film. Fade to: Ext. the orient – many years ago UMA meets CHIA HUI LIU, who abuses her and therefore trains her. CHIA HUI LIU: You may never know when you need to punch straight through a wooden board with no wind-up room. One example that comes to mind is if you were buried alive in a scene made terrorizing solely by the foley artist, and you needed to punch your way out of a coffin and then somehow through a huge mound of dirt that weighs even more. As such, here is a board. Punch it until you are spiritual and well trained. She does. Just so we know how hard she trained, we are treated to three of four redundant sequences in which CHIA trains her very ard. Eventually, she is trained. Back in the coffin, she escapes and punches her way through a huge mound of compacted dirt. Int. MICHAEL MADSENS trailer DARYL HANNAH enters and kills MICHAEL using a black mamba snake. MADSEN: Ack! Killed by a snake, after being part of the Deadly Viper Assassin Squad. The irony is so thick that it's suffocating me! Gulp! HANNAH: And that's not all. This is a Black Mamba snake that's killing you, which is the same snake after which Uma Thurman is named. MADSEN: So much..irony...can't breathe..ack! (dies) UMA enters and fights DARYL. She wins. HANNAH: My eye! Gar! Stage 4 complete, please advance to final stage! (dies, maybe) [...]
PIV ~ 2.8 GHz 1 GB RAM 400 GB Festplatte DVD Multinorm Brenner DVD-ROM Dualhead Grafikkarte Firewire, USB 2.0, LAN etc. Hmmm. Oder ein G5-PowerMac? ... oder doch bei meinem Penti I bleiben und mir meine Lieblingsschuhe in allen Farben kaufen? Die in beige und rosa finde ich ganz schnuckelig. Und sind wir mal ehrlich: Wenn ein Rechner schon mal sieben Jahre gehalten hat, dann hält er auch noch weitere sieben Jahre.
- Did you hear about the dyslexic, agnostic, insomniac? - He stayed up all night wondering if there was a dog. Wer diesen grandiosen Witz versteht, versteht auch mein letztes Posting. Nur mal so als Hinweis.
Gerade heute fragte ich mich, ob Frau Zuckerziege eigentlich weiss, wem sie ihren Namen schuldet? Nehmen wir an, es gäbe einen Spanier oder Südamerikaner mit leichtem Sprachfehler. Er sagt s statt tsch und seine Vorfahren sind Deutsche. Seiner Zweisprachigkeit ist geschuldet, dass er gelegentlich beim Übersetzen kleine Fehler macht. Dieser sprachgestörte Germanohispaniolo läuft eines morgens über ein Zuckerrohrfeld und sieht ein nacktes Känguruh, wie es an einer der Zuckerrohrstangen leckt. Er schreit: la cabra chupa todos los zuckerrohres! [Leider kann ich kein Spanisch, man überarbeite entsprechend) Aus Angst, sein Gutsherr könnte ihn für die fehlenden Zuckerstangen verdächtigen, erschießt er das arme Ding. Image Hosted by ImageShack.us Da liegt es nun. Der Spanier ist ganz aufgebracht, durcheinander, quasi seelisch total am Ende, denn es geht an niemanden spurlos vorbei wenn man so ein nacktmullenartiges Tierchen einfach so zur Strecke bringt. Psychisch völlig verstört läuft er also zu seiner deutschen Mutter (die im Übrigen alt und schon recht schwerhörig ist) und berichtet: Ich habe die cabra, welche die Zuckerrohre gechubart hat, getötet! Mutter: Waaas? Sohn: I've killed the goat that has sucked the sugar canes! Mutter: Waaaaas? Sohn: I KILLED THE LITTLE SUCKER-GOAT! Mutter: Oh mein Gott, Du töteteste die Zuckerziege?
Anfrage an die folgenden Damen und Herren: Julia, Malle, HHolger und qwert - dürfte ich Sie an dieser Stelle ----> verlinken? Ihren Kommentierungen kann ich entnehmen, dass Sie bisweilen meinen Blog besichtigen. Es wäre mir eine große Freude! Herzlichst nuf
Als ich klein war, plagte mich des Nächtens manchmal die Schlaflosigkeit. Ich dachte angsterfüllt über das Ozonloch, Atombomben und das Waldsterben nach. Manchmal weinte ich, weil ich befürchtete, dass meine Kinder nie einen lebenden Baum zu sehen bekommen würden. Ich dachte, im Jahr 2000+ lebte die Menschheit unter Glaskuppeln und auf den Straßen stünden aufbalsbare Plastikbäume. Als ich gestern gedankenverloren aus meinem Fenster auf den Baum im Hof starrte, fragte ich mich: Was ist eigentlich aus dem Waldsterben geworden? Immerhin wurde das Wort „Waldsterben“, so wie Teenagerangst, Weltbild und Schadenfreude in den angelsächsischen Sprachraum übernommen. Folglich musste es ja eine gewisse Wichtigkeit haben. Also google ich nach Waldsterben und siehe da: Das Waldsterben war eine Lüge! Was ich finde, sind Berichte wie „Die Kronenverlichtung nimmt seit 1985 zyklisch, aber mit steigender Tendenz, zu„ Ich google also nach Bestellargenturen für Plastik- und Aufblasbäume und stelle fest: es gibt sie nicht. Man kann bestenfalls aufblasbare Palmen bestellen. Aber jedes Kind weiss, Palmen sind keine Bäume sondern zweikeimblättrige Blütenpflanzen. Eine meiner Zukunftsängste kann ich also getrost zu Grabe tragen.
Heute Nacht konnte ich mal wieder nicht richtig schlafen. Das lag wohl daran, weil ich kurz vorm zu Bette gehen, von Herrn Goldfisch eine Seite geschickt bekommen hatte, die mein Blut wallen lies. Ehrlich gesagt, kochte es und ich saß stark speichelproduzierend vor meinem Rechner und starrte wie eine hypnotisierte Schlange auf Emil. Image Hosted by ImageShack.us Jeder, der das Bild sieht, wird zweifelsohne erkennen, was mich hier in schiere Lust verfallen lies. Aber ich bin kein oberflächlicher Mensch. Das Bild zeigt viel mehr als einen attraktiven Mann. Zum einen ist Emil ein sehr bodenständiger und vernünftiger Typ. Er trägt immer Schuhe. Wahrscheinlich, spricht er so wie ich fränkisch, ist Eichhörnchenliebhaber und würde gerne mit mir lange Waldspaziergänge machen. Außerdem mag er Pink. Ich mag auch Pink und in einer Partnerschaft ist es sehr wichtig Gemeinsamkeiten zu haben. Ich sehe eine blühende Zukunft und viele, kleine Nufemils.
