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30 Dezember 2004
Die Vorweihnachtszeit habe ich weiterhin täglich beim Arzt als Puck verbracht. Hier die angekündigte Bilddokumentation: Image Hosted by ImageShack.us
Vor Weihnachten habe ich mich noch mal so richtig mit Antibiotika und Schmerzmitteln vollgepumpt, so dass ich trotz vereiterter Nebenhöhlen nach Franken fahren konnte, um traditionell Schulfreunde und Familie zu besuchen. Der Abend verlief sehr harmonisch. Lediglich der Herr in rot versuchte diese Eintracht durch Einsatz verschiedenster Mordinstrumente zu zerstören (und das obwohl er einen echten cat-a-pult geschenkt bekommen hatte). Image Hosted by ImageShack.us
Im Regionalexpress von Bamberg nach Forchheim – genauer gesagt in der Pampa zwischen Stullendorf und Hirschaid war es mir vergönnt echtes Bürgerengagement zu beobachten. Da stoppte der Zug auf freiem Feld und eine aufgeregte Fränkin raste schreiend durch das Abteil: "Die Dür lässt sich net öffnen, helfens mir, helfens mir!" Woraufhin mehrere Mitreisende aufsprangen und unter größten Anstrengungen die Tür öffneten und die Dame ins Freie entließen. Ich schaute etwas verwundert in die Dunkelheit und stellte fest, dass es sich mitnichten um einen regulären Halt handelte und versuchte die auf freier Strecke stehende Dame zur Rückkehr in den Zug zu überreden. Alles Reden half so lange nicht, bis ich den albernen Satz: "Ich arbeite für die Bahn und ich versichere Ihnen, dass der Zug lediglich darauf wartet von einem schnelleren Zug überholt zu werden. Die Türen ließen sich nicht öffnen, weil dies kein Bahnhof ist." von mir gab. Die Überzeugung in meiner Stimme hatte ich zweifelsohne vom Dauer-24-schauen. Eigentlich hatte ich "I’m Jack Bauer. I’m working for CTU you HAVE TO TRUST ME. Follow my orders and reenter the train!" in die Dunkelheit gerufen. Nun, Madame lies sich überzeugen und konnte gerade noch rechtzeitig in den Zug klettern bevor dieser weiterfuhr. Im Chor beteten sie und ihre engagierten Helfer bis Hirschaid: "Allmächt und des zum Heilichen Abend!".
Ob ich im nächsten Jahr wieder bei meinem besten Freund übernachten darf, steht in den Sternen. Leider musste ich ihm an einem der einzigen ausschlaftauglichen Tagen den Schlaf rauben. Hier das Rezept zum Nachahmen: Es ist 3 Uhr nachts. Ich wache auf, weil meine rechte Gesichtshälfte sich taub anfühlt. Also klopfe ich ein bisschen darauf herum. Als nach ein Paar Minuten keine Änderung eintritt, gehe ich ins Bad und lasse mir kaltes Wasser über das Gesicht laufen. Auch diese Maßnahme erweist sich als nicht zielführend. Im Spiegel schaut mich ein rechtseitig hängendes Gesicht an. Nach insgesamt einer Stunde ist das Gesicht immer noch gelähmt. Ich entschließe mich meinen Gastgeber aufzuwecken, mache das Licht an und setze mich neben ihn aufs Bett. Der wacht wie von der Tarantel gestochen auf und einen kurzen Moment befürchte ich, dass er mich niederschlagen wird, da er mich für einen Einbrecher hält. Ich berichte von meinem Drama und frage nach der Nummer des Notarztes, die mir gerade leider entfallen ist. Er weiß sie schlaftrunken auch nicht und so probiere ich einige aus, bis ich mich schließlich entscheide einfach die 112 anzurufen und dort nach einer Nummer zu fragen. Die Polizei (von der ich dachte sie würde sich unter 110 melden) vermittelt mich an die Notfallzentrale und die an einen HNO-Arzt der Bereitschaft hat. Den wecke ich telefonisch und frage nach, ob ich mir Sorgen machen müsse. Er hält die Lähmung für völlig besorgnisunerregend und faselt irgendwelche lateinische Bezeichnungen von Gesichtsnerven, die offensichtlich durch die Schwellung in den Nebenhöhlen abgedrückt sind. Sollte die Lähmung mehr als 24 Stunden anhalten, könne ich durchaus mal vorbei schauen, ansonsten reiche abschwellendes Nasenspray und noch mehr Schmerzmittel. Wie beruhigend. Ich lege mich also wieder schlafen.
