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31 Juli 2005
Image Hosted by ImageShack.us Erste Eindrücke aus Legoland.
29 Juli 2005
Original und Fälschung (Von Deutsch nach Französisch, nach Englisch und zurück nach Deutsch) Am Wochenende konnte ich als Zeuge an einem merkwürdigen Fall teilnehmen. Ich war Gast auf einer Verbindung. Mit mir gab es mindestens zwanzig andere Frauen von einzelnem. Als man zu den spektakulären Traditionen "WirfWirf-den-Brautstrauss-Brautstrauss" kommt, gruppierten Erfassungsinteressierte alle in einigen Reihen im Platz, der für die Aktion geplant wurde. Die Braut strahlt aus, die Ladung fliegt. Wir werden nervös. Der Winkel des Strahles tritt das Drehen, alles wird flatterig. Die Blumen schleiern in meine Richtung und pfffft die ganzen Mesdames bilden gleichzeitig ein Stadium und springen beherzt rückwärts. Der Blumenstrauß berührt den Boden. Die Damen betrachten aufschiebend die Blumen. Ich schaue auf die kalt Vermählte und fungiere in einer Entlastungsweise, entferne mir ein Herz und kicke die Sache.
Gespräche am Mittagstisch, so wie ich sie mag: P1: Also ich bin leider zu leicht, um Blut zu spenden P2: Ich auch Ikke: *grmpf* Wie schwer muss man denn sein? P1 + P2 im Kanon: 50 Kilo P1: Dabei würde ich wirklich gerne Ikke: Zieh Dir doch was schweres an. P2: Das müsste dann doch sehr, sehr schwer sein! Ikke: Dann trag einfach ein schwarzes Loch. Krankenschwester beim Wiegen: WAAAAAAAASS? Sie wiegen 700.000 Tonnen? P1: Sieht man mir gar nicht an, oder? P2: Was macht man denn nach dem Blutspenden mit dem schwarzen Loch? Ikke: Einfach in die Wohnung hängen? P1: Geht nicht, es würde andauernd alles verschlingen. P2: Stimmt, das ist ein Problem Drei Frauen schauen sich ratlos an.
Dialog mit anonymen Teilnehmern: - Was, wenn das SAS unsere Gunst durch kostenlose Übernachtungen kaufen will? Da lehnen wir ab, oder? - Quatsch! Ab zwei Nächte machen wir mit. Und ich will im Aquarium baden!
Habe heute was Schönes entdeckt. Wenn ich Fotos von der Wohnung mache, ist der Makler ganz heiß drauf mir noch mehr Wohnungen zu zeigen. Wenn ich dann keine Fotos mache, fordert er mich auf: - Wollen Sie hier keine Fotos machen? - Nope - Soll ich ihnen noch eine andere 4-Zimmer-Wohnung zeigen? Dabei habe ich auch eine 2 Zimmer Wohnung gesehen, die eine dieser 90qm-Terassen hat, die ich gerne hätte. Jemand Interesse an der Wohnung (um die 70qm)?
"Von 14 bis 19 Uhr können Berliner und Touristen mit Blick auf das große Hotelaquarium Blut spenden und sich dabei mit kostenlosen Getränken und Snacks aus der Küche des Hauses versorgen lassen. Auch die Hotelmitarbeiter vom Manager bis zum Zimmermädchen sind zum Blutspenden aufgerufen, teilte das Radisson mit. Die Aktion ist eine gemeinsame Idee des DRK-Blutspendedienstes und des Hotels gegenüber dem Berliner Dom." Quelle: Muhhaaahaaa Es ist kein leichtes Los, wenn man andauernd Beschwerdebriefe verfassen muss. Meinen letzten schrub ich an das Radisson SAS. Da verkündete man gestern großzügig den DRK Blutspendedienst aufzunehmen und somit den Blutspendern die Lokalität von der besten Seite zu präsentieren. Die beste Seite für die Blutspender Berlins ist ein fensterloser Konferenzraum, der nicht klimatisiert ist und gut versteckt im hinteren Teil des Gebäudes liegt. Den freiwilligen Helfern wird es schön schwer gemacht, indem sie angewiesen werden, für Gäste absolut unsichtbar zu sein: "Sie können die Formalitäten nicht vor dem Konferenzraum aufnehmen, dann sehen die Gäste doch, dass hier Blut gespendet wird!" Uhhhhhh! Aber dann im Fernsehen irgendwas von sozialer Verantwortung faseln. Großartig. Sollte mich nun im Job jemand fragen, ob ich die Örtlichkeiten des Radisson SAS Berlin im Zusammenhang mit Veranstaltungen oder Konferenzen kenne, werde ich ausführlich von der Blutspendeaktion berichten. Im Schreiben des DRK mit dem Hotel steht: Auf jeden Teilnehmer warten Überraschungen! Yeah! Was bin ich überrascht, dass das Hotelpersonal leider nicht sagen kann, wo man zum Blutspenden hin muss. Was bin ich überrascht, dass es keine Beschilderung gibt (Für Konferenzen stellen sie das doch auch zur Verfügung) Was bin ich überrascht, dass ich mehr als eine Stunde warten muss. Was bin ich überrascht, dass der Raum weder Klimaanlage noch Fenster hat und es über 35 hat. Was bin ich überrascht, dass ich nach dem Spenden aus der Lobby gescheucht werde, weil mein verbundener Arm die schreckhaften Gäste schockiert. Glücklicherweise ist mein Blut nicht für die Manager des Radisson und so konnten wir gemeinsam mit den anderen Wartenden ein bisschen gute Stimmung verbreiten, indem wir eine Highscoreliste für die Eisenwerte anlegten. Ein freundlicher Rentner versuchte Wartende zu verkuppeln, während die Krankenschwester meinen Freund von meinen inszenierten Anmachversuchen zu bewahren versuchte. Dann ließen wir uns alle gleichzeitig an die Beutelchen legen und wetteten, wer zuerst die 500ml voll geblutet hat. So hat es am Ende doch Spaß gemacht und ich kann immer nur sagen: Geht Blutspenden, das ist gesund und für die Damen: 500 Gramm abnehmen in max. 15 Minuten! Das ist doch was!
28 Juli 2005
These 3 in der Serie: Warum ich so geworden bin, wie ich bin. Bis zu meinem 13. Lebensjahr kannte ich nicht die korrekten medizinischen Begriffe für die Geschlechtsteile. Bei uns zuhause hieß das "Ucelino" (Vögelchen) und "Fiorelina" (Blümchen). Ich war felsenfest davon überzeugt, dass es sich hierbei um gebräuchliche Begriffe handelt. In der siebten Klasse hatten wir dann Sexualkundeunterricht und der Lehrer behauptete, dass das Ucelino Penis genannt wird und die Fiorelina gar Scheide. Ich widersprach. Alle Kinder lachten. Der Lehrer lachte. Ich wurde ärgerlich. - Es heißt ganz bestimmt nicht Pänis oder Schaiä! - Tut mir leid, Nuf, das sind die tatsächlichen Begriffe. Deine Eltern haben dir das nur nie gesagt. - Das ist ganz unmöglich!, kreischte ich rot vor Wut - Ich fürchte .... Weiter kam der Lehrer nicht. Ich brachte ihn mit einem kräftigen Tritt an das Schienbein zum Schweigen. Darauf hin wollte er mit meinen Eltern sprechen, was mir ganz recht war, denn die würden ihm endlich erklären, wie die Dinger wirklich hießen! Als meine Eltern vom Nachbesprechungstermin mit dem Lehrer heimkehrten und mir die unumstößliche Wahrheit sagten, schloss ich mich das ganze Wochenende in mein Zimmer ein.
