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31 August 2005
Morgen werde ich im Kino zu finden sein. Den gesamten Tag werde ich hauchen: Jason, Jason, Jaaason, Jaaahhhsooon! Ich berichte dann von meinen Träumen.
Handelt es sich um eine bloße Koinzidenz oder ist es tatsächlich so, dass dieser Herbst eine besonders große Anzahl an Modeunarten hervorbringt? So wundere ich mich seit Wochen über das 1/3 Pullöverchen. Bislang war ich der festen Überzeugung dass kein Mensch so etwas kaufen, geschweige denn tragen würde, doch wurde ich gestern eines besseren belehrt. Was soll dieser Quatsch? Wenn mir irgendwo kalt ist, dann doch genau an den fehlenden 2/3. Die Nieren müssen warm sein, nicht meine Schlüsselbeine! Außerdem. Da hätten sie mal einen Mathematiker bei der Berechnung des benötigten Stoffs ranlassen sollen. Busen = Ausbeulung = mehr Stoff. Gleich viel Stoff an Vorder- und Rückseite des 1/3 Pullis = Titten frei. Image Hosted by ImageShack.us
Wie lautet das Fremdwort für eine Kombination sich gegenseitig ausschließender Bedeutungen? Wenn meine Nonna das sehen würde! Ich erinnere mich, wie ich als ca. 5 jährige mal nach Ketchup verlangte. Meine Oma verstand kein Wort. So etwas gibt es nicht in Sizilien, mein Kind. Ich erläuterte. Meine Oma: Ahhhhhhhhhh!, schmiss eine Tomate in den Mixer und löffelte mir das Püree auf den Teller. Image Hosted by ImageShack.us
Jedes Mal, wenn ich daran vorbei fahre, frage ich mich: Welche Botschaft will mir der Werbe- und Kommunikationswissenschaftler mit der Gestaltung dieses Bildes übermitteln? Da ist der wühlmausgesichtige Oskar Lafontaine, Hagen der SPD, auf der schwarzen Seite. Die Finsternis drückt von hinten auf ihn und lässt seinen weißen Haarkranz wie einen Heiligenschein erstrahlen. [Erinnern wir uns an die Nibelungen. Dort rammt Hagen (Oskar) dem Siegfried (Gerhard) den Dolch in die verwundbare Stelle, doch es dauert nicht lange bis er von Kriemhild schwertschwingend (Angie?) danieder gemetzelt wird.] Luxusoskar hat sich den Platz links im Bild erkämpft. Jeden Morgen, wenn ich mit dem Fahrrad an dem Plakat vorbei fahre, stelle ich mir die Fotosession vor. Fotograf: So Herr Lafontaine und Herr Gysi, wenn sie sich bitte nebeneinander stellen würden? Oskar: Ich steh aber links! Gregor: Nix da! ICH steh links! Oskar: Gar nicht! ICH steh lihhhinks! Gregor: Oskar, wir haben das aber anders abgesprochen. Du hältst dich nicht an die Vereinbarungen. Oskar: Ich geh mit deinem Privatleben an die Presse, wenn du mich nicht links stehen lässt, werter Genosse! Photograf: Meine Herren! Bitte keinen Streit! Gregor: Ist schon in Ordnung, ich steh ja gerne rechts. Zurück zur Plakatgestaltung: Gysi, der zwar nur 3 cm kleiner als Oskar ist, musste sich offensichtlich neben Lafontaine knien. Hinter ihm ist heller Tag. Er reibt seine Finger in italienischer Manier, als bezichtige er jemanden links vor Oskar stehend des Arschlochseins. Sein Gesicht verzieht er dabei wie Alfred Biolek in seiner Kochshow wenn er Scheußliches probiert hat, dem bemühten Kochgast jedoch nicht die Laune verderben will und deswegen: "Hmmmmm ohhhh LECKER!!!" grunzt. Gysi schaut Lafontaine nicht an und gemeinsam höre ich sie rufen "Wir predigen nicht Wasser und trinken selbst Wein. Wir predigen Wein!" Das Verhältnis von Schwarz zu Weiß beträgt etwas mehr als 2/3 zu weniger als 1/3 - folgt also dem goldenen Schnitt. Soll mir das helfen die Verbindung zwischen selbstdarstellungssüchtigen Unsympath und rhetorikgeschulten Retrofreund ästhetisch und somit gut zu finden? Image Hosted by ImageShack.us
30 August 2005
Es gibt eine psychische Krankheit, die Menschen glauben lässt, das Bekannte oder Freunde durch Doppelgänger ersetzt werden. Ich denke, ich leide darunter. Anders kann ich mir manche Dinge einfach nicht erklären. Da sehe ich beispielsweise meine Kollegin an ihrer eigenen Bürotür klopfen. Sie wartet geduldig. Leider ruft sie sich nicht hinein. Sie steckt also den Kopf ins Büro, sagt Ah und setzt sich auf ihren Platz. Mein Freund wird auch ganz ohne Zweifel gelegentlich durch einen ihm bis aufs letzte Haar gleichenden Repliken ersetzt. Ich: Wollen wir morgen mal wieder ins Kino gehen? Freund: Gute Idee! In welchen Film denn? [Konversation schreitet 20 Minuten voran. Ich gehe auf Toilette, komme wieder] Freund: Wir waren lange nicht im Kino. Hättest du Lust mal wieder zu gehen? Ich: ?
Sellerie hat "negative" Kalorien. Es kostet mehr Kalorien, eine Stange Sellerie zu essen, als es eigentlich einbringt. Bei mir bringt das einen weiteren Vorteil. Äße ich eine Stange Sellerie, so müßte ich mich erbrechen, was zusätzliche Kalorienersparnisse bringt, weil das was bereits in meinem Magen war, nicht verwertet wird.
Im November ist es wieder so weit! Jupee! Ich kenne da jemanden, der behauptet, er brächte Matrix III zum Besten. Ich hardere noch mit mir, ob ich mit Dirty Dancing teilnehme und Frau Zuckerziege versproch ein Bollywooddrama. Eigentlich DAS Festival für Frau Gröner, oder? Wer begleitet mich?
In der U-Bahn stehend, drängt sich mir die Vermutung auf, dass sich an zentralen Punkten des öffentlichen Verkehrs Menschen aus verschiedenen Dimensionen materialisieren. Nicht anders kann ich mir den Umstand erklären, dass da eine spaghettiträgertragende Dame neben einer anderen im Daunenmantel steht.
29 August 2005
Besorgniserregend. Ich glaube, Frank von argh ist durchgedreht. Übrigens möchte ich hier eine Kommenatreintragsliste (analog zur Unterschriftenliste) anregen, die Herrn Argh, als Diplom Webdingenstechnikeringenieur dazu auffordert, endlich eine Kommentarfunktion auf seiner Seite einzubauen!
Die Pille hat der Teufel erfunden. Fragt den Papst! Nicht nur, dass man folgenlos kopulieren kann, nein, sie macht auch noch dick. Der olfaktorische Apparat wird umprogrammiert und Frauen können auf 10 km gegen den Wind gebratenes Fett erschnüffeln und fallen solange wie sie es nicht essen können, in einen materrapunzulären Zustand. Das Sein wird fortan nur noch durch Essen, Essen, Essen bestimmt und nicht unter fortpflanzungstechnischen Aspekten betrachtet. Somit ist nicht mehr der testosteronstrotzende Cowboytyp gefragt sondern der Kantinenchef, der Fleischer (gibt es einen wohldufterenden Geruch als den des rohen Fleisches, hm?) und der Bäcker. Ich habe mal gelesen, dass es Hundebesitzer gibt, die ihrem Hund den Befehl bei Fuß beibringen indem sie Würstchen in ihre Hosentaschen stecken. Ich schätze, das zieht bei pillenschluckenden Frauen ebenfalls. Glücklicherweise schnüffeln die einem nicht so penetrant im Schritt. Das schlimme ist außerdem. dass schon lange erwiesen ist, dass die Pille verhindert das gegengeschlechtliche Immunsystem korrekt zu erriechen. Da sich wonneproppiger Nachwuchs nur aufdrängt, wenn sie paarlichen Immunsysteme eine möglichst hohe Varianz aufweisen und somit eine denkbar breite Streuung des Genpools zu ermöglichen, ist es kein Wunder, dass sich unsere Generation nur noch ungeplant aufgrund diverser Fehlanwendungen gängiger Verhütungsmethoden vermehrt. Außerdem reduziert die Pille die Paarungsbereitschaft im Allgemeinen und macht Krebs. Alle Frauen aufstehen und im Kanon sagen: Die Pille ist böse, der Teufel hat sie uns geschickt! Die Pille ist böse, der Teufel hat sie uns geschickt! Die Pille ist böse, der Teufel hat sie uns geschickt!
Es ist eben keine Egal-Wahl. Wenn man sich die Mühe macht und Parteiprogramme liest, wird man die Unterschiede sehr deutlich sehen. Z.B. bin ich der Meinung, dass man als Frau nicht die CDU wählen kann. Denn das Idealbild einer konservativ-christlichen Weltanschauung sieht vor, dass die Damen kinderwerfend zuhause bleiben und nicht den armen Männern die guten Arbeitsplätze wegnehmen. Antworten für die 30%, die sich nicht erst an der Wahlurne entscheiden, was sie wählen wollen.
