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31 Januar 2005
Eben ist mir eingefallen, was ich geträumt habe. Ich bin so dick geworden, dass ich nur noch in das Bettlaken meines Freundes gepasst habe. Das hat, im Gegensatz zu meinem, Übergröße - 1,55 m mal 2,00 Meter. - Ich bin so dick ich hab nichts mehr zum anziehen - Macht nichts, dann schneide ich Dir ein Loch in meine Bettdecke - Oh danke! Sah ungefähr so aus: Image Hosted by ImageShack.us
Warum sagen das alle, die in mein Büro kommen? >>Oh, sie können auf einen Baum schauen<<
Ich werde ein Teeladen. Zur Wahl: Kamille-Honig, Limette, Zitrone-Ingwer, Minze-Honig und Rooibus Marzipan Getrunkene Menge, heute 15:51 Uhr, knapp vier Liter. - Hm, mein Marzipantee schmeckt nicht so gut - War ja zu erwarten ... - Wieso? Ich mag Tee - ich mag Marzipan, da liegt es doch nahe dass ich Marzipantee auch mag oder? - Du magst Kaninchen, Du magst Tee ... - [...]
Wenn man raucht, hat der Tag genau 20 Pausen. Wenn man es aufgibt hat man 140 Minuten pro Tag, mit denen man nichts anzufangen weiß. Für Raucher ist der Tag in kleine Abschnitte unterteilt. Wenn man nicht mehr raucht wird die Zeit wie ein Berg Aspik durch den man sich Minute um Minute kämpfen muss. Ein Tag dauert wie zwei und alle Dinge, die man sonst Ewigkeiten vor sich hinschiebt, sind bereits erledigt. Die Spüle blinkt, der Herd hat keine Soßenspritzer, der Boden ist so sauber, dass man davon essen kann. Die Wäsche wird regelmäßig gewaschen, aufgehangen, wandert bevor man sie trägt zur Zwischenlagerung in den Schrank. Und trotzdem, andauernd ist Zeit übrig. Und schlafen kann ich auch nicht mehr. Manchmal frage ich mich, warum ich mir das antue. Naja immerhin stinke ich nicht mehr.
7 Tage, 12 Stunden und 23 Minuten = 150 nicht gerauchte Zigaretten.
Verkettungen von Zufällen müssen nicht immer Schlechtes nach sich ziehen. Manchmal führen sie auch zu unverhofften Überraschungen. So landete ich Samstag Abend auf einem Konzert von Tom Liwa. Samstag Abend wurde somit zu einem einzigen Weihnachtgefühl. Erst die Vorfreude, dann in einer kleinen Gruppe bei Kerzenschein dem Gesang lauschen und zum Abschluss eine Schneeballschlacht vom feinsten. Herr Liwa, der nicht gesiezt werden möchte, war großartig. Seine Stimme ist für mich wie Vanillekipferl und eine Fleecedecke wenn einem kalt ist. Außerdem mag ich die Texte, weil sie immer entgegen meiner Erwartung gehen und ich somit die CDs hundert mal anhören kann, ohne jemals wirklich den Text auswendig zu können. In der Nacht nach dem Konzert habe ich von Tom Liwa geträumt. Ich verstehe einfach nicht, wie man eine Stimme haben kann, die manchmal so klingt als singe sie mit sich selbst im Chor. Im Traum habe ich in einen Vanillepudding ein Autogramm aus Himbeersoße bekommen. Seinem Gesang live zu lauschen, kann durch keine CD ersetzt werden. Ab jetzt bin ich stiller Groupie und werde zu allen Berliner Konzerten gehen.
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Vor einigen Wochen, als ich meinen neuen Rechner bekommen habe, dachte ich noch, eine der geistreichsten Erfindungen aller Zeiten seien die Kartenslots an der Vorderseite des Gehäuses. Da konnte ich z.B. bequem die Bilder meiner Digitalkamera oder meine MP3s überspielen. Einfach so. Einstecken – runter oder rauf laden – fertig! Gestern habe ich die Tücken dieser verteufelten Erfindung kennen gelernt. Wahrscheinlich passieren solche Dinge sowieso nur, um meine Willenskraft beim Rauchentzug zu testen. So wie im Gegenverkehr eine Tram nach der anderen fährt und in meine Richtung, sobald ich an der Haltestelle erscheine, die Trams für die nächsten zwei Stunden ausfallen. Es sei denn, ich entschließe mich zu Fuß zu gehen, dann kommt die Tram selbstverständlich genau dann, wenn ich gerade so weit von der Haltestelle weg bin, dass ich sie nicht mehr erwische. Das macht mich so wütend, dass ich wie Tarzan schreien könnte und am liebsten meine Wollmütze fressen, während ich mich auf dem schneebedeckten Boden wälze. Solche Gemeinheiten hält der Alltag für mich parat. Deswegen, um auf die Kartenslots zurück zu kommen – DESWEGEN passiert natürlich nur mir, dass ich meine wunderbare 500 MB große Speicherkarte nicht in den dafür vorgesehenen Schlitz schiebe, sondern in das Diskettenlaufwerk darunter und kein noch so verzweifeltes Schütteln des Rechners bewirken kann, dass dieses Ding herausfällt. Nein anstatt dessen kommt eine Meldung irgendwelche HUBs (von denen ich nicht weiß was sie sind) seien überhitzt und irgendwie irgendwas anderes Dringendes auch und aus diesem Grunde würde der Rechner nun ausgeschaltet. Macht ja nix!, denke ich innerlich kochend, wollte ihn eh ausmachen und in dem Laufwerk rumnesteln um diese ******** Karte aus dem Teil zu popeln. Dazu muss ich den Rechner aufmachen, so viel ist sogar mir klar. Doch schon an dieser Hürde scheitere ich. Ich hab nämlich keinen Schraubenzieher! Graaahhhhrraaaaaaaaggghhhh! Also krepel ich mich mit einer Nagelschere halb tot, bis ich dieses Drecksgehäuse endlich auf habe, um dann das Diskettenlaufwerk auszubauen. Aus unerfindlichen Gründen schiebe ich sinnlos rumliegende Kabel mit der Nagelschwere beiseite und bekomme einen Stromschlag vom feinsten, bevor ich endlich das Diskettenlaufwerk abgezogen habe. Es klemmt und ich ziehe und zerre, bis es schlussendlich krachend auf der anderen Seite auf meinen Holzboden poltert, dort einen Krater hinterlässt. Die Karte der Digitalkamera springt dabei aus dem Diskettenlaufwerk heraus und rutscht unter das Sofa. Ich, mittlerweile puterrot vor Wut, schiebe ächzend das monströse Sofa beiseite, stoße dabei die Tür zu, welche die Kiste mit dem Altpapier mit einem Schwung in den Flur entleert. Endlich halte ich die Speicherkarte in der Hand. Mein Wohnzimmer und mein Flur sehen aus wie nach einer polizeilichen Durchsuchung und ich will wieder meine Wollmütze essen.