Am Wochenende ist es soweit. Wir fahren nach Legoland. Wenn ich in meinem Bekanntenkreis herumfrage, so scheint es mir, als sei bereits jeder schon mal in Legoland gewesen. Nur die kleine Nuffi nicht. Lediglich zwei Mal war ich mit meinen Eltern in Geiselwind. Dort gibt es so einiges an Fahrgeschäft, was mich aber nie interessierte. Was ich da richtig toll fand, war das Affengehege. Die Affen laufen dort frei umher und man kann durchlaufen. Jedenfalls bis 1980. Dann passierte etwas, das zur Schließung des Affengehege führte. Es war Frühling 1980. Ich hatte meinen Jeansoverall mit Schlaghosen an. Ich wog ca. 22 Kilo und war 1,20 Meter groß. In der Hand hielt ich eine Banane. Diese wollte ich nach und nach an die lustigen Affen verfüttern. Da stand ich und wedelte mit der Banane, um die Affenhorde auf mich aufmerksam zu machen. Nach nur wenigen Sekunden erspähte einer der Oberaffen das leckere Obst in meiner Hand, rannte in einem Affentempo (ha, ha!) auf mich zu und entriss mir selbige. Das hat mich sehr, sehr wütend gemacht. Doch nicht gleich die ganze Banane! Den Plan hatte ich anders ausgetüftelt! "Böser Affe!", dachte ich und rannte den Affen hinterher. Im vorderen Stück des Geheges gab es keine Bäume und so dauerte es nicht lange, bis ich den Affen eingeholt hatte. Ich entriss ihm die Banane. Das wiederum entsprach nicht den äffischen Erwartungen und der Affe nahm mir die Banane erneut ab. Ich lies mir das noch zwei, drei Mal gefallen, dann schlug ich den Affen. Der Affe ließ sich nicht lumpen und haute kurzerhand zurück. So keilten wir uns, bis der doofe Affe schließlich anfing mich zu beißen. In der Zwischenzeit war mein Vater zu uns gerannt und zog den Affen weg, der sich mit beiden Händen in meinen Haaren festkrallte. Von der anderen Seite kam der Tierpfleger und zog mich weg, was sich ein wenig schwierig gestaltete, weil ich den Affen würgte. Der Affe wurde verhauen, ich wurde verhauen, das Affengehege geschlossen. Das ist die traurige Wahrheit.
Sensationell! Gerade rausgefunden: Als ich geboren wurde, schürfte mein Freund Gold in Legoland.
Als Frau kann ich grundsätzlich andere Frauen nicht leiden. Der Antipathiewert steigt direkt proportional mit dem Schönheitsgrad der Konkurrentin. So kommen leider 99,9% aller Hollywoodschauspielerinnen für die Stelle "Nufs Busenfreundin" nicht in Frage. Besonders abstoßend finde ich Frauen, die, wenn man genauer hinschaut, nicht mal gut aussehen und trotzdem vom gesamten Mannvolk begehrt werden. Scarlett Johansson ist da ein glänzendes Beispiel. Der ein oder andere Journalist lässt sich sogar zu der Aussage hinreißen, dass es sich bei Frau J. um eine ernstzunehmende und talentierte Schauspielerin handele. Als ich gestern Lovesong for Bobby Long schaute, musste ich mich über solche Aussage stark wundern. Am Ende spielt Frau J. erneut eine junge, gelangweilte Frau, die sich mit Chips oder Erdnussbutter voll stopft. Dann trifft sie auf einen älteren Mann (wahlweise abgehalfterter Schauspieler, niederländischer Maler oder amerikanischer Literaturprofessor), der der Kleinen zeigt, wie sie ihr Leben zu meistern hat. In der Zwischenzeit beißt sie auf ihren dicken Lippen herum, drückt ihre obszönen Brüste nach vorne oder schaut debil.
Hochverehrte Verantwortliche beim Preisbloggen der Zeit, Anfang des Monats habe ich diesen supertollen Bloggerwettbewerb gewonnen. (Also nicht nur ich, aber ich gehe davon aus, dass die anderen alle schon bestens versorgt sind und ich eine höchst bedauerliche Ausnahme darstelle.) Zur Erinnerung hier ein kleiner Screenshot. Image Hosted by ImageShack.us Da steht: Nuf (=ich) hat gewonnen: ein Audible-Hörguthaben. Den Preis finde ich, wie den Wettbewerb, ganz supertoll, jetzt frage ich mich: A) Wann gedenken Sie mich über meinen Gewinn zu informieren? B) Wann werde ich den Wert des Audible-Hörguthabens erfahren? C) Wann werde ich das Audible-Hörguthaben einlösen können? Wissen Sie, ich hatte letzte Woche ein blaues Zettelchen der Post im Briefkasten, da sollte ich zur Hauptpostfiliale und ein geheimnisvolles Paket abholen. Sie können sich vorstellen, dass ich sehr, sehr aufgeregt war. Natürlich nahm ich an, dass nun der Zeitpunkt gekommen war, an dem ich Antworten auf meine brennenden Fragen A bis C bekommen würde. Leider war es nur ein Paket von einem Freund. Es fiel mir schwer in der Postfiliale die Tränen der Enttäuschung zurück zu halten. Glücklicherweise spürte mein Hintermann meinen labilen emotionalen Zustand und legte mir tröstend die Hand auf die Schulter. Seit dem weine ich mich Nacht für Nacht in den Schlaf. Mein Freund ist auch schon sehr besorgt, denn die Heulerei schadet dem Teint und er möchte natürlich keine hässliche Freundin haben. Sicherlich wollen Sie nicht, dass ich traurig bin und mein Freund sich von mir trennt, deswegen werden Sie sich bestimmt bald melden, oder? Oder soll ich lieber mal beim Sponsor nachfragen, der sich bestimmt sehr über die Imagewirkung freut, die er durch die Bereitstellung der großzügigen Preise erreichen konnte. Herzlichst Nuf
Italienische Wochen bei Tchibo und Plus. Das finde ich mal ne tolle Idee. Man braucht dazu nur drei Dinge: einen Geldbeutel, ein Auto mit Autoradio und eine Freundin. Dann geht man in eine der zahlreichen Filialen, wird in eine Schlägerei verwickelt und wenn man aus dem Tumult rauskommt, ist das Portemonnaie weg. In der Zwischenzeit wird die Autoscheibe eingeschlagen, das Autoradio geklaut und wenn man sich an der Kasse wundert, wo die Freundin geblieben ist, kann man sicher sein, dass sie von einem 1,60 Meter großen, dunkelhaarigen Mann "beflirtet" wird. Wat freu ich mich auf die russischen Wochen!
27 Juli 2005
In meinen Träumen lese ich nur Tolstoi, Dostojewski, Schopenhauer und Kant. Da ich durchschnittlich zehn Stunden pro Woche Zug fahre, ist die Neon und die Galore leider schon innerhalb der ersten Woche ihres Erscheinungsdatums aufgelesen. Spiegel lese ich aus Prinzip nicht, weil der Spiegel für mich die Bildzeitung der Intellektuellen ist. Tatsächlich recherchiert er beschissen und viele der Themen sind geklaut. Es bleiben mir am Ende nur noch diese Billigfrauenzeitschriften, die ich dann - selbstredend aus reiner Verzweiflung - in mich aufsauge gewissenhaft lese. Nur dort erfahre ich die must-haves des Sommers. Nun bin ich nicht als Accessoireverächterin bekannt - doch welcher Hirni kauft sich bitte eine Tasche für 4.000 € oder Schuhe für 500? Da ist man am Ende doch nur wütend kein Millionär zu sein. Vielleicht liest wenigstens ein Millionäre mit und will mich heiraten? Wie soll ich diesen Sommer überleben ohne diese Taschen mit den langen Reißverschlussbändern, die Paris* Hilton und Britney Spears besitzen??? ------------------------------------------------------------------------------------------------------- *Merken: Meine erste Tochter nenne ich Mückenloch oder Katzenhirn-Mindelheim.
Scheckich jelacht Gefunden hier
Liebe Freunde im Osten Berlins. Da ich am Wochenende in Dänemark bin, suche ich jemanden, der am Samstag eine Wohnung für mich anschauen gehen kann. Freiwillige, die terminlich noch nicht verplant sind? Ich stelle eine Digicam und eine zehnseitige Checkliste zur Verfügung. Bei vollendeter Mission winkt eine Bestechung Belohnung mit Sushi oder anderen Leckerein. Ahja und wenn das mit der Wohnung nicht klappt, dann platzt die Hochzeit und die 27 Bambini können auch nicht geboren werden!
Hase? brauchen wir für unsere neue Wohnung einen Messerblock? Gesehen hier.
