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30 Juni 2005
Apropos Männer die noch weniger über Frauen wissen, als üblich. Ich wurde mal gefragt: - Tut es eigentlich nicht weh, wenn man sich die Binde von den Schamhaaren reißt? - ... (Man beachte die beiden schlimmen Worte Binde und Schamhaare)
Viele Menschen finden Hotelaufenthalte attraktiv. Ich hingegen und das ist nicht unwesentlich meinem Sternzeichen geschuldet, finde es vor allem Zuhause sehr schön. Was mich in Hotels immer wieder aufregt, sind die scheinheiligen Lügen, die den Gästen aufgetischt werden. So wird man aufgefordert, die Handtücher nicht auf den Boden zu schmeißen, der Umwelt zuliebe. In erster Linie spart das nicht Wasser, damit die kleinen, in deutschen Gewässer lebenden Fischlein mehr Freude haben, sondern Geld, damit die kleinen, in Geld schwimmenden Hoteliers der großen Ketten mehr Freude haben. Ich finde, wenn ich 70 € und mehr pro Nacht zahlen muss, soll ich auch jeden Tag alle Handtücher auf den Boden werfen dürfen. Wenn sie mich zur Sparsamkeit auffordern wollen, so sollen sie das beherzter tun, z.B. mit Schildern wie Bitte benutzen Sie Ihren Schlüpfer zum Abtrocknen, dann müssen wir keine Handtücher kaufen und waschen. Dafür hätte ich mehr Verständnis und ich würde mir auch alle Mühe geben mich mit meinen Slips trocken zu reiben.
Was ich außerdem an Hotels äußerst abschreckend finde, sind die Matratzen. Oft liege ich mit geöffneten Augen, die Decke anstarrend, in meinem Hotelbett und versuche die Milbenkolonien unter mir zu vergessen. Vermutlich reist die gemeine Hausmilbe auf diversen Hotelgästen von deren Wohnung mit in den Urlaub und lässt sich eierlegend in den Hotelbetten nieder. Jede Bewegung führt zu einer Aufwirbelung verschiedenster Milbenstämme und so liege ich möglichst regungslos da und versuche nicht zu atmen. Vor meinen Augen sehe ich die durch das Elektronenmikroskop millionenfach vergrößerten Kaugeräte der kleinen Hautschuppenesser und kann nicht schlafen. Wenn ich diese erste, ca. zwei Stunden andauernde Phase überwunden habe, fällt mir immer der schwule Mitbewohner meiner Freundin ein, der einmal Sagrotansprayschrubbend auf einem Sofa lag, das er gebraucht gekauft hatte. - Was machst Du da? - Ich schrubbe bartholinisches Drüsensekret weg. Na lecker, denke ich, und gedenke in meinem Hotelbett all der hässlichen vögelnden Menschen, die schwitzend ihre Körpersäfte in die Matratze einreiten.
Manchmal denke ich auf mir steht: Psychopathen bitte in meiner Gegenwart in Interaktion treten. Da sitze ich nichtsahnend in der Kastanienallee 43 in einem kleinen, namenlosen Eiskaffee und lecke arglos an meinem Eis, als sich plötzlich auf die Gäste vor mir ein Wasserschwall ergießt. An einen übereifrigen Blumengießer glaubend, der sicherlich innerhalb von Sekunden kein zweites Mal in Aktion treten wird, wähne ich mich in Sicherheit, als ich mit dem Blick nach oben einen zweiten Bach in Zeitlupe auf mich zufliegen sehe. Mit einem gewaltigen PLATSCH verwandele ich mich in Millisekunden in einen begossenen Pudel. Während ich noch verwundert meine verlaufene Wimperntusche reibe, steckt im obersten Geschoss (Ich lade hiermit alle Passanten zu Klingelstreichen ein) ein Mann seinen Kopf aus dem Fenster und schreit Musiker an, die sich gut fünf Meter hinter mir befinden, sie sollen das Weite suchen, seine armen Söhne versuchten zu schlafen, was bei diesem Lärm unmöglich sei. Wildes Geschimpfe geht zwischen den Musikern und dem offensichtlich geistig verwirrten Anwohner hin und her. Als der Mann schreit "Ey sollschrunterkommenoderwas" ruft die gesamte wassertriefende Gastgruppe des Cafés im Kanon: "Jaaaaaaaaaaaaa!" und reibt sich vorfreudig die Hände. Der Mann verschwindet wortlos in seine Wohnung. Nur wenige Minuten später spitzen zwei, der Pubertät offensichtlich schon lange entwachsenen Jungs aus dem Fenster und ein schallendes Gelächter breitet sich über die Kastanienallee aus. Das sollen die armen Kleinen sein, die nicht schlafen können? Spöttisch ruft eine Frau den 18jährigen zu: "Ohhhh, hat der Papa euch gerade eine Geschichte vorgelesen und dann haben euch die bösen Musiker wach gemacht? Ohhhhh!" Die Sprösslinge verziehen sich und Papa kommt wieder zum Vorschein, um weitere Schimpftiraden an den Mann zu bringen. Ein besonders lustiger Gast ruft drohend nach oben: "Eypassmaaufischweisswoduwohns!" Da war endlich Ruhe.
29 Juni 2005
Preview von Krieg der Welten, den niemand schauen wird weil a) man Tom Cruise aus Prinzip nicht leiden kann, da er schlicht ein Unsympath ist oder b) Tom Cruise nicht mag, weil er so wie halb Hollywood, Scientologe ist. Persönlich habe ich den Film noch nicht gesehen, da er erst morgen ins Kino kommt, aber ich denke er ist so: Gegenstände fallen auf die Erde, es zeigt sich, dass Außerirdische in unfriedlicher Gesinnung die Menschheit zu Fischfutter verarbeiten wollen. Panik bricht unter den Menschen aus. Sie rennen hin und her, Autos explodieren oder fallen um. Die Erde tut sich auf und Brücken zerbrechen. Es gibt viel Geschrei und fast alle sterben auf der Stelle, nur Tom, der tapfere Hafenarbeiter mit dem großen Herz, der nich, denn er muss ja noch seine Familie retten. Die Familie ist bestimmt ohne Mama, weil das geht dem Kinozuschauer noch mal so richtig ans Herz. Tom kämpft sich durch die Stadt, holt seine Familie und geht sich verstecken. Irgendwo in den Bergen vermutlich oder in der Untergrundbahn, das bietet sich schließlich an. Da gründet er eine Widerstandsbewegung. Man wirft allerlei Waffen auf die garstigen Fremden. Nix hilft. Dann leckt ein Außerirdischer an einer Bürotastatur und verschleppt die abscheulichen Krankheitserreger zu seinen Alien-Kumpels ins Raumschiff. Alle bekommen Tastaturherpes und sterben. Der Menschenpöbel jubelt, der amerikanische Präsident küsst Tom, gemeinsam jagen sie als Zeichen ihrer Freude ein Paar bunt leuchtende Restwaffenbestände in die Luft.
Statistik mochte ich schon im Studium nicht, denn ich habe nie verstanden, was es mir im zukünftigen Job helfen soll Aufgaben der folgenden Art lösen zu können: Eine Maschine produziert in der Stunde durchschnittlich 35 Pakete. Jedes Paket enthält 12 Einzelteile. In der Regel enthält jedes 103. Paket ein defektes Einzelteil. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit in einer einmaligen Stichprobenziehung ein Paket zu ziehen, welches ausschließlich defekte Einzelteile enthält? Na, hmmm? Statistik ist vom Teufel, hat einer meiner Professoren mal gesagt. Recht hat er, denn er sie hat keine Alltagsrelevanz. Nehmen wir folgenden Umstand. Wissenschaftlichen Messreihen zufolge befinden sich auf der Klobrille einer öffentlichen Toilette deutlich weniger Bakterien und Krankheitserreger als auf einer Tastatur in einem Büro. Dieses Wissen in mir tragend, würde ich dennoch, wenn ich mich zwischen beiden Alternativen entscheiden müsste, immer wieder lieber die Tastatur als die Toilettenbrille ablecken.
28 Juni 2005
Schulsport war mir immer ein Graus. Irgendwann bin ich nicht mehr hingegangen. Bereits in der 13. Klasse wohnte ich nicht mehr zuhause. Mit Vorliebe trampte ich von meinem Wohndorf in die Schule. Eines Tages hielt eine sympathische junge Frau und fragte mich, wo ich hin müsse. In die Soundso-Schule in Erlangen. - Ahhh, sind Sie Schülerin? - Jepp. - Welche Klasse denn? - 13. - Sind Sie zufällig Nuf? - Ähhm, ja, wieso? Die Dame streckte mir freundlich zur Begrüßung die Hand entgegen. - Hallo, ich bin Carola Schnell, ihre Sportlehrerin. Ich kenne sie von der Liste und da sie die einzige sind, die ich aus der Oberstufe noch nie gesehen habe, wusste ich gleich wer sie sind. Freut mich, sie kennen zu lernen." Obwohl Frau Schnell sympathisch war, blieb die Freude einseitig. Ich war und bin bis heute so etwas wie ein motorischer Legastheniker. Es gibt absolut keine Sportart, die ich irgendwie kann. Während meines Studiums erfuhr ich, dass es Menschen ohne Kleinhirn gibt. Man merkt das im Alltag kaum. Man ist nur wahnsinnig unsportlich. Ich nehme an, ich gehöre zu der Gruppe der Kleinhirnlosen. Sport – v.a. der Schulsport war immer eine erniedrigende Erfahrung. Ob ich mich bemühte oder nicht, ich war immer die letzte oder schlechteste. Beim Wettrennen suchte ich mir die Dickste aus und wurde trotzdem trampelnden Fußes überrundet. Beim Kugelstoßen konzentrierte ich alle Kraft in einem Schrei, um mir dann die schwere Kugel dumpf auf den Fuß zu werfen. Ich habe nur eine Siegerurkunde bei den Bundesjugendspielen. Ehrlich gesagt, weil der Junge, der die Zeit nahm, in mich verknallt war. Beim Weitwurf lächelte er mich an. Ich hatte ihm gerade den Ball mit Schwung an den Kopf geworfen. "Ok, das lass ich mal als 11 Meter durchgehen", hauchte er mir ins Ohr und erhoffte sich ein wenig Sympathie zu erschleichen. Aus irgendeinem nicht nachvollziehbaren Grund war ich mal beim Gotcha. Ich traf zwei Kerle genau zwischen die Augen und war der Held des Tages. Natürlich habe ich nie jemanden gesagt, dass ich aus Angst sie zu verletzen, auf ihre Füße gezielt hatte.