Am Wochenende war es soweit. Meine gesamte Pubertät habe ich davon geträumt, dreißig Jahre musste ich alt werden und dann endlich erfüllte sich ein Jugendtraum: Ich wurde zu einer Poolparty eingeladen. Nachdem ich die Einladung erhalten hatte, näherte ich mich dem Thema "perfektes Outfit am Schwimmbecken" zunächst beobachtend. Ich lud mich bei Freunden ein, um dort Rap-Videos zu schauen, um so brauchbare Hinweise zum angemessenen Styling zu bekommen. 487 Klingeltonwerbungen später wusste ich es: ich brauchte nur eine Kordel für untenrum und zwei bonbonpapiergroße Glitzerstoffdreiecke für die Brüste. Den Rest der Woche verbrachte ich unter dem Solarium. Kurz bevor wir gestern losgingen, nahm ich mein Olivenöl aus dem Schrank und rieb mich ein. Danach wälzte ich mich in Goldstaub. Jetzt konnte es los gehen! Am Ort der Poolparty angekommen, musste ich mit Bedauern feststellen, dass die anderen Gäste nicht so gut vorbereitet waren oder ihnen maßgebliche Fehler in der Recherche unterlaufen waren. Ich entschloss mich, vor dem Bad einen kleinen Snack am Büffet zu mir zu nehmen. Dieses Vorhaben erwies sich als schwieriger als angenommen. Die Olivenölgoldpaste an meinem Körper war sehr klebrig und so blieben einige gegrillten Zucchinischeiben, mehrere Wurstscheiben und eine nicht unbeachtliche Menge Nudelsalat an mir haften. In solchen Fällen empfiehlt es sich, gelassen zu bleiben und sich das kleine Malheur nicht anmerken zu lassen. Ich erspähte eine Klappliege auf die ich mich setzen wollte. Das einzige was mich von der Umsetzung abhielt, war der Umstand, dass die Klappliege noch nicht entfaltet war. Man kennt das ja. Die im Grunde eine einfache Bewegungsabfolge, welche die Liege entfaltet, erweist sich in der Praxis als unreplizierbar. Ich klemmte mir zweimal den Finger ein, bis ich schließlich wutentbrannt aufgab. Dummerweise hatte sich die Stoffbahn der Liege während meiner Aufklappversuche um mein Bein gewickelt und wollte sich partout nicht entfernen lassen. Auch hier hilft nur so tun als ob es sich um ein modisches Accessoire handelt. So schliff ich mich hinkend zu den Getränken, da ich plante zur Auflockerung ein Gläschen Prosecco zu mir zu nehmen. Leider hatte irgendein Scherzkeks die Flasche vorher kräftig geschüttelt. Als ich sie öffnete, flog der Korken in einem hohen Bogen durch die Luft, traf die Gastgeberin im Auge, während 0,75 Liter Flüssigkeit sich fontänenartig über meine aufwendig hergerichtete Frisur ergoss. Ich verabschiedete mich kurzerhand nach der Guybrush Threepwood Methode mit den Worten: "Guckt mal! Da hinten! Ein dreiköpfiger Affe!". Seit gestern Nachmittag vermisse ich übrigens meinen Freund, hat ihn jemand gesehen?
26 August 2005
Kurze Unterbrechung Suche dringend eine/n Studenten/in der Kommunikationswissenschaft, des Marketings o. ä., der/die auf der Suche nach einem Thema für seine/ihre Abschlussarbeit ist und sich vorstellen kann, etwas im Bereich Sloganentwicklung zur Mitarbeiteraktivierung in einem Change Management Projekt zu machen. Bitte bei mir melden! Jetzt geht's weiter mit Musik
Auch Schwertwale leiden unter Essstörungen. Nun ist es dem gemeinen Orcininae nicht ohne weiteres möglich, nach tagelangem Hungern in die Küche zu gehen und einfach alles, was Vorratsschränke und Kühlschrank hergeben, in sich reinzustopfen. Um dennoch größere Mengen Möwen verspeisen zu können, entwickelten Killer-Wale vor der kanadischen Küste eine besonders effiziente Methode Vögel anzulocken. Der Schwertwal lockte Möwen an, indem er Fischreste auf die Wasseroberfläche erbrach. Dann lauerte der Meeressäuger unter der Wasseroberfläche auf heran fliegende Möwen und schnappte sie. Der einzige Haken an der Geschichte ist die Flosse nach der Möwenvöllerei tief genug in den Hals zu bekommen, um sich zu erbrechen.
Die letzten beiden Wochen gehörte es zum guten Ton, darüber zu klagen, dass es so verwirrend sei, weil diese Blogswapperei bewirke, dass man gar nicht mehr wüsste, wer jetzt wo sei. Ich war vom 19. August bis gestern zu Gast bei Herrn ix. Das war ganz doll spannend. Herr ix ist nämlich technikaffin und ich ein Mädchen. Einen Artikel innerhalb seines ausgetüftelten Redaktionssystem zu veröffentlichen, erwies sich als möglich. Unmöglich war es mir fünf Tage lang zu verstehen, wie man Bilder einbindet. Mittwoch Nacht hatte ich glücklicherweise einen Traum mit bunten Zahlen und seltsamen Sonderzeichen, der bewirkte, dass ich es am letzten Tag schlussendlich beherrschte. Der entnervte Leser mag sich fragen, was das Geswappe eigentlich gebracht hat. Das frug ich mich ganz zu Beginn der Aktion ebenfalls. Mir hat es viel gebracht. 1) Konform zu unserer Spaßgesellschaft, brachte es mir Spaß: Das Bild vom ix in meinem Header sei als Beispiel genannt und verdient des tausendfachen Lobs. 2) Ich habe Technikkram gelernt, den ich vielleicht irgendwann mal wieder verwenden kann. Wenn ich eines Tages verstehe, was ein RSS-Dings ist, werde ich ihn/es auch verwenden. Außerdem finde ich die Bildchen links neben den Artikeln bei Herrn ix toll und wenn ich groß bin, will ich die auch mal haben. 3) Ich habe mich in vergleichender Statistik üben können. Die Auswertung unserer Blogcounter ergab für mich erstaunliches. (Z.B. Wir brachten beide etwa gleich viel Leser auf die jeweils andere Seite [um die 400]. Unsere Zugriffszahlen erhöhten sich durchgehend im Laufe der Woche, was für ein gewisses Interesse in der Leserschaft spricht...) Der wichtigste Punkt ist aber die Nummer 4) Der Tausch hat mir die Gelegenheit gegeben, Herrn ix ein bisschen kennen zu lernen. Dabei stellte sich heraus, dass Herr ix ein erfrischend unprätentiöser Mensch ist, der sich sogar sein Bier selbst kauft und sich mit abgekratztem Pizzabelag zufrieden gibt. Abschließend würde ein peinlicher Deutschrapper sich so ausdrücken: Ein dickes, fettes Danke an ix und fetten Respekt an die ix’schen Leser. Es war ne endgeile und superlustige Woche! Yo!
blogtauschdings beendet
so. jetzt ist das langersehnte ende vom blogswapdings erreicht. vielen dank fürs lesen. frau nuf hat noch ein paar interessante statistische details herausdestilliert. demnächst hier. wahrscheinlich.
25 August 2005 ich hasse h&m (ein bisschen)
liebes h&m, deine schlimm slim fit anzüge die du nur in grössen bis 52 hast kannst du dir in den arsch stecken. früher, ohne slim-fit-kacke fielen die anzüge auch in 52 so aus, dass ich sie tragen konnte ohne dass leute die an mir vorbeilaufen lachend zusammenbrechen. da du deine 180,- euro anzüge nur bis 52 anbietest, bin ich halt zu den galleries lafayette gegengen, die verkaufen heute unter anderem auch gucci-anzüge in 56 für 188,- euro. ich glaube der gucci-anzug ist lafontainig genug für den pdswasglinksdings-parteitag am samstag. ob die mich am sonntag bei der cdu damit reinlassen? ich werde berichten.
24 August 2005 dienstmitteilung von jamba
eben habe ich auf mein handy von jamba eine mitteilung erhalten:
Leider ist Jamba! Dein Handymodell nicht bekannt.
aha. danke für diese information. witzig sind die zwei abgehackten, kurzen sätze. da könnte man antworten: „leider ist supaschwenzel! ihr arschlöcher.“ warum ich das per „dienstmitteilungs-sms“ als .wml seite erhalten habe — und warum überhaupt — ist mir unbekannt. mein handy drängte mich dazu irgendeinen „preminet client“ zu benutzen. spam? oder spielt da irgendwo ein blödmann mit meiner handynummer rum? (blödmann bitte an der kasse melden)
fäkaldiskussionskultur
ich habe mich selten so an einer fäkal-analogie erfreut wie an dieser von mir selbst verfassten mangellogik-visualisierung. ich finde die analogie äusserst evident und schlüssig. leider werden mir wieder formfehler angekreidet. [niveau-selbstkontrolle: NSK 23; niveauästheten bitte nicht auf den link klicken]
obst gesund?
ich habe mich bereits als kind gefragt, wie man etwas als gesund bezeichnen kann, von dem man nach dem genuss bauchschmerzen und magengrimmen bekommt. offensichtlich wehrt sich der körper heftig gegen den „genuss“ von obst, warum sonst brodelt es nach einem apfel im magen als ob dort ein massaker stattfände? warum kann man eine stunde nach dem genuss einer zwiebel rücklings zwei liter methan abzapfen? viele obstsorten signalisieren einem deutlich: iss mich nicht! das geht mit farben, gerüchen, aber auch kleinen, subtilen signalen wie ekligen häutchen, haarigen oberflächen, bitteren und unzählichen kernen oder abstossenden gerüchen oder konsistenzen. viele obstsorten verabscheue ich nicht wegen des geschmacks, sondern wegen der konsistenz. erdbeeren zu zerkauen empfinde ich ekliger als eine nackschnecke (oder eine kiwi) abzulecken. das mag daran liegen, dass ich einmal von einer älteren dame, die mir sicher etwas gutes tun wollte, mit einer riesenportion dosenerdbeeren gemästet wurde. aber auch viele andere obstsorten mag ich konsistenzmässig überhaupt nicht, orangen zum beispiel. dieses zusammenspiel aus haut, fruchtfleisch und diesen weissen fäden lässt mich erschaudern. als saft hingegen habe ich mit kaum einem obst oder gemüse schwierigkeiten, bis auf die oben erwähnte rebellion im verdauungstrakt. überhaupt, die erfindung der saftpresse, bzw. saftreibeschleuder ist grosssartig. viel eher als einen kühlschrank wünschte ich mir für meinen kleinen bescheidenen haushalt eine solche saftpresse, mit der man aus karrotten, äpfeln und ungeheurem lärm einen leckeren saft mit 3-4 schichten zaubern kann (unten karottenwasser, drüber apfelwasser, dadrüber seltsam gefärbter apfelschaum und karottenschaum). gestern habe ich übrigens von der obstbefreiungsfront 30. august (wie ich vermute) eine postkarte bekommen.