Die einzelnen Verkehrsteilnehmer sind untereinander Feinde. Das betrifft sowohl die der gleichen Kategorie als auch jene unterschiedlicher Gruppen. Besonders auf dem Land benötigen in erster Linie männliche Autofahrer dringend psychologische Hilfe. Alternativ wäre ich gerne zwei Meter groß und 120 Kilogramm schwer. Z.B. kann ich es gar nicht leiden, wenn ich das dritte Auto in einer Schlange vor einem Stopschild bin und mein Hintermann mich anhupt und dann so nahe auffährt, dass er mehrere Male an meine Stoßstange stößt. Im Geiste sehe ich dann eine Szene, in der das Ding aus dem Auto steigt, felsig grollt und mit der Faust auf die Motorhaube des Hintermannes haut, dass das Blech nur so spritzt. Ähnlich geht es mir als Fahrradfahrer. Ich bin nun wirklich der bravste Fahrradfahrer in Berlin. Ich mache alles gemäß der Straßenverkehrsordnung! Ich fahre sogar Kopfsteinpflaster und lasse meinen Körper dabei so durchschütteln, wie es nur die seltsamen bandbetriebenen Fitnessgeräte der 60er Jahre vermögen, die versprechen, den Körper durch Schütteln zu straffen. Am Gehweg schiebe ich und an Fahrradwegen fahre ich umsichtig, langsam und erwecke die Aufmerksamkeit der Fußgänger durch klingeln, falls ihnen meine Anwesenheit entgangen sein sollte. Deswegen wünsche ich mir von Herzen, dass Fußgänger nicht einfach mich ignorierend Straßen kreuzen, auf Fahrradwegen in Spontanstasis verfallen oder Hunde mit zwanzig Meter Ausziehleine spazieren führen.
Was hat es mit dem Satz "Auf Englisch ist das viel lustiger" auf sich? Man sieht sich einen Film an und rühmt sich ihn a) auf Englisch gesehen zu haben (ohooo!), ihn b) verstanden zu haben (ohaaa!) und c) sogar jeden Wortwitz mitbekommen zu haben (Applaus!). Natürlich sage auch ich das standardmäßig, wenn ich im Kino war... - Hallo Nuf, wie war der Film? - Der Film war sehr gut, auf Englisch ist er natürlich viel besser. Lebten wir in einem der zahlreichen Länder, in denen es lediglich zwei staatliche Filmsynchronisierer gibt - einen Herren für ALLE männlichen Rollen und eine Dame für ALLE weiblichen Darsteller - wäre es tatsächlich ein deutlicher Unterschied zwischen Original und Übersetzung. Doch so? Ich nehme an, bei dem Satz "Auf Englisch ist das viel lustiger" handelt es sich um einen ähnlichen Wortreflex wie auf die Frage: - Und? Wie war Dein Urlaub? - Ja schön, aber leider zu kurz. Man kann sich nicht dagegen wehren. Der Mund spricht schon, während man noch denkt, was man eigentlich antworten will. Es verlangt unmenschliche Willenskraft und Charakterstärke nicht auf diese Art zu antworten. Probieren Sie es, versuchen sie auf "Mahlzeit!" mit "Hallo!" zu antworten und berichten Sie mir Ihre Erfahrungen.
26 Juli 2005
Während der dreitägigen Fortbildung war es vor allem der Fitnessraum, der mir Abwechslung verschaffte. Image Hosted by ImageShack.us Erfrischend ebenfalls die Lieder, die beim morgendlichen Frühstück im Hintergrund gespeilt wurden. Der Text drehte sich entweder um dicke Gesäße und wie man sie mittels Diät verkleinere oder gab wunderbare Tipps im Umgang mit Erektionsstörungen. Nicht wirklich was man um 06.30 Uhr hören möchte.
Ergänzungen zum Thema Abitur. Zu unserem Abitur hatte sich irgendwer die Mühe gemacht einen Abi-Film zusammenzustellen. Zehn Jahre später gab es zwei ganze DVDs mit unveröffentlichtem Filmmaterial. Ich sichtete die 400 Minuten Filmmaterial geduldig, um festzustellen, dass ich wirklich und wahrhaftig so unbeliebt war, dass ich genau vier Mal zu je fünf Sekunden auftauche. Das soll mir mal jemand nachmachen! Ich war die mit den langen Haaren, Image Hosted by ImageShack.us dem Abikleid aus dem Kostümfundus, Image Hosted by ImageShack.us und das Hinterteil eines Pferdes bei der Abgabe der Facharbeit. Image Hosted by ImageShack.us
25 Juli 2005
Alle machen es, ich mache mit. Antworten auf meine Suchanfragen 1. Versuche mit Wasse (Hits immerhin 4 Stück!) Lieber hessischer Leser. Auf meiner Seite kannst Du zu Deinem Anliegen nichts finden, denn Wasse wird mit "ä" am Ende geschrieben. 2. Anrheinerstaaten (Hits immerhin 7!) Aus dem Bauch heraus würde ich jetzt mal Köln und Düsseldorf nennen. 3. Wer gibt mir Tipps zu Markise Im Zweifelsfall immer Wikipedia. 4. Männer Schamhaare Kommt leider oft vor. Kann man nachts aber heimlich abrasieren oder, so wie mir als Rachemethode empfohlen wurde, einfach Enthaarungscreme in das Haarshampoo mischen. 5. Saft Lippen Schwester Da bitte ich, das Wort "Lippen" genauer zu definieren. Vermutlich handelt es sich jedoch um das Gegenstück zu der tantrischen Übung mit einem Röhrchen durch Erzeugen eines Vakuums in der Prostata mit Honig versüßte Milch durch den Penis aufzusaugen. Das soll den Spermageschmack deutlich verbessern. Mit Saft funktioniert das natürlich auch. 6. Blutspenden Slogans Vielleicht ... "Blutleer aber Gefühlvoll" oder dieses Bild. 7. Psychologie icht fotografieren lassen Dieses "icht" beschäftigt mich schon länger. Leider habe ich hieraus, trotz meines Psychologie-Diploms keine Antwort. Ich bitte an dieser Stelle die Leserschaft um Hilfe. 8. Trend Tanga Jugend Ja, ja. Traurige Geschichte. Zumal die Jugend von heute nicht mit den magersüchtigen Topmodels groß geworden ist. Da muss man schon die ein oder andere Fettwulst wegstecken (im wahrsten Sinne des Wortes). 9. Meine Frau in Unterwäsche Vielleicht einfach mal beim Umziehen zuschauen? Ist bestimmt nicht so schlimm, wie Sie befürchten. 10. Flip Flops gesund Leider ganz und gar nicht. 11. Le Sein Vermutlich ein Fluß in Frankreich.
Es gibt eine Metalband, in der Amerikaner armenischer Abstammung singen. Als ich die Lieder hörte, wurde mir klar, dass der englischsprechende Armenier das Pendant zum fränkischsprechenden Deutschen ist. [....] "A bolidigal gall the fall guy aggord we can't affo'd do be neudrrral on a moving drrrrain Beyond the stabl' cenda you can see amerrriga with it's tirred poor avendsching disgrrrrace peaceful loving yuus against the brrrudalidi" [...]