Um mich unauffällig in Twenkreisen bewegen zu können, lese ich Neon. In der aktuellen Ausgabe, steht mal wieder das Gerücht, dass Männer sich gerne über sexuelle Details austauschen. Dass das ausgemachter Blödsinn ist, sollte in der Zwischenzeit hinlänglich bekannt sein. Das Gerücht hält sich nichtsdestotrotz hartnäckig. Die Wahrheit ist einzig und allein die Damenwelt unterhält sich über sexuelle Pikanterien. Das kann zuweilen wörtlich unter die Gürtellinie gehen. Vor einigen Jahren hatte ich mal ein Tätatä mit einem jungen Mann, der sich über ein, für meine Vorerfahrungen prächtiges Genital freuen konnte. Das erzählte ich selbstredend meiner besten Freundin. Es trug sich zu, dass diese sich Jahre später nackend neben dem Mann wiederfand und ihr entfuhr: "Häääää? Und das soll jetzt groß sein, oder was?" So etwas, liebe Neon, passiert niemals im gegengeschlechtlichen Falle.
Es wäre so schön, wenn Makler täten, was sie laut Wörterbuch tun sollen. Die kundenorientierte Wohnungsvermittlung sehen sie indes nicht als eine ihrer Kernaufgaben. Ihr Sein beschränkt sich auf das Abkassieren von Provisionen für das reine Nichtstun. Da aber fast alle Berliner 4-Zimmer-Wohnungen fest in Maklerhänden sind, muss ich mir eine innere Ausgeglichenheit einreden, wie sie der Typ von den „World Harmony Concert“ ausstrahlt. Da fange ich um 7.00 Uhr an zu arbeiten, damit ich mir um 16.30 Uhr eine Wohnung anschauen kann. So plane ich jedenfalls und stehe vergeblich wartend vor dem Haus. Entnervt wähle ich die Nummer. - Hallo, wir hatten einen Termin um 16.30 Uhr. - Ah ja? - Ja, wann kann ich denn mit ihnen rechnen? - Jar nüscht, ik hab jetzt Feierabend, wa. Hab den Termin janz verjessen, wa. - Wie bitte? Und jetzt? - Sie können ja morgen um zehn dreissisch vorbei kommen. - Da arbeite ich. - Ja, Pech wa. Dann jeht het nich. - Können wir einen anderen Termin ausmachen? [Zehn Minuten Diskussion] In meinem Kopf läuft das Telefonat so: - Hallo, wir hatten einen Termin um 16.30 Uhr. - Ah ja? - Ja, Du Arsch. Ich steh mir hier die Beine in den Bauch. Was ist denn nu? - Ich hab verjessen den Termin su nortieren. - Wie bitte? Das kann ja wohl nicht wahr sein. - Sie können ja su ner anderen unmöglischen Uhrzeit nen Alternativtermin haben, wa. - Nein, danke, da verzichte ich drauf, sie inkompetenter, arroganter Arsch. Möge die Wohnung für immer leer stehen, sie übel riechenden Ausschlag an ihrem Gemächt bekommen und ihr nächstes Date Fledermausärmel haben, die so lang sind, dass sie sich diese um die Arme wickeln muss, um nicht zu stolpern! [klick]
Neulich an einem öffentlich einsehbaren Ort, fiel mir ein Ehepaar unangenehm ins Auge, weil schamlos Körperhygiene betrieben wurde. Gegen Sauberkeit ist im Grunde nichts einzuwenden. Wer kennt nicht den kaum zu unterdrückenden Impuls auf ein Taschentuch zu spucken und gerade bemerkte, durch den Verzehr von Schokoladeneins zurückgebliebene Flecken in den Mundwinkeln des Gegenübers zu entfernen? Es gibt aber Tabus! Das als Regel formulierte Tabu lautet in diesem Fall: Das öffentliche Ausdrücken von Mitessern und das Beseitigen von Hautunreinheiten aller Art, ist zu unterlassen. Wie zwei Schimpansen saß das Paar auf den Stufen eines Bürogebäudes. Er, seinen behaarten Rücken stolz präsentierend ohne T-Shirt und sie, ihre angeklebten Fingernägel der einzig sinnvollen Verwendung zuführend, Eiterpickel ausdrückend. Als wäre das nicht schon übelkeiterzeugend genug, muss sie die gelblichen Würste stolz betrachten und zwischen ihren himbeerfarbenen Nägeln prüfend verreiben. Besonders schöne Exemplare mit schwarzen Enden oder aber durch ihre ununterbrochenen Länge bestechend, werden dem Männchen unter die Nase gehalten, auf dass er sie lobpreise. Wenn ich das beobachte, möchte ich mit Sagrotan bewaffnet auf die beiden zulaufen, sie absprühen und dann eine grob gewebte Decke über sie werfen, um sie keimfrei zu rubbeln.
Liebe Egalirgendwasandreher am Potsdamer Platz, großes Verständnis habe ich für karitative Organisationen jeglicher Art, Studenten, die ihren Lebensunterhalt mit dem Verkauf von Zeitungsabos bestreiten und sonstige arbeitende Bevölkerung. Dennoch möchte ich Sie bitten, davon abzusehen, mich mehr als drei Mal am Tag anzusprechen. Es macht sich darüber hinaus schlecht, jemanden, der um 8.00 Uhr anfängt zu arbeiten, um 13.40 Uhr mit "Guten Morgen, darf ich Ihnen..." anzusprechen. Schon wenn ich nur in Sichtweite der Bittsteller komme, fange ich an meinen Kopf zu schütteln. Ich schüttele ihn nicht, um mir mehr Volumen ins Haar zu bringen. Ich schüttele ihn nicht, weil ich Tics habe oder die Festigkeit meines Haarsprays teste. Das regelmäßige, eines Wackeldackels gleichkommende Bewegen meiner Nackenmuskulatur bedeutet: a) Nein, ich möchte nichts spenden b) Nein, ich habe schon ein Zeitungsabo und brauche kein weiteres c) Nein, ich mag überhaupt nicht angesprochen werden Wenn ich dann, nach dem vierten Versichern meines Unwollens angegeifert werde: "Ach kommen Sie, nur EINE Minute" oder "Boah, vielen Dank, sie habens ja eilig" müssen Sie sich bitte nicht wundern, dass ich wie ein wild gewordener Chiwawa anfange, zu kläffen. Ab morgen trage ich in meiner Blazerinnentasche einige Buchstaben. Wer mich anspricht, dem sage raune ich blazeröffnend zu: "Nein, ich will nicht [beliebiges Wort einsetzen]. Aber wollen Sie vielleicht ein N kaufen? Hmmm?" Dabei schaue ich geheimnisvoll und rolle mit den Augen.
Seltsame Träume suchen mich heim. In der Wohnung meines besten Freundes zupfe ich einem Mann Augenbrauen. Ein besonders widerspenstiges Haar lässt sich nur unter größtem Kraftaufwand aus der Haut rupfen. Hinter dem eigentlichen Haar kommt ein ca. vier Zentimeter langer, regenwurmdicker Fortsatz hervor. Er windet sich und ich werfe ihn voller Ekel auf den Boden. Er kriecht weg und verschwindet. Täglich, wenn ich von der Arbeit nach Hause kehre, sehe ich ihn durch die Wohnung huschen. Erwischen kann ich ihn aber nie. Er wird größer und größer, denn er ernährt sich von den Cherrytomaten, die mein Freund in seiner Regenrinne züchtet. Wenige Wochen später ist der Augenbrau so groß, dass er die Weltherrschaft an sich reißen will. Interpretation?
27 Juni 2005
Alle die, die noch in der Kirche sind, bitte beten und die, die es nicht sind, Daumen halten. Wir sind hiermit Anwärter für eine Altbauwohnung, mit Holzboden, 4 Zimmern in zentraler Lage, Abstellkammer, Fahrradabstellraum, Aufzug, Keller und einer 90 qm großen Terasse. Kein Tippfehler - in Worten n e u n z i g Quadratmeter große Terasse. Das Ganze zu einem günstigen Preis. Bad mit Fenster, Küche groß genug für Tisch, hell und 110 Quadratmeter Wohnfläche.
24 Juni 2005
Ergänzende Beweisfotos Image Hosted by ImageShack.us Ein Fetisch entsteht. und Image Hosted by ImageShack.us Man beachte bitte den Schritt von Batman.
Gestern erst hatten wir ein Gespräch, wie man schon in frühster Kindheit Fetische prägt. Einen Stiefelfetisch kann mit nur wenigen Handgriffen erzeugen. Man nimmt einen leeren Stiefelkarton, legt eine Banane rein, legt die beiden Utensilien auf eine Wiese, zäunt ein kleines Areal ein und setzt ein Baby im Krabbelalter rein. Dann geht man gemütlich Kaffee trinken. Das Kind kann sich im Grün vergnügen, wenn es klug ist, findet es die Banane und sollte es anfangen zu regnen, kann es sich im wohlig nach Leder dufteten Schuhkarton schützen. Die Prägung zu einem Fetisch anderer Art, habe ich heute auf einem Spielplatz gesehen. Da wankte mir ein nacktes Kind entgegen, bekleidet nur mit einer Ganzkopfspidermanmaske und zwei roten Latexhandschuhen, die ihm bis zu den Ellebogen reichten. - "Hallo Kleiner, macht Dir das Spaß?" - „Hmmm, jaaa“, murmelt es aus der Maske "I’m Spiderman" erklingt es dann metallisch aus einem kleinen Mikrophon hinter der Mundöffnung. - "I’m Spiderman, I’m Spiderman, I’m Spiderman, ha, ha, ha." Das hat mir ein bisschen angst gemacht. Abends sah ich dann im Fernsehen Batman. Dabei fiel mir auf, dass das Kostüm von George Clooney alias Batman absurd abstehende Brustwarzen zeigte. Ich träumte nachts darauf von George Clooney, wie er ohne Unterhose mit Plastikbrustpanzer und Maske sein Hängebauchschwein Gassi führt. Er trug über dem Brustpanzer ein T-Shirt mit dem Aufdruck "I’m Spiderman". Image Hosted by ImageShack.us
Morgen schreibe ich von den Taxifahrern, die mich seinerzeit von der Nachtschicht nach Hause brachten. Einer hieß ganz genauso, wie ich als Taxifahrer heißen würde. Image Hosted by ImageShack.us Gefunden bei Herrn Marcus. Selber schicke Taxifahrername mache.
