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17 Dezember 2004
9., sehr unerfreulicher Tag. Mittags bekam ich Kopfschmerzen, wie ich sie mein Leben noch nie hatte. Nicht mal im schlimmsten Migräneanfall. Ich werfe mir eine meiner stärksten Schmerztabletten ein und warte im Halbdunkel auf Besserung. Stelle dabei fest, dass es einen glasklaren Unterschied zwischen sich-scheiße-fühlen und Schmerzen-haben gibt. Eine Stunde später hat die Tablette immer noch keine Änderung herbeigeführt. Ich überlege, ob mir irgendwas im Kopf geplatzt ist und wie es wohl ist, alleine in der Wohnung ohnmächtig zu werden. In diesem Moment klingelt die Tür. Wie ein Automat öffne ich. Vor mir steht jemand vom Arbeiter Samariter Bund. Er beginnt zu reden. Ich kann ihm nicht folgen. Außen ist mein Kopf wie betäubt und innen bohren tausend heiße Nadeln. Ich deute an, dass er den Vortrag bitte abkürzen möge. Der Mann schwallt weiter. Wahrscheinlich will er eine Spende denke ich und versuche mich zu erinnern, wo mein Portemonnaie ist. Ich sage ihm noch mal, dass ich mich sehr schlecht fühle und er es bitte kurz machen solle. Der Redefluss ist ungebrochen. Einige Minuten später gehen die Nerven mit mir durch und ich fange an zu weinen. Der Mann vor mir wird blass. Ich entschuldige mich tränentriefend. Der Mann schaut auf mein Klingelschild auf dem der Name des Vormieters steht. „Frau Müller, ich wusste nicht, dass ...“ „Nuf, ich heiße nicht Müller“, heule ich. „Frau Müller, es tut mir sehr leid, ich ...“, er stockt. Ich heule weiter, wir schauen uns einen Moment lang an, dann dreht sich der Mann um und rennt (!) das Treppenhaus nach unten. Ich höre die Tür ins Schloss fallen. Ich lege mich wieder hin. Im Nachhinein muss ich sagen, so schnell bin ich noch nie einen Türklingler los geworden. Muss mir die Methode unbedingt merken.

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