Bereits Mitte der Woche musste ich meinen Koffer für das Wochenende packen, da ich vorher noch einige Termine in Westdeutschland hatte. Die Zeitung verkündete "anhaltende Dürre in Bayern". Hochsommer erwartend packte ich für mein zehnjähriges Abi-Treffen am Samstag mein kürzlich erworbenes erstes Paar offene Schuhe in den Koffer. Dies hatte zur Folge, dass ich Samstag verzweifelt versuchte in Forchheim Schuhe zu erwerben. Der Vormittag hätte als "Mission impossible" verfilmt werden können (es sei denn, man ist Mitglied bei den AGST [Club der anonymen Gesundheitsschuheträger]). Obwohl die fränkische Schweiz landschaftlich sehr schön ist, ist Forchheim für mich der letzte Ort an dem ich leben wollte. Neunzig Prozent des Abi-Jahrgangs sehen das anders, denn sie wohnen entweder immer noch oder wieder dort. Als ich mal mit meinem Freund dort zu Besuch war und einen Spaziergang durch die Innenstadt machte, kommentierte er wie folgt: "Kein Wunder, dass Du in Deinen Teenagerzeiten nie solo warst, was soll man hier auch anderes machen als vögeln?" Shoppen jedenfalls nicht und so hielt ich den gesamten Abend meine blaugefrorenen Füße ans Lagerfeuer. Glücklicherweise ändert sich in zehn Jahren fast nichts. D.h. es kann sich alles geändert haben, jedoch wenn hundert Abiturienten nach zehn Jahren wieder aufeinander treffen, fällt jeder in seine alte Rolle. Meine Rolle war der unbeliebte Streber. Dementsprechend musste ich nicht vielen erzählen, was ich so gemacht habe und was aus mir geworden ist. Ein Paar mal wurde gefragt, wer ich überhaupt sei, was seltsamerweise mehrere Male durch andere mit "die mit den langen Haaren" zufriedenstellend beantwortet wurde. Die meisten sich nach drei Minuten totlaufenden Gespräche beendete ich mit: "Oh, ich glaube, dahinten gibt es Pudding, da hole ich mir doch eine Schüssel", was zur Folge hatte, dass ich an dem Abend siebzehn Portionen Pudding aß. Besorgniserregend folgende Szene: Ehemaliger Cliquenrädelsführer zu Jahrgangsjerk: "Hol' mir doch mal eine Portion Obstsalat!" Der bebrillte und mittlerweile promovierte Physiker holt folgsam eine Portion Obstsalat und reicht sie ihm. Es bleibt nur zu hoffen, dass der Arme in zehn Jahren eines gelernt hat: Ordentlich in den Obstsalat rotzen.
Bevor ich von Fortbildungen und 10jährigen Abitreffen berichte, hier noch ein Bilderrätsel. Es handelt sich um eine Ausstellung, die ich kürzlich besuchte und sehr beeindruckend fand. Image Hosted by ImageShack.us Um welche Ausstellung geht es?
20 Juli 2005
Einen Tag lang dachte ich, ich habe meine schwere Latte-Macchiato-Abhängigkeit bezwungen. Leider war das eine Fehlannahme. Wenn der Suchtdruck sehr schlimm wird, gehe ich zu meinem Nachbarn und lasse mir einen seiner bekannten zehnfachen Espressi mit Milchschaum zubereiten. Danach liege ich zitternd im Bett, wälze mich von einer Seite auf die andere und habe schlimme Fortsetzungsträume. Beispielsweise träumte ich, dass mein Freund sich in Jaqueline Dose [Schackelinä Dosä] verliebt hat. Jaqueline war adipös, hatte blondierte Haare mit dunklem Ansatz und gespaltene Haarspitzen. Ich fragte ihn: Was hat Schackelinä, was ich nicht habe? Er, auf ihre langen Beinhaare deutend: Beinhaarzöpfe und Achselhaarnester. Weinend lief ich im Traum erneut zu meinem Nachbarn und trank ein weiteres Teufelsgebräu, worauf ich im Traum einschlief und einen Albtraum hatte. Ich war in diesem Metatraum ein übelriechendes Walross und mit Robbie Williams liiert. Robbie stank ebenfalls und lag den ganzen Tag im Pool. Ich versuchte ihn mit Kokosnüssen von seiner Luftmatratze zu schießen, doch meine Bemühungen blieben erfolglos. Schweißgebadet wachte ich aus dem ersten Traum auf und wähnte mich auf einem Espressobohnenbett, stellte aber fest, dass ich mich immer noch in einem seekuhgleichen Körper befand. Durch mein enormes Gewicht in Kombination mit meinem Schweiß presste sich aus den eng liegenden Böhnchen am Ende des Bettes dampfender Espresso, den Schackelinä trank, während mein Freund ihr oberkörperfrei auf dem Schoß saß. Merksatz: Du bist ein Seelengremlin, kein schwarzes Wasser nach 22 Uhr.
Bei ix las ich, dass er gewaltfrei sei und erinnerte mich ob seiner Schilderungen an meine eigene Kindheit. Im Zeugnis der ersten Klasse steht "Nuf sollte lernen sich verbal durchzusetzen". Ich habe schon im Kindergarten lieber die Jungs verhauen, als ihnen, so wie das die anderen Mädchen gemacht haben, in der Puppenecke den interessanten Umstand zu demonstrieren, dass ich keinen Pipi hatte. Diese Angelegenheit hatte ich bereits im ersten Kindergartenjahr durch einen Dialog unter der Dusche nach einem Nachmittag in der Buddelkiste ausreichend geklärt: Nuf: Was hastn Du da? Junge: Das is mein Pipi. Nuf: Hm. Ich hab keinen. Junge: Macht nix. Der wächst bestimmt noch. (Aufmunternder Klaps auf die Schulter) Das war der letzte freundliche Kontakt zum anderen Geschlecht. Ab da riefen wöchentlich aufgebrachte Mamas bei meiner Mama an - nur weil ich ihren kleinen, verwöhnten Bengeln ein Veilchen verpasst oder ihnen einen Milchzahn ausgeschlagen hatte. Pft. Ich erinnere mich auch lebhaft an Keilerein mit anderen Mädchen. Allerdings bissen und kratzten die, worauf ich kräftig an ihren Haaren zog. Es ist übrigens erstaunlich mit wie wenig Kraft man ganze Büschel Haare ausreißen kann. Das Ende meiner Schlägerkarriere war schließlich mein fünfter blauer Brief in der sechsten Klasse. Ich hatte einem Klassenkameraden namens Totti einen Fakeliebesbrief geschrieben und den Rest der Klasse angestiftet ihn auszulachen. Bei Totti brannten die Sicherungen durch und er warf mit Holzstühlen nach mir. Um ihn zu beruhigen schlug ich ihm kräftig auf die Nase. Seitdem bin ich lieb.
19 Juli 2005
Inhaltsangabe zu "Fantastic Four": Zwei Freunde (der Denker und der praktisch Veranlagte) fliegen mit der Exfreundin des einen Freundes, die auf Fotos sehr große Brüste hat, die ihr im All augenscheinlich abhanden kommen, ihrem Bruder und ihrem neuen Macker ins All und geraten ohah in ein Solardingesnebel. Ihre DNA verändert sich aufgrund irgendeines kosmischen Firlefanzes und alle fünf bekommen tolle Superkräfte. Der eine Freund, der wo hässlich geworden ist, der verursacht aus Versehen Auffahrunfälle auf einer Brücke, die er aber dank der Kräfte, die wo er haben tut, wieder ausbügeln kann. Die anderen drei Langweiler helfen ihm dabei, während der verbleibende Langweiler, der das böseste Herz hat, seine Kräfte ausprobiert indem er nervige Aufsichtsratmitglieder aus dem Weg räumt. Das finden die vier doof also schalten sie ihn aus. Vorübergehend bis Teil zwei jedenfalls. Warum tun die mir das an?
