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30 Dezember 2004
Dienstag wollte ich dann endlich zum Absaugen meiner Nebenhöhlen zum behandelnden Arzt. 28.12.05, 10.00 Uhr steht auf meinem Terminkärtchen. "Zwischen 24.12.04 und 01.01.05 geschlossen" steht dem entgegen an der Praxistür. Großartig, dabei hatte ich mich langsam wirklich auf mein Kanülen-Piercing gefreut. Der letzte Arzt schilderte das so "Manche Patienten finden es unangenehm, wenn man mit der Kanüle den Knochen durchstößt". Für mich klingt das in der Zwischenzeit nach echtem Spaß. Ich kann mich gar nicht erinnern wann ich das letzte Mal drei Wochen krank war. Außerdem habe ich noch zehn Tage Urlaub in dem ich gerne etwas anderes sehen würde als Raufasertapete. Nachtrag: Ich konnte am gleichen Tag Abends noch einen Termin bei einem anderen HNO-Arzt ergattern, der die Absaugung ambulant vornehmen konnte. Zunächst zu meiner großen Freude. Als es dann so weit war, wäre ich am liebsten mit der Kanüle in der Nase nach Hause gegangen. Für alle Nebenhöhlenvereiterten, die sich beim ersten Auftreten der Symptome so wie ich weigern regelmäßig zu inhalieren, hier eine genaue Beschreibung des Vorgangs. Zunächst bekommt man mit Geräten, die den Anschein erwecken, als erhielte man ein cooles Airbrushtatoo ein Betäubungsspray in die Nase gesprüht. Dann wird eine zweite Ladung hinterhergepumpt, die einem hinten die Speiseröhre runterläuft und somit den Hals ebenfalls betäubt. Schlucken wird so anstrengend, als habe man vor ein halbes Schwein auf einmal runterzuwürgen. Dann schiebt der freundliche Arzt eine Punktionsnadel in den Nasenknochen, die man zehn Minuten nach oben links drücken muss. Wenn man nichts mehr spürt, darf man zurück auf den Folterstuhl. Der Arzt umgreift dann zweihändig die Nadel und stößt sie durch den Knochen in die Nebenhöhle. Das tut überhaupt nicht weh, klingt aber als ... nun es klingt unbeschreiblich, eben so als spieße man einen Schädel auf ein Schaschlikspieß. Dann hängt man an die Kanüle einen Wasserschlauch und spült. Jedes Mal wenn der Hahn aufgeht durchfährt einen ein stechender Schmerz. Einmal so heftig, dass ich im Affekt nach dem Arzt geschlagen habe, der sich aber wohlwissend bereits in Sicherheitsabstand begeben hatte. Weitere Details erspare ich, das soll für jeden, der das auch mal macht eine kleine Überraschung bleiben. Erstaunlich ist, dass es sich bei dieser Prozedur offensichtlich um einen völlig harmlosen Eingriff handelt. Kein dramatisches Nasebluten und lediglich ein leichtes Druckgefühl für die folgenden Stunden. Hätte ich das gewusst, hätte ich das schätzungsweise am dritten Tag meiner Krankschreibung verlangt.

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