26 Oktober 2004
Nachdem ich mindestens einmal pro Woche furchtbare Magenschmerzen habe, habe ich ein neues to do für diese Woche: keinen Müll aus meinem Kühlschrank mehr essen. Überhaupt: einfach mal alles wegwerfen. Irgendwie ist es ein Wunder, dass ich noch lebe. Einmal hatte ich schon eine prächtige Lebensmittelvergiftung. Das war als ich noch bei Daimler gearbeitet habe. An diesem Tag musste ich drei Interviews führen und die Leute wurden allesamt eingeflogen. Ich fühlte die Verpflichtung die Interviews auf jeden Fall durchzuführen und das obwohl ich bereits sieben mal erbrochen hatte. Ab fünf Uhr morgens stieg ich dann auf Kamillentee um. Um sieben Uhr fühlte ich mich so, als könne ich arbeiten gehen. Freundlicherweise fuhr mich mein Freund bis vor den Haupteingang. Ich stieg aus dem Auto, näherte mich der Drehtür und just in diesem Moment, spüre ich den Brechreiz in mir emporsteigen ... nein schießen und zwei Liter Kamillentee explodieren in meinem Magen und schnellen aus meinem Hals, so als wäre ich Hauptdarsteller bei „der Exorzist“. Der Herr, der zeitgleich mit mir ankam, war, sagen wir, leicht verwundert. Ich wäre am liebsten gestorben vor Pein. Trotzdem bin ich brav ins Büro und hab mir eine Praktikantin geschnappt, der ich folgende Anweisung gab: Wenn ich im Interview auf die Uhr schaue und sage, dass ich einen dringenden Termin vergessen habe, dann musst Du weiter machen. So saß ich also mit grünem Gesicht im Gespräch und versuchte dem Verlauf zu folgen. Der Bewerber tat mir zunehmens leid. Er wirkte direkt proportional zu meiner Übelkeit verunsicherter. Dann musste ich leider in einen wichtigen Termin, den ich vergessen hatte.
Es gibt Jahreszeiten, die kann ich nicht leiden. Das trifft vor allem auf die Übergangsjahreszeiten zu. Die erkennt man an Frauen in öffentlichen Verkehrsmitteln. Diese Frauen denken nämlich: „Hey, es ist kein Sommer mehr, ich muss mir die Beine nicht mehr rasieren.“ Diesen Frauen kann ich nur eines sagen: Beinhaare werden nicht unsichtbar, wenn man Nylonstrümpfe trägt. Nein! Sie werden nur noch schrecklicher. Irgendwo las ich mal ein Interview mit europäischen Männern, die beschreiben sollten, was typisch für deutsche Frauen ist. Ein Franzose sagte: ...dass Frauen in Deutschland denken, dass die psychedelischen Muster, die Beinhaare unter Nylonstrümpfen machen, sexy sind. Es ist erschütternd, aber da scheint was Wahres dran zu sein, wenn ich mir Frauenbeine in der U-Bahn anschaue. Im Frühling denken diese Frauen dann: „Jetzt ist Frühling, jetzt kann ich meine ungepflegten Hornhautfüße mit meinen krummen Zehen, die aussehen wie die Wurzeln, kleiner, verkrüppelter Bäume in offene Schuhe stecken.“ Das ist eine echte Zumutung. Es ist fast so schlimm, wie in der U-Bahn unter unrasierten Männerachselhöhlen zu stehen.
Lieber Herr Eichel, gestern Nacht konnte ich wieder ganz schlecht schlafen. Ich mach mir immer Sorgen um die Zukunft. Bestimmt kennen Sie das auch. Deswegen will ich Ihnen mal schreiben, weil ich glaube, ich habe nämlich die Lösung für die ganze Finanzmisere und das Rentenloch und so gefunden. Ich hab mal so überlegt was die Deutschen gerne tun. Sie lesen gerne Selbsthilferatgeber und sie sammeln gerne Sachen. Das erste hilft jetzt wahrscheinlich nicht so wirklich - aber in der zweiten Leidenschaft, da is richtig Potenzial drinnen. Hast Du - haben Sie schon mal überlegt, ob man nicht schöne, bunte Symbole auf die Rückseiten von Geldscheinen drucken könnte? Also so Sammelsymbole, meine ich jetzt. Aber das darf man nich bei allen Scheinen machen, da muss man vorher schon gut überlegen, wie man es macht. Aber das hab ich: Also, meine Idee ist folgende: 1. Man bedruckt die kleinen Scheine, also die Fünfeuroscheine, mit hübschen Sammelsymbolen (Katzen oder so, viele Leute mögen Katzen; Hunde vielleicht auch). 2. Man bedruckt die ganz großen Euroscheine, also die Fünfhunderter mit Sammelsymbolen (Perserkatzen zum Beispiel, die Katzen auf den teuren Scheinen müssen schon ein bißchen was her machen). Sicherlich kratzen Sie sich jetzt am Kopf und denken: Was solln das bringen? Ich erklärs Ihnen geschwind: 1. Die untere Mittelschicht fängt an ganz viele Fünfeuroscheine zu sammeln. Sie sammeln und sammeln und irgendwann haben sie einen ganzen Packen Geld. Dann sprichst Du mal mit Deinem Freund, dem Herrn Clement, der soll mal mit den ganzen Wirtschaftsbossen sprechen, damit die ihre Produkte wie folgt anbieten: Wenn jemand was kaufen will, was z.B. 100 Euro kostet, dann bekommt er was im Wert von 120 Euro, wenn er mit den symbolbedruckten Scheinen zahlen tut. Das hat den Effekt, dass die Leute erst ganz viel sparen tun. Das is aber nich so gut, wenn sie es nicht ausgeben. Also muss man was machen, damit sie es ausgeben, sonst steigen ja die Zinsen und alles wird teurer. Das will ja niemand. Wenn man aber ganz viele Produkte mit 20 Prozent Ermäßigung kaufen kann, dann geben alle ihr gespartes Geld wieder aus. Das ist toll, weil das kurbelt die Wirtschaft an. Es ist natürlich nich so gut, nur von den armen zu nehmen. Deswegen hab ich mir noch das mit den großen Scheinen ausgedacht. 2. Die Reichen fangen jetzt an ihre großen Geldscheine zu sammeln. D.h. dass sie ihr Geld nicht ins Ausland bringen sondern immer im Geldbeutel tragen, um sich die Bildchen zu zeigen. "Schau mal, meine Perserkatze hat ein hellblaues Halsband." Das is schon mal gut, weil das Geld in Deutschland bleibt und nich ins Ausland gebracht wird. Wenn dann die Geldbörsen immer voller und voller werden von den ganzen Scheinen, dann verlieren die Reichen, die Eltern sind, schon mal schnell den Überblick, wie viel tausend Euro sie denn gerade mit sich rumtragen. Wenn es dann auch so Kinder in Deutschland, wie die Paris Hilton in Amerika gibt, dann sind die bestimmt oft sehr ungezogen und klauen Scheine aus dem Portemonaie, damit sie sich schöne Sachen kaufen können. Das bedeutet also wiederum, dass das Geld in Umlauf kommt (und da gleich ganz viel, weil es sind ja die großen Scheine) und der Konsum angekurbelt wird. So Herr Eichel, ich hoffe, ich habe Dir ein bißchen geholfen und Du machst was draus. Dann können wir beide besser schlafen und das wär wieder ne Sache für die Ulla Schmidt, weil wer gut schläft ist weniger krank. Viele Grüße Ihre nuf
25 Oktober 2004
Heute verleihe ich mir den goldenen Orden an Geistesschwäche. Dank Frau Zucker habe ich jetzt auch eine zeitgemäße Erfassung der Leser meines Blogs. Da schaue ich auf die Liste und denke: Oh mein Gott! Wer hat denn noch nen Internet Explorer 4.0 und Windows 95??? Mein Mitleid steigt ins Grenzenlose. Zeitgleich kämpft sich mein Gehirn langsam aber sicher durch den emotionalen Nebel. Der Groschen fällt unaufhaltsam zu Boden. Die Antwort lautet: Ich.