17 Juli 2005
In den letzten vier Tagen habe ich das japanische Urlaubsprinzip verstanden und erfolgreich umgesetzt. Wir sind 2.000 Kilometer gefahren, haben uns zehn Städtchen angeschaut und dreihundert Bilder gemacht. Das nenne ich Erholung pur. Hier die Highlights: 1. Autokino Ich meine mich zu erinnern in den frühen Achtzigern mal im Autokino gewesen zu sein. Was ich entweder von diesem Erlebnis oder aus dem Fernsehen wusste, war, dass man mit dem Auto vor eine große Leinwand fährt, das Fenster runter kurbelt und ein Lautsprecherdingens in das Auto hängt. Da es Nachts kalt wird und ich schnell friere, habe ich mich entsprechend vorbereitet. Ich zwang meinen Freund schon eine Stunde vor Einlass das Auto am Kassierschalter zu parken und wartete dann aufgeregt auf die Öffnung der Kasse. Als es soweit war, kurbelte ich mein Fenster runter und starrte die knapp achtzehnjährige, spärlich bekleidete Kassendame erwartungsvoll an. Sie wirkte leicht irritiert als sie mich sah. Da saß hinter dem Autofensterspalt eine Frau mit Stickmütze, Rollkragenpulli, eingehüllt in einen Schlafsack und hielt ihr mit Wollfäustlingen einen zwanzig Euroschein entgegen. - 12 Euro bitte - Hier, bitte schön. Ach sagen sie, ich war noch nie im Autokino. Wo ist denn der beste Platz? - Nun, ich weiß nicht genau. Vorne in der Mitte vermutlich. - Wie weit vorne? (Das linke Oberlied des Mädchens zuckte nervös. Der Fahrer des ersten Autos hinter uns hielt neugierig seinen Kopf zum Fenster heraus) - Naja, so weit vorne wie möglich. Dann kann niemand vor ihnen stehen. - Nehmen wir an, jemand stellte sich, während ich Popkorn holen gehe, dennoch vor mich. Kann ich dann umparken? - So lange genug Platz da ist, können sie das. - Gut. Gibt es so etwas wie einen Einweiser? - Nur, wenn es sehr voll ist. - Ist es gewöhnlich sehr voll um diese Jahreszeit? (Das Mädchen schnaubt durch die Nase, der Fahrer hinter uns hupt. Die siebzehn Fahrer, die man sehen kann, bevor die Schlange um eine Ecke verschwindet, fühlen sich provoziert und hupen ebenfalls.) - Nein. Die Frequenz ist die 97,6. - Was meinen sie mit Frequenz? - Na der Ton. - Gibt es diese Lautsprecherdingense nicht mehr? - Nein. - Warum denn nicht? Ich fand’ die sehr schön. - *räusper* Nun, die Zeiten ändern sich. - Was passiert denn eigentlich, wenn jemand kommt, der kein Radio hat? - Das kommt nie vor. - Ja aber WENN es passieren würde!? (Der Fahrer hinter uns ist ausgestiegen und kommt auf uns zu. Ich kurbele das Fenster hoch bis nur noch ein kleiner Sprechschlitz zu sehen ist und schließe die Zentralverriegelung.) - Könnenwa jetzt ma weiter machen? - Nicht bevor alle meine Fragen beantwortet sind! - Wat wollense denn noch wissen? (Ich kann ihn im Hupkonzert sehr schlecht verstehen) - Wie bitte? - Wat se noch wissen wollen? - WIE BITTE? (Huuup, huuuup, hup, hup. Mein Freund lässt sich leicht unter Druck setzen und rollt los.) Bevor der Film beginnt, schäle ich mich aus meiner Winterkleidung, die Dank des technischen Fortschritts überflüssig geworden ist. Der Film beginnt ohne Werbung, was mich verstört, denn gewöhnlich benötige ich Zeit um mich mental auf das Kinoabendteuer einzulassen. Um meinem Ärger Ausdruck zu verleihen werfe ich Popkorn nach vorne, das leider an der Frontscheibe abprallt und sich überall im Auto festklebt. Währenddessen johlt mein Freund die Erkennungsmelodie der Filmfima mit und erläutert anschließend, dass er das schon sein ganzes Leben lang habe machen wollen. Vom Film bekomme ich leider nichts mit, denn es gibt zwei Dinge, die mich unendlich müde machen: Video schauen und im Auto sitzen. Beides kombiniert bewirkt dass ich statt nach der üblichen zehn bereits nach drei Minuten einschlafe. Ich wache erst wieder auf, als wir vom Platz rollen. In unseren Boxen die Begleitmusik des Filmabspanns und vor uns die dunkle Landstraße. Das finde ich großartig. Man fährt quasi mit seinem Wohnzimmer vom Platz nach Hause ins Bett. Amerika ist vermutlich doch ein tolles Land, denn schließlich kommt Autokino aus Amerika.
2. Sanitäre Anlagen und Frauen auf Campingplätzen Campen ist ein wenig so wie die Vorstellung einer Blumenwiese. Wenn man mit dem Auto an ihr vorbei fährt, findet man sie wunderschön und man möchte in einem bunten Sommerkleid über sie laufen, die Hände in die Luft werfen und dabei ein Liedchen trällern. Täte man es, so stellte man schnell fest, dass eine Blumenwiese alles andere als ein freudiger Spaß ist. In Blumenwiesen lauern Käfer, Spinnen und Zecken, die sich in Beine und Körperfalten verbeißen wollen, gelegentlich Kuhfladen oder andere, stinkende Anhäufungen. Die Gräser und Blumen zerkratzen einem die Beine, verschiedene Samen kletten sich an die glatte Haut und reißen alles blutig und wenn man endlich wieder aus der scheußlichen Blumenwiese heraustritt, erinnert man sich plötzlich, warum man so selten liedchenträllernd über Blumenwiesen läuft. Würde man jedoch umdrehen und noch vier weitere Male über die Wiese rennen, so fände man zweifelsohne Gefallen daran. Mit dem Campen verhält es sich ähnlich. Man denkt an die Natur, an die Abwechslung zum sonstigen Alltag und an all die freundlichen Menschen, die man kennen lernen kann. Spätestens wenn man die fußpilzverkeimten Duschen aufsucht und sagratonumsichsprühend den ersten Toilettengang hinter sich gebracht hat, kennt man die schmutzige Realität. Am ersten Tag bin ich noch brav, wie die anderen Frauen am Platz, morgens zu den sanitären Anlagen gepilgert und habe versucht mich aussehen zu lassen, wie während meines Stadtlebens. Dabei beobachtete ich seltsame Verhaltensweisen. Ein Teenagermädchen bekämpfte die in der freien Natur zwangsläufig vorzufindende Insektenplage indem sie eine gesamte Dose Haarspray in ihr Haar versprühte. Ich nehme an, dass sich die nervenden Mücken in der klebrigen Haarmasse verfangen sollen oder sie selbige in absoluten Notfällen einfach entzündet und den kleinen Biestern so den Garaus macht. Gleichermaßen faszinierten mich einige Damen, die mit blond gesträhnten und zerstrubbelten Bürstenschnitt aus der Dusche kamen, ihre Föhnrundbürsten zückten, eine gute halbe Stunde stylten, um dann exakt so wie sie die Dusche verließen, ins Freie zu treten und dabei Gesichter zu machen, als hätten sie irgendetwas erreicht. Jedenfalls war der Campingplatz wirklich sehr, sehr schön. Einziger Nachteil waren die sehr, sehr langen Wege zu den oben erwähnten und übelriechenden Stätten. Schon am Morgen des zweiten Tages hatte ich entdeckt, dass man Zähne auch mit Mineralwasser vor dem Zelt putzen kann und der Körperhygiene ausreichend durch das tägliche Bad in der Ostsee genüge getan wurde. Die Ameisen werden einfach vom Frühstücksbrötchen geschnipst und die Käfer kann man in der Mittagssuppe mitschlürfen, da sie durch die Hitze ausreichend desinfiziert wurden. Den verkrümmten und schmerzenden Rücken renkt man sich gegenseitig wieder ein, dann packt man Decke und Wasserflaschen und läuft über Blumenwiesen und Felder zum Meer.
3. Die Natur als solches Die Natur und ich, wir sind keine Feinde im engeren Sinne. Ich bin sogar auf dem Land aufgewachsen. Jedoch vergrub ich mich in meiner Kindheit lieber in Büchern und wurde in meiner Jugend leider fernsehsüchtig. So kam ich mit der wilden und ungezügelten Natur eher selten in Kontakt. Theoretisch kann ich siebenundzwanzig verschiedene Baumsorten voneinander unterscheiden. Praktisch verhält es sich bedauerlicherweise so, dass die Blätter, Rinden, Farben und Oberflächenstrukturen eher selten wie im Buche aussehen. So bleibt es bei den Grundkategorien Baum, Wiese, Tier zweibeinig, Tier vierbeinig, Tier mehr als vierbeinig. Erschwerend kommt meinen urlaublichen Naturbeobachtungen hinzu, dass ich bereits zu Beginn meine Kontaktlinsen an die Ostsee verloren habe. So lief ich augenkneifend aber guter Dinge durch die Natur und versuchte das Aufregendeste dennoch mitzubekommen. Am zweiten Abend sah ich beispielsweise eine riesige Fledermaus im Sonnenuntergang hektisch auf und ab fliegen. Nach einiger Zeit lies sie sich elegant auf dem Wasser nieder und angelte sich sogar einen kleinen Fisch. Ich schätze, fischende Fledermäuse sind selbst in meernahen Gegenden eine kostbare Seltenheit. Eine andere Konversation ging so: - Ohhhh! Schau mal Schatz!!! Daaa! Dahaaaa (Mein Freund schaut in die angezeigte Richtung) - Was ist denn da? - EIN TIER DA AM BAUM!!! - Ähm, was denn? Ein Eichhörnchen oder was? - Neineineinein. Es hat einen roten Kopf! Schau doch dahaaaaa! - ? - Na da, gleich klöppelt es! - ??? (Es ertönt ein regelmäßiges Klopfen) - Ein Buntspecht? - Jajajajajaja! Genau!