28 Januar 2005
Argh! Habe mir gerade schmerzhaft ins Bein geschossen. Jedenfalls bildlich. tut trotzdem weh...
Schon 89 Zigaretten nicht geraucht. Im Internet nach Kryotechnologie gegoogelt. Leider feststellen müssen, das es derzeit noch mit gewissen Risiken verbunden ist, sich ein halbes Jahr einfrieren zu lassen. Das finde ich sehr schade, denn ein solches Vorgehen hätte sicherlich einige unabstreitbare Vorteile. Erstens könnte ich endlich wieder schlafen. Schlafen geht derzeit leider nur bedingt und es macht mich sehr ärgerlich, wenn mein Gehrin ausschließlich in Thetawellen dahinschwingt und mir vorgaukelt gleich, ja gleich da schläfst du ein und es dann aber doch sein lässt. Mieses Stück! Zweitens würde es mir ungemein helfen, wenn sich Deutschland, was die Nichtrauchergesetze angeht, am italienischen Vorbild orientiert und binnen sechs Monaten Rauchen in die privaten Gemächer verbannt. Da mein allgemeines Aktivitätslevel seit Montag um schätzungsweise 600% gestiegen ist, könnte ich dann, frisch aus dem Kryoschläfchen erstanden als Art Missionar durch das Land ziehen und anderen Rauchern die Zigaretten aus den Mündern schlagen. Ich kaufe mir ein wallendes, weißes Gewand und male an den Saum kleine gelbe und rote Flammen und renne händefuchtelnd durch Berlin und berichte wie ein rehabilitierter Sünder vom Übel der Abhängigkeit, dabei ziehe ich die Vokale unnatürlich weit auseinander und leiere die Satzenden. Ich bekomme meine eigene Fernsehsendung und werde reich und berühmt. Schön, dass meine Phantasien alle mit "ich werde reich und berühmt" enden.
26 Januar 2005
Schade, ich wollte ja gerne drei Kinder haben, die kann man sich ab heute leider nicht mehr leisten. Dann eben nur noch eins. Zwei reichen ja, nich?
Teeindustrie steigert Umsätze um 15%! Und warum? Weil ich Tee trinke. Tee trinken hilft gegen ichwillrauchenichwillrauchenichwillrauchen. Quasi jedes Mal wenn ich das denke, ertränke ich den Gedanken in einem Schluck Tee. Das bedeutet allerdings, dass ich pro Tag schätzungsweise drei Liter Tee trinke. Der Voreilige mag jetzt feststellen wollen, dass dies durchaus gesund sei. Allerdings trinke ich zusätzlich noch Wasser und Saft - was bedeutet, dass ich ca. fünf Liter am Tag trinke. Die Flüssigkeit, die ich durch das Essen zu mir nehme, nicht mitgerechnet. Dies wiederum bedeutet für meinen Alltag: Tasse einschenken, trinken, trinken, trinken, Tasse einschenken, trinken, trinken, trinken, aufs Klo gehen, Wasser aufsetzen, Tee machen, Tasse einschenken, trinken, trinken, trinken (loop). Ich habe gelesen, dass man schon im Mittelalter die Verabreichung großer Wassermengen als beliebte Foltermethode einsetzte. Sicherlich in Kombination mit dem Verbot für den Gewässerten seiner Notdurft nachzugehen. Das habe ich quasi täglich in den Meetings. Ich meine, wie oft kann man in einem einstündigen Meeting raus gehen? Ab drei Mal muss man sich fragen, ob es nicht einen besseren Eindruck macht, gar nicht zu erscheinen. Außerdem habe ich andauernd Kopfschmerzen. In der Zwischenzeit bin ich der festen Überzeugung, dass die durch das übermäßige Inhalieren der ätherischen Öle der Kräutertees, die ich zu mir nehme, bekomme. Diese widerwärtige Entgiftung meines Körpers zeigt aber noch andere Effekte. Abnormes Essverhalten beispielsweise. Statt Kippe und Kaffee nehme ich morgens nun Vollkornmüsli zu mir und trinke dazu ein Glas Wasser mit Basezusätzen, so dass mein winterlich und exraucherlicher Körper entsäuert wird. Das geht jetzt schon über eine Woche so. Gestern Abend habe ich mich dann dabei erwischt, wie ich mir Vollkornbrot kaufte und es in Kombination mit frischer Paprika aß. Gruselig. Glücklicherweise habe ich Obstphobie - vermutlich würde ich sonst umgehend an gesunder Ernährung sterben.