Es war hier des öfteren ein Thema: Haare bzw. deren Nichtnötigsein an gewissen Stellen. Heute ist mir aufgefallen, dass selbst ich, in meinem Wunsch nach einer haarfreien Welt, Grenzen kenne. Die Grenze ist bei Augenbrauen erreicht. Nicht dass ich was gegen das Zupfen und Informbringen derselbigen hätte - nein! Was ich zutiefst verabscheue, sind abrasierte Augenbrauen. Nun, das ist auch nicht genau genug ausgedrückt. Wer sich die Augenbrauen weg rasieren will - bitte! Aber was man nicht machen sollte, ist, sich die Augenbrauen nach einer gründlichen Beseitigung einfach wieder an eine anderen, dafür nicht vorgesehene Stelle, aufzuzeichnen. Gemeint ist in erster Linie die Stirn. Warum tut man so etwas? Liebe Gothic-Gemeinde: WARUM? Warum nicht einfach an die Position, wo sie hingehören? Warum auf die Hälfte zwischen Augen und Haaransatz oder gleich unter den Haaransatz? Das gehört zu den Dingen, die ich wirklich nie, nie verstehen werde. Ich mache mir doch auch nicht die Schamhaare weg und male sie mir dann wieder auf die Brust!
Mein Erinnerungsvermögen ist durch jahrelangen Alkoholmissbrauch die Vielzahl an Informationen, die es enthält, sehr begrenzt. Ich habe ein kostenloses "Junge Karriere"-Abo und kann mich nicht erinnern woher. Jedenfalls stehen da viele tolle Sachen drin. Unter anderem wurde endlich mal das Thema Alterspickel aufgegriffen. Die hat man, wenn man Pickel hat obwohl man über 25 ist. Ich glaube, ich kann stolz behaupten, dass ich seit meiner Pubertät nicht einen einzigen pickelfreien Tag hatte. Meine Eltern und nahe Freunde haben mir in meiner Jugend eingeredet, die Pickel verschwänden, wenn ich erwachsen würde. Ich nehme an, mit fast 30 bin ich so etwas ähnliches wie erwachsen - zumindest somatisch. Die Pickel sind leider noch da. Wenn ich meinen Vater aufmerksam betrachtet hätte, hätte mir gleich klar sein müssen, dass sie niemals weg gehen. Meine Schwester nannte mich all die Jahre ihrer unbekümmerten Kindheit spöttisch Pickelmonster. Sie hörte auf, als sie in die Reifezeit erreichte. In der Schule schimpfte man mich Pamela-Pickel. Ich habe schon lang keinen Spott mehr gehört. Ich denke aber, das liegt daran, dass man ab 18 nur noch hinter dem Rücken von mir lästert. Glücklicherweise steht in der "Junge Karriere", dass immer mehr Menschen kleine Eiterbeulen und Porenverstopfungen mit in die zweite Lebenshälfte nehmen. Das läge am Stress und den schädlichen Umwelteinflüssen. Sie empfehlen, einmal im Monat zum Kosmetiker zu gehen und selbst nicht rumzuquetschen sondern, wenn es sich nicht vermeiden ließe, lediglich die Pickel auszuziehen. Es ist immer schön, zu wissen, dass man nicht alleine ist. Interessant ist, rein hormonell, rühren Pickel von einem zu hohen Testosteronanteil. Ein Mann mit Pickel kann sich demzufolge zurück lehnen und behaupten, das unansehnliche Hautbild sei lediglich Zeichen für seine unwiderstehliche Männlichkeit. Warum Männer überhaupt Pickel haben, bleibt trotzdem im Dunkel. Schließlich haben sie auch keine Cellulite. Warum haben Männer keine Cellulite? Na weil's scheiße aussieht.
Image Hosted by ImageShack.us Mann, drei Versuche hat es gedauert bis mein Celebmatch nicht die schwammige Shanaia Twain war. In punkto Intelligenz und Einkommen, hat das Tool allerdings falsch gerechnet. Das muss viel höher! Gefunden bei Herrn MC Winkel. Selber wunderhübsche Gesicht analysieren.
Heute Nacht hatte ich einen schlimmen Traum: Der fast acht Meter hohe und 17,5 Tonnen schwere Block aus Erdbeer-Kiwi-Saft schmolz schneller als erwartet und trieb erschreckte Passanten vor sich her. Allen voran, ich erst kreischend, dann immerzu "Nein, nein, bitte kein Erdbeersaft" flehend. Die Erdbeer-Kiwi-Welle kam mir unaufhaltsam näher, bis sie mich schließlich erreichte und umspülte. Ich rutschte auf den kleinen Erdbeer- und Kiwinüsschen aus und glitt in die klebrige Flüssigkeit. Ich versuchte meine Panik zu unterdrücken und hielt mir den Mund zu, damit kein Saft hinein laufen konnte. Doch vergeblich. Durch meine fest zusammen gepressten Finger und Lippen rann der Saft in das Innere meines Mundes. Schweißgebadet wachte ich aus dem Albtraum auf und hörte mich rufen: "Der Mund ist das Tor zum Körper. Halte ihn rein!"
23 Juni 2005
Herr S., seines Zeichens Immobilienmakler macht uns von innen die Tür auf. Ein echtes Schnäppchen wird er uns zeigen. Herr S. riecht sehr penetrant nach einem billigen Aftershave. Er trägt weiße, nach oben gebogene Lederschuhe, eine wallende silberglänzende Bundfaltenhose und ein hellblaues Leinenhemd, das er leicht neurotisch bis oben zugeknöpft hat. Seine Pupillen sind stecknadelkopfgroß und seine verwässerte Iris, lässt mich darauf schließen, dass Herr S. von chemischen Drogen nicht unbedingt abgeneigt ist. Die Tür in die Luxuswohnung öffnet sich und innerhalb der ersten Sekunde wird mir klar, dass ich ab jetzt nur noch höflicherweise weiter gehe. Die Wände sind aus Styropor. Ich stelle mir vor, wie ich, während ich in der Badewanne bin, meinen Kopf durch die Wand schlage und meinen Freund in der Küche frage, ob er mir etwas zu trinken rüber reichen kann. An keiner Stelle sind Schränke angehangen. Das geht nicht, sagt der Vormieter. Geht ganz hervorragend, mit diesen Schnippelschnappdingsdübeln, sagt der Makler. Um den Balkon zu bestaunen, muss ich den Bauch einziehen. Einen Stuhl kann man nicht auf ihm abstellen. Ich stecke höflich meinen Kopf in jedes Zimmer, als mich der Makler von hinten schubst und sagt: Gehen sie rein, sie können doch nichts sehen! Eine super Aussicht habe man hier! Haben wir schon gesehen, lächeln wir aufgesetzt im Kanon. - HABEN SIE GAR NICHT! Gehen sie an das Fenster. - Ja, ja, ganz bezaubernd! - GEHEN SIE JETZT AN DAS FENSTER!!! Herr S. ist sehr erbost. Wir gehen ans Fenster, zählen brav bis zwanzig und ziehen dann weiter durch den Ort des Grauens. Als wir unten sind, zeigt er uns den wunderschönen Innenhof mit den Mülltonnen. Warum hier keiner sitzt, ist ihm ein Rätsel. Dabei ist es doch so erfrischend hier. Mit viel Überredungskunst können wir ihn davon abhalten, uns Keller, Fahrradraum und nähere Umgebung zu zeigen. - Frau Nuf, warum lachen sie so? Sie lachen immer so! - Ich? Nein, ich lache nicht, ich schaue freundlich. Ganz, ganz ehrlich. (Ich überkreuze hinter meinem Rücken die Finger) Im Treppenhaus führt er dann ein Verkaufsgespräch mit uns. - Sie müssen sich schnell entscheiden. Ich habe schon sehr viele Interessenten. Sehr viele, sie wissen ja wie das ist. Der Preis (800 €) ist für diese Wohnung unübertroffen. Unübertroffen, sie wissen schon was ich meine. Das ist bei der wirtschaftlichen Lage auch nötig, das muss ich ihnen ja nicht sagen. Sie wissen ja auch, wie es um die Wirtschaft steht. [... Monolog dauert 20 Minuten an ...] - Also. Vielen Dank Herr S. Wir ähm müssen ähhh das besprechen. - Eine abschließende Frage hätte ich noch. - Ja, bitte? - Warum möchten sie zu zweit ... - zu dritt - ... zu dritt eine so große Wohnung. Ist das ... ist .. das der pure Luxus? Ich denke an den PVC-Boden, die Baumarktbilligtüren, die Styroporwände und das 50er Jahre Bad. - Ähhm, ja, aus purem Luxus. Wissen sie, wir ziehen da gemeinsam ein und ähm, ja also mein Freund, der hat öfter noch ein Paar andere Damen zu Besuch, die wiederum gelegentlich Herren mitbringen ... - ? - Sie haben doch nicht dagegen, oder? Ich meine, Schatz, wo können wir denn den roten Leuchtpenis anbringen? - Ich würde sagen, am Fenster zur Straße, oder? Zu unserem Erstaunen, wollte er dann doch lieber die Studenten-WG. Schade irgendwie. Ich wollte endlich mal spüren, was Luxus ist.
22 Juni 2005
ISCHWILLJETZTVERDAMMTNOCHMAENDLICHEINEWOHNUNG finden. Is das denn so schwer? Ich will doch nur 4 helle Zimmer, Holzboden und einen ruhigen Balkon. - Hallo, ich interessiere mich für die vier Zimmerwohnung in der XY Straße. Was hat die denn für einen Boden? - Linolium, wa. - Hmpf. - Wat denn, ditte is supa pflegeleischt, wa. - Katzenstreu auch. >> klick << Humor haben die auch keinen.
»Schreib an Chiffre 666NUFWEISBESCHEIT un der Glük komt zu Dier!« Text by Herr lik™ Gefunden bei Herrn ix. Selber schicke Foto machen.
In den Kommentaren kam mir das gebeugte Wort "ich stagedive" unter. Sehr, sehr lange habe ich darüber nachgedacht, was es sein könnte. Ich stagedive ... ? Ik ben en stekelvarken? Nur kleiner? ich stagedive du stagedivest sie/er/es stagedivet ...