13 Juli 2005
Erkenntnis: Ich hatte schon als Kind einen kleinen Vogel. Image Hosted by ImageShack.us
Nach längerem Abwägen, werden wir den Roller als Transportmittel nun doch gegen ein Auto tauschen. Ein Auto hat den Vorteil, dass wir ALLES mitnehmen können, was uns einfällt. Das ist der Himmel. Meine letzten Urlaube waren stets autolose Campingplatzurlaube, die sich auf das nötigste beschränkten. Mehr als acht Kilo abzüglich Zelt konnte und wollte ich nie tragen. Dementsprechend saß ich die meiste Zeit in meinen müffelnden Klamotten auf dem Steinboden vor meinem Zelt, kaute auf trockenem Brot herum, welches mit Ameisen und schwitziger Wurst belegt war und beobachtete neiderfüllt die Ankunft anderer Campinggäste. Sie fuhren mit ihren Transportern zu ihren Plätzen, bauten ihre 10-Personenzelte auf, klappten ihre mit 7 Töpfen, einer Doppelflamme, 3 Pfannen, Gewürzregal und Vorratsschrank bestückten Faltküchen aus, um nach dem Kochen ihr kühles Bier aus ihren eingebauten Kühlschränken zu holen, sich auf ihre gepolsterten Couchgarnituren zu setzen und ihre autobatteriepedikürten Füße auf die Holztische zu legen. Mitleidig schauten sie zu mir rüber und der ein oder andere Nachbar mit Herz schmiss mir abgenagte Knochen zu, die ich dankend annahm. Damit ist jetzt Schluss! Nachdem ich meine Klamotten-, Schmink- und Schuhauswahl rollertauglich reduziert habe, kann ich nun alles mitnehmen, was irgendwie nützlich sein könnte. Angefangen mit einer Taschenlampe, Hammer für die Heringe (die man dann nicht mehr mit blutenden Fäusten in den Felsboden einhämmern muss!) über die lebenswichtige Espressokanne, den Milchschäumer, einen Kasten Wasser bis hin zu fetischunterstützenden Sieben in verschiedenen Größen (mein Hobby: Sandsieben). Die Beschränkung auf den wesentlichen Luxus fällt ab einem bestimmten Punkt schwer. Also packe ich noch Kopfkissen, Luftmatratze, Schminktisch, einige Zimmerpflanzen und kleine Raffinessen wie den aufblasbaren Wäscheschrank mit integrierter elektrischer Zahnbürste zusammen und betrachte stolz den Utensilienberg. Endlich erwachsen! Endlich bin ich auf der anderen Seite und werfe den hageren Studenten MEINE Essensreste in den Straßenstaub, wohlwissend dass sie mich dafür sogar noch schätzen werden!
Nehmen wir an, ich hieße Kosowskowski mit Nachnamen und wöllte mir endlich eine seriöse Emailadresse zulegen. Dafür ginge ich zu web.de und beantragte Kosowskowski@web.de und bekäme die Nachricht Kosowskowski@web.de ist leider schon vergeben, dann denkte ich: „Verdammte ******, welcher ********** schnappt mit denn meine Emailadresse weg?“ und stellte dann vier Wochen später fest, dass es mein Vater war, der zufällig auch den Namen Kosowskowski trägt. Das wäre, rein hypothetisch, peinlich.
12 Juli 2005
Ohrwürmer sind, wenn sie gut sind, ansteckend. Ein besonders geeigneter Ohrwurm ist "Manamana" der Sesamstraße. Man muss nur das Wort lesen schon beginnt der Kopf im imaginären Rhythmus zu nicken und das Gehirn sing dunkel Manmana während die Ohren von rechts und links im Kanon beisteuern: Ba di pi di, ba di pi di, ba di dp di dip, di di dip.
Nach meiner Party am Samstag konnte ich mich zufrieden zurück lehnen. Ich hatte meine Jugend zurück erobert. Gewöhnlich gehe ich nicht auf Partys. Das Abends-Weggehen ist für mich im Grunde ein abgeschlossenes Kapitel. Zu meinem 30. Geburtstag musste ich jedoch eine Ausnahme machen. Auch an diesem Tag war ich gegen 22 Uhr ausreichend müde um umgehend in das Reich der Träume überzusiedeln. Da ich es aber für unhöflich hielt als Gastgeber um zehn Uhr das Weite zu suchen, hielt ich es tapfer bis zum Ende aus. Da passierte etwas, was ich die letzten fünf Jahre nicht mehr erlebt hatte: Die Sonne ging auf. Von vier Uhr Früh bis sieben Uhr drückte ich also begeistert mein Gesicht an die Fensterscheibe und zeigte mit dem Finger in den Himmel, um den letzten Partygästen die frohe Botschaft immer und immer wieder zu verkünden: Es ist hell geworden! Es ist hell geworden. Schließlich machte ich mich dann im Ponygalopp mit rotierender Handtasche auf den Weg nach Hause und sang dabei zur Melodie von Grönemeyers Gib mir mein Herz zurück: Ich hab’ mein-e Jug’nd zurück, ich brauch deine Faltencreme nich ...
Meine Sternzeichen-Aszendent-Kombination macht mich höchst geeignet EU-Projekte zu koordinieren. Gerne halte ich siebenhundertsechsunddreißig Regeln ein, um entstandene Kosten für den Steuerzahler transparent nachzuweisen. Ähnlich gerne dokumentiere ich mein Privatleben. Als ich früher noch Theater spielte, kopierte ich alle Zeitungskritiken und umrandete akribisch die Stellen, an denen ich erwähnt wurde. Alle meine Erfolge heftete ich nummeriert in meinem Ordner "Nufs Leistungen" ab. Gerne würde ich das nun machen, nachdem ich diesen Zeitdingenspreis gewonnen habe. Das Dumme daran ist nur – die Zeiten sind zu modern als dass sich für meine Enkel ordentlich nachweisen ließe, dass Oma Nuf mal etwas gewonnen hat (also neben der Reise nach Legoland). Wie soll man Internetartikel festhalten? Hätte ich ein Kopiergerät, versuchte ich es mit Flatscreen auf selbigen legen und kopieren. Doch ohne Kopiergerät, sind meine Möglichkeiten begrenzt. [...] In der Rubrik "Leben/Vermischtes" gab es eine Menge toller Beiträge. Ich erlag dem komischen Non-Sense von "DasNuf". Die Frau ist wunderbar! Hoffentlich sagt ihr niemand, dass sie einen Preis gewonnen hat. Danke an alle Teilnehmer. Wolfgang Harrer, San Francisco
Die nächsten Tage werde ich übrigens ein gewagtes Experiment wagen. Ich werde mich vier ganze Tage von meinem Rechner wegbewegen und Urlaub machen. Gewöhnlich komme ich für diese Zeitspanne mit 20 Kilo Gepäck aus. Nun verkündet mein Freund, dass wir mit dem Roller fahren werden, was den Umfang meiner Kleidungs- und Schönheitsartikelmitnahmemöglichkeiten stark einschränkt. Bei meinem letzten Rucksackurlaub nahm ich mir bereits fest vor, nur das Wichtigste einzupacken. Als ich den prall gefüllten Rucksack vor mir sah, rief ich: Tschackaaaaa! ICHBINEINEAMEISE, ICH TRAGE PROBLEMLOS DAS SIEBZIGFACHE MEINES EIGENEN KÖRPERGEWICHTS, schnallte die Tasche auf meinen Rücken und kippte wie ein Baum um. Erst wedelte ich kräftig mit meinen Armen und Beinen, um wieder nach oben zu kommen, da ich nach einer halben Stunde keine nennenswerten Veränderungen meiner Position bewirken konnte, entschloss ich mich zu meinem Handtelefon zu greifen, meinen Nachbarn anrufen, damit er mich, zu diesem Zeitpunkt wie ein Käfer auf dem Rücken liegend, aus meiner misslichen Lage befreien konnte.
