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13 Juli 2005
Nach längerem Abwägen, werden wir den Roller als Transportmittel nun doch gegen ein Auto tauschen. Ein Auto hat den Vorteil, dass wir ALLES mitnehmen können, was uns einfällt. Das ist der Himmel. Meine letzten Urlaube waren stets autolose Campingplatzurlaube, die sich auf das nötigste beschränkten. Mehr als acht Kilo abzüglich Zelt konnte und wollte ich nie tragen. Dementsprechend saß ich die meiste Zeit in meinen müffelnden Klamotten auf dem Steinboden vor meinem Zelt, kaute auf trockenem Brot herum, welches mit Ameisen und schwitziger Wurst belegt war und beobachtete neiderfüllt die Ankunft anderer Campinggäste. Sie fuhren mit ihren Transportern zu ihren Plätzen, bauten ihre 10-Personenzelte auf, klappten ihre mit 7 Töpfen, einer Doppelflamme, 3 Pfannen, Gewürzregal und Vorratsschrank bestückten Faltküchen aus, um nach dem Kochen ihr kühles Bier aus ihren eingebauten Kühlschränken zu holen, sich auf ihre gepolsterten Couchgarnituren zu setzen und ihre autobatteriepedikürten Füße auf die Holztische zu legen. Mitleidig schauten sie zu mir rüber und der ein oder andere Nachbar mit Herz schmiss mir abgenagte Knochen zu, die ich dankend annahm. Damit ist jetzt Schluss! Nachdem ich meine Klamotten-, Schmink- und Schuhauswahl rollertauglich reduziert habe, kann ich nun alles mitnehmen, was irgendwie nützlich sein könnte. Angefangen mit einer Taschenlampe, Hammer für die Heringe (die man dann nicht mehr mit blutenden Fäusten in den Felsboden einhämmern muss!) über die lebenswichtige Espressokanne, den Milchschäumer, einen Kasten Wasser bis hin zu fetischunterstützenden Sieben in verschiedenen Größen (mein Hobby: Sandsieben). Die Beschränkung auf den wesentlichen Luxus fällt ab einem bestimmten Punkt schwer. Also packe ich noch Kopfkissen, Luftmatratze, Schminktisch, einige Zimmerpflanzen und kleine Raffinessen wie den aufblasbaren Wäscheschrank mit integrierter elektrischer Zahnbürste zusammen und betrachte stolz den Utensilienberg. Endlich erwachsen! Endlich bin ich auf der anderen Seite und werfe den hageren Studenten MEINE Essensreste in den Straßenstaub, wohlwissend dass sie mich dafür sogar noch schätzen werden!

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