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07 November 2004
Durst ist ein mir völlig fremdes Gefühl. Ich habe nie Durst. Mir ist durchaus bewußt, daß es wichtig ist zu trinken, nur Durst, den habe ich nicht. Meinen Recherchen zufolge handelt es sich bei dem Kuriosum „Durst“, um ein geschlechtsspezifisches Phänomen. Männer haben andauernd Durst. Wenn man einen Mann ins Bett bekommen will, muß man lediglich eine Flasche Wasser ans Bett stellen. Wie gesagt, auch ich nehme Flüssigkeit zu mir. Hauptsächlich in Form von Kaffee. Daß Kaffee entwässert, halte ich für ausgemachten Blödsinn. Es kann nicht sein, daß ich oben etwas einschütte und unten mehr rausläuft als ich zuführte. Wie soll das funktionieren? Kaffee ist hauptsächlich Wasser und ein bißchen braune Farbe. Ich mag als Frau unlogisch sein, doch selbst ich gehorche den Prinzipien der Osmose und da in Kaffee keine Salze enthalten sind, kann dieser mein Osmosegleichgewicht nicht stören. Das ständige Bedürfnis nach Wasser mag beim männlichen Geschlecht ganz andere Ursachen haben. So wie sie aus evolutionären Gründen gut Ball spielen können, mögen sie die Feuchte. Bekanntlich ernährte sich der Australopithecus africanus in erster Linie von Tieren, die in sumpfigen Gegenden zu finden waren (z.B. den Okawangosümpfen). Sie zogen aus, um die Schleimhüpfer, Davidhirsche und Kulanen mit ballförmigen Steinen zu erlegen. 2,5 Millionen Jahre später bleibt nur noch das Talent für Ballspiele und ein fortwährendes Durstgefühl. Es wird nicht umsonst sein, daß dem Hunger sprachlich das Sättigungsgefühl, dem Durst aber in keiner Sprache irgendein Wort gegenüber steht.

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