23 August 2005 „Piano Mann ist ein schwuler Bayer“
nicht nur der. (aus der BZ vom 23.08.2005)
„Beisetzung von Frére Roger im TV“
bei uns wurden die toten früher im sarg beigesetzt. die zeiten ändern sich. (aus dem tagesspiegel vom 23.08.2005)
wie komme ix ins fernsehen?
ins fernsehen kommen ist gar nicht so schwer. vor nicht allzulanger zeit besuchte ich die premiere von the matrix revolutions. die premiere war bekanntlich nachmittags, da der verleih glaubte ein weltweit synkroner start könnte aus einem scheiss-film einen gut-besuchten machen. keine ahnung ob das klappte. als der film zuende war und ich übellaunig und stinkig aus dem kino trat sah ich ein 2df-fersehteam am treppenaufgang lauern. meine begleitung ergriff die flucht, ich schlenderte langsam aufs fernsehteam zu. das funktionierte, der redakteur fragte mich wie ich den film gefunden hätte. ich kotze meine meinung ins 2df-mikro und ging zurück ins büro, arbeiten. offenbar wurde der beitrag 3 stunden später tatsächlich um 19 uhr gesendet, was ich daran bemerkte, dass ich lauter sms bekam von leuten die mich im fernsehen gesehen hatten, darunter auch ein kunde der mir mitteilte, dass das ja interessant sei, dass ich nachmittags ins kino gehe. ansonsten ist der besuch von fernsehsendungen als publikum eine beliebte methode um ins fernsehen zu kommen. meine erste sendung die ich als claqueur besuchte war „boulevard bio“. das hatte nichts mit naturwissenschaft zu tun, sondern mit alfred biolek. die sendung habe ich natürlich auf VHS aufzeichnen lassen um mich später per suchlauf, zeitlupe und standbild im publikum zu suchen. leider war ich selbst per standbild nur ganz dunkel und verschwommen zu erkennen. dafür werde ich nie vergessen wie einer der prominenten gäste die toilette zur gleichen zeit wie ich aufsuchte und allen anwesenden beim öffnen der klotür laut und deutlich einen „wunderschönen guten abend“ wünschte. das hatte fast soviel klasse wie „mahlzeit“ auf dem klo zu sagen. bei einer aufzeichnung von harald schmidt war ich auch einmal zugegen. ich ging mit meiner schwester dorthin, die mit ihrer sehr lauten und auffälligen lache die kameramänner auf sich aufmerksam machte. so kam ich neben ihr auch ein-, zweimal kurz ins bild. ähnlich verhielt es sich ein paar jahre später bei anke engelke. das alles ist einfach, ein kurzauftritt im fernsehen kostet etwa 10 euro (eintritt), ist aber weniger popularitäts-bildend oder ruhmreich. also unbefriedigend. also schmidete ich vor 5 jahren einen perfiden, teuflischen plan um ins fernsehen zu kommen: ich fing an zu bloggen um irgendwann berühmt zu werden und ins fernsehen zu kommen. schon nach fünf jahren ging der plan auf. via johnny meldete sich ein arte redakteur bei mir und fragte mich ob ich mich interviewen lassen würde. ich sagte zu und saberte ausversehen in meine bluetooth-tastatur. am mittwoch abend letzter woche traf ich dann bei johnny ein kleines dreimänniges arte-fernsehteam das vorher johnny interviewt hatte. nachdem wir uns kurz begrüsst und die hände geschüttelt hatten setzten wir uns bei johnny in den garten. kein schminken, kein haarezupfen, keine frage nach meiner wäscheklammer an meinem revers. ich war enttäuscht. das fehlende schmicken führt wahrscheinlich dazu, dass meine ungesunde rote gesichtsfarbe im fernsehen einen glänzenden auftritt bekommt. bevor frank ilgener, der redakteur, und ich anfingen über weblogs zu plaudern, schoss ich noch ein foto mit meinem handy und „flickerte“ es (internet affine menschen kennen das, das ist das was nico lumma berühmt und berüchtigt gemacht hat). was ich da tue, fragte frank ilgener. „äh, ich habe ein foto gemacht und es geflickert.“ — ruckzuck war ich im technik-geschwafel, tagging, rss, kommentare und offene apis. durch geschicktes, unprätentiöses und wie ich fand von ehrlicher neugier getriebenes fragen machte herr ilgerner das gespräch dann doch noch zu einer, nun ja, entspannten plaudererei über weblogs und was man daran faszinierend finden kann. ich habe vermnutlich ziemlich viel blödsinn gelabert, häufig das berühmte blogger-„ich“ und ausgefeilte selbstbeweihräucherungs-techniken benutzt aber dabei immerhin ganz langsam geredet, wie mir vorher eingetrichtert wurde. herr ilgener war voll der profi, über den einen oder anderen witz von mir lachte er zwar heftig, aber immer so, dass man es nicht hörte. nur aus dem kameramann brach einmal ein lauter laucher hervor, so dass ich meinen satz wiederholen musste. kindergeschrei, ein schuss, sirenengeheul, vogelgeschreie und zwei anwohner unterbrachen meinen redefluss auch ein paarmal. weitere unterbrechungen ergaben sich durch zweimaliges kasseten-wechseln — was mir ein kleinwenig ein schlechtes gewissen machte, denn der herr ilgener muss sich ja demnächst die ganze scheisse nochmal angucken und anhören um sie zu einem beitrag zu zerschneiden — und ein akkuwechsel. zwischendrin rief mich ein kunde an, der ein problem mit indesign und der funktion „verpacken“ hatte. dummerweise hatte ich das handy nicht stumm gestellt, so dass auch dies zu einer kleinen unterbrechung führte. mein handy beschied mir nach dem anruf, dass es „kurzfristig überlastet“ sei. ich mag mein menschelndes handy, das fernsehteam lachte mich aus. entgegen meiner erwartung war ich das ganze interview über ziemlich ruhig, vorher auch, gar nicht richtig aufgeregt und das obwohl ich komplett nüchtern war. zum schiessen von sog. „footage“ stellte mich der kameramann nach dem interview an die wand und filmte mich, wie ich an der wand stand. ich sollte nicht reden und diese „footage“ würde dafür verwandt, mich „vorzustellen“. bei einer einstellung bat mich der kameramann ihm nicht böse zu sein, aber er würde mich bitten doch „einmal“ den bauch etwas einzuziehen, man könne sonst mein gesicht nicht sehen (er filmte von schräg unten). ich tat wie mir geheissen wurde und versuchte möglichst viel und möglichst unbeteilgt nach oben zu schauen. die erfahrung zeigte mir in der vergangenheit, dass diese haltung meine kinn-leftzen strafft und den eindruck von lässigkeit erweckt. mal schauen ob das auch diesmal geklappt hat. ich hoffe ja, dass die alte fernsehmacherdaumenregel nicht stimmt, dass man im fernsehen 40mal fetter als in echt aussieht. nach den dreharbeiten (übrigens keine einzige aufnahme vor dem rechner — respekt dafür!) klappte ich meinen rechner auf und schaute nach dem anfangs geflickerten bild. ups, bereits über 200 views und 4 kommentare. die filmleute waren ganz fasziniert, wie schnell so eine scheisse ginge und schmissen sich bei dem kommentar von stabilo boss fast weg vor lachen. was ich bereits jetzt als vorschusslorbeere rausblasen muss, den redakteur, frank ilgener, lernte ich als neugiereigen, aufrichtig an diesem blogdings interessierten mann kennen (ebenso wie den kamera-und tonmann). er meinte zwar erst kürzlich vom blogdings gehört zu haben, sei aber jetzt schon ganz fasziniert von dem was er davon gesehen und darüber gehört habe. ich erwarte also ganz ehrlich einen qualitativ hochwertigeren beitrag als damals den vom journalistendarsteller. beim rausgehen sagte der kameramann ich sei wirklich witzig, sowohl mein weblog als auch im interview — und eitel. arschloch. das stimmt.
bild kämpft für nutten-arbeitsplätze
ihhh. den focus zitieren? wenns denn sein muss und es wunderbar zeigt wie das fromme deutsche, pontifäkale sprachrohr und fachblatt für bigotterie, die „bild“-zeitung, der deutschen fick-industrie schleichwerbend unter die arme greift:
Der Kölner 'Express' und das RTL-Magazin 'extra' hatten wegen 'zu viel Hardcore' abgewinkt. 'Bild' dagegen signalisierte erfreut Zustimmung, erst in der Kölner Redaktion, dann die Kettwiger NRW-Zentrale, schließlich die Chefredaktion in Hamburg. So kooperierte Europas größtes Boulevardblatt exklusiv mit Europas größtem Puff.
abgetippt und in einen verständlichen zusammenhang gebracht von clarissa.
wahlblogdings
mario sixtus geht ab wie ne rakete, thomas knüwer setzt schon ne flasche ketchup auf einen grimme-preis. mario sixtus und christof wolff feuern texte ins blogdings als ob sie um ihr leben schröben und fotografierten — und das in höchstform:
Mein musikalisches Empfindungsvermögen führt selbständig eine Notabschaltung durch.
ich werde auch versuchen auf den wahl-rumgeblogge-zug aufzuspringen, indem ich — wenn alles klappt — für das wahlblog von den parteitagen aller fünf grossen parteien (cdu, spd, grüne, fdp und rinkspartei) blogge. diesen samstag und sonntag gehts bei der rinkspartei und cdu los, wenn ich, bzw. der der bundesbloggleiter alle akreditierungen zusammenbekommt. mehr demnächst. solange fleissig blogtour lesen. [nachtrag] köstlich, ich sach ja, sixtus in hochform:
Merkel arbeitet sich gerade durch die üblichen Themen (Renten, Bildung, Arbeitslosigkeit), als plötzlich die Kirchenglocken zu läuten beginnen, als hinge Don Camillo persönlich in den Seilen, um Peppones Rede zu stören. An alles hatten die Organisatoren gedacht, nur nicht an den akkustischen Ruf zum Gottesdienst. Merkel ist leicht verunsichert und verfällt in ihr gefürchtetes, monotones Halbsatz-an-Halbsatz-Aufgereihe. Irgendwann haben die Glocken ein Einsehen und verstummen.

22 August 2005 vielleicht hätte ich doch anonym bloggen sollen?
jetzt neu: schwenzelvergleich. find ich ok, solange niemand sagt, rss-leser oder lügen haben kurze schwenzels.
wtf?