Myron Reducto (20:31): Du hast ein prominentes Blog. Du musst über Lurchi schreiben. Myron Reducto (20:33 PM) : Nuf! nuf (20:33 PM) : Ich kann nich über Lurchi schreiben. Myron Reducto (20:33 PM) : Aber du musst. Myron Reducto (20:34 PM) : Lurchi wird sonst sterben! nuf (20:34 PM) : Aber es ist schon alles geschrieben worden. Myron Reducto (20:34 PM) : Nein. nuf (20:34 PM) : Ich habe keine emotionale Bindung zu ihm. Myron Reducto (20:34 PM) : Nicht von dir. Myron Reducto (20:34 PM) : Was?? nuf (20:34 PM) : ich ... kann ... nicht nuf (20:34 PM) : es tut mir leid Myron Reducto (20:35 PM) : Ich bin so... enttäuscht nuf (20:35 PM) : *zubodenschau* Myron Reducto (20:35 PM) : Ich weiss nicht, was ich sagen soll Myron Reducto (20:35 PM) : es ist.. Myron Reducto (20:35 PM) : so.. nuf (20:35 PM) : Ich hab damals Knax gelesen, aber nie was mit Lurchi gehabt Myron Reducto (20:35 PM) : so.. Myron Reducto (20:35 PM) : Knax. nuf (20:35 PM) : Ja Myron Reducto (20:35 PM) : Hattest du nie Salamanderschuhe? nuf (20:36 PM) : Nein Myron Reducto (20:36 PM) : Mann nuf (20:36 PM) : Ich kann diesen Dialog mit einem Verweis auf den anderen Blog abbilden Myron Reducto (20:36 PM) : Ja nuf (20:36 PM) : Mehr kann ich nicht tun. Myron Reducto (20:36 PM) : Das ist besser als nichts. nuf (20:36 PM) : Ja Myron Reducto (20:36 PM) : Gut. Betretene Stille.
24 Oktober 2004
Das komplette Wochenende freute ich mich auf die Rückkehr meines Freundes. Freudestrahlend und ziemlich stolz auf mein Unternehmen ob der Pünktlichkeit der Ankunft des Zuges, stand ich quasi erwartungsfroh am Gleis, um ihn zu empfangen. Der Zug hält an, die Türen gehen auf und heraus kommt der Grinch mit einem schreienden Gnom am Arm. Kurze Information: "Hallo, er hat sich bis zum Hals eingekackt." Unnötig das zu erwähnen, es roch süßlich nach Kinderkacke. Also auf zum Behindertenklo mit Babywickelvorrichtung. Super Sache diese öffentlche Einrichtung. Völlig sauerstoffarm und frischluftdicht, die wahre Freude dreißig Minten lang in diesem fünf Quadratmeter großen Raum zu verbringen. V.a. wenn das Kind schreit, der Freund kurz vorm Kollaps steht und alles voller Kinderexkrementen ist. Was solls. Ich bereite kleine Klopapierballen vor, die ich feucht machen will. Das Wasser geht jedoch nur an, wenn man vorher den Seifenspender betätigt. Dann hat man grob geschätzt zwanzig Millisekunden das Papier zu befeuchten, bis ein Handföhn automatisch angeht und den Raum kontinuierlich auf vierzig Grad Celsius erhitzt. Draußen rüttelt jemand wie irre an der Klinke und drinnen häufen sich die Kottücher auf der Toilettenbrille. Zwischenzeitlich entscheidet das Kind, dass nicht Socken sondern eine Strumpfhose anzuziehen seien und nicht jene Hose passend sei sondern die andere und das überhaupt die Schuhe jetzt nicht angezogen werden möchten. Mein Freund fragt mich kurz nach dieser Grenzerfahrung: - Und möchtest Du jetzt noch Kinder? - Ja, sieben.
Schminke ist eindeutig eine der größten Errungenschaften der Zivilisation. Seit Samstag habe ich neue Nachbarn. Die klingelten am Abend freundlich und fragten mich nach Strom. Also bauten wir aus sieben Verlängerungsschnüren eine Leitung, die man durch das Fenster in die untere Wohnung hängen lassen konnte. Als der junge Mann um 18 Uhr klingelte, war ich gerade von meinem nachmittäglichen Samstagschlaf erwacht und öffnete in T-Shirt und Schlabberhose mit explodierter Frisur und kissenverschmierter Wimperntusche. Als ich um neun Uhr die Wohnung verließ, selbstredend in abendlicher Höchstform und vollständig schönheitswiederhergestellt und den Herren das Kabel zurück bringen wollte, sagte jener, der mich drei Stunden zuvor um Strom gebeten hatte: "Hey, danke für das Zurückbringen. Sag deiner Mitbewohnerin auch noch mal herzlichen Dank!" Grrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrr!
Zu einer der besten Ausstellungen in diesem Jahr, gehört für mich die Sophie Calle Ausstellung im Martin Gropius Bau. Das war für mich die interessanteste Mischung aus Foto und Schriftstellerei, die ich überhaupt jemals gesehen habe. Ich glaube, ich bin autistisch und wahnsinnig genug, um jetzt mein schon länger angepeiltes, aber niemals systematisiertes Projekt anzugehen.
Heute bekam ich zudem noch eine sehr interessante URL gepostet. Als postmoderne Frau muss ich mich dieser Thesen verwehren. Ich persönlich glaube, dass Frauen ab einem Nettoeinkommen von <1.500 € ins männliche Bewertungssystem über gehen. Es gibt dann also drei Sorten von Männern. 1. Would actively like to fuck 2. Would fuck drunk and admit to it 3. Would fuck drunk and not admit to it Das wiederum würde bedeuten, dass sich die Geschlechterwelten in bestimmten Gehaltsklassen beiderseits anpassen, was nach sich zöge, dass es aufgrund des steigendes Bildungsniveaus von Frauen langsam Überschneidungen in den beiden Welten gibt. Da es eineindeutig nachgewiesen ist, dass gut verdienende Frauen mehr Sex als schlecht verdienende Frauen haben, ist die Leiter-Theorie hiermit widerlegt. Was ein bißchen schade ist, denn sie gefiel mir irgendwie.