21 Juni 2005
Sensationell!!!. Ich habe bei einem Preisausschreiben mitgemacht und gewonnen. Noch nie habe ich in meinem Leben irgendwas gewonnen. Ich bin sehr, sehr aufgeregt. Was ich gewonnen habe? Eine Familienreise nach Legoland in Dänemark. Die Veranstalter haben sich da was Feines einfallen lassen. Man fährt Freitag Nacht um 23.30 Uhr gemeinsam mit seinem Kleinkind mit dem Bus nach Dänemark. Das dauert zehn Stunden. Um 8.30 Uhr wird man vor den Toren Legolands ausgesetzt. Dann hat man 8 Stunden, sich die Attraktionen anzusehen. Abends fährt man dann mit dem Bus wieder zurück. Ankunft 1.30 Uhr. Ich denke, das macht ganz dolle Spaß. Man muss das nur gut planen. Die erste Herausforderung ist, das Kind am Freitag bis 23.30 Uhr wach zu halten. Wenn das gute Zureden nicht mehr ausreicht, helfen vielleicht kleine Elektroschocks? - Neeeein, nein, ich bin müüüdäääähhhh! - DU BLEIBST JETZT WACH VERDAMMT BZZZZ BZZZZ! - Ahhhh, ahhhh! Im Bus wird das auch ne riesen Funaktion. - Schlaf jetzt! (Dicker Mann fällt schnarchend auf Kind.) - Ahhhh! Räbääähhhhh! - Ruhe dahinten! Nach zehn Stunden ohne Pullerpause kommen wir in Legoland an. Das Kind weint. Mein Freund hat blutunterlaufene Augen. Ich knirsche mit den Zähnen. Ich: Was wollen wir uns denn zuerst anschauen? Freund: Paris! Kind: Ich muss pullern! Freund: Nix da, erst schauen wir uns Paris an! Ich: Verdammt, ich will aber London zuerst anschauen! Freund: Immer willst Du London anschauen Kind: Ich muss ... Ich: HÖRMA! ICH REDE JETZT JA? Kind: Ich hab mich eingepullert... Freund: Aaaahhhhrgh! Ich: AAAHHHHHHH! Ich: Hast Du was zum Wechseln dabei? Freund: Ich dachte, Du hast was eingesteckt? Ich: ICH? WIESO DENN ICH? (Streit entbrennt) Mein Freund reißt die Spitze des Eifeltums ab und wirft sie auf mich. Spitze des Eifelturms bleibt in meiner Schulter stecken. Ich: Verdammt! Das zahle ich Dir heim! (Ich schubse meinen Freund in Tatsch Mahal, Streit geht 8 Stunden weiter, alle Attraktionen sind zerstört, der Bus fährt vor, der Streit geht im Bus weiter) Ca. 28 Stunden nach der Abfahrt bin ich wieder Single oder tot, weil einer der Mitreisenden mich umgebracht hat - naja oder Mörder, weil ich eine/n der Reisenden umbringen musste - schließlich haben die auch Kinder dabei. Wir wünschen Ihnen interessante Stunden und weiterhin viel Freude mit Ihrem FamilienPass. Warum klingt das plötzlich so ironisch?
Zu meinem 30. Geburtstag bestehe ich darauf, dass all meine Verflossenen mir all die selbstgemachten Geschenke bringen, die sie zu meinen anderen Geburtstagen leider nicht geschafft haben, fertigzustellen. Allen anderen rate ich dringendst davon ab, mir Faltencremes, Stützstrümpfe und andere alterserscheinungenmindernde Präsente zu überreichen. Ich habe schon alles.
Bilderrätsel sind gerade in. Ich mache alles, was in ist. Frage: Wie lautet mein aktuelles Lieblingslied? Image Hosted by ImageShack.us Wer richtig rät, erhält eine Sicherheitskopie hat gewonnen.
> Ich hasse Ceranfelder!!! > Ich will Gas. > Hast du Dir schon mal die Küchen der großen Köche angeschaut??? Falls du mal wieder was brauchst, was die Leute spontan zum Lachen bringt, poste diese Email. Und? Musste jemand lachen?
Das Ergebnis sagt mir, dass ich nur so falsch sozialisiert bin, wie jeder Zweite. Image Hosted by ImageShack.us
Die Statistik zeigt, dass 126 Mal nach "nuf", 56 Mal nach "dienuf" und 45 Mal nach "dasnuf" gegoogelt wurde. Besonders verwunderlich finde ich den Hit 13 mal www.dasnuf.blogspot.com. Wer googelt denn nach URLs und warum? Wenn ich ein FAQ machte, welche Fragen müsste es beantworten?
20 Juni 2005
Irgendwo las ich von Telefonsexhotlines und erinnerte mich an meine Zeit als Weckdienstcallagent. Meine Schicht begann um 22 Uhr. Tagsüber waren in dem Großraumbüro mehrere Duzend Mitarbeiter. Abends waren da nur der Architekt, der nie sprach, Orang-Utan Klaus, Sven, der 18jährige Immobilienfachwirt, der nach Höherem strebte, Tina, die Schwedischstudentin und ich. Wir saßen in dem gut 200 Quadratmeter großen Raum eng aneinander platziert und telefonierten die ganze Nacht. Manchmal gab es lange Pausen und keines der Telefone klingelte. Die Frauentoiletten befanden sich am anderen Ende des Gebäudes. Mir gelang es nie, die richtigen Lichtschalter auf dem Weg durch das Haus zu finden. Einmal begegnete mir im Dunkeln der Pförtner. Er saß still auf einem Treppenabsatz und machte seltsame Geräusche. Als ich an ihm vorbei lief, sprang er auf und schimpfte auf mich ein. Im Mondlicht leuchteten seine Zähne khakifarben. Seit diesem Vorfall benutzte ich nur noch das Männerklo, welches sich gleich an unserem Großraumbüro befand. Jeden Abend um punkt 24 Uhr rief Daniel an. Wir fanden nie raus, ob Daniel ein Mann, eine Frau oder ein Kind war. Daniel fragte als aller erstes immer: Hast Du ein T-Shirt oder eine Bluse an? Wenn man antwortete man habe ein T-Shirt an, legte er auf. War dem nicht so, konnte man mit ihm stundenlang telefonieren. Jürgen hatte eine seltsam verstellte, quäkende Stimme und stellte gerne Fragen: Er wollte wissen, ob man sich nachts vor Vampiren fürchtete oder ob man Angst vor Kaninchen hätte. Daniel sagte, er sei 19. Seine Mutter lebte in Cottbus und er in Stuttgart. Am Wochenende führe er mit seinem Mofa seine Mutter besuchen. Eines Tages sei seine Mutter nicht mehr da gewesen. Er vermute, sie sei nun in Amerika. Eines Abends hatte ich eine Bluse an, aber keine Lust mit Daniel zu telefonieren. Ich sagte ihm, ich trüge ein T-Shirt. Er lachte heiser und sagte, das stimme doch gar nicht, ich solle nicht lügen, er habe gesehen, dass ich eine Bluse trage. Ich glaube, das war der Tag an dem ich paranoid wurde.
Seit ich in Berlin wohne, wünsche ich mir einen Balkon. Ich wünsche ihn mir so sehr, dass ich bereit wäre, mein Lieblingsschuhpaar zu verschenken, wenn ich dafür nur endlich einen Balkon haben könnte. Ein Balkon ist in der Stadt und nach Eintritt in das Arbeiterleben ein wesentliches Element der Mentalhygiene. Ich könnte Basilikumstauden und Zitronenbäume darauf züchten. Ich hätte eine sonnengelb-weiß gestreifte Markise und endlich ENDLICH gäbe es für die anderen Menschen keinen Grund mehr, mich aus meiner Wohnung zu locken. Sie tun dies oft mit den Worten: Du musst doch mal raus kommen. Ich säße auf meinem Balkon und müßte nie mehr in diese böse, unberechenbare Welt da draußen. Mit etwas Glück wird das jetzt bald endlich Wirklichkeit.
An sich bin ich recht hypothesengenerierungsfreudig. Zu einer Beobachtung des Alltags habe ich jedoch noch keine Erklärung. Warum sind alle BHs bei H&M gepolstert? Wer, ab Größe C braucht das - geschweige denn die Damen mit Doppel-D?!
Du suchtest nach: Image Hosted by ImageShack.us Hier meine Antwort: Ich erinnere mich an meine Jugend, in der ich regelmäßige MAD-Leserin war. Die MAD hat mir viele Tipps für mein nun erfülltes Leben gegeben. Eine Reihe von Ratschlägen beschäftigte sich mit dem beliebten Thema Hilfe, ich bin zu fett. Ich gebe gerne die Tipps weiter, an die ich mich erinnern kann. 1. Kaufe Dir alle Klamotten (auch die Jeans) mindestens zwei Konfektionsgrößen zu groß. Sie werden an Deinem Leib schlackern und man wird Dich sogar fragen, ob Du abgenommen hast. 2. Fettsein ist eine Frage der Relation. Halte Dich nur in Umgebungen auf, in denen alle anderen mindestens zehn Kilo schwerer als Du sind. 3. Quetsch Dich einfach trotzdem in die Jeans. Selbst wenn oben der Hüftspeck rausquillt und die Wachstumsstreifen blau anlaufen: Männer schauen gar nicht auf den Körper. Sie interessieren sich nur für Deinen Charakter und bestenfalls für Oberflächlichkeiten wie Dein Gesicht. Ganz ehrlich! Versprochen!
Es gibt bereits einen herausragenden Blog mit Filmkritiken. In der Regel wäre ich viel zu faul zu jedem Film, den ich gesehen habe, etwas zu schreiben. Nur habe ich just gestern einen Film gesehen, der unbedingt festgehalten werden muss. Der Titel des Films lautet "Birth". Bei Birth handelt es sich um den handlungsärmsten Film dieses Jahrzehnts – wenn nicht sogar des noch so jungen Jahrhunderts. Ein Jogger stirbt und hinterlässt eine junge Frau. Zehn Jahre später taucht ein zehn jähriger Junge bei der Witwe auf und behauptet ihr verstorbener Mann zu sein. Der Junge kennt alle möglichen Details aus dem Lebensumfeld der Frau, kann gemeinsame Bekannte und Verwandte beim Namen nennen und kennt Orte, an denen er noch nie war. Die Frau ist verstört, geht zu einem ehemals befreundeten Ehepaar und erzählt, dass ein zehn jähriger Junge aufgetaucht ist, der behauptet ihr verstorbener Ehemann zu sein und berichtet, dass er alle möglichen Details aus dem Lebensumfeld der Frau kennt, gemeinsame Bekannte und Verwandte beim Namen nennen kann und Orte kennt, an denen er noch nie war, was sie alles sehr verstört. In der Zwischenzeit sieht man von verschiedenen Schauspielern ein Close-up des Gesichts und kann sie minutenlang bei klassischer Musik dabei beobachten, wie beispielsweise die Unterlippe bebt oder Tränen in den Tränenkanal schießen. Vom Unterhaltungswert kann man sich den Film als Kondensat der langweiligsten Längen von Aviator in Kombination mit einem Nachtprogramm der öffentlich rechtlichen Dritten Programme vorstellen. Statt "langweilig" werde ich in Zukunft das Wort "Birth" verwenden. Der Vollständigkeit halber: Sensiblere Menschen als ich, haben eine etwas andere Sicht zu dem Film .