FUCK GOOGLE“?
milder grössenwahn
vor ein paar tagen habe ich meinem rss reader das „haupstadt-blog“ hinzugefügt. ich kam, wie so oft, beim referrer-fischen drauf. ich sah fotos vom von mir geschätzten herrn niemeier und freute mich über ein weiteres berlin-blog. fortan strömten meldungen wie „Wochenmarkt wird zum kulinarischen Schlemmermarkt“ oder „Taxifahrer und Fahrgäste helfen nach Verkehrsunfall“ durch meinen kurzschwanz-rss-reader. ein zweimal dachte ich, och ja, das wolltest du doch auch noch hier bloggen, prima blog. gestern las ich dann das hier betätigte aber sofort die tastenkombination apfel-w (alt-f4, doo), eine reflexreaktion, wenn ich den namen „grönling“ lese. das grönling thema wurde meiner bescheidenen meinung nach wirklich ausreichend durchgekaut und verdaut. ich wollte eigentlich nichts mehr mit diesem armseligen taz-artikel zu tun haben. heute stiess mich dieser artikel im medienrauschen (einem medienweblog um daniel fiene) dann doch noch mal auf den „Brief an die Taz“. matthias schlecker bezieht sich in seinem brief an die taz auf dieter grönlings taz artikel und grönlings kommentar bei fraufrank, allerdings ohne fraufrank als quelle zu nennen. peinlich wirds dann am ende des briefes: matthias schlecker fängt da tatsächlich an dieter grönling anzuschlecken und mit schleim einzuwickeln als er auf grönlings forderung „Die richtige Zeit also, mal einen wirklich guten Blog zu bauen“ antwortet:
Wir freuen uns, Sie im Hauptstadtblog als Leser begrüßen zu dürfen.
huuuh! begging for a taz-feature … der milde grössenwahn wird von dieser (mittlerweile geänderten) textpassage von jedem ironie- oder humorverdacht freigesprochen:
Es fehlte bisher ein richtig gutes Berlin-Blog. Ein Blog, in dem Blogger vom Leben in der Hauptstadt berichten.
die gänzlich unbescheidene selbstbeweihräucherung setzt dann daniel fiene von aussen, im medienrauschen (daniel fienne hat nichts mit dem haupstadtblog zu tun, ist aber über medienrauschen mit matthias schlecker verkumpelt), noch ein sahnehäubchen auf:
Das erste deutschsprachige Berlin-Blog ist jetzt offiziell gestartet: Das Hauptstadt-Blog will seine Besucher mit Lesenswertem aus Berlin versorgen.
[hervorhebung von mir] ein gelungenes beispiel wie man mit grosskotzigem gesabbel eine sympathische und gut aufgezogene idee versemmeln kann. hinzufügen sollte ich noch, dass ich mit dem von daniel fiene gedissten subjektiv bewerteten und momentan etwas lahmenden metroblog blog berlin verkumpelt bin, weil ich da ab und zu mitschreibe. [sorry, niveaupolizei, für die redundante bloggerselbstbetrachtungs-scheisse mit der ich frau nufs blog zumülle/runternivelliere]
primer
ach ja primer. ich war ja nach sorgfältiger planung letzten donnerstag auf dem fantasy film festival um mir primer anzugucken. ungewöhnlich schwer gestaltete sich die vergabe der zweiten karte, vor allem deshalb weil ich defizite in störungsfreier kommunikation mit der damenwelt habe. merke: manchmal bedeutet „nein“ „ja, aber nur bei telefonischer nachfrage“. nachdem ich also keine dame als begleitung auftreiben konnte, telefonierte ich meine verwandschaft ab. mein cousin sagte zu mich zu begleiten. als der film anfing war ich darauf vorbereitet, dass die ersten 20 minuten evtl. etwas „langweilig“ sein könnten. deshalb liess ich mich vom einfachen dogma-stil des filmes nicht irritieren. mein cousin begann bereits in den ersten 20 minuten mich mehrfach hilfesuchend anzugucken. soviel verstand ich: zwei oder vier typen bauten da in einer garage eine maschine. nach 20 oder 30 minuten war sie fertig, die maschine. weitere meilensteine des filmes waren: 1. die beiden protagonisten verstehen die funktion der maschine, 2. sie bauen die maschine zweimal in gross nach und benutzen sie 3. für den rest des filmes. der zuschauer, oder sagen wir genauer, mein cousin und ich hechelten verständnismässig immer mindestens 20-30 minuten hinterher, sprich nach 20 minuten begriff ich beispielsweise was das mit dem pilz und der maschine auf sich hatte. obwohl, ich sollte präzsisieren; mein cousin hing geschätzte 70 minuten hinterher (wie ich später erfuhr). ich mag ja filme die sich des mittels der belehrung enthalten, nicht alles solange erklären bis es auch der letzte depp verstanden hat, die der kraft der subtilen andeutung vertrauen, mit einem wort sechs worten: filme die dem zuschauer etwas zutrauen. leider traute primer uns etwas zuviel zu, da wir beide nicht über ausreichende logische und mathematische fähigkeiten verfügen; kurz: ich habe siebzig prozent des filmes nicht gerafft. im kino hörte ich ebenfallls sehr wenige groschen (aka zehn-cent stücke) fallen, ich gehe also stark davon aus zumindest in diesem fall dem statistischen mittel zu entsprechen. ich habe eine äusserst praktische charaktereigenschaft: dinge nicht zu verstehen macht mir nichts aus. in gesprächen mit anderen menschen funktioniert das, solange man freundlich lächelt. bei fremdsprachlichen büchern überlese ich unbekannte worte und erschliesse mir ihren sinn durch den zusammenhang — oder eben nicht. ich muss nicht alles verstehen, im gegenteil, david lynch finde ich grossartig gerade weil ich nichts verstehe(n muss) und mich an meinem mulmigen gefühl erfreuen kann. nur leider hat primer es, wie gesagt, mit der unterlassenen hilfeleistung für den zuschauer ein bisschen übertrieben. ich stand am ende doch arg hannomässig da: nix gerafft. nun gut, umrissartig war mir klar, es geht um paradoxien und subjektive extremsituationen beim zeitreisen. nur leider hat mich das alles ein bisschen überfordert. was macht ein armer verwirrter wenn er mit fragezeichen auf der stirn aus dem kino kommt? riiiichtisch. im internet nachgucken. zum beispiel im an die offizielle filmseite gedübeltem forum:
If all goes well, then between End A and End B there are three versions of you: 1) the "original" who turned the box on, and will climb in at End B 2) the "backward" version of you inside the box, going backwards in time from B to A 3) the "future" version of you, who climbed out at End A
räusper. wirklich geholfen hat mir das nicht … ich will nicht sagen, dass der film schlecht war, im gegenteil. er hat mich einfach überfordert, intellektuell und akkustisch. gelangweilt habe ich mich übrigens keine minute. ich habe jede sekunde damit gerechnet vom film über das was da abgeht aufgeklärt zu werden. aber dann kam irgendwann, plötzlich, der (im übrigen sehr hübsche) abspann.
tokio hotel? sooo süss
wenn man was über tokio hotel schreibt kann man bis zu 20 millionen 600 kommentare sammeln (siehe hier oder hier). ich hab mir eben die platte gekauft, mal gucken was jetzt passiert.
21 August 2005 langweilige betrachtungen
es gibt viele dinge, die ich stundenlang, fast regungslos betrachten kann ohne mich zu langweilen oder hunger zu bekommen. ein kamin- oder lagerfeuer zum beispiel, das wechselspiel aus glut und flammen, wie sie züngeln und das holz langsam zerfressen. oder das meer, wie es sich auf einen sandstrand erbricht. auch grossbaustellen, mit lauter behelmten ameisen osteuropäischer herkunft, die an 400 verschiedenen stellen scheinbar wilkürlich werkeln, schweissen und schwitzen, faszinieren mich oft stundenlang, bis ich aufs klo muss. apropos klo, ich kann auch weisse leinwände, die im dunkeln mit licht- und toneffekten bespielt werden stundenlang betrachten, bis sich die blase meldet. sehr gerne und betrachte ich auch spatzen, also nicht die kastelruther, sondern die sperlinge. spatzen treffen sich oft an den gleichen orten wie menschen zum gemeinsamen essen; biergärten, öffentliche plätze oder auf den oberdecks von touristenschiffffffahrtskapitänsmaschinen (das schreibt man doch jetzt mit sechs f?), zum beispiel auf der spree. ich bin immer völlig fasziniert davon wie sich spatzen fortbewegen, wie sie die bewegungen von diesem blechspielzeugvögeln aus meiner kindheit nahezu perfekt imitieren (nur viel leiser und schneller), wie ihr leben scheinbar in zwei- bis dreifacher geschwindigkeit als meines abläuft. ich habe zumindest immer den eindruck, dass das leben eines spatzes viel schneller ablaufen muss als meines, weil sie sich so schnell bewegen und eine unglaubliche reaktionsgeschwindigkeit haben. faszinierend wie sie ihre köpfe in fünf ruckartigen, in sich abgeschlossenen bewegungen, innerhalb einer halben sekunde, um hundertachtig grad drehen und ihre gesamte umgebung abchecken. wie sie innerhalb einer sekunde mit drei sprüngen eine treppenstufe rauf, wieder runter und wieder hoch springen. wie sie einer taube, die ihr haupt zu einem brotkrumen senkt, den brotkrumen nicht nur wegschnappen, sondern auch nocheinmal die ganze taube umrunden bevor der kopf der taube am boden anlangt, wo der brotkrumen einst lag. ausserdem, glaube ich, aktivieren spatzen beim menschen eine art kindchenschema wenn sie scheinbar arm- und hilflos auf dem boden umherhüpfen. jeder weiss natürlich dass spatzen nicht wirklich armlos sind, aber sie erwecken geschickt den eindruck, indem sie ihre flügel geschickt und völlig unsichtbar in ihr gefieder einfalten. ausserdem habe ich eine theorie, dass spatzen ein indikator für die grösse einer stadt sind. bis jetzt habe ich nur in london und berlin spatzen erlebt, die aus der hand fressen. in köln oder stuttgart habe ich soetwas noch nie gesehen. wo fressen spatzen noch aus der hand?
multifunktionstuch
kombi-ausstattung für piraten, glatzenkascheure, erkältete, stirnschwitzer, demonstranten, dandys und e-technik-studenten bei tschibo: ein multifunktionstuch für alle:
So vielseitig wie die Natur selbst. Für 7 Tragevarianten: Piratentuch, Mütze, Schal, Stirnband, Sturmhaube, Halstuch und Haarband.
bei „sturmhaube“ stutze ich ein wenig. wofür ist eine sturmhaube gedacht? zum schutz vor wind oder zum schutz vor identifizierung beim sturm auf eine bank?
hat das tauschen denn nie ein ende?
die ersten machen sich schon sorgen, dass dieses bloggetausche nie ein ende finden wird. blogosphäre in gefahr?