25 Januar 2005
Außerdem habe ich Nähe U Eberswalderstraße nen schönen Laden gefunden, in dem ich meinen Geburtstag feiern kann. Kostet 0 € Miete und ist überaus hübsch. Mein Herz hat er v.a. mit dem wunderschönen Satz >>Bitte säbern sie den Filter<< gewonnen, der natürlich verschunden war, bis ich endlich meine Kamera aus den Tiefen meiner Handtasche gezogen hatte. Image Hosted by ImageShack.us
Nachtrag zur abgefackelten Hand. Sieht so aus und schmerzt ca. 6 Tage. Nicht zur Nachahmung empfohlen. Haut löst sich innerhalb einer Woche komplett. Image Hosted by ImageShack.us
Das Wochenende habe ich nach langer Zeit mal wieder nutzen können, um Berlin-Tourismus zu betreiben und dabei entdeckt, wo man als Westdeutscher hingehen muss, wenn man Heimweh hat: Spandau. Spandau besitzt die zweite Fußgängerzone, die es in Berlin gibt. Fußgängerzonen repräsentieren für mich als Wessi so etwas wie "in die Stadt gehen", was als Landei eine zentrale Wochenendbeschäftigung darstellt, wie ich bereits an anderer Stelle berichtete. Außerdem machen die Geschäfte um 14 Uhr zu. Das gehört sich auch so. Würden die anderen Geschäfte in Berlin ebenfalls Samstag um 14 Uhr und unterwöchig um 18 Uhr schließen, könnte ich mir vermutlich bald meine erste Eigentumswohnung zulegen. Diese Rundumdieuhrshoppingmöglichkeiten werden mich eines Tages noch in den Ruin treiben. Geschäftsöffnungszeiten die synchron zu meinen Arbeitszeiten laufen schonen dem entgegen auf wünschenswerte Weise meinen Geldbeutel. Wie dem auch sei. Spandau ist in jedem Fall eine Reise wert, wenn man mal vergessen hat, wie es ist sich zu langweilen.
Sonntag wollten wir eigentlich endlich mal die Rundfahrt auf dem Berliner S-Bahnring machen. Leider hielt uns das ausgezeichnete Wetter von einer erfolgreichen Vollendung unserer Mission ab. Der Abstecher in den Treptower Park zog sich bis zum Sonnenuntergang hin. Anschließend wollten wir eigentlich Flugzeuge am Tempelhofer Flughafen beobachten. Leider hat der Flughafen Tempelhof keine Fenster. Abgesehen davon wäre in Anbetracht der Ankunfts- und Abflugfrequenz der Flugzeuge ein exaktes Timing nötig gewesen, um innerhalb von zwei Stunden auch nur eines beim Starten oder Landen zu beobachten. Wir machten Picknick zwischen zeitungslesenden Geschäftsmännern, die auf ihre Flüge nach Saarbrücken und Ludwigshafen warteten. Die Gemütlichkeit wurde lediglich ein einziges Mal durch das Anspringen des Gepäckbandes unterbrochen, das genau einen Koffer an das Tageslicht beförderte. Der Besitzer des Koffers hätte etwas mehr Humor beweisen können und fluchend beklagen sollen, dass sein Koffer stets der letzte sei. Image Hosted by ImageShack.us
Bei manchen Menschen bin ich mir sicher, dass die Berufswahl nicht aus freien Stücken sondern aus einer Art Zwang heraus entsteht. Da gibt es beispielsweise die Videothekare. Hierbei ist es wichtig eine genaue Trennung der Typen nach Geschlecht vorzunehmen. Die weibliche Ausführung des Videothekars hat blondierte Haare und künstlich aufgeklebte Fingernägel. In der Pubertät wächst ihr ein schnurloses Telefon aus dem Ohr. Ab da muss sie telefonieren. Das ist vermutlich sehr anstrengend und auch langweilig. Irgendwann gehen schließlich die Themen aus und sie geht dazu über immer das selbe zu erzählen. Nämlich wie gemein ihr Freund, der eigentlich ganz cool ist und eigentlich auch ein ziemlich cooles Auto hat, zu ihr ist. Sie telefoniert, raucht und starrt sich auf die rosa lackierten Fingernägel, die manchmal kleine Glitzerapplikationen an der Oberseite haben. Man darf sie in keinem Fall durch lästige Fragen stören. Sie achtet jeden Kunden, der etwas will (wie z.B. einen Film ausleihen) mit gewissenhafter Ignoranz. Während sie an dem Kunden vorbei starrt, nimmt sie Kundenkarte und Plastikkärtchen des gewünschten Films und sucht entnervt die Videokassette. Sie starrt weiterhin zielgerichtet ins nichts und erwartet, dass der Kunde eigenständig den zu entrichteten Betrag passend auf den Tresen legt. Ich habe mal versucht, ob man sie zum sprechen bewegen kann, indem man ebenfalls hohl starrend darauf wartet, dass sie sagt: "Zu heute? Machtneurofüfzig!" Den Versuch habe ich nach fünfzehn Minuten abgebrochen. Der männliche Videothekar hingegen kommt in zwei verschiedenen Ausprägungen vor. Modell 1 ist zwei Meter groß, tätowiert und hat ein volltönendes Organ. Modell 1 gibt gerne Empfehlungen. Aus dem Aussehen leitet er zielgerichtet Vorschläge ab. "Dir jefällt bestimmt Cast Away total jut." "Ne, den fand ich ehrlich gesagt grauenhaft." "Na dann E-mail für Dich, ditte mögen die Frauen, wa?" "Ähm, den fand ich ziemlich langweilig." So kann man sich noch Stunden illuster unterhalten. Da der Koloss einfach wahllos alle Filme aufzählt, kommt man zwangsläufig auf irgendeinen Film, der einem mal zusagte, was er mit "Siehste, hab ich doch gleich jesehen, dassde ditte magst". kommentiert. Modell 2 ist ein hageres Männchen mit strähnigem Haar. Er verachtet alle Hollywoodproduktionen und kann alle koreanischen Filme der letzten zwanzig Jahre mit Hauptdarsteller und Originaltitel auflisten. Man kann ihn alles fragen – sollte das aber besser nicht tun. Die Antwort lautet ungefähr so: "Ja, der is total geil. Hab ich damals im Original gesehen. Allein schon wie die Handlung filmisch in Szene gesetzt wurde, ist faszinierend. Ist dir aufgefallen, wie der Kameramann die Idee des Drehbuchautors allein durch die Wahl der Schauplätze in Szene setzt? Allein die Requisitenwahl hat drei Jahre gedauert. Ist alles Original und spielt natürlich auf die großen Klassiker der Filmgeschichte an. Haste mal die Uhr im Hintergrund des Abspanns gesehen? Die is ne Anspielung auf den vierten Gary Grant Film, den Hitchcock 1956 gedreht hat. [...] Hammwa aber leider nich da."