Den nächsten Tag darf ich erst Gans bei der Mutter meines Freundes essen, werde dann ein Paar Dörfer weiter zu meiner Mutter gefahren, um dort ein ordentliches Abendessen zu mir zu nehmen. Weihnachten bedeutet schließlich innerhalb weniger Tage die Nahrungsmenge zu sich zu nehmen, die gewöhnlich für mindestens einen Monat reicht. Nach einer weiteren Übernachtung werde ich von meiner Mutter an einem Parkplatz in Erlangen an meinen Vater übergeben. Das ganze läuft ab, wie die Übergabe einer Geisel. Autotür auf, Kind raus, Koffer umgepackt, kurzes Händeschütteln, Autotür auf, Kind rein, Abfahrt. Selbst mit 30 ist es merkwürdig wenn die Eltern geschieden sind und sich so verhalten, als wären sie Mitglieder rivalsierender Schulcliquen und hätten nicht drei Jahrzehnte miteinander gelebt. Die Postmoderne bringt schon merkwürdige Verhaltensweisen hervor. Bei meinem Vater bekomme ich natürlich auch erst mal was Ordentliches zu essen bevor die liebe Verwandtschaft kommt und wir gemeinsam essen gehen.
Die Rückfahrt von Bayern nach Berlin erwies sich als anders als erwartet. Während ich nach einem Platz suchend mein Rollköfferchen an böse schauenden Fahrgästen vorbei zerrte, springt eine junge Frau vor mich und sagt: "Frau Nuf lange nicht gesehen." Es handelte sich um eine ehemalige Klassenkameradin, die ich seit 1995 nicht mehr gesehen hatte. Wir haben uns zwei Stunden ins Bordrestaurant gesetzt und grünen Tee getrunken (den ich an dieser Stelle sehr empfehlen kann). Nach 120 Minuten war bedauerlicherweise alles gesagt und ausgetauscht. Mein unerträgliches Spießerleben langweilt und sie zieht sich auf ihren Sitzplatz zurück und ich durfte die folgenden 60 Minuten stehen. In Leipzig stiegen dann sehr viele Fahrgäste aus, so dass ich einen Klappsitz ergattern konnte. Leider stiegen drei Minuten später wieder doppelt so viele Fahrgäste ein und ich bot meinen Platz einer Frau mit Kind an. Das wäre ja gar nicht nötig und wirklich sehr nett. Dann habe ich gesagt: "Nein, nehmen Sie meinen Platz. Ich arbeite für die Bahn und wenn der Zug voll ist, ist es selbstverständlich dass Mitarbeiter den Reisenden ihren Platz anbieten." Wortlos und leicht triumphierend setze sie sich dann auf meinen Platz. Diese Reaktion finde ich immer wieder verwunderlich. Wenn ich als Mensch meinen Platz anbiete, bin ich wahnsinnig freundlich und die Leute wollen nicht annehmen und wenn ich das als Bahnmitarbeiter mache, habe ich das Gefühl, sie hassen mich für die 30 Sekunden, die ich davor saß. Eine neunzigminütige Zugfahrt auf 10 cm hohen Absätzen stehend zu verbringen vergeht im Übrigen sehr viel schneller als ich befürchtet hatte.
Dienstag wollte ich dann endlich zum Absaugen meiner Nebenhöhlen zum behandelnden Arzt. 28.12.05, 10.00 Uhr steht auf meinem Terminkärtchen. "Zwischen 24.12.04 und 01.01.05 geschlossen" steht dem entgegen an der Praxistür. Großartig, dabei hatte ich mich langsam wirklich auf mein Kanülen-Piercing gefreut. Der letzte Arzt schilderte das so "Manche Patienten finden es unangenehm, wenn man mit der Kanüle den Knochen durchstößt". Für mich klingt das in der Zwischenzeit nach echtem Spaß. Ich kann mich gar nicht erinnern wann ich das letzte Mal drei Wochen krank war. Außerdem habe ich noch zehn Tage Urlaub in dem ich gerne etwas anderes sehen würde als Raufasertapete. Nachtrag: Ich konnte am gleichen Tag Abends noch einen Termin bei einem anderen HNO-Arzt ergattern, der die Absaugung ambulant vornehmen konnte. Zunächst zu meiner großen Freude. Als es dann so weit war, wäre ich am liebsten mit der Kanüle in der Nase nach Hause gegangen. Für alle Nebenhöhlenvereiterten, die sich beim ersten Auftreten der Symptome so wie ich weigern regelmäßig zu inhalieren, hier eine genaue Beschreibung des Vorgangs. Zunächst bekommt man mit Geräten, die den Anschein erwecken, als erhielte man ein cooles Airbrushtatoo ein Betäubungsspray in die Nase gesprüht. Dann wird eine zweite Ladung hinterhergepumpt, die einem hinten die Speiseröhre runterläuft und somit den Hals ebenfalls betäubt. Schlucken wird so anstrengend, als habe man vor ein halbes Schwein auf einmal runterzuwürgen. Dann schiebt der freundliche Arzt eine Punktionsnadel in den Nasenknochen, die man zehn Minuten nach oben links drücken muss. Wenn man nichts mehr spürt, darf man zurück auf den Folterstuhl. Der Arzt umgreift dann zweihändig die Nadel und stößt sie durch den Knochen in die Nebenhöhle. Das tut überhaupt nicht weh, klingt aber als ... nun es klingt unbeschreiblich, eben so als spieße man einen Schädel auf ein Schaschlikspieß. Dann hängt man an die Kanüle einen Wasserschlauch und spült. Jedes Mal wenn der Hahn aufgeht durchfährt einen ein stechender Schmerz. Einmal so heftig, dass ich im Affekt nach dem Arzt geschlagen habe, der sich aber wohlwissend bereits in Sicherheitsabstand begeben hatte. Weitere Details erspare ich, das soll für jeden, der das auch mal macht eine kleine Überraschung bleiben. Erstaunlich ist, dass es sich bei dieser Prozedur offensichtlich um einen völlig harmlosen Eingriff handelt. Kein dramatisches Nasebluten und lediglich ein leichtes Druckgefühl für die folgenden Stunden. Hätte ich das gewusst, hätte ich das schätzungsweise am dritten Tag meiner Krankschreibung verlangt.