20 August 2005 motivation für eine schönheits-op

claudia schiffer (symbolbild)
oft habe ich mich gefragt was frauen dazu veranlasst sich von einem plastischen chirurgen ihre mammae dergestalt aufpumpen zu lassen, dass sie fortan aufrecht wie zwei erdbeertörtchen, kurz unter dem schlüsselbein, vom brustkorb abstehen. jetzt hat claudia schiffler der zeitschrift „celebrity“ erklärt was frauen zu schönheitsoperationen treibt:
Ich selbst habe viel zu viel Angst und Respekt vor einer Operation. Aber, ich bin auch erst 34. Wenn ich doch eines Morgens aufwache und mich alt und hässlich fühle … Wer weiß?
was soll ich denn nun machen? ich fühle mich jeden morgen beim aufwachen alt und hässlich.
ix, die unschön „komprimierte“ persönlichkeit
ix bin schwer beleidigt. nicht weil mich eine vollpföstin als arrogant, angehöriger der weblogbeudeutungsmafia, „a-blogger“, blog-hasser, „zum kotzen“ oder als „komprimierte“ persönlichkeit bezeichnete. nein ich bin deshalb beleidigt weil sie inbrünstig glaubt ich hätte diesen text ernst gemeint. noch schlimmer, sie unterstellt mir, ich hätte den text anfangs ernst gemeint und wäre nach ihrer „prügel“ (bei mir in den kommentaren) eingeknickt und hätte den text nachträglich, quasi defensiv, als „ironie“ bezeichnet. in der tat, mich als „ungefickten apple-user“, als reif für den psychiater, blödes, hässliches arschloch oder wixer zu bezeichenn erfreut mich, aber zu glauben ich würde einen redentext von edmund „spacko“ stoiber für etwas ernstgemeintes benutzen, beleidigt mich ganz tief in meinem egozentrum. wen selbstrefentielles geblubber und peinliche, mit smileys gewürzte protokolle grenzenloser blödheit nicht langweilen, der lese hier weiter (mamasatworklog.twoday.net). [das erschütternde und peinliche ist ja, dass merkbefreite ihre ironie stets ankündigen müssen („DAS ist Ironie“), die ganze seite auf der sie sich betätigen als „ganz normalen wahnsinn“, „voll schräg“ oder „fun, fun, fun“ bezeichnen oder hinter jeden satz einen smiley setzen müssen — sobald woanders ein solcher ironie-zaunpfosten fehlt, verlieren die armen schäfchen die orientierung. oder — ein schlimmer gedanke durchzuckt mich: sollte sich die mir zugetragene journalisten-weisheit „niemand versteht ironie. niemand!“ doch bewahrheiten? oder am allerallerschlimmsten: meint das „webcat72“ das alles gar nicht ernst und verarscht mich? steckt am ende don alphonso dahinter? ach nee, der ist ja wieder in ingolstadt und nicht in münchen.]
wurst vs. banane
alleine schon wegen der überschrift, aber auch wegen dem spruch „gewurst wie!“ muss man diesen beitrag heftig verlinken. ein weiterer kleiner meilenstein im weltweiten kampf gegen die unterdrückung der menschheit durch obst.
sachen gibts (nicht)
dinge die es leider noch nicht gibt
  • mohnschau
  • traumsaft
  • stundenlob
dinge die es leider schon gibt:
  • bumsbär
  • froschfotze
[die beiden oberen dinge stammen von timor, von wem die beiden unteren sind ist mir entfallen. bitte am empfag melden.]
19 August 2005 wade hadde du?
waden sind so ein ding. menschen zeigen sie unglaublich gerne anderen menschen. meistens sind sie unten ganz dünn, in der mitte etwas dicker und verschlanken sich danch hin zum knie. waden sind fast nie fett, manchmal aber sehr dick. manche waden sind unglaublich dünn, manche unglaublich dick. bei afro-afrikanern kann man manchmal eine waden-variante beobachten die von unten, vom fuss, bis zum knie, fast gleichdick ist und am oberen ende mit einem angeklebten muskelklösschen dekoriert, wie ein besenstiel mit einem häufchen knete. diese waden, die für europäische augen fehlkonstruiert und muskellos wirken, sind aber, wie auf diversen leichtathletik-veranstaltungen bewiesen, unglaublich effektiv. frauen rasieren und polieren ihre waden (und schienenbeine) meist. diesen eindruck machen waden (und schienenbeine) zumindest im sommer. männer lassen die haare dran und dekorieren die waden gerne mit socken. manche männer, vor allem solche die fahrad fahren, schwimmen oder sich gegenseitig in den popo ficken, rasieren und polieren sie sich auch, wie die frauen. ich dekoriere meine rechte wade (und den oberschenkel) auch gerade auf empfehlung meiner phlebologin mit einem engen, hautfarbenen socken. das führt manchmal, wenn mein rechtes hosenbein hochrutscht, zu erstaunten gesichtern meiner gegenüber. wenn sie ganz komisch gucken, erzähle ich ihnen, ich hätte ein holzbein. wenn ich es dann 10-20 minuten nicht bewege, glauben sie mir meist. ansonsten ist dieser „kompressionsstrumpf“ äusserst praktisch: er macht ein schlankes bein. wo war ich nochmal?
nulpenbloggen
mir ist das ja ehrlichgesagt ein rätsel wie eine nulpe wie ich es in irgendwelche top 10 listen schafft und mehr als 30 leser interessiert. nichtsdestotrotz erfüllt es mich mit stolz wenn es doch, wie im laufe der letzten jahre passiert. ich laufe zwar nicht mit stolz geschwellter brust umher, lediglich mit einem stolz geschwellten bauch und freue mich wie ein hänsel in gretel. in einem brief an meine damligen amerikanischen schüleraustauschs-eltern, schrieb ich kürzlich, möglichst beiläufig, ich sei, „by the way“, einer der top ten der deutschen blogger. eine milde übertreibung die mir beim schreiben die angeberröte ins gesicht schiessen lies, wie auch jetzt, bei der wiederholung dieser gewagten these. ein bisschen rot werde ich auch, weil ich mein versprechen aus dem vorherigen beitrag nun schon wieder gebrochen habe. ich bin auf dieses thema gekommen, weil ich ja nun, nachdem frau nuf bereits einen blogger-preis verliehen bekommen hat, ihr auch mein blog geliehen habe und sie mich nach einer kleinen liste der themen über die ich schreibe gefragt hat. eine solche frage führt ja zwangsläufig zu einer art introspektion (musste ix nicht googlen, das fremdwort, kannte ix schon). da sass ich nun, nach vielen jahren konzeptlosen schreibens was mir so in den sinn kam und sollte darüber nachdenken was ich da eigentlich exakt tue. auch nach längerem nachdenken (2 wochen) kam ich nicht darauf, was ich eigentlich auf wirres tue und beliess es bei einer erbärmlichen, kurzen liste:
  • rss, übers blogdings nachdenken und andere mit links anschleimen und auf sich aufmerksam machen, ausserdem selbstreflektionen anstossen, das lieben blogger
  • aus harmlosen äusserungen fäkalwitze machen
  • doofe wörter ausdenken, aka „sprachspiele“ mit innovativer rechtschreibung
  • aufschreiben wie toll man ist und das alles dann hinter witzen tarnen
  • mit dem finger auf andere zeigen
  • fremdwörter googlen und intellekt vorgaukeln
  • offensichtlich nutzlose, fehlkonstruierte oder doofe produkte kaufen, ausprobieren, wie vorhergeshen enttäuscht sein und darüber lamentieren. das lamento an den hersteller des produkts schicken, in der hoffnung aufmerksamkeit und weitere produktproben zu erhalten.
  • oden an frauen verfassen
  • ab und an die leser in den kommentaren beschimpfen
ix introspiziere jetzt noch ein bisschen und dann ist schluss mit selbstbetrachtung.
18 August 2005 ix bin ix
so. jetzt führe ich hier das regiment für eine woche. frau nuf bei mir. quasi. erstmal hab ich hier nen ordentlichen rss-feed eingerichtet und das header bild ausgetauscht. den schwanzvergleich hat die frau nuf schon selbst installiert. überhaupt, die frau nuf. faszinierend wie sie mein behindertes, kompliziertes und eigentlich undurchschubares blogsystem geblickt hat und beinahe ganz alleine dort ihren ersten beitrag, mit fotos, veröffentlicht hat. ix knie nieder! ich werde hier mal versuchen lustig zu sein. nicht immer so doofes technik zeugs und selbstreflektive, redundante blogselbstbetrachtungs-scheisse und langweiliges spon und masssenmedien bashing abzusenfen. das wird schwer, frau nuf hat die erwartungen der leser hier ja über die jahre ziemlich hoch geschraubt. ich werde versuchen ein bisschen von ihrem ruhm abzubekommen, der ja bekanntlich bis in die heiligen räume des mutterschiffs des qualitätsjournalismus, der zeit, gedrungen ist. einen kitzekleinen vorteil habe ich bereits um mithalten zu können, ich trage auch strumpfhosen. na gut nur eine und die nennt sich auch eher kompressionsstrumpf. ja das alter! demnächst werde ich ein wenig über mich und meinen strumpf berichten, wie ich ihn liebevoll mit der hand wasche und morgens mit anziehhilfe anziehe. vorher, morgen vielleicht werde ich darüber berichten wie ich von diesen arte leuten für eine sendung am 22. september gefilmt worden bin. aber gemach. ich muss mich ja erstmal ein bisschen hier einleben.
So schüss bis nächste Woche Ab morgen wird hier nur noch klein geschrieben und es weht ein anderer Wind! Jawoll!
Der Papst geht mir auf die Nerven. Außerdem frage ich mich was aus unserer Jugend geworden ist. Früher da gab es noch Punks, Popper, Hippies und was weiß ich für Gruppierungen. Jetzt muss ich in einem Bericht lesen, dass es keine Jugendbewegungen mehr gibt. Statt mal richtig zu rebellieren, verehren die Kids Paris Hilton und den Papst. Das hätte es früher nicht gegeben! Ordentlich verhauen sollte man die Balgen mal! Darüberhinaus erschrecke ich mich jedes Mal, wenn ich den neuen Papst sehe, da sich bei mir noch kein neues Gesichtsschema gebildet hat. Ich denke: Mein Gott! Sieht der schlecht aus. Ist der krank? Dann fällt mir ein, dass Johannes Paul tot ist und es sich um eine andere Person handelt. Mein Beileid heute an alle Kölner, die sich nicht rechtzeitig gegen den Papst rüsten konnten.
