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08 Februar 2005
Das Thema Neid durchzieht wie ein roter Faden meine Biografie. Es gibt eigentlich kaum einen Tag an dem ich nicht irgendwas neide. So neidete ich heute den unerschütterlichen Willen zur Schönheit bei einigen Frauen. Die laufen ohne Stiefel, ohne Schal, am besten ohne Unterhemd (die Nieren!!!) und Strümpfe (die Eierstöcke!!!) im Minirock durch den kältesten Wintersturm. Ganz so wie Giunevere in King Arthur. (Das arme Ding trägt den ganzen Film über nur ein zusammengenähtes Bettlacken. Später hat sie gar die gesamte Kleidung verbummelt und versucht ihren Busen notdürftig unter zwei dünnen Ledergürteln zu verstecken.) Jedenfalls kenne ich ein solches Verhalten aus meinen frühen Twenjahren, in denen ich um nichts in der Welt meine stundenlang gekämmte Frisur durch das Aufsetzen einer Mütze gefährdet hätte. Doch wenn man älter wird, dann hat man es satt zu frieren und so entschließt man sich eines Tages dicke Stiefel, Schal und Kopfbedeckung zu tragen und nimmt es in Kauf wie eine Preßwurst auszusehen. Kaum auf den Geschmack gekommen, will man jedoch nie mehr davon ablassen. Und doch, wenn ich also warm eingepackt durch die winterliche Landschaft laufe und die edlen Damen sehe, die so tun als sei es Sommer, so neide ich ihrer Willenskraft. Ich glaube denen, die es schaffen, diesen Irrsinn über das 28. Lebensjahr hinaus durchzuhalten, steht eine große Führungskarriere bevor. Jedenfalls wenn sie bis dahin nicht erfroren sind.

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