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27 Juli 2005
Die einzelnen Verkehrsteilnehmer sind untereinander Feinde. Das betrifft sowohl die der gleichen Kategorie als auch jene unterschiedlicher Gruppen. Besonders auf dem Land benötigen in erster Linie männliche Autofahrer dringend psychologische Hilfe. Alternativ wäre ich gerne zwei Meter groß und 120 Kilogramm schwer. Z.B. kann ich es gar nicht leiden, wenn ich das dritte Auto in einer Schlange vor einem Stopschild bin und mein Hintermann mich anhupt und dann so nahe auffährt, dass er mehrere Male an meine Stoßstange stößt. Im Geiste sehe ich dann eine Szene, in der das Ding aus dem Auto steigt, felsig grollt und mit der Faust auf die Motorhaube des Hintermannes haut, dass das Blech nur so spritzt. Ähnlich geht es mir als Fahrradfahrer. Ich bin nun wirklich der bravste Fahrradfahrer in Berlin. Ich mache alles gemäß der Straßenverkehrsordnung! Ich fahre sogar Kopfsteinpflaster und lasse meinen Körper dabei so durchschütteln, wie es nur die seltsamen bandbetriebenen Fitnessgeräte der 60er Jahre vermögen, die versprechen, den Körper durch Schütteln zu straffen. Am Gehweg schiebe ich und an Fahrradwegen fahre ich umsichtig, langsam und erwecke die Aufmerksamkeit der Fußgänger durch klingeln, falls ihnen meine Anwesenheit entgangen sein sollte. Deswegen wünsche ich mir von Herzen, dass Fußgänger nicht einfach mich ignorierend Straßen kreuzen, auf Fahrradwegen in Spontanstasis verfallen oder Hunde mit zwanzig Meter Ausziehleine spazieren führen.

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