16 August 2005
Es gibt einen neuen Trend in der Blogwelt - das Ausplaudern und Berichterstatten des Privatlebens inklusive aller pikanten Details. Natürlich war ich beim Lesen zunächst entsetzt. Nur wenige Zeit später klickte ich jeden Tag auf die Seiten und verfolgte das Geschehen. Selbstverständlich nicht ohne geistig den Kopf zu schütteln und mich zu fragen: Warum tun die das? Zwar habe ich keine Antwort auf diese Frage gefunden, doch möchte ich zur Feier des Tages auch mal was Persönliches schreiben. Es ist nämlich genau ein Jahr her, als ich meinen jetzigen Freund zu einem Kuss überreden konnte. Ich hatte den Herren schon Monate vorher kennen gelernt und es war die ungefähr siebenunddreißigste Verabredung. Der junge Mann hatte sein Interesse noch in keiner Weise bekundet und ich konnte lediglich durch die Häufigkeit und Länge der mit mir verbrachten Zeit schließen, dass er mich evtl. sympathisch finden könnte. Innerhalb von zwei Monaten haben wir uns vom freundlich distanzierten Händedruck zu einer Begrüßungsumarmung hochgearbeitet. Nach weiteren zwei Monaten haben wir uns mal einen Kuss auf die Wange gedrückt. Es war einer dieser verrutschten Küsse, die eigentlich auf dem Mund landen sollen, dann aber doch nicht entschlossen genug sind und sich mit einer schleimigen Spuckespur an einer anderen Zielposition manifestieren. Es war der 16. August 2004 als er mir beiläufig vorschlug, wir könnten uns im Park treffen und ein kleines Picknick abhalten. Nichtsahnend packte ich noch meine Lieblings Peng-Peng-Schläger ein, schließlich muss man sich im Park auf irgendeine Art und Weise beschäftigen. Das Peng-Peng-Spielen gestaltete sich ein wenig schwierig, da ich vergessen hatte, dass der junge Mann nicht räumlich sehen kann. So wurde ich wie ein Hündchen quer durch den Park gejagt und als ich erschöpft genug war, durfte ich mich hechelnd auf die Decke setzen. Dort gab es Ciabatta und getrocknete Tomaten. Mein Da-noch-nicht-Freund packte sogar ein kleines Behältnis mit selbst angerichteten Dressing aus, um den Rucculasalat zu veredeln. (Das löste einen kurzen Moment des Schreckens aus >>OHGOTT! Ist er schwul?<<) Dann packte er den Rotwein aus und ich war mir sicher: Aha, jetzt will er doch konkreter werden. Wir tranken folglich den Rotwein, legten uns nebeneinander auf die Decke und betrachteten den abendlichen Himmel an dem immer wieder Sternschnuppen zu sehen waren. So verharrten wir fast regungslos und ich wartete, was passieren würde. Nichts. Weiter warten. Nichts. Hmmm. Nichts. Um 23.30, alle anderen waren schon gegangen, die Decke klamm und ich langsam ungeduldig, drehte ich mich leicht zu ihm und grinste ihn an. Nichts. Um 23.32 drehte ich mein Gesicht wieder gen Himmel. Nichts. Verdammt, ich hatte extra Rotwein getrunken obwohl ich Rotwein nicht mag! Nichts. Außerdem wurde mir kalt. Nichts. Ich entschloss mich mit den Zähnen zu klappern. "Ist Dir kalt?" "Hmmm" "Willst Du meine Jacke?" >>Daskannjawohlnichwahrsein<< "Ne, danke!" Nichts. Dann schließlich wurde mir das zu blöd und ich küsste ihn. Immer muss man alles alleine machen! Liebster Freund, nun ist ein Jahr vergangen und wir haben so viel Schönes erlebt. Ich würde das gerne um weitere fünfzig Jahre verlängern. Mit 80 verlasse ich Dich vermutlich wegen eines 76jährigen, der noch Zähne und einen elektrischen Rollstuhl hat, aber ich werde mir Mühe geben, die Jahre bis dahin nicht zu lang erscheinen zu lassen, Dir vorher Deine Söhne Polytetrafluorethylen, Pneumatosis und Deine Tochter Galactic gebären, immer freundlich zu Deiner Familie sein, weiterhin über Kalauer lachen, Dich nie "Häschen" in der Öffentlichkeit nennen, uns eine Spülmaschine kaufen, damit Du Dich nicht für meine mangelnden Geschirrreinigungsfähigkeiten schämen musst und mich stets bemühen, dem Drang Deines Sternzeichens nachzukommen und mindestens einmal im Monat die Wohnung verlassen. Herzlichst Deine Freundin
15 August 2005
Gerade wurde ich Ohrenzeuge folgender Konversation: - Sag mal, wie fühlt sich denn eigentlich ein weiblicher Orgasmus an? - Hm. Ich denke, das ist schwierig zu vermitteln. Stell dir vor, du hast ne Lebensmittelvergiftung. Es geht dir hundelend, endlich, ENDLICH ist es soweit! Du läufst zum Klo und übergibst dich. Die fünf Sekunden nach dem Übergeben, das ist das Gefühl des weiblichen Orgasmus.
Es ist passiert. Nach nur drei Monaten hat mir die freundliche Zeit online Redaktion hat mir den Preis zukommen lassen. Sechs Hörbücher darf ich mir runterladen. Morgen fotografiere ich mich als Beweis für meine Freunde mit dem Infozettel über den Gewinn und meinem 56K Modem.
Die Wohnungssuche nervt zwar, bringt dennoch schöne Momente mit sich. So stehen am Sonntag um 13 Uhr ca. 10 Leute in der Brunnenstraße und warten auf den Makler. Statt des einen kommen vier. Die beginnen damit sich gegenseitig zu befragen: "Darf ich mal fragen, von welcher Firma sie kommen?" "Von wem haben sie den Auftrag?" "Eigentlich betreuen wir exklusiv dieses Objekt!" "Ach ja? Wie soll das denn gehen? Die Wohnungen in der 3. Etage haben wir auch schon vermittelt!" "Das kann doch gar nicht sein, die stehen doch leer" "Gar nicht und ich gehe jetzt mit meinen Kunden in die Wohnung" "Nein" ICH gehe jetzt nach oben!" "NEIN ICH!" Während sich die Makler gegenseitig an die Gurgel gehen, unterhalten sich die Mietinteressenten und stellen fest, dass es unterschiedliche Provisionen, Miet- und Nebenkostenpreise gibt. Einer der Wartenden versucht den Maklerstreit zu schlichten. Ein fünfter Makler kommt hinzu, schnappt sich die gelangweilt Dastehenden und nach einer halben Stunde können wir endlich die Wohnung anschauen. Die hat leider knapp 2 Meter hohe Decken und die Fenster beginnen auf Kniehöhe und enden so, dass man auf eine weisse Wand schaut, wenn man aufrecht steht. Jetzt werden wir Zettelchen aushängen und Belohung aussetzen. Wer uns zu einem unterschriebenen Mietvertrag hilft bekommt ein Paar hundert Euro bar auf die Hand. Als Dank. Wir suchen nach wie vor: 4 Zimmer-Altbauwohnung, nur in Ausnahmefällen Erdgeschoss (z.B. Garten, Hinterhof...) sonst Etagenwohnung. Küche muss groß genug für Tisch und Stühle sein. Bad nach Möglichkeit mit Fenster. Balkon muss sein - ohne den ziehe ich nicht um. Bezirke: Prenzlauer Berg, Pankow, Mitte evtl. Friedrichshain oder Wedding (kommt auf die Lage an, da die KiTa gut erreichbar sein muss) Holzboden wäre schön. Kosten: ca. 800 warm. Wir sind beide Akademiker, beide berufstätig bei seriösen Arbeitgebern, mietschuldenfrei, schuldenfrei im allgemeinen, spielen keine lauten Instrumente, hören nie laut Musik, haben nicht mal einen Fernseher, schreien uns nie an, machen keine Partys, haben keine wechselnden Geschlechtspartner und sind auch sonst sehr lieb. Hier eine Auflistung meiner Verfehlungen der letzten 30 Jahre. - Bei der Beichte habe ich oft Dinge erfunden, damit ich dem Pfarrer etwas beichten kann. Ich habe jedes zweite Mal gestanden, dass ich das Mal davor gelogen habe. Meine zehn Vaterunser habe ich aber brav gebetet. - Meiner Mitschülerin Isabell W. habe ich ein 30 cm Holzlineal geklaut. - Meiner Mitschülerin Jutta H. habe ich zwei Barbiekleider entwendet. - In der Teenagerzeit habe ich gelegentlich hinter dem Rücken meiner besten Freundin gelästert. - Als wir das 4. Mal umzogen, habe ich in der neuen Klasse verbreitet, mein Vorname sei "Anders". Zudem erfand ich Geschichten, um mich interessant zu machen. - Meiner Stiefmutter habe ich zum Geburtstag einen Blumentopf geschenkt, der bis auf die dünne Humusschicht an der Oberfläche, mit Fliegeneiern gefüllt war. - Meine Schwester habe ich mehrere Male an den Haaren gezogen. - Meinem ersten Freund habe ich gesagt, dass der Sex toll sei. - Als ich 18 war, habe ich auf einer Party aus Versehen auf einen geschlossenen Klodeckel gekotzt. Der Klodeckel war mit einem fluffigen Pelzüberzug in Mintgrün verschönert. - Zur Abi-Zeit hatte ich zwei Freunde gleichzeitig. - Seitdem gibt es keine weiteren Verfehlungen. - Ich lüge oft. Hobbys: Treppenhaus putzen, Mülltonnen rausstellen, anderer Leute Altpapier aus dem Flur räumen, Türen um 20 h (bei Bedarf auch früher) zuverlässig abschließen, Ich übernehme gerne leichte Hausmeistertätigkeiten, kaufe am Wochenende für ältere Mitbewohner ein. Außerdem trage ich in der Wohnung auf den wertvollen Holzböden Filzpantoffeln und weiße Handschuhe damit ich die frisch gestrichenen Wände nicht beschmutz! Wohnungsangebote an mich.
