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27 Oktober 2004
Als ich klein war, plagte mich des Nächtens manchmal die Schlaflosigkeit. Ich dachte angsterfüllt über das Ozonloch, Atombomben und das Waldsterben nach. Manchmal weinte ich, weil ich befürchtete, dass meine Kinder nie einen lebenden Baum zu sehen bekommen würden. Ich dachte, im Jahr 2000+ lebte die Menschheit unter Glaskuppeln und auf den Straßen stünden aufbalsbare Plastikbäume. Als ich gestern gedankenverloren aus meinem Fenster auf den Baum im Hof starrte, fragte ich mich: Was ist eigentlich aus dem Waldsterben geworden? Immerhin wurde das Wort „Waldsterben“, so wie Teenagerangst, Weltbild und Schadenfreude in den angelsächsischen Sprachraum übernommen. Folglich musste es ja eine gewisse Wichtigkeit haben. Also google ich nach Waldsterben und siehe da: Das Waldsterben war eine Lüge! Was ich finde, sind Berichte wie „Die Kronenverlichtung nimmt seit 1985 zyklisch, aber mit steigender Tendenz, zu„ Ich google also nach Bestellargenturen für Plastik- und Aufblasbäume und stelle fest: es gibt sie nicht. Man kann bestenfalls aufblasbare Palmen bestellen. Aber jedes Kind weiss, Palmen sind keine Bäume sondern zweikeimblättrige Blütenpflanzen. Eine meiner Zukunftsängste kann ich also getrost zu Grabe tragen.

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