Vor grob geschätzt drei Monaten begegnete mir am Ostbahnhof ein innovativer Penner. Er kam auf mich zu, packte mich am Kragen und lallte in mein Ohr: „Eyhassemaenpaarcentweilischwill *hicks* nämmischnerockbandgründen.“ Fand ich super, hab ich gleich nen Euro gegeben. Und heute seh ich die ersten Früchte meiner Investition. Nach Verabschiedung der ganzen Bloggerbande, verpasse ich wie üblich meine U-Bahn und setze mich, um die bis zur nächsten U-Bahn verbleibenden fünfzehn Minuten möglichst energiesparend zu überbrücken, auf eine Bank, als mich von hinten wieder eine Hand am Stehkragen packt: Hassemalnpaarcent *börb* kannsedirauchnliedfürwünschen!“ Ich drehe mich um und wen sehe ich da? Den Herren vom Ostbahnhof mit einer Gitarre in der Hand. Ich krame in meiner Handtasche, zücke das Portemonnaie und wünsche mir, ohne lange zu Überlegen, in Gedenken an einen gewissen Herren, der dieses Lied heute lobend erwähnte – Bed of Roses von John Bon Jovi. Der Mann mit Gitarre zögert nicht lange und singt mir eine bis dato völlig unbekannte sächsische Version des kuscheligen Rockliedes (des Platzes halber zitiere ich nur den Refrain): I wönna laaaiiii jüüüü dauuun ina böd of rösääääs Wor tuneid eil sliiiib on a bed öf näääils Ei wönna biiii dschast äs clös äs jur höly göööhhst is änd laaaiay jüüüü dauuun ina böd of rösääääs [...]
23 Oktober 2004
Irgendwie bin ich neidisch, dass die anderen sehen können, wie viele Hits sie haben und wer alles den Blog liest. Deswegen muss man das jetzt händisch machen. Jeder der hier herkommt, muss sich in der Kommentliste eintragen und schreiben wie oft er an einem Tag da war. So.
Oh Weia! Ich war mal wieder so geplättet von der Woche, dass ich mich um 20.30 hingelegt habe und leider vergessen habe, den Wecker zu stellen. Also fuhr der Zug ohne mich zum MBA-Day. So ein Ärger. Wenigstens reduziert das die Ausreden meinen hausfräulichen Pflichten nachzukommen ... Der Vorteil: Frau Zukka äußert sich nicht mehr empört über die mangelhaft gespülten Tassen.
22 Oktober 2004
Tag: Ein Signaturkürzel. Wird unter anderem in der amerikanischen Gang-Kultur als territoriale Markierung benutzt. Das sagt das Graffitilexikon. So'n Käse! Taggen ist mit Eddings alles sinnlos bekritzeln. Taggen ist zur Zeit sowas wie meine Profession. Ich tagge Buchstaben auf Flipcharts, tagein, tagaus, Stunde um Stunde, bis meine Hände von oben bis unten mit Edding beschmiert sind (übrigens ein edding 800, 12 mm Schriftbreite). Irgendwie sehe ich nach der Arbeit aus, als käme ich aus dem Handwerkunterricht der Grundschule. Im alten Job habe ich ständig irgendwelche Folien gebastelt und mich dabei gefragt, wie Meetings eigentlich vor Powerpoint funktioniert haben. Jetzt weiss ich es: Oldschool Metaplanwand, Flips und Kärtchen. Und ich mit meiner Sauklaue bereite die Flips für meine Workshops vor. Ganz groß. Üblicherweise verschreibe ich mich dann ganz unten rechts, wenn das Flip eigentlich schon fertig war. Das Gute daran ist, wenn ich beim Erklären wieder mal nervös sein sollte, sieht man das Händezittern wenigstens nicht fünf mal fünf Meter als Schatten an die Wand projiziert. Der positive Aspekt an meiner schrecklichen Schrift ist: ich besitze den unerschütterlichen Glauben dass beruflicher Erfolg unmittelbar mit Schriftleserlichkeit korrelieren. Je unleserlicher die Schrift, desto erfolgreicher. Deswegen sind Tags im Grunde ne gute Sache. (Ok, es sei denn, ein Arsch hat sie genau auf die Abfahrtszeiten des Busfahrplans platziert...)
21 Oktober 2004
Mein Ex-Mitbewohner, der nun Inhaber meines alten Jobs ist, sendete mir heute ein Mail aus meinem alten Postausgang. Es dokumentierte seine Freunde über einen Mailwechsel mit meiner damaligen Sachbearbeiterin in einer, sagen wir "Behörde". Es lautete: Sehr geehrte Frau Bollocks, leider schicken Sie das Fax gerade an meine Telefonnummer. Bitte senden Sie es an folgende Nummer: 030/xxx- xxxxx Vielen Dank! Man mag es nicht glauben, aber dieses Mail war Ausdruck eines Nervenzusammenbruchs meinerseits. Vorgeschichte wie folgt: Ich hatte einen Bericht zu verfassen und meine liebe Mühe das Beamtendeutsch zu verstehen und alles wunschgemäß auszufüllen. Bei den Finanzen war ich auch äußerst gewissenhaft und sendete die erarbeiteten Unterlagen zum Gegencheck an meine Finanzsachbearbeiterin. Die rief an und sagte: - Nein, sie dürfen das nicht zusammen rechnen, das sind Pauschalen! Ok. Ich schreibe also die Pauschalen in das Feld und schicke ihr die Unterlagen erneut zu. Ring, ring, Frau Bollocks am Apparat: - Das sind ja überhaupt nicht die mathematischen Summen! So geht das nicht. Ich atme tief ein: - Also soll ich die errechenbaren Summen eintragen, auch wenn diese von den zugewiesenen Pauschalen abweichen? Ich schicke die Unterlagen ein drittes Mal. Anruf Frau Bollocks: - Frau Nuf!!! Da dürfen sie doch nicht rechnen, da müssen sie die PAUSCHALEN EINTRAGEN! Ich gehe in innerliche Meditierhaltung, schnaube leicht durch die Nase: - Pauschalen wollen sie da also sehen? Dieses lustige Ping-Pong-Spiel läuft geht sieben Mal genau auf diese Art und Weise ab. Das siebte Mal habe ich vorgeschlagen, sie möge mir ein Fax schicken, wie sie es haben möchte. (Die großartige Regel lautet in dieser Behörde nämlich - Sie darf es nicht selbst tun.) - Haben sie denn meine Faxnummer, Frau Bollocks? - NATÜRLICH! Was denken sie denn? Hmmmm? Ganz wunderbar! Drei Minuten später klingelt mein Telefon. Ich nehme ab, hach! ein Fax ruft mich an. Ich lege auf. Es klingelt wieder, ein Fax ist dran. Ich nehme nicht ab, das Fax piept auf meinen Anrufbeantworter, der 15 Min laut aufnimmt (UND: um die Aufnahme zu löschen, muss ich im Anschluss das Geräusch nochmal fünfzehn Minuten anhören). Also bevorzuge ich die klingel-abnehm-aufleg-Variante. Das geht eine halbe Stunde so. Ich versuche Frau Bollocks natürlich anzurufen und zu bitten, diese Endlosanwahlschleife zu stoppen. Sie ist selbstredend nicht zu erreichen. Wahrscheinlich saß sie kichernd in der Kantine und trank Kaffee. Als letzter Ausweg fiel mir diese Mail ein, in der Hoffnung, sie möge mir was-auch-immer vergeben und den Terror stoppen.