Die Neon titelt "Wenn Eltern ihre ersten Macken bekommen". Das Gute an meinen ist: sie haben seit jeher lustige Macken. Die meines Vaters mag ich besonders, weil sie meist einen sehr pragmatischen Hintergrund haben. So berichtete er mir kürzlich, dass seine Frau ihn aufgefordert hätte zum Ohrenarzt zu gehen, da er bestimmte Anweisungen, die sie beim Kochen aus der Küche in sein Arbeitszimmer brüllt, nicht ausführe. Artig ging mein Vater zum HNO-Arzt und machte einen Hörtest. Es zeigte sich, dass er im Bereich von 3.000-4.000 Hz leichte Defizite hat. Allerdings hat er die schon seit über zehn Jahren. Freundlich fragte er nach einem Hörgerät, welches der Arzt ihm sodann verschrieb. Mit dem Rezept bewaffnet lief er im Anschluß zum Akustiker. Dort nahm er zwei Hörgeräte zum Probehören im Alltag mit. Eine Hightechvariante mit Zuzahlung von mehreren hundert Euro und ein krankenkassengesponsortes Exemplar. Das erste erwies sich als höchst effektiv. Allerdings war es ihm dann doch zu lästig stets eines zu tragen und damit sei das Geld sinnlos vergeudet. Das billige Exemplar war zwar nicht in der Lage die exakten Frequenzen ausgleichen, machte aber alles lauter. Ich solle das auch mal ausprobieren. Man könne es so einstellen, dass das Geräusch von abreißendem Toilettenpapier einen solchen Höllenlärm verursache, das man glaube, die Badezimmerwand sei eingebrochen. Faszinierend! Er habe nun aber eine unglaublich gute Variante entdeckt, wie es sich nutzen ließe. Wenn er Abends fern schaue und seine Frau lese, beschwere sie sich immer, dass er die Lautstärke zu hoch regelte. Folglich stellt er nun das Hörgerät auf maximale Lautstärke, den Fernseher auf sehr leise und so könne seine Frau in Ruhe lesen und er entspannt fernsehen. Man müsse sich lediglich daran gewöhnen, dass das Umblättern der Seiten klingt als fiele jedes Mal die Wohnzimmertür langsam aus den Angeln zu Boden.
17 Dezember 2004
Tagebuch einer Grippekranken Nebenhöhlenentzündung ist ne super Sache. Man hat Kopfschmerzen als hätte man kürzlich eine ungewollte Begegnung mit einem LKW gemacht und man klingt wie Rudolf Mooshammer, weil man nur noch durch die Nase sprechen kann. Wenn dazu noch Bronchitis und ne Grippe kommt, dann ist die Krankheit perfekt. Zeit nach 5 Tagen heldenhaften Erdulden zum Arzt zu gehen. Da sitzt man dahinsiechend im Wartezimmer und rangiert auf der Beliebtheitsskala gleich nach Fußpilz. Jedes Mal wenn sich jemand neben mich setzt, steht er 20 Sekunden später verschämt zu Boden schauend auf und sucht sich einen neuen Platz der sich möglichst weit von mir weg befindet. So sitze ich am einen Ende des Zimmers und sieben Patienten teilen sich die Plätze neben der Tür im Durchzug. Höchst amüsant die Ärztin. Da ich keinen Hausarzt habe, gehe ich einfach zu irgendeiner. Als ich sie sehe, frage ich mich, ob Ärzte eigentlich nicht irgendwann in Rente müssen. Sie ist schätzungsweise 70, schaut einmal in meinen Mund und springt erschrocken mit den Worten: "Ach herrje is das rot!" hinter ihren Schreibtisch. Ohne weitere Fragen beginnt sie damit Medikamente en masse auf den Rezeptblock zu notieren. Während sie noch schreibt, wählt sie mit der anderen Hand eine Nummer und besorgt mir einen weiteren Termin bei einer Kollegin. Dann gibt sie mir den Rezeptpacken, die Krankschreibung und die Überweisung in die Hand und instruiert mich umgehend das Nachbarhaus aufzusuchen und der dortigen Ärztin alles zu überreichen. Sie solle das bitte prüfen und ich solle um Gottes Willen keines der Medikamente zu mir nehmen, ehe Ärztin 2 nicht zugestimmt hat. Sehr vertrauenserweckend. Die Nachbarärztin ist eine HNO-Ärztin und ich muss mich sehr zusammenreißen bei der Untersuchung nicht meine Kamera zu zücken. Mir gegenüber sitzt eine Frau, die tatsächlich so ein silbernes Ding mit Loch um den Kopf trägt wie man es aus Kinderspielarztkoffern kennt. Durch das Loch in der Scheibe schaut sie in meine Nase und verschreibt mit sechs Sitzungen Kurzwellen. Nun werde ich also täglich mit Kurzwellen beschossen. Das genaue Prinzip kann mir niemand erläutern. Ich muss mich mit dem Hinweis zufrieden geben, dass es hilft. Wenn ich mir den Ablauf näher betrachte bin ich mir nicht sicher, ob ein einfaches über meiner Nase fuchteln in Kombination mit "Hex, hex!" nicht den gleichen Effekt hätte. Zunächst muss ich alles aus dem Gesicht entfernen, was Metall ist. Die Arzthelferin sagt: "Piercings und falsche Zähne rausmachen" Ich