Tränen gelacht über Dietmar Wischmeyers Logbuch. Image Hosted by ImageShack.us >> Wölfe wegwerfen verboten! << Mecklenburg-Vorpommern tut alles, um den grauen Räuber wieder heimisch zu machen.
Und der Artikel >>Die Frau als Haustier – der altdeutsche Ehebrocken<<, der beginnt mit: Eine käsige Made, so groß und fett wie zwei Mastschweine, sitzt auf einem Plastikhocker und hobelt sich die Hühneraugen mit einem Küchenmesser weg.
Heute bin ich über den kompletten Namen von Pipi Langstrumpf gestoßen und hab mich darüber gefreut. Ich glaube, ich sehe davon ab, meine Töchter Fanta und Bluna zu nennen und suche anstattdessen einen ähnlich klangvollen Namen: Pippilotta Viktualia Rollgardina Pfefferminz Efraims Tochter Langstrumpf
In irgendeinem Kontext las ich neulich das Wort "Zehenspreizer". Da fiel mir wieder ein, dass ich immer mal wissen wollte, wer eine solch unnütze Erfindung braucht und warum? Zehenspreizer kommen in ihrem Nützlichkeitsgrad direkt nach Ausrupfhilfeaufsatz bei Pinzetten und Haarcrimper. Um dem Phänomen auf die Spur zu kommen, wie immer googeln. Da findet man allerhand illustre Texte. In welchem Sommerschuh Sie auch immer Ihr Füßchen präsentieren wollen, der richtige Nagellack lockt die Blicke, schlimm dann, wenn er unsauber aufgetragen ist. Mit diesem originellen und praktischen Accessoire wird dies nicht nur leichter sondern auch witziger: ganz weich und in Osterhasenform spreizt er Ihre Zehen auf angenehme Weise. Und erinnert so ganz nebenbei an die bevorstehende Jahreszeit: der Osterhasen-Frühling. Also bevor Sie barfuß durchs Gras hüpfen, um Ihre Eier zu suchen oder mit dem großen Zeh Liebesworte in den Strandsand kritzeln: erst den Hasen zwischen die Zehen gestopft und sauber gemalt. Ich weiß jetzt also, dass man eine Menge Spaß mit dem Utensil haben kann. Doch wo kommt es her? Wer erfand es? Und wieso soll es einfacher sein, die Fußnägel anzumalen, wenn man die einzelnen Zehen absurd weit voneinander abspreizt? Im Internet läßt sich nichts finden. Es wird einfach behauptet, es sei so. Aus in der Pubertät gesammelten Versuchen kann ich diese postulierte Gesetzmäßigkeit jedoch nicht bestätigen. Ich nehme an, diese Dinger kommen aus Zeiten, in denen sich nicht jeder ein Paar Schuhe leisten konnte. So liefen die Frauen tagein tagaus barfuss über die Felder, die kleinen Füßchen verhornten und die Zehen verborgen sich. Da kam eines Tages eine Frau auf die Idee sich Tannenzapfen zwischen die Zehen zu stopfen. Freilich nicht zum Nägellackieren, der Nagellack war noch lange nicht erfunden sondern um die kleinen verhornten Laufvorrichtungen so zu stabilisieren, dass schlimmere Verwachsungen ausgeschlossen werden können. So stopfte sich das weibliche Geschlecht Jahrzehnt um Jahrzehnt Tannenzapfen zwischen die Zehen bis schließlich das Schaumgummi erfunden worden war. Bis dahin hatten sie alle schon längst Schuhe - doch die Tradition wurde von Generation zu Generation weitergegeben und so spreizen sich Frauen auch heute noch die Zehen, obwohl es schon lange keinen Sinn mehr macht. So gehört der Zehenspreizer heute nebst Wurmfortsatz, Körperbehaarung des Menschen und die männliche Brustwarze zu den sogenannten Rudimenten (auch nutzloser Tand genannt).
24 Januar 2005
Heute hat mir Mr. Dick ein selbst komponiertes "Das Nuf"-Lied geschenkt. Es ist experimental Metaltechnoblueshipjazzhopcore. Bald auch als Handyklingelton runterladbar. Sagte ich Danke? Danke!!!
21 Januar 2005
Ich bin so überaus glücklich. Georges Schwein ist nicht tot - nur blind und fett.
Schade, dass es bis zur Rente noch 35 Jahre dauert. Ich hab schon viele Ideen, was man dann machen könnte. Z.B. werde ich mich als hilflose Oma regelmäßig von jungen Herren über die Straße führen lassen und sie dann mit meiner Handtasche schlagen und dabei schreien: Heeeee! Lassen sie mich los! Ich will da gar nicht hin! Auch könnte man viel mehr Energie in die Beseitigung von Mißständen des Alltags investieren. Gerne würde ich auch mal einen Kampf mit den Verteilern von Werbesendungen beginnen, die mir trotz des deutlich lesbaren bitte-keine-Werbung-Aufklebers Werbeprospekte in den Briefkasten werfen. Hierfür habe ich bereits einen Projektplan entworfen: Stufe 1: Entfernen der ungewünschten Werbematerialien aus dem Briefkasten und provokative Zurschaustellung derselbigen, d.h. Ankleben an der äußeren Briefkastenwand und Versehung mit einem großen Ausrufezeichen. Stufe 2. Entfernen der Broschüren und kommentarloses Zurücksenden an den Absender. Stufe 3: Zusenden der Wurfsendungen in Ergänzung mit einem Beschwerdeschreiben. Stufe 4: Allabendliches Zukleben des Postschlitzes mit schwer zu entfernendem Panzertape. Stufe 5: Auflauern des Werbepostverteilers im Treppenhaus und Niederschlagung mit beliebigen Küchenmaterialien (Echtholznudelholz, gußeiserne Pfanne, etc.)