18 Juni 2005
Sehr schätze ich es, wenn sich Menschen von Nachbartischen in meine privaten Gespräche einmischen und mir gute Tipps für mein Leben geben. V.a. wenn sich die Situation wie folgt darstellt. Ich sitze, nachdem wir uns eine sehr schöne Wohnung angesehen haben, glücklich kaffeeschlürfend in der Karl-Marx-Allee und unterhalte mich mit meinem Freund. Neben mir sitzt eine leicht angedörrte Dame in Leinen und Strick und qualmt mich zu. Als sie hört wie ich zu meinem Freund sage: "Ich liebe diese Straße. Wenn wir mal ein Baby haben, können wir hier mit dem Wagen zwischen den Bäumen Spaziergänge machen.", dreht sie sich um und sagt: "Entschuldigen sie, wenn ich mich einmische. Sie finden hier die höchste Feinstaubkonzentration in Berlin! Kindern kann man nun wirklich was besseres bieten!" "Meinen sie beispielsweise rauchfreie Umgebung und hundescheißefreie Gehwege und Spielwiesen?", frage ich sie freundlich mit Blick auf ihren ponygroßen Hund. Pikiert brummelt sie weiter etwas über Feinstaub. "Wissen sie, in Norwegen soll die Feinstaubbelastung auch viel geringer sein..." Seltsam dass sie dann gar nicht weiter mit mir sprechen wollte.
Im Kino fiel mir neulich in der Bausparer-Spießer-Werbung ein eklatanter Regiefehler auf. Der bartstoppelige Kommunenpapa flirtet quer durch die Bauwagensiedlung mit einem strähnigen Hippie-Mädchen, während seine kleine Tochter von Mitschülern berichtet, die alle in Eigentumswohnungen leben. Das alternative Blumenfräulein hängt dabei Wäsche auf. Genauer gesagt, sie hängt durchsichtige Tangas auf die Wäscheleine. Wie realistisch ist das denn? Hippiefrauen finden es natürlich ihre Körperbehaarung zur Schau zu geben. Wie gehen denn Achselhaarnester, Beinbehaarung und Schambepelzung und sexy Unterwäsche zusammen?
Neuen Einkaufrekord aufgestellt: 2 Mäntel, 2 Pullis, 4 Handtaschen und 2 T-Shirts, 1 Armband und 1 Paar Ohrringe in weniger als einer Stunde gekauft. Das kommt davon, wenn Mango alles um 70% reduziert. Da werde sogar ich zur Kundin. Image Hosted by ImageShack.us Als ich mich in oben abgebildete Handtasche verliebte, war mir dann klar, dass der Entschluss sie zu erwerben, wieder eine Art Kaufkettenreaktion nach sich ziehen würde. Gelbe Handtasche und nichts passt dazu. Ein Samstagnachmittagsdrama, was sich ohne weiteres lösen lässt.
17 Juni 2005
These 2 in der Serie: Warum ich so geworden bin, wie ich bin. Als ich das erste Mal im Landschulheim war, trug sich folgender Dialog zu: - Nuf, warum ziehst du denn deinen Schlafanzug über deiner Unterwäsche an? (Alle Kinder starren mich entsetzt an) - Hm, wie macht ihr das denn? - Na, selbstverständlich ohne Schlüpfer! - Warum das denn? - Na zum Auslüften! (Ich wagte mich nicht weiter nachzufragen. Alle Kinder lüfteten aus - nur ich nicht und ich wußte nicht mal was. Dieses Erlebnis hat mich nachhaltig beeinflusst.) Für mein Seelenheil ist es deswegen rechtsstehendes Umfrage elementar ------------>
Lacher des Tages gestern bei Fräulein Finja. Ansonsten kann ich nur wärmstens empfehlen regelmäßig die Bild zu lesen. Da gibts so viele gute Tipps!
16 Juni 2005
Ab heute sammele ich Thesen, warum ich so geworden bin, wie ich bin. These 1. In der Grundschule habe ich mal die kleine Hexe gespielt. Hinter einer Wand musste ich Katzen, Bücher und Besen hervorzaubern. Weil ich so aufgeregt war, vergaß ich während der Aufführung beim Aufsagen meines Zauberspruchs von der Wand ein Stück beiseite zu treten. Mir fielen erst sieben Stoffkatzen, dann dreizehn Bücher und anschließend mehrere Reisigbesen auf den Kopf. Tapfer weinte ich meinen Text zuende.
Während ich so in den grauen Himmel starre, habe ich immer wieder tolle Ideen (ups, wie SELBSTVERLIEBT). Für eine meiner besten, benötige ich zwei Personen. Person 1 sollte über eine Videokamera und ein gewisses filmerisches Geschick verfügen. Person 2 muss schnell und mutig sein. Person 1 und 2 gehen auf meine Kosten ins Liquidrom. Sie tummeln sich unauffällig im Entspannungsunterwassermusikbecken. Wenn sich die anderen Badegäste auftriebschwimmend in tiefster Entspannung befinden, muss Person 2 mit großem Anlauf eine Arschbombe in das Becken machen und dabei "AAAAARSCHBOOOMMBBEEEEEE!!!" aus vollem Hals brüllen. Person 1 filmt das Ganze und bringt mir das Tape. Person 2 wird vermutlich verhauen. Macht aber nix, denn durch die Arschbombe wurde er/sie zum Held. Gibt es Freiwillige?
Ein zweites Projekt lässt sich leider nur in der Weihnachtszeit durchführen. Vorteil: Es können mehrere Leute teilnehmen. Wieder muss eine Person filmen. Die anderen tummeln sich in der Vorweihnachtszeit in den Potsdamer-Platz-Arkaden. Auf ein Signal hin, rennen sie zeitgleich auf den großen Weihnachtsbaum zu und müssen bis sie von den Sicherheitsleuten weggeschleppt werden, so viele Fake-Geschenke wie möglich auspacken. Der Gewinner bekommt ein Geschenk. Macht jemand mit?
Merke Logarithmieren macht Potenzieren rückgängig und umgekehrt. Wichtig zu wissen! Danke an alle Physiker und Mathematiker, die mich dies lehrten.
Image Hosted by ImageShack.us Das sollte uns zu denken geben.
Auch mir wurde ein Stöckchen zugeworfen : 1. Welches Buch hat es aus deiner Sicht verdient, auswendig gelernt zu werden? Ulyssess, dann wäre nachweisbar, dass dieses Monster überhaupt schon einmal komplett gelesen worden ist. Ansonsten arbeitere ich daran, die "Kurze Lebensläufe der Idoiten" von Ermanno Cavazzoni auswendig zu lernen, um sie allen, die das Buch nicht gelesen haben, erzählen zu können. 2. Leidest du mit den Charakteren im Buch? Kommt darauf an, woran sie leiden. Für Hysterie und andere Zustände des Wahnsinns bin ich anfällig. 3. Was hast du als letztes Buch gekauft? The Enchantment of Lily Dahl, Siri Husdvedt 4. Das letzte Buch, was du gelesen hast? Last Chance to see, Douglas Adams, Mark Carwardine 5. Welches Buch liest du gerade? Long Dark Tea Time of the Soul, Douglas Adams Der weiße Neger Wumbaba, Axel Hacke 6. Welches ist Dein liebster Klassiker (vor mindestens 50 Jahren veröffentlicht)? Die Gelehrtenrepublik, sofern das in diese Kategorie gehört (?), Arno Schmidt 7. Welches Buch hast Du mehr als 2 Mal gelesen? Einsam, Zweisam, Dreisam, Thommie Bayer Ein Amerikaner kommt nach Tokyo, Dave Barry Da schaue ich immer wieder gerne rein: Des Teufels kleines Wörterbuch, Ambrose Bierce Generell habe ich mit dem zwei Mal lesen aber nach der Pubertät aufgehört. Es gibt so viele Bücher, warum soll ich eines davon zwei Mal lesen? 8. Fünf Bücher, die du auf einer einsamen Insel zurücklassen würdest. Also Bücher aus denen man Feuer machen kann? Alle Lebenshilferatgeber, vor allem die hippen. Alle Schlaumeierbücher, allen voran: Zwiebelfischpseudohüter der deutschen Sprache, Spaßbremse Bastian Sick. 9. Wenn man Dich 3 Wochen in eine Mönchszelle in Klausur stecken würde, und Du darfst nur 3 Bücher mitnehmen, welche drei Titel würdest Du wählen? Das Gleichgewicht der Welt, Rohinton Mistry Everything is Illuminated, Jonathan Safran Foer Schiffbruch mit Tiger, Yann Martel Dann würde ich diese langweiligen Bücher vielleicht auch endlich mal zuende lesen... 10. Welche Kinderbücher magst du noch? Am Samstag kam das Sams zurück, Paul Maar Die kleine Hexe, Otfried Preußler Sophiechen und der Riese, Roald Dahl
Nach nur 24 Stunden ist mir jetzt endlich eingefallen, was ich gestern schreiben wollte, bevor ich mich quasi schreiberisch verlaufen hatte als ich über das Verlaufen schrub. Ich wollte schreiben, dass ich, nachdem ich mir vor siebzehn Jahren das linke Bein mehrere Male gebrochen hatte, wie eine Rentnerin Wetterumschwünge im Knochen vorausspüren kann. Herr Kachelmann könnte demzufolge täglich bei mir anrufen und mich fragen, was mein Knochen perspektivisch zu den Temperaturen in den kommenden Tagen zu sagen hat. Nachdem ich Montags also Beinschmerzen hatte, war mir Dienstag Abend klar, dass es nun endlich Sommer werden würde. Als ich Abends vom Kino in die U-Bahn stieg, entschied ich mich, einige Stationen vor meinem eigentlichen Ziel auszusteigen und zu Fuß nach Hause zu laufen, weil das Abteil mal wieder bestialisch nach "geruchsbelästigenden Verunreinigungen" (so nennt man das bei uns im Fachjargon) stank. Ich verließ folglich Hausvoigteiplatz den Untergrund und wanderte durchs nächtliche Mitte. Zum einen fiel mir dabei auf, dass ich in Berlin nachts eigentlich noch nie Angst hatte - was ich von Bamberg nicht sagen könnte. Dort gruselte ich mich auf nächtlichen Heimwegen grundsätzlich. Ich war mir sicher, dass es in Bamberg zwar potenziell weniger (quantitativ) Verrückte gab, dass aber jeder Verrückte deutlich verrückter (qualitativ) als die Verrückten in Großstädten ist. Demzufolge muss man sich keine schrägen Geschichten anhören sondern wird in Bamberg gleich umgebracht - jedenfalls wenn mal was passiert. Zum anderen scheint mein Geruchssinn nach 147 Tagen Nikotinenthaltsamkeit langsam wieder in Normalform zurückzukehren bzw. in einigen Fällen befürchtete ich schon, dass ich eine Art Supernase entwickelt habe. Das scheint mir unter Anbetracht des Umstandes, das Körperenden im fortgeschrittenerem Alter wieder beginnen zu wachsen durchaus logisch. Während ich also meine Supernase in den Wind hielt, fiel mir auf, dass die Stadt dank des Dauerregens viel besser riecht als gewöhnlich. Es duftet würziger und zum Teil kann man den Duft der Blüten der Bäume erschnüffeln. Da die Nacht lau war und man fast keine Autos mehr hören konnte, musste ich an meinen italienischen Opa denken. Dessen Hände dufteten immer nach frischen Basilikum.
