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30 Dezember 2004
Ob ich im nächsten Jahr wieder bei meinem besten Freund übernachten darf, steht in den Sternen. Leider musste ich ihm an einem der einzigen ausschlaftauglichen Tagen den Schlaf rauben. Hier das Rezept zum Nachahmen: Es ist 3 Uhr nachts. Ich wache auf, weil meine rechte Gesichtshälfte sich taub anfühlt. Also klopfe ich ein bisschen darauf herum. Als nach ein Paar Minuten keine Änderung eintritt, gehe ich ins Bad und lasse mir kaltes Wasser über das Gesicht laufen. Auch diese Maßnahme erweist sich als nicht zielführend. Im Spiegel schaut mich ein rechtseitig hängendes Gesicht an. Nach insgesamt einer Stunde ist das Gesicht immer noch gelähmt. Ich entschließe mich meinen Gastgeber aufzuwecken, mache das Licht an und setze mich neben ihn aufs Bett. Der wacht wie von der Tarantel gestochen auf und einen kurzen Moment befürchte ich, dass er mich niederschlagen wird, da er mich für einen Einbrecher hält. Ich berichte von meinem Drama und frage nach der Nummer des Notarztes, die mir gerade leider entfallen ist. Er weiß sie schlaftrunken auch nicht und so probiere ich einige aus, bis ich mich schließlich entscheide einfach die 112 anzurufen und dort nach einer Nummer zu fragen. Die Polizei (von der ich dachte sie würde sich unter 110 melden) vermittelt mich an die Notfallzentrale und die an einen HNO-Arzt der Bereitschaft hat. Den wecke ich telefonisch und frage nach, ob ich mir Sorgen machen müsse. Er hält die Lähmung für völlig besorgnisunerregend und faselt irgendwelche lateinische Bezeichnungen von Gesichtsnerven, die offensichtlich durch die Schwellung in den Nebenhöhlen abgedrückt sind. Sollte die Lähmung mehr als 24 Stunden anhalten, könne ich durchaus mal vorbei schauen, ansonsten reiche abschwellendes Nasenspray und noch mehr Schmerzmittel. Wie beruhigend. Ich lege mich also wieder schlafen.

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