20 Januar 2005
Sehr geehrte Damen und Herren Produktentwickler Maybelline New York, vergangene Woche habe ich ihr neues Produkt "forever superstay" erstanden. Da ich kein sehr emotionsgeleiteter Mensch bin, habe ich mich nicht von dem verunglückten Anglizismus abschrecken lassen und aufmerksam die Beschreibung des Produktes gelesen, welche verspricht nach einmaliger Applikation den ganzen Tag rote Lippen zu schenken. Ich solle laut Anleitung die flüssige Lippenfarbe auftragen und anschließend den Pflegebalsam benutzen, um die Lippen zu versiegeln. Da ich bereits sehr erfahren in Versiegelungstechniken bin - ich habe seinerzeit meine Dielen abgeschliffen und mit Lack versiegelt - bin ich mir sicher, keine Anwendungsfehler begangen zu haben. Es ist vielleicht auch wichtig zu erwähnen, dass ich relativ schminkerfahren bin. Ich kann stolz auf 17 Jahre Schminkerfahrung zurückblicken. Besonders die ersten 5 Jahre in denen ich mich aufgrund eines ausdrücklich ausgesprochenen elterlichen Schminkverbots farblich verschönert habe, haben mir ein reichhaltiges Erfahrungsrepertoire effektiver und effizienter Schminktechniken beschert. Nun muss ich Ihnen bedauerlicherweise mitteilen, dass Ihr Produkt nichts taugt. Nach dem ersten Auftragen dauerte es keine zehn Minuten bis sich die Farbe wie Milchhaut eigenständig von den Lippen abzeiht. Die bloße Bewegung der Lippen führt dazu, dass sich die Lippenstiftfarbe am Stück löst. Das Ganze erinnerte mich an die abziehbaren Nagellacke aus den späten 80er Jahren (ich hoffe nicht, dass beide Produkte die selbe Zusammensetzung besitzen!). Hochmotiviert durch den stolzen Preis Ihres Produkts versuchte ich es noch einige Male. Der Erfolg blieb leider weiterhin aus. Der Lippenstift löst sich in den ersten Minuten nach dem Auftragen und bleibt dann am nächstbesten Gegenstand kleben (Finger, Glas, Tasse). Dort ist er in der Tat kaum noch zu entfernen. Ich benötigte beispielsweise Make-up-Entferner, um den Lippenstift von meinem Kaffeebecher zu beseitigen. Ich empfehle Ihnen deswegen, den Lippenstift aus Ihrem Produktportfolio rauszunehmen und z.B. an die staatliche Porzellan-Manufaktur Meissen GmbH zu verkaufen. Dort findet der Klebelack sicherlich Verwendung. Herzlichst Ihre Nuf
19 Januar 2005
Herr In-alte-Wunden-bohrlik hat mich da an ein weiteres Kindheitstrauma erinnert: In unserem Dorf gab es ein Neubauviertel. Neben dem Neubauviertel stand ein läppisch kleiner Wald. Diesen nutze ich gemeinsam mit zwei weiteren Freundinnen zum Zwecke üblicher Landkinderspielvariationen. Eines Tages sagte meine damalige Busenfreundin (Achtung! Name nicht geändert - das ist die späte Rache! Sie hätte sich 1981 überlegen sollen, ob sie sich mit mir anlegt) Melanie Krügel: „Nuf, ich hab den Besitzer vom Wald getroffen. Der hat gesagt, für 60 Mark kann man den Wald kaufen. Marion und ich wollen das machen. Willst Du mitmachen?“ Natürlich wollte ich. Die Vorstellung einen ganzen Wald für mich alleine zu besitzen trieb mich dazu all meine Ersparnisse zusammenzutragen. Das waren damals 12 Mark. Ich musste noch 16 Wochen mein komplettes Taschengeld sparen und dann hatte ich meinen Anteil zusammen. Den gab ich Melanie Krügel. Am nächsten Tag ging ich in den Wald, der praktischerweise bereits eingezäunt war. Als ich dort so nichtsahnend spielte, kam plötzlich ein Mann auf mich zu und wollte mich verjagen. Selbstbewusst erläuterte ich ihm, dass er derjenige sei, der unberechtigterweise den Wald zu seinem Freizeitvergnügen nutze. Der Mann war sehr hartnäckig und das ganze endete schließlich so, dass er mich am Ohr zu meiner Mutti schleppte. Es stellte sich heraus, dass ich nicht rechtmäßiger Besitzer des Waldes war.