Das Hebbel Theater macht immer wieder großartige Projekte.
An dieser Stelle muss ich eine weitere Phobie aufgreifen. Ausnahmsweise zähle ich mich nicht zu den Betroffenen. Die Betroffenen finde ich, unter uns gesagt, ziemlich merkwürdig. Es handelt sich um den Unwillen, in einigen Fällen starken Ekel, unbehandeltes Holz anzufassen. Unbehandeltes Holz tritt im Alltag v.a. in Form von Kochlöffeln und Eisstielen in Erscheinung. Ich bitte hiermit um anonyme Meldung der Betroffenen. Meinen Besucherstatistiken zur Folge, müssten sich hier mindestens 24 Leser melden.
15 Juni 2005
Ich fand ja schon [Dirk Pitt] (Dolch Grube) einen dämlichen Filmnamen. [Dot Wood] (Punkt Holz) übersteigt aber alles bis dato gehörte.
Seit "Die Dolmetscherin habe ich endlich einen fünften Mann für meine TOP 5 der geifererzeugenden Männer: Sean Penn. Er sieht so klug aus und ich mag sein Kinngrübchen. Bedauerlicherweise trägt er gerne Rotzbremse. Zum Glück habe ich seine letzten 37 Filme noch nicht gesehen, was ich ab dem Wochenende nachholen werde. Man reiche mir Taschentücher, damit ich die Spucke aus meinen Mundwinkeln wischen kann.
Ich verlaufe mich ganz gerne. In meinem Lebenslauf steht deswegen unter Hobbys: sieben, verlaufen, KiBoTu. Das ist sehr nützlich, denn in 90% aller Fälle sprechen wir so gut drei Viertel der Zeit über meine Hobbys. Ich verlaufe mich natürlich nicht absichtlich, aber selbst in bekannten Gefilden passiert es durchschnittlich einmal die Woche. In letzter Zeit ist ein Anstieg in der Verlaufshäufigkeit zu verzeichnen, da der Dauerregen selbst die mir vertrauten Ecken in einem Maße verändert hat, dass sie mir neu erscheinen. Es wuchern die Rosenstöcke, dass man mit Kettensägen in sie reinsägen könnte ohne den Eindruck einer üppig blühenden Hecke zu verlieren. Zwischen den Tramschienen erscheinen blühende Wiesen. An jeder Straßenecke wehen die kniehochwachsenden Gräser. Rein rational ist nicht nachvollziehbar, warum ich in traumwandlerischer Sicherheit immer genau in die entegegengesetzte Richtung los laufe, in die ich eigentlich müsste. Als ich noch für ein EU-Projekt gearbeitet habe, konnte ich so verschiedene Städte Europas intensiv kennen lernen. In Prag beispielsweise stellte ich fest, dass Bahnhöfe noch das sind, was sie vor zwanzig Jahren in Deutschland waren - v.a. nachts. Auf dem Stadtplan hatte ich vorher schon herausgefunden, dass ich vom hinteren Ausgang des Bahnhofs der schnurgeraden Straße Richtung Norden folgen musste, um zu meinem Hotel zu gelangen. Als ich den Hinterausgang gefunden und mich durch Prostituierte, Drogendealer und sonstige zwielichtige Gestalten geschlichen hatte, musste ich feststellen, dass die selbst für mich kaum zu verfehlende Straße eine Stadtautobahn war. Natürlich gab es keine zu Fuß begehbare Parallelstraße und so dauerte es keine fünf Minuten bis ich mich hoffnungslos verirrt hatte. Im Glauben an Europa bzw. eher in einer westlichen Arroganz war ich im Vorfeld davon ausgegangen, dass man in Prag auch mit Euro zahlen könnte, was natürlich nicht der Fall ist. Ein Taxi kam also nicht in Frage. Ich irrte und irrte und den Tränen nahe, fragte ich schließlich einen im Gesicht tätowierten Mann mit Kampfhund wie ich in das Hotel käme. Durch Gestiken versicherte er mir, dass ich ausschließlich mit der Untergrundbahn dorthin kommen könnte. Die U-Bahn koste aber 6 Kronen. Vermutlich konnte er keine Tränen ertragen und schenkte mir deswegen das Geld bevor er mich an die Hand nahm, mich zur U-Bahn begleitete, in das Abteil setzte und mir abschließend anzeigte an der fünften Station möge ich aussteigen. Als ich dort schließlich wieder an die Oberfläche kam, erblickte ich das Hilton. Das Hilton war leider nicht das Hotel was ich suchte, ich hatte aber verstanden, dass ich, wenn ich es sähe, nach Osten (links) gehen musste. Was ich nicht wusste war, dass Hilton in Prag ist im Grundriss ein Oktaeder. Natürlich wusste ich nicht wo Osten war und irrte als Folge dessen, dass ich nach links gegangen war, eine weitere Stunde durch die nächtliche Stadt. Gerade als ich aufgeben wollte und meinen Rollkoffer als Kopfkissen zurecht getreten hatte, erschien an der nächsten Straßenecke das Hotel. Ich schwor mir, nie wieder ohne Bargeld zu reisen. Nächste Woche erzähle ich, wie ich mich in London drei Stunden nach meinem Hotel suchte, weil ich keine Pfund dabei hatte.
14 Juni 2005
Gelegentlich bekomme ich das Gefühl, dass meine Obstphobie nicht ernst genommen wird, in schlimmen Fällen sogar als Erfindung abgetan wird. Aus diesem Grund habe ich mich entschlossen, in einer spannenden Serie meine abzählbaren Erlebnisse mit Obst zu schildern. Da vergangene Woche offiziell die Erdbeerzeit eingeläutet wurde, hier mein Erdbeererlebnis. Es trägt sich in dieser Jahreszeit des öfteren zu, dass ich mit meinen Freundinnen an einem Tisch sitze und helles Freudengekreische ertönt, wenn die Gastgeberin verkündet, dass sie nun Erdbeeren auftischen wird. Alle klatschen in die Hände und bekunden onomatopoetisch ihre Vorfreude auf die gereichte Köstlichkeit. Jahr für Jahr wird vergessen, dass ich keine Erdbeeren esse. Wenn ich also sage: „Ich esse keine Erdbeeren“, wird der Freude darüber Ausdruck verliehen, indem, ebenfalls Jahr für Jahr, der Satz: "Oh, dann haben wir ja mehr!" ausgesprochen wird. Eines Tages entschloss ich mich also, im sicheren privaten Raum eine Erdbeere zu verspeisen. Ich kaufte mit eine bei einem türkischen Obsthändler. (Ich möchte betonen, dass sich dieser Schritt als schwieriger als gedacht herausstellte. Offensichtlich wachsen Erdbeeren in zu 200 Gramm abgewogenen Schalen. Die Entnahme einer einzigen Erdbeere führt offensichtlich zu einem Ungleichgewicht in der gesamten Erdbeer-Produktions-Verkaufsindustrie). Zuhause wusch ich die Erdbeere. Sie erschien mir unnatürlich groß. Sie erreichte fast die Größe eines als S-kategorisierten Hühnereis. Sie war uneben und stank, wie die meisten Erdbeeren, bedauerlicherweise süßlich nach Erdbeere. Ich starrte eine gute halbe Stunde ihre Unebenheiten an und stellte fest, dass ich nicht in der Lage sein würde, sie komplett zu essen. Nach näherer Analyse der Problemsituation entschied ich die Erdbeere zu zerteilen, was das Geruchsbelästigungsproblem deutlich verstärkte. An dem Messer rann ekelerregende klare Flüssigkeit herab. Tapfer einen Würgereiz unterbrechend starrte ich die zerteilte Erdbeere eine weitere halbe Stunde an. Mein Ziel war es, eine halbe Erdbeere zu essen. Essen hatte ich im Vorfeld als mindestens drei Mal darauf rumkauen definiert. Mandalaartig redete ich mir ein, dass es wunderbar sein musste eine Erdbeere zu verspeisen und steckte sie mir todesmutig in den Mund. Was ich dann erlebte, war schrecklich. Statt einer zuckrig schmeckenden Frucht, ein säuerlicher Geschmack und überall diese kleinen Pocken, die von der Haut der Erdbeere abstanden. Haarig und pockig rieb sich die äußere Schicht der Erdbeere meine Zunge entlang, während das weiche Innere zwischen meinen Backenzähnen klebte. Es war G R A U E N H A F T. Alle Haare stellten sich vor Ekel auf. Ich habe es nicht geschafft drei mal zu kauen. Das Ganze Schreckenserlebnis konnte nur durch ein Beherztes herunterschlucken der Erdbeerbröckchen beendet werden. Erdbeeren sind demnach lebenslang von meiner Speiseliste gestrichen.
Nachtrag: In dem Zusammenhang auch mein Beileid für das lieblose Album von Coldplay, die offensichtlich gezwungen worden sind, in Kürze einen Abklatsch ihrer beiden letzten Platten zu machen. So wenig Weiterentwicklung und Innovation gibt es normalerweise nur im Schlagerbereich.