Frau Zukka hat mich da an ein weiteres Highlight meiner Blödheit erinnert. Stichwort Stars am Rosa-Luxemburg-Platz. Ich geh mit ner Freundin zu Monsieur Vuong essen und wie üblich, gibt es natürlich keinen freien Platz. Also stehe ich ein bißchen dämlich im Eingangsbereich rum und schau mir die Leute ein. Links an der Bar sitzt jemand, von dem ich glaube, ihn zu kennen. Ich überlege, grübele. Wessen Bekannter ist das? Starre den Typen an, starre intensiver, denke: Mensch, wenn ich den kenne, muss der mich doch auch kennen und könnte langsam doch mal was sagen. Glotze ihn weiter an. Der Typ wirkt am Anfang etwas irritiert, dann leicht genervt und schließlich macht er große Glotzeaugen und zieht eine Grimasse in meine Richtung. Just in jener Sekunde fällt mir ein, woher ich den Herrn kenne. Aus dem Kino. Waaaahhhh! Ich werde puterrot und starre fortan nur noch an die Decke.
Ich möchte nochmals auf die Seite I.Z.E.T.I.T. hinweisen und nutze die Gelegenheit hier feierlich eine äußerst nützliche Formel zu erbeuten: Image Hosted by ImageShack.us
Aus gegebenem Anlass muss ich meinen Männergeschmack dringend überdenken. Bei näherer Betrachtung fällt mir nämlich auf: ich steh offenbar auf Schnullis. Und dann auch noch blonde Schnullis. Das geht ja echt gar nicht. Kann man das irgendwie heilen? Erbitte dringend Therapievorschläge! Image Hosted by ImageShack.us Image Hosted by ImageShack.us
20 Oktober 2004
Ich kann meinen neuen Job, samt Vorgesetzte und Kollegen nicht genug lobpreisen. Im alten Job hieß es: Die Ohrringe sind zu exzentrisch, ihre Kleidung ist nicht business genug, Blumen im Haar können sie in ihrer Freizeit tragen, die Schuhe sind nicht angemessen. Grruuaaahhh! Und heute der Kommentar von Cheffe zu meinem geliebten Bommelschal: Hey, schick, der gefällt mir! Hach. Es ist so einfach zufriedene Mitarbeiter zu haben. Fahrt mehr Bahn! Image Hosted by ImageShack.us
Aufgrund extraordinärer Scheußlichkeit, wird folgender privater Kommentar ohne Scham der Öffentlichkeit preis gegeben. Vorlauf: Übliches Verspätungsgejammere. Ich biete Hochzeit an (verbunden damit das eheliche Freifahrtsprivileg) und die Eigenschaft der Bahnzugehörigen unter keinen Verspätungen mehr zu leiden. Stundenlanges im Regen warten wird meinem freundlichen Angebot vorgezogen und ich, in meiner optimistischen, lustigen Art, weise den Betroffenen noch darauf hin, dass man eben abwägen müsse, was einem lieber ist und man sich schließlich glücklicher fühlen könne, sofern man die Entscheidung habe und sich seinem Schicksal nicht willenlos ergeben müsse. Als Dank erreicht mich folgene Nachricht: Jetzt im Herbst werde ich sicher noch oft an Deinen Vorschlag denken, wenn die Herbsstlaubverspätungen beginnen... Nun ja, vorsichtshalber scheint die Bahn jetzt schon ihre ältesten Mühlen auf Rädern einzusetzen. Das ist dann nicht so ein Verlust, wenn die auf faulem Laube zerschellen, was? War sicher auch so ein Vorschlag von Dir, für den Du von Mehdorn dann noch gelobt worden bist. Hat er dir dabei über den Kopf gestreichelt?
Ok. Ich kann mir jetzt also wirklich sicher sein, dass meine biologische Uhr tickt. Naja - der Ton ist eher sowas wie der einer gigantischen Turmglocke. Gestern bekomme ich von einem Freund einen kleinen Artikel geschickt. Genauer gesagt, eine Seite mit einem markierten Artikel. Gekennzeichnet war: "Eindeutige Korrelation zwischen geschätzter Attraktivität und tatsächlicher bei der Einschätzung anhand der Stimme". Den habe ich bekommen, weil meine Anrufbeantworteransage mehrmals als barsch klassifiziert wurde. Der Artikel war auch bunt umrandet. Was ich aber als Erstes las, war ein Artikel mit der Überschrift "Bessere Säuglingsgesundheit durch gut ausgebildete Hebammen". Argh! Weitere Hinweise: Ich mag seit Neustem gebügelte Sachen und mein Besuch wies mich kürzlich darauf hin, dass ich Küchenutensilien beim Essen (also quasi unteressig) permanent wegräume, was unter Anbetracht der Tatsache, dass ich wenige Minuten zuvor lamentierte, das dies eine mich hektisch machende Verhaltensweise meiner Mutter sei, zumindest besorgniserregend ist. Statistisch gesehen, haben Frauen ab 27 am meisten Spaß am Sex. Macht in diesem Kontext auch Sinn und ist nicht unbedingt das Schlimmste, was einem widerfahren kann. (Häschen, Du kannst jetzt wieder ausatmen...)
19 Oktober 2004
Boah! Der ***** hat vom *** zum Geburtstag eine Schweineschleuder bekommen. Mir ist heute nach der Quetschtherapie vom Mars: Zum Glück hab ich quasi auch demnächst Geburtstag.
Heute ist mein ernster Tag. Hab ich mich schon mal über Frauen ausgelassen? Es gibt zwei Arten, die mir echt mächtig auf die ... ähm ... Nerven gehen. Typ 1: Naive Hühner, deren Gehirnmasse weniger Gewicht einnimmt als das Gewicht ihrer künstlichen Wimpern. Prototypische Szene: Computermesse, Männeranteil 95% und die einzigen Frauen, die da sind, staunen händeklatschend über die Wunder eines Herzchenballons und rufen dabei: Ohhhh! Wie süüüüüß!!! Typ 2: Opfer-Frauen. Die haben immer einen leicht weinerlichen Ton in der Stimme und fühlen sich permanent angegriffen, trauen sich rein gar nichts zu und verfallen schon nur beim Gedanken, an eine mögliche Stresssituation in hysterische Panik. Uaaaaahhhhhh! Wär ich ein Kerl, wäre ich hundert prozentig schwul!