Über die Rätsel der Rechtschreibkorrektur: Image Hosted by ImageShack.us
In der Zeit, in der ich noch aktive YPS-Leserin war, war mein großer Traum immer eine dieser, meist auf den Rückseiten angebotenen, Urzeitkrebsburgen zu besitzen. Ich weiß bis heute nicht was das ist - aber haben wollte ich es in jedem Fall. Also für jene, die noch nicht wissen, was sie mir zum 30. schenken. Das ist der erste Wunsch auf der Liste. Stichwort YPS: Alles, was man geduldig wachsen und züchten musste, ging bei mir kaputt. Mein Großvater hatte einmal ein ganzes Jahr damit verbracht Minitomaten in Minigewächshäusern aufzuziehen und sie mir stolz überreicht. Innerhalb einer Woche hatte ich sie tot gepflegt. Leider habe ich seinerzeit meine Unfähigkeit im Umgang mit filigranen Lebensformen nicht innerhalb der Familie publik gemacht. Diesem Umstand ist sicherlich zu verschulden, dass meine Tante dieses Jahr auf die Idee kam mir einen Bonsai zu schenken. Die Miniulme besitzt nach nur vier Wochen Pflege lediglich drei Blätter. Gäbe es einen Arzt in meiner Nähe, könnte ich endlich den Todeszeitpunkt feststellen lassen. Sollte dem entgegen jemand begnadeter Bonsaizüchter und Ulmenliebhaber sein, würde ich mein jämmerliches Ülmchen auch gerne verschenken. Image Hosted by ImageShack.usImage Hosted by ImageShack.usImage Hosted by ImageShack.us Nachtrag: Recherchen auf der YPS-Seite ergaben, dass die Minitomaten samt Gewächshaus am 17.04.78 erschienen sind. Selbst wenn mein Großvater dann noch ein komplettes Jahr züchtete, war ich noch nicht mal vier Jahre alt, was mein völliges Unvermögen im Umgang mit den Pflänzchen verständlich machen würde. Nachtrag II: Ich kann mich jetzt leider nicht mehr bei meinem Opa entschuldigen. Aber wenn ich an die Zeit zurückdenke, in der er noch in Deutschland lebte und ich klein war, ist es ein Wunder, dass er mich als Enkel nicht verstoßen hat. Neben den ganzen tot gezüchteten Pflanzen, habe ich als 3 bis 6jährige noch wenig Sinn für Wertschätzung gehabt. So kann ich mich beispielsweise lebhaft daran erinnern, dass ich viele der Geschenke, die mein Großvater mir gemacht hat (z.B. eine Ampeltaschenlampe im Miniformat), wenige Stunden später am Spielplatz des Hochhauses an die anderen Kinder verkauft und mir von dem erworbenen Geld (20 Pfennig) Brausebonbons gekauft habe.
18 Januar 2005
Böser Fehler. Im Urlaub habe ich eine Hose zum Schneider gegeben ohne dabei auf die Öffnungszeiten zu achten. Jetzt werde ich sie nie mehr abholen können. Der Schneider hat unter der Woche nur zwischen 10 und 18 Uhr geöffnet und Samstag gar nicht. Das ist irgendwie schade um die Hose. Ich mochte sie.
Neulich, aus dem Dialog mit einem Dreijährigen über die Unterschiede zwischen Männer, Jungs und Frauen. Kind zu mir: "Papa hat Bartstoppeln, ich nicht, Du nur ein bißchen."
Wie lautet das Pendant zu "die Beine bilden eine rotierende Scheibe", wenn es um die parallele Abarbeitung mehrerer(ererer) Duzend Arbeitsaufträge geht?
12 Januar 2005
Uncool: morgen B - FFM; FFM - B Cool: Freitag darf ich hinter die Kulissen des Ostbahnhofs schauen
11 Januar 2005
OMG! George Clooneys Schwein ist tot.
Ich glaube, die meisten Filmkritiken entstehen aufgrund des Eindrucks den Filmkritiker in den ersten zehn Minuten des Films bekommen. Danach gehen sie nach Hause. Anders kann ich mir nicht erklären, wie "Die Unglaublichen" schlechte Filmkritiken und der gähnend langweilige "Die fetten Jahre sind vorbei" gute Bewertungen erhalten konnte. Solche Fehlbewertungen sollten mit Zwangstitanikschauen nicht unter zehn Stunden bestraft werden. Andererseits habe ich große Bewunderung für Daniel Brühl und die anderen beiden Nasen. Schließlich mussten sie aufgrund der Dämlichkeit der Dialoge sicherlich sehr lachen, was man ihnen aber kaum anmerken kann.
Gestern beim Zahnarzt: "Sie haben tolle Zähne und wissen sie was? Sie sind jetzt raus aus dem kariesgefährdeten Alter." Wäre das was Gutes am Älterwerden oder heisst das - junge Menschen bekommen Karies, alte verlieren gleich ihre Zähne?
10 Januar 2005
Dieses Jahr werde ich 30. Das ist total schlimm. Also es ist schon schön zu leben - so schlimm ist 30 nun auch wieder nicht. Aber irgendwie. Ich hab mir das anders vorgestellt. Genaugenommen, habe ich mir eigentlich nichts vorgestellt. Als Kind habe ich mir mal vorgestellt, wie es ist, wenn man erwachsen ist. Erwachsen ist man aus der Sicht eines Kindes mit 18. Über Nacht. Der Zustand ähnelt dann dem der Eltern. Man verliert z.B. Humor und Verständnis. Form vielleicht auch. Dafür wäre es aber erlaubt Glitzerpullis anzuziehen und die Fingernägel rot zu lackieren. Naja und dann war ich 18 und es hat sich eigentlich nichts geändert. Erwachsensein war dann eher sowas, wie im Schneidersitz am Tisch sitzen, zum Frühstück Pizza essen und nach dem Zähneputzen noch naschen dürfen. Das Ganze gespickt mit Existenzängsten und/oder Geldsorgen. So ist das jetzt seit 12 Jahren. Das einzige, was sich nun noch ändern wird, sind die Komplimente. Die bekommen plötzlich Präfixe und statt "Die sieht ganz gut aus" heisst es "Für ihr Alter sieht die noch ganz gut aus." Und ehe ich mich versehe, heisst es: "Aussehen ist doch nicht wichtig, Hauptsache Du hast nen guten Charakter."
