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27 April 2005
Die Forschung hat schon so manches zustande gebracht. Raumfahrt, Kernspinntomografie und Mikrochips zum Beispiel. Was bis heute offensichtlich nicht gelungen ist, ist die Erfindung einer ordentlichen Nylonstrumpfhose. Wahrscheinlich rührt das dem Umstand, dass die meisten Forscher Männer sind und der Anblick einer rocklosen Frau in Nylonstrumpfhose alles andere als motivatorisch anspornend wirkt. Dennoch. Aus keinem weiblichen Kleiderschrank ist die Nylonstrumpfhose weg zu denken. Nimmt man mich der Einfachheit halber als den deutschen Durchschnitt, so besitzt frau in der Regel sechs Strumpfhosen. Strumpfhosen sind je nach Hersteller und den-Zahl ab 99 Cent bis Erstaunen erregende 25 € zu erwerben (im Einzelfall die Edelsteinversetzten auch hochpreisiger). Dennoch konnte noch keine meinen Ansprüchen genügen, die in diesem Fall wirklich nicht allzu hoch sind. Es gibt drei Kriterien, nach denen ich bewerte: 1. Haltbarkeit 2. Tragekomfort 3. Optik Der Systematik halber habe ich vor fünf Jahren eine Exceltabelle angelegt, in denen ich Preis, Hersteller und die oben genannten Kriterien aufführe und in Schulnoten bewerte. Keine Strumpfhose hat jemals einen besseren Gesamtwert von Note 3 erreicht. Das ist wirklich enttäuschend. Die meisten versagen in Punkto Haltbarkeit. Besonders im niedrigen den-Bereich genügt oft ein Anpusten und die ersten Löcher und Maschenkonglomerate sind zu sehen. Auch der Tragekomfort ist rätselhaft. Kaufe ich eine Hose in Größe 38 so ist sie beim einen Hersteller so beschaffen, dass ich sie mir problemlos unter die Brust ziehen kann. In anderen Fällen ist eine 38 nicht mal unter gröbsten Gewalteinsatz über die Knie zu ziehen. Weich anmutende Materialien reiben die Beine wund und Strümpfe, die leicht mit Sackleinen verwechselt werden können, sind in Wahrheit kuschelzart am Bein. Aus Bezeichnungen wie "blickdicht", "glänzend", "matt" oder auch "schwarz" sind für die Optik leider ebenfalls keine Ableitungen zu machen. So ist es nicht selten, dass ich mir nach einmaligen Tragen eine neue Verwendung für die Strumpfhose ausdenken muss. Sehr gut machen sie sich als Druckverbände bei schweren Schnittverletzungen, Halterungen für Hängepflanzen und Wäschebeutel für Bügel-BHs. Für weitere Vorschläge bin ich offen.

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