schaue sie fragend an "Naja, Ohrringe, Brille, Reißverschlüsse und so." Nachdem ich also alle Reißverschlüsse aus meinem Kopf entfernt habe, bekomme ich eine metallene Brille bestehend aus zwei zusammengetackerten Küchensieben überreicht. Ein kleines Gerät, das aussieht wie ein Lautsprecher wird auf mich gerichtet und der Küchenwecker wird auf drei Minuten gestellt. Meine rechte Kieferhöhle wird beschossen. Ring. Meine linke Kieferhöhle wird beschossen. Ring. Die Arzthelferin ist gerade in ein wichtiges Gespräch über das Wetter verwickelt. Durch meine Küchensiebbrille luge ich auf meine Uhr. Fünf Minuten. Ich werde nervös, räuspere mich lautstark. Die Arzthelferin ist leider gerade damit beschäftigt zu berichten was sie als Weihnachtsgeschenk für Enkel sechs und sieben ausgesucht hat. Ich versuche durch das Gitter etwas an der Apparatur vor mir zu erkennen und frage mich, ob meine Kieferhöhlen nun langsam weggebraten werden. Mit dem Fuß schiebe ich das Gerät weg und drücke auf irgendetwas das nach Ausschalter aussieht. Dann gehe ich in den Empfangsraum. Die Arzthelferin sagt: - Oh waren die drei Minuten schon um? - Ja, ungefähr drei Mal schon. - Mir war auch so als hätte ich den Wecker gehört. Grummelnd verlasse ich den Raum. Meine Laune lässt ohnehin sehr zu wünschen übrig. Seit Tagen lebe ich Kaffee und Nikotonfrei. Außerdem habe ich keinen Fernseher. Krank sein und keinen Fernseher zu haben macht überhaupt keinen Sinn. Ich habe nicht mal Internet. So sind Tageshöhepunkte lediglich das mit Kurzwellenbeschossenwerden und die Sekunden in denen ich wenigstens durch ein Nasenloch frei atmen kann.
Notiz für das Langzeitgedächtnis: Niemals tagsüber in eine Bankfiliale gehen Einst war ich Kundin bei der Advancebank. Ich glaube, ich war die zufriedenste Kundin aller Zeiten. Leider hat der böse Allianzkonzern die Advancebank aufgekauft und ich wurde an die Dresdner Bank weitergereicht. Da ich heute Geld abholen wollte und der Automat mal wieder nicht funktionstüchtig war, habe ich den Fehler begangen, mich in die Filiale zu begeben. Ich dachte, das träfe sich gut, da ich das Konto ohnehin kündigen wollte, da ab 2005 nicht mehr die Bedingungen der Advancebank sondern die der Dresdner Bank gelten würden. Ich stelle mich also in die lange Warteschlange und übe mich in Geduld. Es gibt vier Schalter. Einer ist geöffnet, alle anderen sind mit wichtigen Dingen wie Postsortieren beschäftigt. Eine übereifrige Bankangestellte zieht Kunden vor, die sie kennt und die aber hinter mir stehen. Ich bin schwer begeistert. Mich nervt die Warterei und da ich krank bin, würde ich gerne möglichst schnell in mein Bett zurück. Als ich endlich an der Reihe bin, fällt der Bankangestellten ein, dass meine Unterschrift neu gescannt werden müsste. Ich werde an eine andere Dame verwiesen. Sie schwärmt mir ausführlichst vor, wie großartig die Allianz mich in Fragen der Altersvorsorge beraten könnten und ich wiederhole monoton, dass ich keine Beratung wünsche, da ich schon bestens abgesichert bin. Irgendwann bin ich so entnervt, dass ich sie nach dem Kündigungsformular frage. Warum ich denn wechseln wolle? Weil ich keine Lust hätte Gebühren zu bezahlen. Nun, die wären ja sozusagen für die Beratung ... „die ich, wie ich bereits mehrere Male betonte, nicht benötige.“ „und außerdem...“ zickt sie mich an „haben sie nicht ihre Kontoauszüge gelesen?“ „Nö“ „Da steht doch, dass sie keine Gebühren zahlen müssen“ „Wie lange denn?“ „Das weiß ich doch nicht“ „Ja, dann hätte ich gerne das Kündigungsformular“ „Erst müssen wir ihre Daten aktualisieren“ „Nicht wenn ich jetzt kündige“ „Warum wollen sie denn kündigen? Schauen sie da, das ist übrigens Frau Sönke, ihre Kundenberaterin. Frau Sönke? Kann ich sie kurz ihrer Kundin vorstellen?“ Frau Sönke aus dem Off: „Kannjetztnich“ „KANN ICH JETZT BITTE DAS KÜNDIGUNGSFORMULAR HABEN?“ „Wir haben neue Öffnungszeiten“, wimmert die Frau vor mir und hält mir ein Zettel vor die Nase auf dem steht, dass sie einmal in der Woche bis 18.00 Uhr geöffnet haben. „Ihre Öffnungszeiten entsprechen nicht meinem Arbeitsrhythmus, kann ich jetzt ...“ „Hier steht sie sind arbeitslos!“, sie pocht auf den Monitor. „Ja, Pech, bin ich nicht. Ich bin eigentlich eher so was wie ein Millionär. Ich kündige jetzt mein Konto und dann gehe ich zur Konkurrenz, schließe mehrere Versicherungen ab und finanziere zwei bis drei Häuser!“ Endlich reicht sie mir das gewünschte Formular über den Tresen.