U-Bahnfahren im Winter ist schlimmer als im Sommer. Im Sommer ist es auch schon recht ekelig, weil man so viele Achselhaare sehen muss und die Leute stinken. Die Widerwärtigkeiten des winterlichen U-Bahnfahrens sind subtiler. Da wird man zum Beispiel mal unerwartet angeniest oder bekommt einen kleinen Auswurfbatzen auf die Jacke gehustet. Das stecke ich alles noch so halbwegs weg. Was mir wirklich die Nackenhaare aufstellt sind die Popler. Klar, im Winter ist die Nasenschleimhaut aktiver, die Luft trockner und so entstehen rein biologisch-umweltbedingt wesentlich mehr abschabbare Eiterreste. Trotzdem frage ich mich immer wieder, was in einem hochkomplexen Organ wie dem Gehirn vorgeht, wenn jemand anfängt unter Beobachtung sich die Popel aus den tiefsten Tiefen der Nase zusammenzukratzen und dann minutenlang zwischen den Fingern hin- und her reibt, bis er/sie sie entweder auf den Boden schnippt oder in einem Automatismus unter die Sitzbank oder an andere öffentlich zugängliche Orte schmiert. Ich schätze, ein Popel wiegt ein halbes Gramm. Ich schätze, jeder dritte Mensch schmiert einmal täglich einen Popel irgendwohin. Nehmen wir mein Lieblingstransportmittel - die Bahn. Die Bahn transportiert täglich 4,5 Millionen Menschen. Wenn ich dieses Mal ausnahmsweise richtig gerechnet habe, dann bedeutet das, das täglich 1,5 Millionen Popel durch Deutschland fahren, die ein Gesamtgewicht von 750 kg ausmachen. Und das allein im (Personen-)Fernverkehr! Von den öffentlichen Transportmitteln in den Städten gar nicht zu sprechen!
08 Januar 2005
Aus der Rubrik: Haushaltstipps für jedermann Nachdem die Weihnachtsmästung mit 2-3 zusätzlichen Kilo zu Buche schlägt, muss ich meine neu erworbenen Hosen nicht mehr kürzen lassen. Das spart pro Hose glatte 7,00 Euro.
06 Januar 2005
Aus der Serie: lustige Begebenheiten aus dem Leben eines Sizilianers Was gibt es romantischeres als dauer-frisch-verliebt mit seiner Frau eine Fahrt im Nachtzug zu machen? Für den Vater einer Bahnerin natürlich nichts. Also bucht mein ideenreicher Vater eine Fahrt von München nach Neapel, um dort ein wenig weiter im Landesinneren ein Paar Tage Urlaub zu machen. Kurz vor der Abfahrt kommen jedoch Sorgen auf. Fahren im Nachtzug und dann noch in der ersten Klasse UND quer durch Italien birgt natürlich Risiken, auf die man sich vorbereiten muss. Folglich wird die romantische Fahrt mit Butterfly und K.O.-Spray vor Überfällen gesichert. Natürlich spielen Präventivmaßnahmen ebenfalls eine Rolle. Als Ingenieur entscheidet sich mein Vater einen Keil mitzunehmen, welcher ungewünschte Besucher vom Eindringen in das Abteil abhalten soll. Doch weh! Der Keil erweist sich schon in den ersten Minuten als Fehlüberlegung. Die Türen gehen nach außen auf. Da Vater und Stiefmutter für eine viertägige Reise vier Koffer mitnehmen müssen, sind K.O.-Spray und Messer gut versteckt und leider im Gepäck nicht auffindbar. Am nächsten Morgen ist die Freude groß! Trotz der immensen Gefahr, erreichen beide wohlauf Neapel. Doch ha, ha! Beim Umsteigen in die Regionalbahn ist weder Gepäck noch Leben sicher. Nach längerem Suchen und Grübeln wird die Situation wie folgt gemeistert: Das Gepäck wird in ein Zwischenabteil gestellt, davor die Frau und davor der beschützende Mann mit Messer in der Tasche. So nehmen die beiden die Fahrt in Angriff und beobachten argwöhnisch die anderen Reisenden. Nach einigen Minuten stellt die Frau fest: Jugendliche geben sich geheime Zeichen. Sie reiben sich an den Nasen und kratzen ihre Köpfe. Auch mein Vater nimmt dies sorgenvoll zur Kenntnis. Er umschließt das Messer fester. Als der Zug sich dem nächsten Bahnhof nähert, werden die Zeichen häufiger und auffälliger. Meinem Vater erscheint das logisch. Was soll man auch mitten auf dem Weg überfallen werden? Natürlich wurden sie als Opfer ausgespäht und nun kommunizieren die Verbrecher heimlich wie sie die beiden am Bahnhof ausrauben werden. Nochmehr Kopfgekratze und Geräuspere. Mein Vater klappt das Messer in der Tasche auf. Der Zug ist nur noch wenige hundert Meter vom Bahnhof entfernt, als die Schufte plötzlich aufspringen. Geistesgegenwärtig zieht Papa das Messer! Doch an einem Überfall sind die Räuber nicht interessiert. Als die Türen des Zuges aufgehen, springen sie alle zeitgleich ins Freie. Eine Sekunde später betritt der Schaffner das Abteil. Die Halunken entpuppen sich als Schwarzfahrer, die sich tatsächlich Zeichen gaben, aber nicht um die beiden Unschuldigen zu überfallen, sondern um das Nahen des Fahrscheinkontrolleurs zu signalisieren. Ein Rätsel bleibt für mich, wie mein Vater mit einem Schnappmesser ein halbes Duzend junger Männer erledigen wollte. Doch was am Ende zählt, ist der Mut.
05 Januar 2005
Meine Lieblingskonversation heute Er: Ich überlege, ob ich mir die CD von William Shatner kaufe. Ich: Der singt? Er: Ja, er singt tatsächlich. Er hat sogar sehr gute Kritiken bekommen. Ich: Ich dachte, der wäre tot. Er: Nein, der ist nur dick. Ich: Ah!
Ach ja, Vorsätze für 2005: Nie mehr 4 Wochen ohne Internet, reich werden, brav absetzbare Belege für die Steuererklärung sammeln, traditionell Nichtraucher werden, ordentliche Handtasche kaufen, Nebenhöhlen verkaufen, impfen lassen (letzte Impfung war in den 80er Jahren) und in 4-Zimmer Altbauwohnung mit Balkon ziehen.
03 Januar 2005
Hand flambé - super Möglichkeit Raucher vom Rauchen abzuhalten ist übrigens Schwarzpulver in den Aschenbecher zu schütten. Ich möchte bitten, dass sich derjenige, der auf Zweiblums und Zuckerzieges Silvesterparty die grandiose Idee hatte, Schwarzpulver in ein leeres Windlicht zu schütten, persönlichbei mir entschuldigt. Wenn man mangels Aschenbecher nämlich in ein solches Ding ascht,entsteht eine kopfgroße Stichflamme, die einem Daumen, Zeige- und Mittelfinger verbrennt.