Ok, ich will jammern. Heute morgen wache ich mit einem Kopf auf, als hätte ich einen ganzen Kasten Bier geleert, meine Augen sind zugequollen und ein Blick in den Spiegel lässt mein optisch schätzbares Alter in den dreistelligen Bereich schnellen. Es ist dunkel und kalt, meine Müdigkeit will ich hier nicht in aller Breite schildern. Vier Tage Urlaub pro Jahr sind eindeutig zu wenig. Also grübele ich, wie ich an mehr Urlaub kommen könnte. Arbeitslos war ich schon mal, hat aber wenig Spaß gemacht - fällt also weg. Ich könnte schwanger werden, dann hätte ich ganze 8 Wochen frei. Nachteil: mehrere Monate im Walroßartigen Zustand rumlaufen und danach ca. 30 Jahre keinen Urlaub mehr. Bleibt also mal wieder nur einen Millionär finden und heiraten. Glücklicherweise gibts bei Amazon Bücher, die mich bei meiner Suche unterstützen. Muss mich quasi nur noch entscheiden, ob ich einen nehme, der aufgrund eines fortgeschrittenen Alters bald das Zeitliche segnet oder ob ich mir die Mühe mache und nach etwas annehmbaren, wie z.B. den spanischen Thronfolger suche. Stars hab ich mir abgeschminkt. Heath Ledger ist zu jung für mich und Hugh Jackmann ist vergeben. Bei Robbie finde ich die Schwalbentatoos am Bauch albern.
18 Oktober 2004
Prototypische zwischengeschlechtliche Konversation: - Ich hab beim Auszug aus Versehen ne Bluse von Dir mitgenommen. - Wie sieht die denn aus? - Rosa. - Hä? - Mit langen Armen. - ??? - Könnte auch weiß sein. - Weiß mit langen Armen? - Naja, evtl. auch kurze.
Lustige Telefonate nachdem mein Mitbewohner nun der Mitbewohner meines Nachbarn ist. Nachbar: Wann kommt er heute denn nach Hause? Ich: Er wollte eigentlich gleich nach der Arbeit nach Hause kommen. Wir haben gerade telefoniert. Nachbar: Wann ist das? Ich: Sag mal, kann es sein, dass Du Dich nicht für Dein Kind interessierst? Nachbar: Er ruft mich doch nie an und außerdem ist er ja immer bei Dir! Trinkt er Bier? Ich: Nein, das weisst Du doch! Nachbar: Woher soll ich das wissen, ich sehe ihn doch so selten! Ich: Siehst Du, Du interessierst Dich nicht für ihn!
17 Oktober 2004
Weia, ich hab ja das Aufregendste der letzten Woche vergessen: Meine Betriebsstörung in der U-Bahn! Mein Zug fuhr um 17.44 h am Zoo ab, weswegen ich mich um 17.10 h in die U-Bahn begab. Planmäßig wäre ich zwölf Minuten später am Bahnhof gewesen. Meine Anziehungskraft unerklärlicher Ereignisse machte mir jedoch einen Strich durch die Rechnung. Die U-bahn blieb genau zwischen Wittenbergplatz und Zoo stecken. Da stehen wir also im Tunnel. Ich stehend, mit einer Tonne Gepäck und ca. 50 im Waggon eingepferchte Fahrgäste. Zehn Minuten passiert nichts, dann eine Durchsage: Aufgrund eines technischen Defekts müssen wir leider stehenbleiben. (Ach! Hab ich ja noch gar nicht gemerkt!) Dann geht das Licht aus, Waggon für Waggon. Sah irgendwie nett aus. Klick, klick, klick. Da stehen wir also. Ich denke: große Klasse, hoffentlich hat der Zug Verspätung! Weitere zehn Minuten vergehen. Langsam wird es heiß im Abteil. Ich öffne also meine Jacken und lege den Schal ab und versuche mich zu erinnern, an welcher Stelle im Koffer ich meine Kamera versteckt habe, fange an zu kramen, meinen Kopf am Hintern meines Vordermanns und meine Arme an den Knien der Nebenstehenden. Wühle, wühle. Kaum habe ich sie in der Hand, geht natürlich das Licht wieder an. Toll! Ich bin begeistert. Kein Foto aber den Zug verpasst. Es ist rätselhaft. Seitdem ich bei die Bahn arbeite, hatte noch keiner meiner Züge auch nur eine Minute Verspätung. Auf Raten von Frau Zukka erstehe ich am Bahnhof eine „Neon“. Allerdings konnte ich keinen Satz lesen, weder am Bahnhof noch im Zug. Ich hatte wieder mein Erzählt-mir-doch-bitte-Eure-Lebensgeschichte-Gesicht auf. Das finde ich immer wieder unglaublich. Da sitze ich mit Kopfhörern zeitschriftlesend und offensichtlich hält das niemanden davon ab, mich munter zuzutexten. Wo sind die Zeiten hin, in denen mir noch unfassbare Arroganz unterstellt wurde?