4. Tag bei der Kurzwellentherapie. Ich bin noch unentschieden was das unangenehmste an dieser Therapie ist. Mit einem Faradayschen Käfig über den Kopf gestülptes Dasitzen und die Nebenhöhlen mit Microwellen gebraten bekommen oder das unfreiwillige Ohrenzeugen werden der Geschehnisse am anderen Zimmerende: "Ahhhh, Herr Schmidt da hamma aber wieder einen großen Pfropfen im Ohr gehabt (Sauggeräusche) ohhhhh da kommt ja noch was (mittelgroßer Gegenstand wird durch Schlauch gesaugt)!"
9., sehr unerfreulicher Tag. Mittags bekam ich Kopfschmerzen, wie ich sie mein Leben noch nie hatte. Nicht mal im schlimmsten Migräneanfall. Ich werfe mir eine meiner stärksten Schmerztabletten ein und warte im Halbdunkel auf Besserung. Stelle dabei fest, dass es einen glasklaren Unterschied zwischen sich-scheiße-fühlen und Schmerzen-haben gibt. Eine Stunde später hat die Tablette immer noch keine Änderung herbeigeführt. Ich überlege, ob mir irgendwas im Kopf geplatzt ist und wie es wohl ist, alleine in der Wohnung ohnmächtig zu werden. In diesem Moment klingelt die Tür. Wie ein Automat öffne ich. Vor mir steht jemand vom Arbeiter Samariter Bund. Er beginnt zu reden. Ich kann ihm nicht folgen. Außen ist mein Kopf wie betäubt und innen bohren tausend heiße Nadeln. Ich deute an, dass er den Vortrag bitte abkürzen möge. Der Mann schwallt weiter. Wahrscheinlich will er eine Spende denke ich und versuche mich zu erinnern, wo mein Portemonnaie ist. Ich sage ihm noch mal, dass ich mich sehr schlecht fühle und er es bitte kurz machen solle. Der Redefluss ist ungebrochen. Einige Minuten später gehen die Nerven mit mir durch und ich fange an zu weinen. Der Mann vor mir wird blass. Ich entschuldige mich tränentriefend. Der Mann schaut auf mein Klingelschild auf dem der Name des Vormieters steht. „Frau Müller, ich wusste nicht, dass ...“ „Nuf, ich heiße nicht Müller“, heule ich. „Frau Müller, es tut mir sehr leid, ich ...“, er stockt. Ich heule weiter, wir schauen uns einen Moment lang an, dann dreht sich der Mann um und rennt (!) das Treppenhaus nach unten. Ich höre die Tür ins Schloss fallen. Ich lege mich wieder hin. Im Nachhinein muss ich sagen, so schnell bin ich noch nie einen Türklingler los geworden. Muss mir die Methode unbedingt merken.
Habe mich dann ob meines Heulzusammenbruchs entschieden den Arzt ein zweites Mal aufzusuchen und mich zu vergewissern, dass ich nicht an den Kopfschmerzen sterben werde. Mein Röntgenbild (s.u.) hat dann ans Tageslicht gebracht was mich im wahrsten Sinne des Wortes drückt. Nebenhöhlen komplett zu. An der Stelle wo eigentlich dunkle Schatten sein sollten, war leider alles weiß. Antibiotikum gewechselt und ab morgen Kurzwellenbestrahlung mit Tamponade. Ich freue mich schon wahnsinnig darauf Stoffballen durch die Nase in den Schädel gebohrt zu bekommen. Wenn das bis Dienstag keine Besserung bringt, heißt das Weihnachten im Krankenhaus. Image Hosted by ImageShack.us P.S. Ich besitze durchaus 32 prächtige Zähne. Das Röntgendbild wird mit Nase an Wand, Kopf nach oben, Mund auf gemacht.