Nachtrag zur Party. Image Hosted by ImageShack.us Ich habe viele sehr schöne Geschenke bekommen. Das nützlichste ist jedoch die Haarke, die hier auf den ersten Blick aussieht wie die weiterentwickelte Version der beliebten Alufolienschutzkopfhülle, die verhindert, dass Außerirdische unsere Gedanken lesen. Es handelt sich jedoch nicht um oben Beschriebenes sondern um ein Werkzeug welches soziale Interaktion, die ich ohnehin, sobald sie körperlich wird, nicht sehr schätze, überflüssig werden lässt. Die Erfinderin schreibt: Oft zwingen uns Belastungen des Alltags [...] soziale Kontakte einzuschränken. Jedoch kann eine dauerhafte Vernachlässigung dieses Verhaltensspektrums dazu führen, dass unsere Widerstandskraft abnimmt und wir anfälliger gegenüber körperlichen oder seelischen Erkrankungen werden. [...] Mit der Haarke können Sie sich jederzeit – ob im Büro oder zu Hause – prickelnde, energetisierende Kopfhautmassage zukommen lassen. Sehr, sehr cooles Geschenk. Kaufen hier.
11 Juli 2005
Toiletten und ich werden nie Freunde werden. Wir schauen nun schon seit vielen Jahren auf eine Geschichte voller Missverständnisse Peinlichkeiten. Bislang dachte ich mein Portugalerlebnis sollte das grauenerregendste im Kontext der sanitären Anlagen sein. Gestern wurde ich jedoch eines Besseren belehrt. Während meines Urlaubs in Portugal machte ich eine unerfreuliche Bekanntschaft mit einer Genitaldusche, die aufgrund ihrer unsachgemäßen Bedienung, zu einer Ganzkörperdusche mutierte. Nach Abschluss meines Toilettengangs wollte ich alle Spuren beseitigen und suche nach der Spülung. Statt der benötigten Spülung entdecke ich einen kleinen Wasserhahn, den ich arglos aufdrehe. Ich schaue gerade in die Toilettenschüssel als mit viel Druck ein Wasserstrahl aus einem kleinen Schlauch in der Schüssel herausspritzt. Ich versuche auszuweichen, was mir aufgrund der beengten Räumlichkeiten nur sehr begrenzt gelingt. Um den Wasserstrahl zu stoppen nestle ic nach dem Wasserhahn. Dabei drehe ich in die falsche Richtung und erhöhe den Wasserdruck so dass er an die gegenüberliegende Holztür spritzt, abperlt und mich zusätzlich von der Rückseite einweicht. Nach einem zweiten Versuch ist der Toilettenbrunnen endlich abgestellt. Ich trete tropfend aus der Toilette und versuche mir meinen Weg würdevoll durch die Bar an meinen Platz zu bahnen. Nach einer solchen Misere gibt es zwei Verhaltensalternativen. A die Bar fluchtartig verlassen oder B sich hinsetzen und warten, bis der letzte Gast, der diese Katastrophe beobachtet hat, gegangen ist. Alternative B wählte ich gestern. Da verließ ich, nachdem ich mich frisch gemacht hatte, flitbereit die Toilette, um meinen Begleiter durch mein in Form gebrachtes Äußeres besonders zu beeindrucken. Ich hatte mir nach dem Toilettengang den Lippenstift nachgezogen und kam brustgeschwellt mit dem Hinterteil wackelnd aus den sanitären Anlagen auf meinen Verehrer zu, der erst breit lachte und dann, als ich ihn ebenfalls anlächelte, schallend in Lachen ausborst. Er deutete prustend auf mich. Ich drehte mich um und erblickte hinter mir, der Bewegung meines Gesäßes folgend, eine lange Toilettenpapierschnur hin und her schweben.
08 Juli 2005
Gesicht zeigen! und Dorothee Wenner haben 2002 eine Dokumentation namens "Unser Ausland" gemacht. Dafür wurden zehn Experten aus zehn Ländern über Deutschland befragt. Sie waren angehalten, zu berichten, was ihnen hierzulande auffällt - was also typisch deutsch ist. Es fiel mehrere Male das Wort Gemütlichkeit. Gemütlichkeit gibt es in anderen Ländern anscheinend nicht und die Interviewten hatten ihre liebe Mühe, ihren Freunden und Angehörigen zu erklären, was diese Gemütlichkeit sein soll. Meinen italienischen Verwandten kann ich dieses Konzept ebenfalls nicht begreiflich machen. Als ich das letzte Mal dort war, wollte ich gemütlich Latte Macchiato trinken gehen. In Deutschland läuft das so ab: Man schlendert zum Lieblingscafé, bestellt einen Latte Macchiato und nippt dann ca. zwei Stunden an selbigem. Mit Hilfe eines zweiten Latte kann man diese Unternehmung zu einer abendfüllenden Veranstaltung ausdehnen. In Italien sieht das so aus: Man steigt ins Auto und fährt in die nächste Cafébar. Das Auto parkt man quer auf dem Bürgersteig und rennt dann in die Bar. Man bestellt einen Kaffee, bekommt einen Espresso, trinkt ihn in zwei Zügen noch an der Bar aus und rennt zurück zum Auto. Mein Plan, mich zum Kaffee trinken auf einen Stuhl niederzulassen, stieß auf große Verwunderung. Damit man nicht nach zwanzig Minuten wieder nach Hause muss, gibt es verschiedene Alternativen wie man den Speedespresso ausdehnen kann. Als Vorarbeit muss man sich über Jahre hinweg gegen Koffein immunisieren. Man kann folglich bis zu fünf Espressi an einem Abend trinken und danach trotzdem müde ins Bett fallen. Fünf Espressi à zwanzig Sekunden sind natürlich trotzdem nur hundert Sekunden. Dehnbar ist das ganze Unterfangen lediglich durch die Wahl möglichst weit auseinander liegender Cafés. Man fährt von Espresso zu Espresso mindestens eine halbe Stunde durch den irrwitzigen Straßenverkehr, parkt vor der Tür, rennt rein, schüttet den Kaffee herunter und springt erneut ins Auto. Ratz Fatz ist es Mitternacht. Der geübte Italiener wählt zum Schonen seines Herzens eine andere Variante: Man geht in möglichst großen Gruppen Kaffee trinken. Alle fahren mit dem eigenen Auto und nach jedem Espresso diskutiert man ausführlich an welchem Ort man den nächsten trinken könnte. Dann springen alle in ihre Autos und fahren irgendwo hin. An dem Café angekommen, das man für das nächste hält, wartet man zehn Minuten und beginnt die Freunde anzurufen, da sie nicht auftauchen. Sollte es in Ausnahmefällen passieren, dass während der Diskussion ein Konsens über die nächste Lokalität gefunden wird, so zieht sich die Aktion dennoch in die Länge, da ja nicht ALLE gleichzeitig vor dem ausgewählten Café parken können. Man fährt also um die Blocks, um einen Parkplatz zu finden, streitet sich hier und da mit anderen Gruppen, die Parkplätze suchen, bis man schließlich aufgibt und mit den Handys die Freunde anruft, um sich auf ein anderes, strategisch besser gelegenes Café, zu einigen. Mit ein bisschen Übung kann man so Wochen verbringen. Ich war entsetzt über diese Ungemütlichkeit und versuchte meine Verwandtschaft davon zu überzeugen, dass wir uns nach deutscher Art gemütlich hinsetzen könnten. - Wäre es nicht schön, wenn wir uns zum Kaffee trinken hinsetzen könnten? - Nein, warum denn? Damit war das Thema Gemütlichkeit abgehackt.
