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30 Dezember 2004
Die Neon titelt "Wenn Eltern ihre ersten Macken bekommen". Das Gute an meinen ist: sie haben seit jeher lustige Macken. Die meines Vaters mag ich besonders, weil sie meist einen sehr pragmatischen Hintergrund haben. So berichtete er mir kürzlich, dass seine Frau ihn aufgefordert hätte zum Ohrenarzt zu gehen, da er bestimmte Anweisungen, die sie beim Kochen aus der Küche in sein Arbeitszimmer brüllt, nicht ausführe. Artig ging mein Vater zum HNO-Arzt und machte einen Hörtest. Es zeigte sich, dass er im Bereich von 3.000-4.000 Hz leichte Defizite hat. Allerdings hat er die schon seit über zehn Jahren. Freundlich fragte er nach einem Hörgerät, welches der Arzt ihm sodann verschrieb. Mit dem Rezept bewaffnet lief er im Anschluß zum Akustiker. Dort nahm er zwei Hörgeräte zum Probehören im Alltag mit. Eine Hightechvariante mit Zuzahlung von mehreren hundert Euro und ein krankenkassengesponsortes Exemplar. Das erste erwies sich als höchst effektiv. Allerdings war es ihm dann doch zu lästig stets eines zu tragen und damit sei das Geld sinnlos vergeudet. Das billige Exemplar war zwar nicht in der Lage die exakten Frequenzen ausgleichen, machte aber alles lauter. Ich solle das auch mal ausprobieren. Man könne es so einstellen, dass das Geräusch von abreißendem Toilettenpapier einen solchen Höllenlärm verursache, das man glaube, die Badezimmerwand sei eingebrochen. Faszinierend! Er habe nun aber eine unglaublich gute Variante entdeckt, wie es sich nutzen ließe. Wenn er Abends fern schaue und seine Frau lese, beschwere sie sich immer, dass er die Lautstärke zu hoch regelte. Folglich stellt er nun das Hörgerät auf maximale Lautstärke, den Fernseher auf sehr leise und so könne seine Frau in Ruhe lesen und er entspannt fernsehen. Man müsse sich lediglich daran gewöhnen, dass das Umblättern der Seiten klingt als fiele jedes Mal die Wohnzimmertür langsam aus den Angeln zu Boden.

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