Wenn ich mal nicht mit platzendem Kopf im Bett liege, ordne ich Unterlagen. Unnütze Dinge wie Telefonrechnungen, Kontoauszüge und Kreditkartenabrechnungen. Die stapeln sich traditionell seit Anfang des Jahres in der Küche. Wenn ich arbeite habe ich nie Zeit diese Dinge abzuheften. Ich beginne damit kleine Stapel der Zettel einer Kategorie zu machen. Dann wird nach Monaten geordnet. Zu Beginn ist es nervtötend. Dann stellt sich irgendein Hebel im Gehirn um und es entwickelt sich etwas wie eine Sammelleidenschaft. Die Papiere aus der Küche ergeben schätzungsweise achtzig Prozent einer kompletten Jahressammlung. Ich durchforste also sämtliche Schubladen und andere Verstecke, welche die Wohnung zu bieten hat. Es sind große Momente des Glücks wenn man den fehlenden November ausfindig machen kann. Umso größer die Enttäuschung wenn es sich um das November 2003 Dokument handelt. Mein Nachbar kennt das Gefühl. Er sagt, wenn er die Sammlung komplett hat, will er rumlaufen und allen seine Schätze zeigen. Er hätte auch schon mit dem Gedanken gespielt eine komplette Sammlung „Kontoauszüge 2004 – Die lückenlose Kollektion“ auf ebay zu versteigern. Das würde vielleicht Menschen glücklich machen, die einige ihrer Zettelchen versehentlich weggeworfen haben.
Lieber Herr Nachbar, ich bin jetzt 24 und scrubs-süchtig. Ist das eigentlich strafbar? Also nicht das süchtig sein sondern das unschuldige Menschen in Abhängigkeiten treiben, hmmmm? Ich habe heute 3 Stunden gebraucht, um mir einen Tee machen zu gehen.
08 Dezember 2004
Erfreulich: Mit Abitur, Hochschulabschluß und vier Jahren Berufserfahrung ist man in der Lage Mathematikaufgaben des PISA-Tests zu lösen. Selbst ausprobieren!
06 Dezember 2004
------------------------------------------------------------ Newsticker * VERSCHWÖRUNG AUFGEDECKT * ------------------------------------------------------------ Mail 1: > In weihnachtlichler Stimmung haben wir wieder eine Frage entwickelt, die nur ein Physiker beantworten kann. Was brennt an einer Kerze? Ich hab behauptet der Docht, der das Wachs hochzieht und das verbrennt dann. M. sagt der Rauch brennt?! (Ich verstehe nicht, was er damit meint, aber vielleicht ist das so hochkomplex, dass ich das auch gar nicht verstehen kann) Der Docht KANN es ja nicht sein. Wenn der Docht BRENNEN würde, dann würde er ja auch VERBrennen. (Logisch?) Aber denk mal an diese Glas-Öl-Lampen, da bleibt der Docht ja da und nur das Öl verschwindet, richtig? M. hat Recht, der Rauch brennt. Mail 2: > Das mit dem Rauch VERSTEHE ich nicht. Das ist egal. Das musst du auch nicht. Du bist eine Frau. Die Rauch-Theorie ist von M. M. ist ein Mann. Männer haben von sowas mehr Ahnung. M. hat recht. Jedes Kind weiß, dass bei einer Kerze der Rauch brennt. Mail 3: > Natürlich VERbrennt ein Docht. Wieso sollte man sonst Dochte nachkaufen können, hm? Hast du schon mal einen Docht nachgekauft? Um mal die Wahrheit zu sagen: Dochte gibt es zu kaufen, damit ihr Frauen denkt, die Welt wäre wirklich so simpel, wie ihr euch das immer so ausmalt und gar nicht groß weiter drüber nachdenkt. Und damit ihr Ruhe gebt. Und wir machen können, was getan werden muss und uns den wirklichen Problemen widmen können. Aber bitte sag das niemandem, dass ichs dir erzaehlt habe!
Um mir in naher Zukunft Eigentumswohnung, zwei Autos und sieben Kinder leisten zu können, spiele ich gelegentlich Lotto. Natürlich nur wenn der Jackpot bei über 10 Millionen liegt. Mein Nachbar wies mich in diesem Zusammenhang kürzlich auf tipp24.de hin. Das ist da wirklich ungemein parktisch. Man hinterläßt die Kreditkartennummer, setzt ein Kreuz bei Zufallszahlen und geht dann virtuell zur Kasse. Dass das lebensgefährlich ist, steht da natürlich nicht. Sollte es aber. Samstag Abend komme ich in die Küche. Nichtsahnend werfe ich einen Blick auf mein Handy. Das Display verkündet: Sie haben eine neue SMS erhalten. Ich drücke auf SMS öffnen und auf meinem Display steht. "TIPP24.DE - Gewonnen!!! Auf Ihren Lottoschein 384653 vom 04.12.2004... Meine Knie werden weich. Mir wird heiß, mein Puls steigt, ich zittere leicht, setze mich hin und drücke auf weiter ... entfallen 3 Richtige. Ihr Team von tipp24.de" Sind die völlig gaga? Müssen die mir für einen Gewinn in Höhe von 2,50 € so einen Schock einjagen??? Was wenn ich ein schwaches Herz hätte, hm? Liebes Team tipp24.de: ICH HÄTTE STERBEN KÖNNEN!