02 Januar 2005
Mittlerweile finde ich Kinder ja ganz süß. Ganz selten kommt es vor, dass sie schlimme Wahnvorstellungen in mir wecken. So geschehen am Morgen des 1.1.2005. Es ist 05.30 Uhr, der kleine Racker beschließt ausreichend geschlafen zu haben und betritt das Schlafzimmer. Statt wie sonst brav ins Bett zu kriechen, beginnt die Heulsirene und es werden Sätze geheult, denen man nur unter großen Anstrengungen Sinn entnehmen kann. - Ich will aaaaabbbäääää rääähbäääähhhh untääääää die Deckääää hääääää rääähbääähhhh! - Naja, dann komm doch! - Nääääää wääähhhhh, abäääääähhhh wüüüähhhhhh Egal welche verständnisvolle Anstrengung man im Zustand völliger Übermüdung unternimmt, die Antwort lautet schreiend, wehklagend oder schniefend: Rääähhhbäääähhhh! So ging das Minute um Minute, Stunde um Stunde. Als ich so dalag, konnte ich plötzlich verstehen, warum es entgegen aller pädagogischen Ratschläge sehr wichtig ist, Kinder ab 06.00 Uhr morgens fernsehen zu lassen. Schade, dass das Kind verantwortungsvoll erzogen wird und dies nicht zur Debatte stand. Also wälze ich mich auf die Seite, ziehe die Decke über die Ohren und hoffe leise, dass das Kind wenigstens gleichmäßig jammert, so dass ich wieder einschlafen kann. Statt wwwäähh wwwäähh wwwäähh macht der Kleine aber kleine Pausen, in denen er sich entweder lebensgefährlichen Aktionen widmet wie mal aus dem Fenster schauen, mal in der Steckdose rumfummeln oder mal von Schrank springen. Irgendwie müssen auch Erwachsene dann mit dem aufgestauten Ärger umgehen. Ich bekomme in so einem Fall gelegentlich schlimme Rachegedanken. So nestele ich nach meinem MP3-Player und stelle ihn auf Aufnahme. Das nervtötende Geheule wird in einer Länge von zwei Stunden, vierzig Minuten aufgezeichnet und dann fünfzehn Jahre für den Moment aufgehoben, wenn der frischgebackene Volljährige seine erste große Liebe zum Übernachten mit nach Hause bringt. Dann werde ich mich den Vorabend in sein Zimmer schleichen, den MP3-Player samt Aufnahme an einem unauffindbaren Ort verstecken und am nächsten Morgen, kurz nach Sonnenaufgang per Fernsteuerung auf Wiedergabe stellen und mich am nächsten Morgen beim Frühstück diebisch über die Augenringe des Pärchens freuen.
Was die Emanzipation aus Männern gemacht hat, erschreckt mich zunehmend. Zwar interessieren sie sich weiterhin für Autos und Computer – jedoch verwenden sie diese, um ihre alltäglichen Pflichten zu erledigen. So sah ich am Freitag beispielsweise einen Mann, der seine Einkaufsliste auf dem Computer geschrieben und diese Aufzählung mit kleinen, abhakbaren Kästchen versehen hatte. Auch scheint dieser durch Geschäfte initiierter Punktesammelwahn in erster Linie Männer anzusprechen. Mein Ex-Mitbewohner häufte seinerzeit zum Beispiel die kleinen Preismarken von Plus an. Jetzt hat mein Freund damit begonnen die Herzen von Kaisers zu sammeln. Für jeden Einkauf im Wert von fünf Euro bekommt man ein Herz. Insgesamt kann man bis Februar maximal hundert sammeln. Wenn man das schafft, kann man sie gegen eine Kasserolle eintauschen. Aus unerfindlichen Gründen hat mein Freund beschlossen sich diese Kasserolle zu ertreuepunkten. Wenn ich also einkaufen gehe, schreit er mir durchs Treppenhaus hinterher: "Vergiss nicht die Treuepunkte!". Also vergesse ich sie nicht und rechne beim Füllen des Einkaufswagen mit, so dass ich auf keinen Fall aus Versehen für 14,95 Euro einkaufe und somit um fünf Cent ein Herz verpasse. Das war der Anfang. Jetzt, da die Zeit knapp wird, ruft er mir hinterher: "Und wenn jemand vor dir die Herzen nicht nimmt, dann frage ihn, ob du sie haben kannst!". So stehe ich also an der Kasse und freue mich, wenn die Leute vor mir Großeinkäufe erledigen und giere nach ihren Sammelpunkten. Meistens bin ich sehr enttäuscht und böse, wenn sich herausstellt, dass sie auch Sammler sind. Jetzt ist Januar und es fehlen immer noch fünfzig Herzen. Wir haben schon verschiedene Szenarien durchgespielt, wie wir diese ergaunern könnten. Eine unserer Lieblingsvarianten ist, dass wir scheinbar getrennt hintereinander einkaufen gehen und das außergewöhnliche schauspielerische Talent seines dreijährigen Sohnes einsetzen, um die restlichen Marken zu ergattern. Dafür müsste sich mein Freund samt Sohn zum Bezahlen vor mich in die Reihe stellen und der Sohn würde auf ein Zeichen hin beim Bezahlen an der Kasse ein herzzerbrechendes Drama mit Geheule und Bodengewälze inszenieren. Der alleinerziehende Vater würde sich dann hoffnungslos überfordert zeigen und somit die Aufmerksamkeit der Kassiererin auf sich ziehen, so dass ich, die Gunst der Stunde nutzend, die ganze Rolle mit Treueherzen an mich reißen könnte. Dies scheint uns im Moment die einzige Alternative rechtzeitig an die hundert Herzchen zu kommen.

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