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02 November 2004
Selbstversuch in zwei Akten: Der Besuch eines Fitneßstudios Das Holmesplace verteilte kürzlich Gutscheine zum Probetraining. Ich fand die Bilder ansprechend und da ich bis zu diesem Zeitpunkt meines Lebens noch nie oben genannte Institution von innen besichtigt hatte, entschloß ich mich anzurufen und einen Termin zu vereinbaren. Sonntag 15 Uhr war es soweit. Etwas aufgeregt melde ich mich am Empfang. Eine stark untergewichtige Barbie, namens Peggy erklärt sich zuständig für meinen Aufenthalt und ich werde zunächst in den Keller geführt, um dort die Kleidung zu wechseln. Sie befahl mir im Anschluß direkt in die 2. Etage zu fahren und sie dort wieder zu suchen, damit sie mir die Folterapparate vorstellen könne. Unten kämpfte ich mich durch ein Spindlabyrinth und war stark abgelenkt durch die ganzen Gerätschaften, die sich schon in den Umkleidekabinen fanden. Überall gab es 4 mal 1,5 Meter große, beleuchtete Vergrößerungsspiegel, versehen mit einer ganze Batterie an Spendern (Kosmetiktücher, Handcreme, Abschminkflüssigkeit, Gesichtscreme, Körpercreme und Haarfestiger). Besonderes Interesse zog der mechanisch betriebene Badewäschetrockner auf sich. Bis ich alles ausprobiert hatte, war deutlich mehr als eine halbe Stunde vergangen, was offensichtlich zu lange war, denn Peggy empfing mich etwas schnepfig und befahl mir mich auf einem Stepper warm zu machen. Ich folgte brav den Anweisungen und hatte großen Spaß die verschiedenen Programmierungen auszuprobieren. Vorwärts, rückwärts, langsamer, schneller, noch schneller, rückwärts. Als ich fertig war, meldete ich mich ordnungsgemäß wieder bei Peggy, die mich daraufhin befragte, welche Problemzonen ich angehen möchte. Problemzonen? Hm. Ich war etwas ratlos und überlegte offenbar etwas zu lange, denn Superbarbie betrachtete mich naserümpfend und entschied „Bauchbeinepo“. - „und Fledermausärmel und Kniespeck“, ergänzte ich. Sie hörte mir aber gar nicht mehr richtig zu und stellte mir das erste Gerät vor. Sie schlängelte sich in eine nach meinem Gefühl zunächst als körperunintegrierbare bewertete Maschine und führte die Übung vor. Ich folgte ihr sehr konzentriert und machte alles nach. Meistens war mir aber entweder nach der dritten Wiederholung sehr langweilig oder aber, ich war mir sicher, daß mein Körper entsprechende Muskelpartie leider nicht besitzt und mir die Übung somit unmöglich macht. Peggy lies sich auf keine Diskussionen ein. So langweilte ich mich ca. eine Stunde zu Tode, bevor ich muskelzitternd in die Schwimmbad-Whirlpool-Sauna-Zone entlassen wurde. Der Whirlpool war leider zu laut, um dort länger als fünf Minuten zu verbringen, das Wasserbecken eindeutig zu kalt und naß, also entschied ich mich für Sauna. Sauna ist super. Um dort verweilen zu können, muss ich nämlich meine Kontaktlinsen entfernen. Mit einem Scharfsichtbereich von ca. 10 cm begebe ich mich also in die Hitzehölle. Da sitze ich dann abscheugeplagt wie in einem Horrorfilm. Glücklicherweise sehe ich nicht scharf, jedoch sitzen an einigen Ecken Damen und Herren mit schwarzen Pelztieren im Schoß. Ich wünschte jemand würde die Tierchen mit einem lauten kscht, KSCHT verscheuchen! Zurück in der Umkleidekabine notiere ich: Fitneßstudio muß die nächsten 29 Jahre nicht mehr ausprobiert werden.

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