In meinem Mailkalender steht "noch 3 Wochen". Das löst jedes Mal Panik aus. Ich habe noch kein einziges Weihnachtsgeschenk erstanden und bedauere zutiefst, dass sich Eltern nicht mehr mit liebevoll erstellten Krakelzeichnungen zufrieden geben. Ich fürchte, verkohlte Plätzchen mögen sie auch nicht. Ich hätte mit 5 anfangen sollen mir aufzuschreiben, was ich ihnen jedes Jahr geschenkt habe. Dann hätte man den Retrotrend folgend einfach irgendwas aus den achziger Jahren schenken können. Eine selbstbemalte Krawatte vielleicht oder noch schicker ein dünnes Lederband, welches man früher ebenfalls als Schlips getragen hat. Für Mama ein Türschild aus Salzteig. Ich wünschte mir wirklich, dass dieser Geschenkewahnsinn endlich abgeschafft würde. Ich befinde mich bereits im Stadium meiner Großmutter, die sagt: "Ich brauch nix, ich hab doch alles!". Anstattdessen werden einem doch immer wieder Aussagen zu Geschenkwünschen abgerungen und es sammeln sich im Laufe der Jahre kostspielige Utensilien, die man total grauenhaft findet und zwei Mal im Jahr auskramt, wenn die Eltern zu Besuch kommen. Dann muss man häßliche Bilderrahmen und kitschige Uhren aufhängen, Goldkettchen umhängen und Altfrauenhalstücher umbinden. Ach was, ich mache das ab jetzt so: alles was ich geschenkt bekomme, packe ich im nächsten Jahr ein und schenke es zurück. Dann ist nur noch dieses Jahr stressig und ab 2005 weiß ich schon immer am 24. Dezember des Vorjahres was ich im folgenden Jahr schenke.
05 Dezember 2004
Beim Plätzchenbacken wurde mir das Sprichwort Kindermund tut Wahrheit kund sehr bewußt, als wir gemeinsam die ersten Resultate probierten. - Und wie sind die Plätzchen? - Schwarz Zusätzlich habe ich gelernt wie man aus unraffinierten Zucker Puderzucker macht und wie man aus Rindenstücken Zimt kratzt. Festzuhalten bleibt ferner, dass Kekse aus Vollkornmehl und Hafer nicht so gesund sind, dass einem nach dreißig Plätzchen nicht trotzdem schlecht würde.
04 Dezember 2004
Diese Welt wird zunehmend seltsamer. Anscheinend gab es in den letzten Jahren keine Abnehmer für bunte Zuckerstreusel. Wir waren heute erfolglos in sechs verschiedenen Geschäften um sie für den morgigen Plätzchenbacktag zu erstehen. Fehlanzeige. Genausowenig gibt es Zitronenglasur. Außerdem habe ich heraus gefunden, wie man die Kosten bei den wochenendlichen Einkäufen besser kontrollieren kann. Man bepackt einen Dreijährigen mit den teuersten Stücken und schickt ihn für wenige Cent zum Wackelauto vor die Kassen. Selbst wenn das Kind erwischt wird, kann man sich noch über die Nichtdeliktfähigkeit von unter Achtjährigen rauswinden. Wenn ich das als Kind gewußt hätte! Schade, dass Dreijährige so wenig Möbel tragen können. Das würde für kostenspielige IKEA-Einkäufe ungeahnte Möglichkeiten eröffnen.
03 Dezember 2004
Lacher zum Wochenende. Da soll einer mal sagen, das wär ein Mädchenblog!
Großartig: der Tag heute Merkwürdig: der Film gestern
02 Dezember 2004
Wow! Ein S U P E R C O M P U T E R hat errechnet, dass mein geistiges Alter 19 ist. Der gleiche Rechner hat ermittelt, dass ich exakt am 12.02.1954 sterben werde.