Wenn ich mich an die Flick-Ausstellung erinnere, erscheint sie mir besser, als sie mir kurz nach dem eigentlichen Besuch erschien. Da stellten sich mir im Wesentlichen zwei Fragen: 1. Wie viel Zimmer besitzt Herr Flick, dass der ganze Müll in seine Gemächer passt? 2. Warum blieb mein sittlich-moralisches Empfinden so unberührt, obwohl an einigen Türen stand: bevor sie diesen Raum betreten, bedenken sie bitte, dass die Exponate ihr sittlich-moralisches Empfinden verletzen könnten? Wie auf jeder Dokumente gab es zwischen dem ganzen mit Pornobildchen beklebten Gerümpel natürlich auch ansprechende Exponate. So zum Beispiel die Bilderserie eines verspäteten Pyromanen, der seine Wollmütze an einem langen Bindfaden an eine Rakete band, um den funkensprühenden Start seiner Kopfbedeckung fotografisch festzuhalten. An mein trautes Heim erinnerte mich eine übergroße Sofa-Sessel-Kombination, auf die man sich platzieren konnte, um fern zu sehen. Da ich keinen eigenen Fernseher besitze, habe ich gierig Platz genommen und setze mich versehentlich auf eine ca. 20 mal 60 Zentimeter große Fernbedienung, die tatsächlich funktionsfähig war. Es hat großen Spaß gemacht die umliegenden Leute zu beobachten, wie sie sich in die Filme vertieften, um dann am Höhepunkt ihres Interesses umzuschalten. Image Hosted by ImageShack.us
Im Anschluss an die Ausstellung sind wir zu Fuß zu mir nach Hause gelaufen. Unterwegs konnte ich eindrücklich beweisen, dass an mir ein großer Baseballstar verloren gegangen ist, da ich wie keine andere fliegende Gegenstände mit einem Stock wegschlagen kann. Mein Begleiter war so sicher, dass ich sein Portomaonie nicht treffe, dass er es mir experimentell zur Verfügung stellte. Als die ganzen Visitenkarten, Geldscheine und Bankkärtchen über die Invalidenstraße durch die Luft segelten, hätte ich ein Foto machen sollen. Ein Stückchen weiter entdeckten wir ein Geschäft welches zahlreiche, für den Alltag unverzichtbare Gegenstände Feil bot. Darunter auch die Facettenaugenbrille, die wir natürlich gleich ausprobierten. Die Stadt ist plötzlich voller Köpfe und Lichter und alles ist ca. zehn Zentimeter von einem entfernt und man bahnt sich händefuchtelnd seinen Weg. Ich habe jetzt jedenfalls sehr viel mehr Verständnis für Fliegen. Image Hosted by ImageShack.us
Zum den familiären Festivitäten in Lübeck ist nicht viel zu sagen, außer vielleicht, dass es bestimmt nicht viele Mütter gibt, die ihren 60. Geburtstag entspannt in der Gothicwohnung ihrer jüngeren Tochter zwischen mehreren hochgiftigen Spinnen, zirpenden Grillen, einer Gruppe Würgeschlangen und drei Meerschweinchen verbringen. Image Hosted by ImageShack.us
Ein echtes Highlight in der letzten Woche war meine Kleidertauschparty, die mir ursprünglich in den Sinn kam, weil ich meinen Kleiderschrank leeren wollte. Jede Frau besitzt schließlich unzählige Kleidungsstücke, die sie nicht mehr trägt (oder gar nie getragen hat), die aber zu gut erhalten sind, um sie der Kleiderspende zuzuführen. Also lud ich meine Freundinnen ein und forderte sie auf, ihre Kleiderschränke nach Unnötigem zu durchforsten. Wir tranken zu Beginn Sekt und fütterten uns mit Schokolade und alle klagten wie aus einem Munde: „Ich hab gar nichts gefunden. Ich habe nur Müll dabei – das ist mir fast schon peinlich.“ Als die Stimmung dann ihren Höhepunkt erreichte, forderte ich alle auf den Inhalt ihrer mitgebrachten Tüten zu präsentieren. Kaum lagen die ersten Kleidungsstücke im Zimmer, ging das Gekreische los: Waaas? Das willst Du nicht mehr? Das ist doch total schön!!! Darf ich das anprobieren? Nein ich! Nein ich! Nach zwei Stunden intensivsten Umziehens und Ausprobierens hatten alle vier bis zwölf neue Kleidungsteile, über die jeder schwer begeistert war. Mir ging es dabei nicht anders. Ich wurde zwei seit drei Jahren nicht mehr getragene Röcke, einen ollen Pulli und drei Schlunzhosen los und bekam dafür ein wunderbares 80er Jahre Ringel-T-shirt, eine totschicke Bluse, zwei wunderbare Oberteile und eine grandiose Anzughose. Man beschwor mich, die Feier im Frühjahr zu wiederholen.
11 Oktober 2004
Keine Sorgen bitte, ich bin nicht tot. Ich hab nur keine Zeit. Als Teaser, Stichworte zu den Geschichten, die folgen werden: Ich bin jetzt hip * am Wochenende kochte ich mit einer Fliegenaugenfacettenbrille - was sich unerwartet schwer gestaltet (wahrscheinlich einer der Gründe warum Fliegen nicht zu kochen fliegen) * die Flick-Ausstellung ist gaga * morgen steigt endlich die Mädchen Kleiderschrankfüllparty und übermorgen fahr ich nach Lübeck und nehme somit meinen 3. und 4. Urlaubstag in diesem Jahr.
06 Oktober 2004
Freitag morgen fährt mein Mitbewohner mit dem Auto in die Arbeit, weil er Nachmittags nach Bamberg fahren will. Die Batterieleuchte blinkt. Als er sich dann auf den Weg Richtung Autobahn macht, dauert es keine fünf Minuten und die Karre geht aus. Also mitten im Berufsverkehr auf die Busspur rollen und den ADAC anrufen. Die Dame im Call-Center verkündet: Wartezeit eine Stunde. Eine halbe Stunde später klopft es an sein Fenster: „Hey, hassu Problem?“ Mitbewohner schildert die Lage. „Machsu Auto an.“ Mitbewohner dreht Schlüssel, nichts tut sich. „Machsu Motorhaube auf!“ Mitbewohner öffnet Motorhaube. „Ah, isse Lichtmaschine!“ Mitbewohner im naiven Optimismus, „Ne, das ist nur die Batterie, ich warte auf den ADAC“. „Könne wir versuche su überbrücke, müsse nur Auto über Straße schiebe:“ In Anbetracht der Tatsache, dass das Auto im stetig wachsenden Rushhourverkehr auf einer vierspurigen Straße steht, besteht mein Mitbewohner darauf, auf den ADAC zu warten. Der freundliche Herr wartet mit, fragt alle Viertelstunde, ob er das Auto verkaufen will und geht ab und zu weg, um „eine Tüte Tee“ zu holen. Eine weitere Stunde später ruft der ADAC an und fragt, wo das Auto steht, er sei nun in der Potsdamerstraße in Zehlendorf. Dummerweise stand mein Mitbewohner in Schöneberg. Wieder dreißig Minuten später kommt das gelbe Auto endlich, überbrückt, Auto geht aus, Diagnose: Lichtmaschine. Therapie: Auto abschleppen, Lichtmaschine reparieren. Serdal (nach 1,5 Stunden gemeinsamen Wartens, ist der Name bekannt), sagt: „Ich helfa Dir!“ Also ADAC fährt von dannen, Serdal ruft „Fachmann“ an und schildert auf türkisch kurz die Lage. „Alles klar, Fachemann kommte sofort.“ Fünf Minuten später ein zweites Telefonat. „Ah, kommsu mit in mein Auto, holen wir Fachemann!“ Mitbewohner steigt gutgläubig ein und fragt sich erst als sie bei einsetzender Dunkelheit im Regen unter einer Brücke stoppen, ob das Vorgehen eine gute Idee war. Statt eines Überfalls, steht da freundlich der Fachmann. Zehnminütige Diskussion auf türkisch, es fällt mehrere Male das Wort Lichtmaschine. Offensichtlich gibt es in der Türkei keine Lichtmaschinen. Also zurück auf die Busspur. Wortlos macht sich der Fachmann daran die Lichtmaschine auszubauen. Der andere erläutert „Werkestatt isse überall, was willsu zahlen?“ 100 € so lautet der Vorschlag, 300 € so die Gegenfoderung, während der Erste auf der Busspur versucht, die ausgebaute Lichtmaschine zu öffnen. Längere Diskussion, Serdal schlägt vor zum Preisvergleich zu einem VW-Händler zu fahren. Kostenvoranschlag 400 €. Also wieder zurück, die Einigung lautet 200 €. Mittlerweile sieht der Fachmann ein, dass sich die Lichtmaschine nicht öffnen lässt. Verschwindet kurz und kommt mit einer anderen Lichtmaschine unterm Arm wieder. Nachdem diese eingebaut ist, springt das Auto leider immer noch nicht an. Also geht er wieder los und baut die Batterie aus Serdals Auto aus, baut sie bei meinem Mitbewohner wieder ein. Wagen springt an, bei laufendem Motor wird die alte Batterie wieder eingebaut. „Willsu Auto jetzt verkaufe?“ Mitbewohner will immer noch nicht. Sie tauschen Telefonnummern aus und vereinbaren sich wiederzutreffen, um die reparierte Lichtmaschine gegen weitere 100 € auszutauschen. In Bamberg dann bietet sich zufällig die Gelegenheit, ein anderes Auto zu kaufen. Also ruft mein Mitbewohner auf dem Rückweg Serdal an und verkündet: „Ich möchte mein Auto verkaufen“. Ein Treffpunkt wird verabredet. „Was willse Du haben?“ Der Mitbewohner pokert: 800 €? Serdal lacht herzlich, „Gebe ich Dir 100 €“. So handeln sie hin und her, bis sie nach einer Probefahrt schließlich bei 500 € angekommen sind. Der Kaufvertrag wird auf die Rückseite einer Telefonrechnung, die gerade im Auto rumliegt, schriftlich fixiert. Serdal drückt ihm 400 € in die Hand und sagt: „Hole ich in swei Woche ab, schöne Abend noch.“ und verschwindet in der Nacht.