12 August 2005
Es gibt Tage, da sterben Menschen und an anderen werden sie geboren. Wenn man diese Menschen kennt, dann werfen diese Ereignisse ein seltsames Licht auf das eigene Leben. Als ein kleiner Punkt auf dem Faden des Lebens, schaue ich verängstigt in die Zukunft. Sie ist unsichtbar. Seltsamerweise beunruhigt diese Ungewissheit mehr als die verblassende Erinnerung an die Vergangenheit. Die entsteht in jeder Sekunde neu und erzeugt eine kleine Perlenkette der Erinnerungen. Manche Perlen hat man vielleicht gar nicht erlebt sondern nur erzählt bekommen und doch werden sie sichtbar. An manchen Stellen der Kette sind die Perlen eng aneinander gereiht und wenn man eine betrachtet, erscheint aus dem Nichts gelegentlich eine weitere, bis dato verloren geglaubte. An anderen Stellen ist nur der schwarze Faden. So wie die Erinnerung verblassen auch die Gegenstände, die ein Menschenleben begleiten. Dinge verschwinden. Wir verschenken, wir schmeißen weg und verlieren, wir ersetzen und verkaufen und am Ende bleibt nichts. Mir gefällt die Vorstellung, dass Materie nicht verloren geht und die Kohlenstoffatome, die mich formen vielleicht einmal ein Dinosaurier waren, ein anderer Mensch, eine Blume und dass sie, wenn ich auch nicht mehr bin, etwas neues werden, was sich nicht an mich erinnern kann.
11 August 2005
Aufgewachsen bin ich am Land. Es gibt Leute, die behaupten das Dorf in dem ich meine Kindheit verbracht habe, ist eine große Kreisstadt. Die große Kreisstadt hatte eine Bibliothek. Als ich in die Schule kam, meldete ich mich dort an. Die Bücherei hatte eine eigene Ecke mit Kinder- und Jugendliteratur. Als ich 14 wurde, hatte ich jedes Buch, das es dort gab, gelesen. Natürlich gab es, als ich klein war, noch nicht diesen Hightechschnickschnack-Scheckkarten-Quatsch. Wenn ich ein Buch ausleihen wollte, musste ich es in ein Heftchen eintragen. Das zeigte ich der streng dreinschauenden Bibliothekarin und sie notierte dahinter, wann ich es wieder bringen müsste und trug es aus, wenn ich es abgab. Bis ich die Bibliothek durchgelesen hatte, vergingen drei ganze Ausleihbücher. Vor einigen Umzügen, ich glaube es war der von Bamberg nach Berlin, schmiss ich die Heftchen weg. Jetzt bereue ich das. Zu gerne hätte ich meine Jugendliteruhr gewusst. Ich kann mich erinnern, dass ich großer Hohlbeinfan war. Mein liebstes Buch war (zumindest in der Pubertät) die Heldenmutter. Ich denke, das lag aber v.a. daran, dass ich scharf auf den haarigen Skutra war und es eine Passage gibt, in der Dago der Zauberer, Lyra auf die Brüste starrt. Überhaupt habe ich diese ganzen Bücher nur gelesen, weil ich hoffte, dass an irgendeiner Stelle Schweinekram käme. An den Schweinekram kann ich mich bis heute bestens erinnern. Rahmenhandlung, Buchtitel und Autoren habe ich vergessen. So eine Jugend ohne Internet war ne üble Sache. 600 Seiten lesen für einen Absatz Zunge in den Hals stecken. Schlimm!
Hüfthosen und die Jugend von heute, das passt im Grunde gar nicht zusammen. Ich echauffierte mich an anderer Stelle sicherlich bereits darüber. Dabei stört mich weniger, dass man bei dem ein oder anderen Model schon deutlich unter die Schamhaargrenze schaut. Es soll jeder Frau gewährt sein ihre Genitalien an jedem Ort öffentlich zur Schau zu tragen. Viel mehr sind es die Speckrollen, die mich optisch abstoßen. Meine Generation ist wenigstens noch mit den magersüchtigen Topmodels aufgewachsen. Wir kasteein uns, hungern und treiben Sport oder aber wir tragen diese Hosen nicht. Davon will die vergnügungssüchtige Jugend von heute nichts wissen! Letztes Jahr in meiner unglücklichen Phase war ich irgendwann mal so dünn, dass ich entschied auch eine Hüfthose zu benötigen. Dieses Jahr passe ich noch rein. Doch ist es aus ästhetischen Gründen notwendig sehr aufrecht zu gehen (das strafft den Hüftspeck) und den Bauch einzuziehen. Andernfalls hängt der Bauch nach dem Mittagessen wie eine Schürze über die Hose. Da gelobe ich es mir doch wie heute einen altmodischen, sehr dehnbaren Rock zu tragen, den ich mir bis unter die Brust ziehe und dann mit meinem aufgeblähten Mittagsbauch befülle. Ich warte nun täglich darauf, dass mich jemand fragt: Oh, Frau Nuf, sind sie schwanger? Denn dann könnte ich antworten mit: Ne, nur fett geworden.
Ich bin ja recht lernfähig. So habe ich mir schon einiges an Vokabular angeeignet, um im elitären Kreis der Blogger nicht unangenehm aufzufallen. Neulich benutze ich beispielsweise das Wort Blogsphäre und ließ mir in einem Gespräch unter vier Augen erläutern was es mit diesem mysteriösen RSS-Feed auf sich hat.
In die Top 10 schaffe ich es dennoch nicht. Ich wurde nicht mal gefragt, ob ich an der Bloggerdiplomarbeit partizipieren möchte (Was ich aus Coolness, Zeit- und sonstigen Gründen natürlich ablehnen würde!).
Dass ich absolut unwichtig bin und wahrscheinlich nur meine Mama hier liest und unter verschiedenen Namen kommentiert, merke ich daran, dass ich noch nie einen Spam-Kommentar hatte.
Spam-Kommentatoren machen sich allerdings auf ganz anderer Ebene für mich bemerkbar. Die wichtigen Blogs, jene welche Spamfilter einbauen müssen, werden für mich zu Blogs in denen ich nie mehr kommentieren kann. Da steht: Tippen Sie die Zeichen aus dem Feld ab, um Ihren Kommentar abzuschicken.
Ich versuche das tapfer. Ist das eine sechs? Ne? Mist. Vielleicht ein kleines B? Hm? Großes I oder die Ziffer eins?

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Ein O? Eine Null oder gar eine acht? 2, 7, 3 oder 9?
Was gegen Spammer hilft, hilft auch gegen mich.

Pünktlich zu meinem 30. Geburtstag begann meine biologische Uhr zu ticken. Nun - eher schon im 29. Lebensjahr und das Geräusch - es ist eher so etwas wie ein tiefes Grollen und Dauerwispern. So wie die Stimme von Sauron, die mich in das lustige Kinderland Mordor ruft. Wenn ich Kinder sehe, dann sagen sie: "Komm und sag dass ich süß bin" und ich kann mich nicht wehren und sage, dass sie total süß sind. Selbst jene, denen der Rotz aus der Nase läuft, erwärmen mein Herz. Neben den kleinen, hässlichen Biestern gibt es natürlich auch ganz bezaubernde Exemplare und so ergeben sich immer wieder wundervolle Dialoge, die mir Einblick in unschuldige Kinderherzen geben. Dialog 1: - Schau, da vorne, das ist eine S-Bahn! (Kind schaut konzentriert in die Richtung, legt die Stirn in Falten. Stille. Es denkt. Zwei Minuten später kommt die Gegenfrage:) - Aha und was kann man da essen? Dialog 2: - Siehst Du, hier das sind Wale. Die sehen aus wie Fische, sind aber Säugetiere. Das heißt, sie bekommen richtige Babys, so wie die Menschen. - Hmmm. - Da, das sind Delphine und hier ein Orca. Kennst Du den aus "Finding Nemo"? - Nö. - Orcawale nennt man auch Killer-Wale. (Kind kichert, fängt an mich zu kitzeln) - Und wen killern die? Ist das nicht süüüüüüß??? Image Hosted by ImageShack.us
10 August 2005
Es gibt Worte, die darf ich in Gegenwart meines Kollegen nicht in den Mund nehmen. Eines der verbotensten ist "Steuererklärung". (Ich flüstere selbst wenn ich es nur denke.) Jedes Mal, wenn ich es erwähne, wird er puterrot, hält sich die Ohren zu und singt laut "Lalalalalalala lalalalaaaa!". Als zwanghafter rechtschaffener und ordentlicher Bürger habe ICH meine Steuererklärung 2004 selbstverständlich schon gemacht. Von denen der Vorjahre nicht zu sprechen. Die Steuererklärung als solches bleibt für mich dennoch eines der faszinierensten Naturphänomene überhaupt. Das verblüffende daran ist der sogenannte Steuererklärungsvergessenszyklus, der mich Jahr für Jahr ereilt: Im Februar sendet der Arbeitgeber die Lohnsteuerkarte zurück. Das Vorfinden des Zettels im Briefkasten zündet einen Bedürfniszyklus. Denn langsam und leise steigt das Bedürfnis, den farbigen Zettel wieder loszuwerden. Da Verbrennen keine adäquate Lösung darstellt, bleibt am Ende nur eines: die Steuererklärung zu machen. So dauert es, zumindest bei mir, bis maximal April, bis ich schlimme Albträume habe, in denen nackte Steuerbeamte nur mit Krawatten bekleidet, dickbäuchig um mein Bett springen und sich gegenseitig ihre langen, golden glänzende Rückendhaare kämmen, während sie mit hellen Stimmen "Ehhhes ist deine Pflicht, Pflicht, Pflicht als Staaaahhhhaaatsbürger die Steeeeeuuuueeeeehhhrreeeeerrrkkkllläääähhhrung abzugeeeehhhben" singen. So kommt der Tag X an dem ich mich an meinen Schreibtisch setze, um die Steuererklärung zu machen. Als Kind der westlichen Hemisphäre natürlich nicht ohne ein Hilfsprogramm, das auf der Umverpackung verspricht: - Schritt für Schritt durch den Steuerdschungel - Ganz einfach, selbst bei komplizierten Steuerfällen - Spielend leicht! - Im Interviewmodus. Wir fragen und sie füllen aus Is klar. Ich fülle also Name und Kontoverbindung aus und stoße dann auf das erste unlösbare Problem. "Bei welchem Finanzamt wollen Sie Ihre Steuererklärung abgeben?" Tja. Leider bin ich letztes Jahr von einem Bezirk in den anderen gezogen und weiß nicht so recht. Also versuche ich mein Glück mit der Hilfedatei. Drei Stunden später gebe ich entnervt auf. Tag 2: Ich gebe kurzerhand irgendein Finanzamt an und lande prompt beim nächsten Problem. Ich soll die Daten meiner Lohnsteuerkarte in das Formular eintippen. Diese habe ich aber, damit sie mir durch das ständige Insaugefallen nicht allzu schlimme Albträume bereitet, an einem sicheren Ort verstaut. Der Ort ist so sicher, dass ich mich nicht mehr an ihn erinnere. Tag 3: Ich suche vergeblich nach der Lohnsteuerkarte. Tag 4: Ich wähle die sichere Methode und räume alles aus meiner Wohnung, was NICHT meine Lohnsteuerkarte ist und werde nach 17 Stunden fündig. Tag 5 - 17: Ich lese aufmerksam die Hinweise der Steuererklärungssoftware, studiere die Hilfsthemen, fülle Erklärungen über Erklärungen aus, die besagen, dass ausgefüllte Erklärungen nur im Falle des Ungültigwerdens der vorher abgegebenen Erklärung gültig werden und keine gesonderte Erklärung darstellen, sofern gewünscht wird, eine eigene Erklärung des Sachverhalts abzugegeben. Ich kopiere, sortiere, markiere, ja stempele, ordne und hefte – bis schließlich der große Moment kommt und mein Interviewmodus verkündet: "Sie haben alle erforderlichen Daten eingegeben. Wir errechnen jetzt Ihre Steuerersparnis." Tag 18 – 23: Ich melde mich bei meinem Arbeitgeber krank, weil ich von Heulkrämpfen geplagt bin. Für 32,00 Euro kaufe ich mir Taschentücher, die ich vollrotze, weil ich nicht verstehen kann, warum meine ganzen Sonderausgaben, nichtfondgebundenen Lebensversicherungen, Hausratsversicherungen, Kirchensteuern und Ausgaben im Gesundheitsbereich einen Gesamtwert von 32,17 € Steuerersparnis ausmachen. Ein Jahr später bekomme ich die bereits ausgegebenen 32,17 € auf mein Konto überwiesen. Ab da falle ich in einen tiefen Schlaf des Vergessens, bis schließlich der Tag kommt, an dem der Postbote meine Lohnsteuerkarte in den Briefkasten steckt und alles beginnt von vorne.