Ich glaube nicht, dass Frisöre während ihrer Ausbildung auf die unglaubliche Verantwortung vorbereitet werden, die sie bei der Ausübung ihres Berufes zu tragen haben. Auch sind sie ihm Gebiet psychologische Betreuung nur sehr unzulänglich ausgebildet. Deswegen werde ich mich bald selbständig machen und eine Seminarreihe für das Frisörhandwerk anbieten: Teil 1: Die Tücken der Kommunikation. Wittgensteinsches Kommunikationsmodell, nicht was ich mit einem Ohr höre sondern was der Kunde sagt, ist wichtig. Teil 2: Ziele in Etappen erreichen. Warum ich nicht erst zehn Zentimeter abschneide und dann erkenne, dass ich einen Fehler gemacht habe. Teil 3: Mit Katastrophen umgehen lernen. Wie ich meinem Kunden nach Verschneiden der Frisur doch noch ein Lächeln aufs Gesicht zaubere. Der gewiefte Leser mag es bereits ahnen: ich war gestern beim Frisör. Bis auf die letzten beiden Male war ich immer äußerst zufrieden. Die Auswahl an Frauenzeitschriften war groß, die Öffnungszeiten für die stressgeplagte Bürofrau hervorragend geeignet und die Damen und Herren FrisörInnen bestens qualifiziert. Jedenfalls bis auf eine. Die lernte ich bereits das letzte Mal kennen. Mareike hat sich in den Kopf gesetzt jeden Kunden in weniger als fünf Minuten abzuwickeln. Dementsprechend ist ihr Haarschneiderepertoire etwas begrenzt. Unabhängig davon, was die Kundin wünscht, Mareike schneidet die selbe Frisur. Die steht dem einen besser und dem anderen schlechter. Letztes Mal hat sie sich jedoch beherrscht und ich konnte die Frisur am Ende noch durch geschicktes Hin- und Herkämmen retten. Gestern setze ich mich also um 20 h in den Frisörladen, sammle vorher noch alle Galas und Brigittes und zähle sieben Damen, bevor ich an der Reihe bin. Mareike hat drei von meinen Vorgängerinnnen unter die Schere bekommen und so war ich sehr bereits voller Hoffnung, dass ich diesmal nicht zu ihren Opfern zählen würde. Weit gefehlt. Mareike ist ja vier Mal so schnell wie die anderen und so schaue ich als ich endlich an der Reihe bin, von meinem überaus interessanten Galaartikel hoch, als Maraike sich langsam in Gang setzt. „Nein, nein, nein! Bitte nicht die, nicht die, bitte, bitte“ „Wer ist der nächste?“ Ich halte meine Nase noch tiefer in meine Zeitschrift, hoffe inständig eine andere möge sich vordrängeln. Doch in Deutschland herrscht Zucht und Ordnung und so rufen die Mitwartenden im Kanon: „Die da!“ und zeigen auf mich. „Oh, mein Artikel ist grad so interessant, wollen sie nicht zuerst?“ Kollektives Kopfschütteln. „Mist!“ Ich stehe auf und folge der Frisörin opfergleich auf die Schlachtbank. „Wie willstes denn haben?“ „Ähm, ja. Also ich hab da ein Bild dabei von dem einen Mal, wos mir so gefallen hat“ Ich zücke das Bild. Mareike nimmt sich fünfzehn Millisekunden Zeit das Bild zu betrachten und beginnt zu schneiden. Noch ehe ich protestieren kann, ist die Hälfte vom Pony ab und sie sagt: „So?“ „Ha, ha, ne länger.“ “Naja, länger geht ja nun nich mehr.“ “Ach, wär ich ja nie drauf gekommen.“ Diskussion beendet. Frisur drei Minuten später auch. Das ich völlig verhunzt aussehe, zeigt der nachfolgende Gesprächsverlauf. 22.30 h. Ich besuche meinen Ex-Mitbewohner, um ein Buch abzuholen. Ich trete ein. Er: „Oh warst DU beim Frisör?“ Ich, denkend: „OMG! Er kann es sehen, das heißt nichts Gutes.“, sagend: „Ich seh aus, wie n Rehpinscher.“ Er NICKT, sagt: „Naja, ganz so schlimm ist es (Pause der Überwindung) nicht...“ Die Wahrheit ist – es ist grauenhaft. Ich sehe aus wie ein Monster. Am liebsten würde ich mich mindestens acht Wochen krank schreiben lassen, die Schlampe wegen Körperverletzung verklagen und mir Hausarrest verpassen.
01 Dezember 2004
"I want to be famous. Really famous. I want to be so famous that movie stars hang out with me and talk about what a bummer their lives are. I want to beat up photographers who catch me in hotel lobbies with Winona Ryder. I want to be implicated in vicious rumors about Drew Barrymore's sex parties. And, finally, I want to be pronounced DOA in a small, tired LA hospital after doing speedballs with Matt Damon." *seufts* Ich auch, Herr M. Barry, ich auch. Eben nur nich mit der ollen Heulboje Winona.
Don't des Tages: Bepackt mit Handtäschchen, U-Bahn-Lektüre in der einen Hand und zwei Latte Macchiato, einem eingepackten Brownie und einem Salamibaguette in der anderen Hand eine Treppe hochlaufen, die zwischen den Stufen Hohlräume hat. Es könnte nämlich passieren, dass man stolpert, das Essen verliert und es mit dem Fuß versehentlich durch den Zwischenraum kickt und dann hört, wie die Nahrungsversorgung des Abends eine Zeit lang raschelnd fällt und mit einem lauten *klatsch* zwei Etagen weiter unten auf dem Boden landet. Hätte man eigenständig unter die Stufen gehen können, wäre das nur halb so peinlich. Kann man aber nicht und so musste ich zum Empfang: Guten Tag, mir ist da was unter die Treppe gefallen, wie komm ich denn dort hin? - Sie gar nich. - Oh und sie? Mir is da was runtergefallen ... - Ich ja. Was is ihnen denn runter gefallen - Ähm mein Abendessen? - ...

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