Meiner Leserstatistik zufolge, ist heute irgendwas passiert. Nach einer kleinen Recherche konnte ich herausfinden, dass ich in der Kategorie „Leben/Vermischtes“ den Zeit Blogaward gewonnen habe. Ich finde es gut, Preise zu gewinnen, ohne darüber in Kenntnis gesetzt zu werden. So wie andere das machen, so mit Gewinner informieren, dass is ja auch langweilig. Für mich heißt der Preis, dass ich selbstverliebter, irrelevanter, humorloser und abtörnender als all die anderen bin. Ein bisschen erfüllt mich das mit Stolz, alles andere wäre gelogen. Toll finde ich, dass ich ein Hörguthaben gewonnen habe. In welcher Höhe bleibt genauso geheim, wie unbekannt blieb, wann der Blogaward beendet sein würde. Die Zeit mag es augenscheinlich mysteriös. Spaß werde ich beim Runterladen des Hörguthabens mit meinem 56k-Modem zweifelsohne haben! So und nun mein Dank an meine ersten drei Leser: N., Katrin und Zweiblum. In den ersten Monaten meines Blogs musste ich sie noch regelmäßig zwingen meine Artikel zu lesen, heute tun sie es hoffentlich freiwillig. Allen anderen hoffe ich gelegentlich ebenfalls Freude zu bereiten. Denn tatsächlich schreibe ich, weil ich mir wünsche, dass meine Texte gelesen werden. Darüber hinaus danke ich meinen Eltern, die meinen Blog hoffentlich nie entdecken.
06 Juli 2005
Dieser °%/&$&%§"$§ Tag findet sein erbauliches Ende in der Absage der 90qm-Terrassen-Wohnung.
Sollte einer der werten Leser schlimme Langeweile verspüren, so gründe er bitte umgehend eine Wohnungsplattform, in der Wohnungssuchende Kommentare zu den feilgebotenen Wohnungen hinterlegen können. Das wünsche ich mir als Leiderprobte sehr. Da müsste ich mich von cowboyhuttragenden Neureichen in changierend perlmutfarbener S-Klasse nicht unter Vortäuschung falscher Tatsachen im strömenden Regen nach Pankow locken lassen. Anzeige: 4-Zimmer, Terrasse, Balkon, Holzböden... Wahrheit: 3 Zimmer mit Terrasse, 3 Zimmer mit Balkon, 4 Zimmer ohne alles und einen neurotischen Elektriker, der pro Zimmer fünfzehn Spots in der Decke versenkt hat. Das macht mit Küche, Bad, Flur und vier Zimmer einhundertfünf mal sechzig Watt. 6.300 Watt wenn alle Räume beleuchtet sind? Welche psychischen Störungen sich hinter einer solchen Lichtplanung verstecken, ist mir schleierhaft. Aber ich könnte schreien, wenn meine wertvolle Zeit derart sinnlos vergeudet wird. So und jetzt gehe ich in den Alles-55-Cent-Laden und besorge mir Utensilien für eine Maklervoodoopuppe.
05 Juli 2005
Heute im Pergamonmuseum: Kassiererin zu mir: Student? Ich: Ähm, ne, ich muss voll zahlen Ich zu meinem Freund: Toll, ich seh noch aus, wie eine Studentin. Freund: Quatsch, da siehste mal, wie lang die Leute heutzutage studieren! Ich: Grmpf
04 Juli 2005
(Biologische Uhr tickt, Teil 1) Konversationen, die man haben könnte, wenn man mich zur Freundin hätte. - Sag mal Nuf, ist irgendwas mit Dir nicht in Ordnung? Du hast gerade ein Nackensteak mit Pommes gegessen und jetzt willst Du noch das angelutschte Restbrötchen mit kalter Bratwurst meines Sohnes essen? - Jepp. Wenn ich schon nicht wie die anderen Frauen meines Alters schwanger sein kann, will ich wenigstens fett sein.
03 Juli 2005
"Willkommen im Altenheim. Nehmen Sie sich eine Karte und setzen sie sich. In ein Paar Minuten beginnt Bingo. Dann Suppe und ab ins Bett!" Wenn man 30 wird, bekommt man lustige SMS. Grrrrr! Also ich finde ja, ich seh aus wie höchstens 29. Image Hosted by ImageShack.us
02 Juli 2005
Es kommt in Berlin nicht selten vor, dass man Schauspieler auf der Straße trifft. Leider nur solche, von denen ich gerade mal weiß, dass sie Schauspieler sind.
Weder ihre Namen noch die Serien oder Filme aus denen ich sie kenne, fallen mir ein. Das ist vermutlich ganz OK so, denn wenn ich mir vorstelle, ich würde mal einen echten A-Promi treffen, drängen sich mir seltsame Phantasien auf.
Ich denke, wenn mir beispielsweise Brad Pitt begegnen würde, würde der sich ziemlich sicher umgehend in mich verlieben. Da ich im deutlich heiratsfähigen Alter bin, würden wir einige Wochen später beschließen uns zu vermählen. Ich nähme Brad mit zu meiner Familie nach Sizilien und spätestens beim ersten gemeinsamen Abendessen fangen die Probleme an. Da nähme meine Familie den Auserwählten nämlich näher unter die Lupe.
Wortführend, als Oberhaupt der Familie, meine Oma:
- Ahhh und wie heiße die Manne?
- Nonna, das ist Brad Pitt.
- Brätta Pittä?
- Ja.
- Wasse isse fur komische Name. Da weiße ich nixe wo iste Vor- oder Nachname. Als ordentliche Mädschä musse du die Name nehme. Nuffe Pittä, klingte nichte gute – klingte wie Ausaländer.
- Ja Oma, Brad ist Amerikaner.
- Amerikano? (Die gesamte Familie schlägt die Hände über dem Kopf zusammen. In Anbetracht meines fortgeschrittenen Alters wollen sie aber eine Ausnahme machen)
- Wasse fur Berufe hatte deine Finanzato?
- Brad ist Schauspieler, Nonna.
- Schauespieler??? Madre mia! Wie solle er dich ernähre?
- Ich kann mich selbst ernähren.
- Ah papperlappape! Manne musse dich ernähre. Aber Schauespieler? Meine Gotte! Warum hatte nixe ordentliche Beruf, hmmm? (Meine Oma stößt Brad Pitt vor die Brust. Brad schaut irritiert. Er versteht schließlich nicht wovon die Rede ist. Er versucht die Situation zu entschärfen, indem er sein Brad-Pitt-Grinsen aufsetzt.) Eh warum grinste die Junge so doofe? Hm? Solle besser was Ordentliches lerne!
SCHAUESPIELER! Kanne nichte Anwalt oder Dottore sein?
- Oma!
- Ahhh! (Oma winkt ab) SChAUESPIELER! Wenigstens Bauer hätteste bringe könne! Biste dreißig Jahre. Jetzte isse egale. Besser alleine bleiben.
Meine Oma macht eine Handbewegung, worauf sich meine sieben Cousins in Gang setzen und Brad aus der Wohnung geleiten. Brad lächelt immer noch sein Fünfzigzähnelächeln als er auf die Straße gejagt wird. Oma hatte recht. Brad ist nichts für mich. Wir machen uns schulterzuckend und lachend an den Nachtisch. Brad drückt von außen seine Nase an die Scheibe und schaut unglücklich.
- Kscht! Kschschscht!, macht meine Oma und jemand zieht die Jalousien herunter.

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Foto by Fräulein Zuckerziege

01 Juli 2005
Hö, hö, kleiner Faux-Pas Dabei sagt meine Kristallkugel dass Cheffe das eh nicht durchbekommt.
Übrigens Happy 160 Tage rauchfrei. Das macht 3.520 nicht gerauchte Zigaretten. Frage mich, wann es anfängt Spaß zu machen.
Der innere Wecker schellt täglich um 04.00 Uhr und lässt mich immer wieder an die Terasse denken, die ich wahrscheinlich nicht bekommen werde. Ich schaue mir dann Satellitenbilder von Berlin an und lege mich danach wieder schlafen. Ich träume im Anschluss, ich könnte fliegen. Allerdings nur mit angewinkelten Armen und heftig wedelnd. Gegen jeden nervösen Spatz schneide ich, was die Ästhetik angeht, eher schlecht ab. Image Hosted by ImageShack.us
Verbleibende Sekunden bis zum Ende meiner Jugend und dem schlagartigen Erlöschen meiner Attraktivität: 172.800. Ab jetzt zählt Charakter und wenn ich Glück habe sehe ich für mein Alter noch ganz gut aus. Fledermausarme und Kniespeck sind nun nicht mehr aufzuhalten. Dafür trage ich heute mein erstes komplett H&M freies Outfit. Image Hosted by ImageShack.us

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