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11 November 2004
Ich fürchte, der Mann als solches muß sich bald eine neue ökologische Nische suchen. Gestern Abend entsorgte ich fachmännisch und nur unter mittelschweren Qualen meine erste Spinne. Um es präzise zu formulieren, mein erstes Spinnentier, denn es handelte sich um einen Weberknecht. Dabei stellte ich fest, daß auch hier ein geordnetes Vorgehen ein wesentlicher Aspekt zur Zielerreichung darstellt. Die aufkeimende Panik beim Erblicken des Ungetüms, rationalisierte ich zunächst. Evolotionsgeschichtlich macht es durchaus Sinn, Spinnen zu fürchten. Jedoch beruht die empfundene Angst in der Regel auf einer stark pauschalierten Sichtweise der Gattung Spinne. Als ich den Weberknecht an meiner Schlafzimmerwand entdeckt hatte, sprang ich auf und recherchierte schnell alle notwendigen Informationen. Dabei stellte sich heraus „Die Weberknechte verfügen weder über durchbohrte Kieferklauen und Giftdrüsen noch über Spinndrüsen.“ Die Lebensgefahr bei der Beseitigung dürfte, so schlußfolgerte ich, minimal sein. Eigentlich wollte ich es konsequent angehen und das Tierchen am Bein schnappen und aus dem Fenster werfen. Ob der mangelnden Spinndrüsen, wäre es sicherlich bei dem Fenstersturz verendet, was ich als leidenschaftliche Tierfreundin nicht verantworten wollte. Außerdem können Weberknechte bei Gefahr einzelne Beine abwerfen, was das am Beinpacken auch suboptimale Lösung darstellt. So griff ich auch die mehrmals beobachtete Glas-Karten-Methode zurück und setzte den Weberknecht ins Treppenhaus. Den Rest der Nacht verbrachte ich dennoch wach. Ich grübelte, welchen Sinn Männer nun noch in meinem Leben machten. Glücklicherweise kam mir in den frühen Morgenstunden das Vögeln in den Sinn, was ein unbesorgtes Einschlafen dann noch ermöglichte.

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