Dass ich alt werde, merke ich in letzter Zeit immer deutlicher an dem Widerwillen, welche die zwischen 6.30 Uhr und 7.30 Uhr gespielten Lieder bei Radio Fritz bei mir verursachen. Eines bei dem ich am liebsten aus dem Tiefschlaf aufspringen und das Radio durch das geschlossene Fenster werfen würde, ist "Californiaaaahhhh Californiaaahhh". Ich kann mich nicht an mehr Text erinnern, was dem Umstand geschuldet ist, dass dieses nervenzerfressende Lied nicht mehr Text hat. Was für ein Schwachsinn. Ich will keine Lieder hören, die Bundesstaaten besingen. Man stelle sich das selbe Lied mit "Thüringen, Thüüüüüriiiingen" vor. Das ist keine Musik, das ist Körperverletzung! Vermutlich ist es jetzt soweit. Schüss Radio Fritz hallo Radio eins.
13 Juni 2005
Alle Bemühungen erfolglos. Der Enthusiasmus vergeblich. Schade.
Zum Stichwort: "Leer stehende Kirchen nehmen v.a. im Innestadtbereich wertvolle Parkgelegenheiten weg" (Zitat Dieter Wischmayer): Nehmen wir an, ich kaufte eine Kirche und wöllte sie anders nutzen. Welche Schritte müsste ich für ihre rituelle Entweihung in die Wege leiten? Wenn ich mich recht an meine katholische Kindheit erinnere, wird normales Weihwasser durch Gebete und gute Wünsche in Weihwasser transformiert. Bei einer Entweihung müsste es sich demzufolge um eine Art Inversweihe handeln. Wobei das Entheiligen sicherlich ein anspruchsvollerer Prozess ist als umgekehrt. Ich nehme an, bei Entweihungen muss mindestens ein Huhn geschlachtet und eine Jungfrau gepoppt werden?
12 Juni 2005
Da ist sie wieder die 60 Stunden Woche. Zur Aufheiterung wollte ich mir diesen Nivea Volume Shine Gloss Lippenstift kaufen, damit ich endlich auch Lippen wie Fahrradschläuche haben kann. Nach 37 Schichten habe ich es aufgegeben. Immer wieder falle ich auf diese Beautylügen rein.
10 Juni 2005
My home is my office Bringt mir Essen und Wasser!
09 Juni 2005
P.S. Mir war schon so lange mal nach was Schauderlichem.
Im Grunde wollte ich einen Beitrag hierfür schreiben. (Bemerkung am Rande: WARUM HAT MICH DA NOCH NIEMAND NOMINIERT?) Als Thema kam für mich nur in Frage entweder etwas über das Essen oder aber über Sex zu schreiben. Ich ging gestern Nacht also in mich und versuchte eine absurde Geschichte aus meinem Leben zu finden, die entweder das eine oder das andere Thema abdeckt. Dabei ist in meinem Kopf lediglich die perfekte Horrorsituation entstanden, denn es vermischten sich im Halbschlaf die Themen und ich erinnerte mich an eine Freundin, die es total erotisch findet, sich Erdbeeren aus dem Bauchnabel schlabbern zu lassen. Für mich als Obstphobiker eine einigermaßen widerwärtige Vorstellung (Zum Vergleich für die Durchschnittsfrau: Wie geil macht Sie die Vorstellung sich Vogelspinnen aus dem Bauchnabel knabbern zu lassen?). Das ist natürlich übertrieben. Für die verschiedenen Obstsorten, gibt es eine klare Ekelhierarchie. Erdbeeren sind als vergleichsweise harmlos einzustufen. Die schlimmste, grauenerregendeste, würgereizerzeugende und abstoßendste Frucht ist unangefochten die Mandarine. Ich bin mir sicher, wenn ich mich zwischen einer Schale Fäkalien und einer Mandarine entscheiden müsste, ich wäre eher in der Lage mich mit ersterer anzufreunden. Während mein Gehirn langsam zu den Betawellen wechselte, rutschte die Mandarine den geistigen Körper hinab und landete in einem Haarbusch. Als Trichipathophob potenziert sich das Grauen in diesem Moment logarithmisch. Ich habe dann länger darüber nachgedacht, ob es in meiner Vorstellung irgendwas schauderhafteres gibt, als die Vorstellung einer vor Saft triefenden Mandarine in einem Nest gekräuselter Haare. Es fiel mir was ein: Die selbe Frucht, umschmiert von Nutella in einer haarigen Körperöffnung steckend. Und die Moral von der Geschichte: Rasieren ist wichtig und gut!
08 Juni 2005
Happy 10.000 Zugriffe seit Februar.
07 Juni 2005
Weil heute die Rechner zwei Stunden nicht funktionierten musste ich mal wieder Geld ausgeben. Ergebnis sind zwei CDs (Gwen Stefani & Back Eyed Peas)und zwei Paar Ohrringe. Eines indiskutabel teuer, da Opale. Ich werde sie mir vorträglich zum Geburtstag schenken und falls das Unglück bringen sollte, werde ich sie mir als Auszeichnung schenken, weil ich sieben CDs wieder zurück gelegt habe, statt diese auch noch zu kaufen. Setzen 1 in Beherrschung, Frau Nuf!
Ich suche meine drei hysterischsten Geschichten. Vorschläge? Erinnerungen?
06 Juni 2005
Mal ne Frage: Wer ist Izmir Übel?
Reisequiz: Um welches Land handelt es sich in nachstehender Beschreibung einer Reisenden: Ich weiß nicht, ob es in *** wirklich Städte gibt. Ich gehe nicht davon aus. Diese Annahme drängt sich durch das aufmerksame Beobachten der Umgebung auf. Die Landschaft links und rechts der Autobahn ist karg und trocken. Man sieht eigentlich nur gemähte Weizenfelder. Keine Häuser, kaum Bäume, nichts eben. Ach so, das stimmt nicht. Gelegentlich fährt man an Atomkraftwerken vorbei und es gibt Unmengen rechteckiger Heuballen (ist hier >>Ballen<< noch ein angemessener Begriff?). Um die Autofahrer am Einschlafen zu hindern befinden sich rechts und links der Autobahn bunte Kugeln, Kreise, Vierecken, Stangen und Quader. Die gesamten 800 Kilometer geben genau dieses Bild wieder. Ich hatte kurzzeitig die Vermutung, dass ich wohl kurz nach der Abfahrt einen tödlichen Unfall hatte und das die Hölle ist. Die Hölle ist eine zirkuläre Autobahn in ***. Die Teufel sitzen in langsamen Autos und blockieren entweder die linke Spur oder sie fahren rechts und blinken stundenlang links und warten auf den Moment, in dem man sich entscheidet trotz aktivierten Blinkers und stundenlanger Unentschlossenheit des Vordermanns zu überholen und ziehen dann erst auf die Überholspur.
Montage die so beginnen deuten dem Optimisten an, dass der Rest der Woche lediglich besser werden kann. In den Ohren viel zu laut Chemical Brothers schmeiße ich mich todesmutig in den fast geschlossenen Aufzug und rufe ein fröhliches "GUTNMORGN!" in den Kubus als ich merke dass ich gerade den Geschäftsführer in besten Absichten angebrüllt habe. Ich stelle schnell die Musik aus und will den Kopfhörer abnehmen als ich mich mit der Schnur in einem meiner Ohrringe verheddere. Bis zur vierten Etage sind dann auch meine Haare im Knoten integriert und ich kann den Kopf nicht mehr gerade halten, während ich wie Quasimodo ins Freie trete und ein verschämtes "Schüss" im Lift zurück lasse. Der Geschäftsführer schüttelt verständnislos den Kopf und wiederholt meine ungebührliche Verabschiedung.
