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28 Juni 2005
Neulich an einem öffentlich einsehbaren Ort, fiel mir ein Ehepaar unangenehm ins Auge, weil schamlos Körperhygiene betrieben wurde. Gegen Sauberkeit ist im Grunde nichts einzuwenden. Wer kennt nicht den kaum zu unterdrückenden Impuls auf ein Taschentuch zu spucken und gerade bemerkte, durch den Verzehr von Schokoladeneins zurückgebliebene Flecken in den Mundwinkeln des Gegenübers zu entfernen? Es gibt aber Tabus! Das als Regel formulierte Tabu lautet in diesem Fall: Das öffentliche Ausdrücken von Mitessern und das Beseitigen von Hautunreinheiten aller Art, ist zu unterlassen. Wie zwei Schimpansen saß das Paar auf den Stufen eines Bürogebäudes. Er, seinen behaarten Rücken stolz präsentierend ohne T-Shirt und sie, ihre angeklebten Fingernägel der einzig sinnvollen Verwendung zuführend, Eiterpickel ausdrückend. Als wäre das nicht schon übelkeiterzeugend genug, muss sie die gelblichen Würste stolz betrachten und zwischen ihren himbeerfarbenen Nägeln prüfend verreiben. Besonders schöne Exemplare mit schwarzen Enden oder aber durch ihre ununterbrochenen Länge bestechend, werden dem Männchen unter die Nase gehalten, auf dass er sie lobpreise. Wenn ich das beobachte, möchte ich mit Sagrotan bewaffnet auf die beiden zulaufen, sie absprühen und dann eine grob gewebte Decke über sie werfen, um sie keimfrei zu rubbeln.

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