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05 November 2004
Neben kaltem Kaffee, verabscheue ich ineffiziente Kommunikation. Im Zeitalter des Handywahns, hat sich nicht zielführende Kommunikation eine recht breite Nische erkämpft. Als Mensch, dem es sehr wichtig ist auf jedes Trendbrett aufzuspringen, bin ich dem allgemeinen Hype zu Beginn auch verfallen. Geheilt hat mich folgende Erfahrung: Beim Durchforsten meiner Handtasche, die mit sog. schwarzen Minilöchern* durchsäht ist, (die im Übrigen auch mein Gehirn anheimsuchen), entdeckte ich eines Morgens panikerfüllt, daß ich mein Handy zu Hause vergessen hatte. Den ganzen Tag saß und rannte ich wie auf heißen Kohlen, denn niemand konnte mich erreichen. Ich war verschollen in einer schlimmeren Tiefe als dem Funkloch. Zitternd lief ich nach Beendigung meiner Pflichten nach Hause, wäre im Treppenhaus fast noch gestolpert, riß die Tür zu meiner Wohnung auf, rannte in mein Wohnzimmer, grapschte nach dem Handtelefon und starrte voller Erwartung auf das Display. SMS: 0 Entgangene Anrufe: 0 Es war erschütternd, zumal ich die Wichtigkeit meiner Person genau an oben genannten Werten festmachte. N U L L Es war also nur selbstwertdienlich, mich von dieser Definition zu verabschieden und fortan in höchster Entspanntheit mein Handy gelegentlich zu vergessen. Jetzt bahnt sich ein nervendurchsägender Trend an, dem ich an dieser Stelle den Garaus verschaffen möchte. Liebe Menschen, die ihr Themen zu diskutieren habt oder dringenden Klärungsbedarf seht. Greift nicht zum zeitaufwendigen Tastentippen, nein, besinnt Euch auf die Zeit bevor es Handys gab. Ruft an! Bitte! Ruft einfach an. Eine SMS ist kein adäquates Medium für eine abendfüllende Debatte. Sie eignet sich ebensowenig Lösungen für zeitkritische Probleme zu finden. Denkt wirtschaftlich. Ein 10 sekündiger Anruf kostet zudem viel weniger als zehn SMS. Vielen Dank für ihr Verständnis im voraus. *nachzulesen bei Steve

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