Ich bin aus dem wilden Alter raus, dachte ich. Alte Tagebucheinträge beweisen mir jedoch, dass ich mich niemals in einem wilden Alter befand. Wenn meine Kinder in 24 Jahren Urlaub wie ich mit 24 machen, werde ich immer beruhigt schlafen können: „Es ist ungefähr der 20. August, der schätzungsweise vierte Tag unseres Urlaubs. Es könnte auch der zehnte sein, ich erinnere mich nicht mehr genau. Der vierte Tag heißt: Ich habe einen Sonnestich, A. einen Vollbart, Ch. ein frisches T-Shirt und M. sieht aus wie jeden Tag. Ich muss sagen, der Urlaub artet in Freizeitstress aus. Von der ständigen Rumliegerei bin ich total erschöpft. Die Tagesmission lautet über die erste Wellenfront hinaus zu kommen. Die ersten drei Tage habe ich das nicht geschafft. Meist verpasse ich den günstigen Wellenüberwindungspunkt, was zur Folge hat, dass ich unter die Welle gerissen werde. Mit etwas Glück wird man an den Strand zurück gespült. In weniger glücklichen Fällen wird man mit Verzicht auf zwischenzeitliches Luftholen in die nächste Welle gespült. Ab und zu fliegt ein Hubschrauber über uns hinweg und transportiert Leute ab, die mutiger aber dafür weniger erfolgreich als ich waren. Nach zwei Stunden, zwölf Liter Salzwasser und 137 Gramm Sand im Mund, gebe ich auf. Den Rest des Tages verbringe ich mit Eincremen. Immer wenn ich an den Zehenspitzen angekommen bin, beginne ich wieder mit meiner Stirn. Die Jungs liegen geifernd im Sand und betrachten barbusige Strandschönheiten. Am Nachmittag bekommen wir Hunger und machen uns auf den Weg zum nächsten Supermarkt. Auch dieser Weg erweist sich als höllengleich, denn vor uns zieht eine Zirkusparade die Strandpromenade entlang. Meine Verwunderung und mein Mitleid gelten vor allem einem Menschen, der als Löwe verkleidet blind den Weg entlang rumpelt. Er wird vom Dompteur in regelmäßigen Abständen gepeitscht und verliert im Kunstpelz bei ca. 40 Grad sicherlich 60% seiner Körperflüssigkeit. Unser Einkauf besteht, wie üblich, aus 52 Flaschen Bier, zwei Baguettes und ein Paar Keksen. Während die Kerle abends das Bier trinken, erfreue ich mich an einem gekühlten Seven-up und gehe pünktlich um 22 Uhr ins Bett. Am nächsten Morgen weckt uns der Chef de Camping, der in einer unglaublichen Geschwindigkeit und ohne Rücksicht auf den Aspekt, dass wir im Grunde noch schlafen, einen Vortrag zum Thema „Feiern ja – aber nicht so.“ Ich habe keine Ahnung wovon er spricht und während ich noch darüber nachdenke was er gegen Seven-up haben könnte, höre ich mich auf französisch dummes Zeug plappern. Offensichtlich ist mein Französisch so mitleiderregend, dass wir die einzigen sind, die bleiben dürfen. Alle anderen im Umfeld von einem Kilometer werden des Campingplatz verwiesen. Ich wünschte, ich hätte mitbekommen, was in der Nacht vor sich ging. Ärgerlicherweise habe ich zu fest geschlafen und A., CH. und M. können mir keine Auskunft geben. Sie wirken leicht komatös. Da jetzt die besten Plätze frei sind, überreden mich A., Ch. und M. den strategisch günstigen Platz neben Duschen und sanitären Anlagen zu nehmen. Die Herren freuen sich deutlich mehr als ich. Meine Freude ist eher pragmatischer Natur, wohingegen ihre eher hormoneller sein muss. Sie liegen bäuchlings vor den Zelten und teilen weibliche Wesen in Busen, Beine und Ärsche ein, während ich mich darauf konzentriere eine Ausgangsthese für meine Diplomarbeit zu entwickeln. Ich schreibe in meine Kladde "Kommunikation ermöglicht partielle Parallelisierung der Realitätsvorstellung" und entscheide mich, heute Abend mal ein Bier mit den Jungs zu trinken. Das dient der Tarnung. [...]“
Nach dem Abitur fuhr ich mit meinem besten Freund R. zu meiner Oma nach Sizilien. Traditionell lud man am ersten Freitag zum Essen in die Campagna ein. Bevor wir am Tisch Platz nehmen konnten, musste ich mich vom kompletten Dorf in die Backe kneifen lassen und hören wie groß ich geworden sei. Als alle zahnlosen Omas mit der Begutachtung meines Wachstums und dem Bedauern meines Nichtverheiratetseins fertig waren, nahmen wir an einer großen Tafel Platz. Der romantisch Verklärte sieht im Geiste vielleicht einen langen Holztisch mit weißer Tischdecke, bauchigen Kristallweingläsern und weißem Porzellan, der von Blumen und Kerzen geschmückt ist. Bedauerlicherweise sehen so die Esstische in Italien nur in Filmen oder für Touristen aus. In Wahrheit handelt es sich um tapieziertischähnliche Vorrichtungen, die mit Papierdecken zugeklebt sind. Der Wein wird in Plastikbechern serviert und die einzelnen Gänge kredenzt man auf Papptellern. Lediglich zu außergewöhnlichen Anlässen, so wie beispielsweise einem Deutschlandbesuch gibt es Metallbesteck. Ansonsten sägt man sich mit Hilfe eines Plastikmessers an einem Stück Fleisch die Nerven durch. Wenn die Gastmutter aus der Küche kommt, wickeln sich alle Anwesenden Küchentücher um die Hälse und sobald der Erste etwas hat, wird losgegessen. Es ist wichtig dabei zu schmatzen und gleichzeitig möglichst laut zu reden. Extrapunkte gibt es wenn man beim Gestikulieren Gläser oder Schüsseln umwirft. Der erste Gang, ein harmloser Krabbencocktail war schnell gegessen. Ich ließ, wie alle Italiener, den Salat in der Plastikschüssel. Mein Freund verputzte gerade das letzte Blatt als die Reste des ersten Gangs im Müllbeutel verschwinden. Als zweiten Gang reicht die Frau des Hauses Nudeln mit einer einfachen Tomatensoße. Die Soßen in Sizilien sind dickflüssig und süß. Chiara läuft, nachdem vor jedem Gast ein Teller steht, um den Tisch und wirft handtellergroße, intensiv duftende Basilikumblätter auf die Tomatensoße. Es ist köstlich und doch esse ich als leiderprobte Familienfestesserin nur die Hälfte. Ein Blick auf meinen Freund an der anderen Ecke des Tischs zeigt, dass er sich stolz wähnt, den Teller bezwungen zu haben. Ich versuche ihn durch das lautstarke Tischgespräch hindurch zu warnen, da ihn noch einiges erwartet. Meine Worte ereichen ihn nicht und so schickt er mir nur ein fröhliches Lächeln zurück, während meine Cousins ihn mit ihren aus "Eins, zwei, Polizei, Hallo, Tor" bestehenden Deutschkenntnisse beeindrucken zu versuchen. Als erste Hauptspeise gibt es einen fangfrischen Tintenfisch. Ich verweigere mich unter Bezugnahme auf weibliches Ekelgekreische das saugknopfübersähte Ungeheuer zu verspeisen. Im Augenwinkel sehe ich, wie R. langsam schwächelt. Als er die 2. Hauptspeise erblickt, weiten sich seine Augen im Erstaunen. Er sammelt seine letzten Kräfte und erbleicht als nach einem kurzen Zwischenespresso die Käseplatte gereicht wird. Meine Verwandten wedeln mit Käsestücken in der Luft und rufen "Probieren, probieren, gut, gut!". Tapfer stopft er sich Käsehäppchen um Käsehäppchen in den Mund. Als nach einer kurzen Verschnaufpause ein Kuchen aufgetischt wird, sieht er resigniert aus und jubelt leidenschaftslos im Canon meiner Verwandtschaft "Leckaleckalecka". Nach der letzten Gabel sinkt er erschöpft in den Plastikstuhl. Auch ich habe meine liebe Not noch mehr Essen in mich zu stopfen. Meine Tanten strecken mir kuchenbeladene Gabeln entgegen und versichern mir, dass ich aussehe wie ein Skelett und vermutlich aus diesem Grund noch niemand um meine Hand angehalten hätte. Während ich mir sehnlichst einen streunenden Hund unter den Tisch wünsche, der meine Kuchenreste verputzt, wird schon die Eisbombe gebracht. Erschöpft rühre ich das Stück Eistorte in der Hoffnung, es möge schmelzen und niemand möge merken, dass ich nichts davon gegessen habe. Als der letzte Gast den Löffel fallen lässt, packt Chiara die Papiertischdecke an den Zipfeln und schmeißt sie abzüglich des Bestecks mit allen Essens- und Plastikgeschirrresten lautstark in die Mülltonne. In das Reisetagebuch schreibt R. Abends, er habe sich wie ein Mastschwein gefühlt. Seltsam, denn ich habe nach dem zweiten Gang an Gänsestopfleber denken müssen. preisbloggen
Beschwerden bitte an mich. Am Freitag habe ich einen Regenmacher geschenkt bekommen, der über die Maßen gut funktioniert. Ich gebe zu, dass ich Freitag Nachmittag mehrere Stunden damit gespielt habe. Ab morgen wird das Wetter wieder besser. Versprochen. Image Hosted by ImageShack.us
01 Juni 2005
Relativitätstheorie für Mädchen funktioniert so: wenn Du mit Kerlen zusammenarbeitest, bist Du das süße, kleine, zierliche Mädchen. Sobald Du mit 1,68 m nur noch mit 1,55 m großen Frauen zusammenarbeitest, bist Du der Godzilla unter den Frauen. Warum muss ich den ganzen Tag an "Angriff der 30 Meter Frau" denken?
Die neue Bonbonmarke Rachengold Milch&Honig beschert interessante Geschmackserlebnisse. Erst finde ich es ekelig, weil es mich an das weit verbreitete Milch&Honig Duschgel erinnert. Dann schmecke ich die Milch und lobpreise die Chemieindustrie, die es möglich macht, dass ich Milch lutsche. Dann kommt die leichte Chillinote, die mich schwanken lässt, ob ich es mag oder nicht und ganz am Schluss kommt dieser Geschmack, den man aufschlürft wenn man ein Glas warme Milch mit Honig fast leer getrunken hat und nun den letzten dickflüssigen Rest vom Boden der Tasse trinkt.
Nachtrag zur Nebenhöhlenentzündung. Seit dem Winter kann ich mir ohne große Mühe Eiteransammlungen aus den Nebenhöhlen rotzen ziehen. Können das alle Menschen oder habe ich eine spezielle Gabe erworben?
Rossmann zwang mich gestern für mehr als 15 € einzukaufen. Nur dann bekommt man nämlich den Seaworld two for one-Gutschein. Es ist echt schwer 15 € in einer Drogerie zu lassen. Ich habe das teuerste (4 lagige!!!) Toilettenpapier genommen, das erste Mal in meinem Leben Kosmetiktücher gekauft, ein extragroßes Paket Waschmittel und alles was das Herz meiner Putzfrau glücklich macht. Sie wird staunen! Für jede Oberfläche hat sie jetzt eine Chemiebombe. Sie mag das. Als ich ihr Putzmittelportfolio auf Essigessenz und Scheuerschwamm eindampfen wollte, ist sie fast ungehalten geworden. Sie sagte "Domol auche gute, isse billige und auche für geizige Frau. Aber nur Natura isse nix taugt für schliemme Verschmuzung!" Hach ja, sie ist sehr streng, aber sie meint es gut mit mir. Erwähnte ich schon, dass sie mir auch Schönheitstipps gibt (die ich an dieser Stelle gerne weitergebe) 1. Majonäse unde Eie gut gemischen und in Haare. Warte sehn Minute und sehe dass nach auswasche Strohhaare wieder wie neu! 2. Vichy hatte Kräme gegen hässlische Fetthaut. Morgens aufgetragn und ganse Tag schene Frau. 3. Mit Koralleschwamm Gesischt berubbele macht schene Haut und gibte Farbe damit nich aussehe wie Leische.
Warum sind Geburtsvorbereitungskurse so albern? Wenn meinem Mann ein Leporello übergeben wird, in dem steht, er solle bei der Geburt sagen: "JaAAAAAaaa, jaaaaahhhh, mach es Waaaaaaait auf, laaass es rauuuuuus das Kind, guuuuut, jaaaa!", frage ich mich, wie man als Frau hysterisches Gelächter unterdrücken soll. Zähne zusammen beißen ist auch untersagt, schließlich presse man dann den Beckenboden zusammen. Man solle nicht "ihhhhhhh" kreischen sondern sich auf dunkle "Aaahhh" und "Ohhhhhhh"-Vokalausrufe beschränken. Da gelobe ich mir die italienische Art Kinder zu bekommen. Datum errechnen, PDA verpasst bekommen, Kaiserschnitt, fertig. Kind sieht super aus, Mama sieht super aus und man ist nicht so traumatisiert, dass man nie mehr Kinder bekommen will.

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