Ich würde ja gerne sagen: Wäre er mal Zug statt Auto gefahren, dann würde sowas nicht passieren ... aber auch Zugfahrten können Tücken haben. Zum Beispiel die folgende. Man sitzt entspannt im Sessel, schlürft gerade an einer Tasse Kaffee als der Zug mitten auf der Strecke hält. Eine viertel Stunde tut sich nichts, dann eine Durchsage „Aufgrund eines technischen Defektes müssen wir leider ausserfahrplanmäßig halten“ Ich sinke in den Sessel zurück und stöpsel meine Kopfhörer ein, um mich am Hörpogramm zu ergötzen. Weitere fünfzehn Minuten später „Leider können wir das Problem nicht beheben, der Zug muss EVAKUIERT werden, bitte bleiben sie ruhig und warten sie auf weitere Anweisungen“, die da lautet man begebe sich bitte samt Gepäck und behinderten und/oder älteren Mitfahrern in Wagen 17. Auf dem anderen Gleis wartet schon der andere Zug und die Notplanken werden von Tür zu Tür gelegt. Die Planke ist ca. einen Meter breit und befindet sich ca. 80 Zentimeter über dem Boden. Wir sollen jetzt alle in den anderen Zug dackeln. Links und rechts stehen die Zugbegleiter, die sich gebärden als überschritten wir eine tausend Meter tiefe Schlucht. „Machen sie kleine Schritte! Haben sie keine Angst und v.a. schauen sie nicht nach unten! Schauen sie auf keinen Fall nach UNTEN!“ Ich schaue nach unten und denke, mein Gott, es ist so dunkel, man kann sowieso nichts sehen und nehme auf der anderen Seite meine Position mit Kaffee, Kopfhörern und Gepäck wieder im Sessel ein.
Das erste Fantreffen für Bernd das Brot war ein Debakel. Bernd kam zwei Stunden zu spät und war heiser. Noch schlimmer: Bernd ist nur der Unterarm eines fast minderjährigen Lümmels. Er hat nicht mal "Tanz das Brot" gesungen. Das war eine herbe Enttäuschung für uns, hatten wir doch den ganzen Vormittag die Koregraphie einstudiert. Ansonsten war es auch eher eine Grenzerfahrung, v.a. für Menschen mit ästhetischem Empfinden. Die anderen Eltern folgten optisch einem bestimmten Schema: Die Herren autentisch gefängnistätowiert, mit angewachsener, halb verglühter Kippe im Mundwinkel, Vokuhila. Die Damen alle walroßartig mit kraterdurchsetzter Haut und einem Organ, das selbst in der Erinnerung noch Gänsehaut macht. Am Nachmittag haben sie bunte Luftballons von der Ballustrade geworfen und ich wollte für das brave Alibikind auch einen ergattern. Just in dem Moment in dem die Luftballons leise wedelnd zu Boden sinken, geht ein Raunen durch den Saal und die Monsterväter erheben sich und rennen an die entsprechende Stelle. Die Szenerie hätte aus einem schlechten Film mit Ben Stiller sein können. Ich sprang auch auf und rannte um die Wette. Das Ganze in Zeitlupe und wir schreien kehlig UAAARRRRAAAAAA und hechten nach den Ballons. Der Tätowoierteste war aber schneller und greift gleich drei. Ich frage ihn freundlich: "Darf ich für mein Kind vielleicht auch einen haben?" Er brüllt leicht spuckend: "Nä, mein Kleener, der brauch dreie, wa!" Is klar. Da hab ich dem kleinen Vietnamesen einfach einen weggenommen. Das nennt sich, glaube ich, surviving of the fittest. V.a. unter Anbetracht der Tatsache, dass man Kindern generell einen Luftballon an den Bauch und einen auf den Rücken binden sollte. Eignet sich hervorrragend als Airbag. Ach. Und irgendwie war dort alles kaputt. Die nachstehende Fotoserie beweist das eindrücklich. Image Hosted by ImageShack.us Man soll ja nicht nur jammern. Im Bernditorium habe ich den großartigen Kinofilm "USS Bumble Bee Busch - Alarmstufe Brot" gesehen und dabei die Handkopfler kennengelernt, die analog zu den Tribbles auf keinem Raumschiff fehlen sollten. Image Hosted by ImageShack.us P.S. Bernd und ich haben die gleichen Hobbys (Zuhause die Rauhfasertapete anschauen), habe ich auf der offiziellen Fanseite im CV gelesen.
01 Oktober 2004
Ich bin sehr aufgeregt. Morgen treffe ich Bernd das Brot. Ich habe beide Sätze Akkus aufgeladen, weil ich sicher gehen will, dass ich am Abend mindestens ein Bild von mir und Bernd haben werde. Natürlich finde ich es ein bißchen peinlich Bernd zu fragen, ob er sich mit mir fotografieren lässt. Deswegen habe ich mir eine geschickte Strategie ausgedacht. Ich leihe mir einen 3Jährigen und schicke den vor. Wehe, der schreit: "Nein, nein, ich will das nicht!" Vermutlich hätte ich auch Angst, wenn ich ein lebendes Kastenbrot träfe, das 2,30 m groß ist. Jedenfalls weiss ich als was ich mich nächstes Jahr im Fasching verkleide. Image Hosted by ImageShack.us

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