Herzlich Willkommen in der Zukunft! Image Hosted by ImageShack.us So etwas findet man jetzt (10!) im Kleingedruckten der Kantinenpläne.
Nach einem Gipfeltreffen gestern nun auch von meiner Seite die offizielle Bekanntgabe über den Blogtausch. Vom 19. August bis zum 25. August werde ich meinen Blog mit Herrn Wirres tauschen. Die Aktion ist initiiert von den Herren Sake und Malcom. Der Sinn bleibt mir verschlossen, was aber vielleicht daran liegt, dass ich die Vorbildersendungen "Frauentausch" etc. nicht kenne. Da wir ohnehin außerhalb der Vorgaben bleiben, werden wir uns aber das ein oder andere Schmankerl einfallen lassen. Jedenfalls freue ich mich, meine Leser an einem Tag zu verzehnfachen. Im Grunde müssten wir nicht nur Blogs tauschen sondern auch alles andere. Ansonsten kann ich mich nicht in die ixische Welt einfühlen. Was ich zu bieten habe: einen Pentium I, Internetanschluss (56 K Modem), mehr als 40 Röcke, 20 Pullover und eine beachtliche Sammlung an Nylonstrumpfhosen, 12 Paar Schuhe, ein 5 Jahre altes Handy, kein Radio, kein Fernsehgerät, keine Zeitung, einen humorvollen Freund mit phantasiebegabtem Kind, einen abweschlungreichen Job bei Deutschlands beliebtesten Arbeitgeber mit sympathischen Kollegen, in der oben angegebenen Woche mehrere aufregende Termine (Präsentation, Vertretung in internen Fachgremien, Workshops und sehr beliebt: Abstimmungsgespräche mit dem Betriebsrat), 12 Stunden Zugfahrt erster Klasse - Kopfhörer inklusive. Darüber hinaus eine temperamentvolle italienische Familie und eine Gothicschwester. Um sich wie ich zu fühlen, ist jeden Tag ausführliches Rasieren angesagt (Bauch, Beine, Po - ach ne, das war was anderes ...). Fingernägel lackieren und Maniküre jeden Dienstag Abend. Kein Alkohol, keine Zigaretten, schlafen spätestens um 24 Uhr. Aufstehen um spätestens 7.00, am Wochenende gerne früher, dann aber unter Xylophonbegleitung. Zum Frühstück Latte Macchiato, Salamibrötchen, Mittagessen sehr, sehr pünktlich um 12.00 in der Kantine. Arbeiten bis 19.00 Uhr. Abendessen auswärts und an faulen Tagen: Reste des Kühlschranks (meist verschiedene Senfsorten, Currysoßen, Mangosaftreste). In meiner Wohnung Obstverbot. Nie mit Straßenkleidung aufs teure Sofa. Nicht auf dem Bett hopsen. Freitags aufräumen, damit die Putzfrau überhaupt putzen kann. Ähm ja. Aber ich denke, wir tauschen doch nur Blogs.
09 August 2005
Berlin, beim Besuch der sanitären Anlagen hat Frau N. eines der Rätsel der Menschheit gelüftet. Es handelt sich dabei um die grundlegende Frage: warum nimmt man im Alter immer mehr zu, obwohl man nur noch Hasenfutter mümmelt. Die Antwort ist erschreckend einfach. Man friert nicht mehr so viel wie in den wilden Teenagerzeiten. Um schön zu ein und nicht wie eine Presswurst auszusehen, hat frau in Jugendjahren alles auf sich genommen. Man trug auf gar keinen Fall ein Unterhemd (Spießer!), keine Strumpfhosen, keine Mützen (die Frisur!), keine Jacken, die über den Popo gehen, auf gargargarkeinen Fall Daunenmäntel, Handschuhe, geschlossene Schuhe, warme Wollpullover oder gar Schals. Das sich Nichtvermummen sieht zugegebenermaßen besser aus, ist aber saukalt. Man friert und friert und verbrennt damit 300 zusätzliche Kalorien pro Stunde. Dennoch bin ich sehr glücklich diese Macke abgelegt zu haben. Ja, ich kann an besonders kalten Augustabenden sogar ohne mir dabei schäbig und ungeliebt vorzukommen, meine Elektroheizdecke aus dem Schrank holen und mir ein bisschen Wärme gönnen. Es lebe das Alter!
Herr Winkel hat es gemacht und ich mache es nach, weil es meine Idee hätte sein können. Nuf kauft beim gleichen Rubbelloshändler wie MC Winkel ein Los und gewinnt ein Gespräch mit ihrem Ich im August 2010. Eine gute Gelegenheit ein Paar wichtige Fragen zu klären. Nuf heute: Hallo Nu... Nuf 2010: Ich, warte ma, ich ... kannste ma halten (drückt Nuf eines der drei Kinder in den Arm, Kind macht feuchtes Säurebäuerchen auf Nufs Seidenpullover) Nuf heute: Ihhhhh! Was?! Nuf 2010: Danke! Kind 1: Mamaaaaa? Nuf 2010: Kannst Du mal bitte ruhig sein? Kind 1: Wer is die Tante da? Nuf heute: Ähm? Ich bin Deine Mama nur ähm jünger. Kind 1 fängt an zu heulen. Kind 2 stimmt solidarisch in den Gesang ein. Baby weint mit und macht dabei gleichzeitig in die Hose. Nuf heute: Ich muss weg! Nuf 2010: Ey! Nuf kauft sich ein zweites Los. Da das Glück mit den Tüchtigen ist, gewinnt sie ein zweites Gespräch, nur im Jahr 2035. Nuf 2045: Aua! Geh weg da! Du stehst auf meinen Fledermausarmen Nuf heute: ? (geht einen Schritt zur Seite) Nuf heute: Und, wie ist es so in Rente zu sein? Nuf 2045: Rente? Ich bin doch erst 70! Nuf heute: Aber Du hast doch immer die Hälfte Deines Nettogehalts gespart! Nuf 2045: Ja, deswegen kann ich mir diese 1-Zimmer-Wohnung jetzt auch leisten UND ich kann mir täglich was Warmes zu essen kaufen! Nuf heute: Was ist mit Deiner Familie? Nuf 2045: Nun, mein Mann hat mich schon vor 28 Jahren wegen einer 17 Jährigen Blondine verlassen. Nuf heute: Und die Kinder? Nuf 2045: Die sind meine ganze Freude, die haben mir erst vor zwei Jahren Weihnachten eine Postkarte geschrieben. Die studieren noch. Nuf heute: Oh, gibt es denn etwas schönes in Deinem Leben? Nuf 2045: Na klar! Ich habe wieder ein Fernsehgerät und "Fackeln im Sturm" läuft jetzt in der 137. Wiederholung.
DasisnBrett! Es gibt Menschen, die alle 812 Einträge gelesen haben? Hut ab! Das ehrt mich. Ich glaube, nicht mal ich, habe alles gelesen, was ich geschrieben habe! Image Hosted by ImageShack.us
In Blogs findet man immer wieder motivierte Kommentatoren, die versuchen Blogs hinsichtlich Orthografie, Grammatik und Wortwahl tadellos zu halten. So wie zum Thema Blog bin ich, was Science-Fiction angeht, absolut belehrungsresistent. Deswegen sehe ich mir Filme wie die Insel an. Doch ich muss die Weltverbesserer und Korrigierer warnen! In einem Film wie die Insel würden sie, schon in der ersten Minute spastisch zuckend zusammenbrechen. Denn die Drehbuchautoren sind sicherlich gleich zu Beginn der Dreharbeiten überein gekommen: Logik? Wieso Logik? Logik brauchen wir in diesem Film nicht. Mein Favorit in der Reihe der schwachsinnigen Handlungsstränge: Der albtraumgeplagte Held bekommt zum Zwecke der Überwachung kleine Mikroroboter in die Augen gesprenkelt auf dass sie sich den Sehnerv entlanghangeln (hoffentlich verlaufen sie sich nicht am Chiasma opticum!), um dann den visuellen Cortex zu scannen. So weit, so gut. Nur wie wird man diese Robottchen wieder los? Na? Genau: AUSPINKELN! Ich muss in Physiologie gepennt haben als die Verbindung zwischen visuellem Cortex und Harnblase behandelt wurde. Nichtsdestotrotz ist der Film natürlich vor allem ein Film für Bahner. Denn wie so oft, die Bahn rettet die Protagonisten des Films. Zunächst durch ihr bloßes Vorhandensein, denn so bietet sie die Möglichkeit zur Flucht (Gut dass das Klonproduktionslager in der Wüste Nevadas einen Anschluss an die öffentlichen Verkehrsmittel hat.). Zum anderen retten einige Achsen den beiden Klonen gleich ein zweites Mal das Leben. Zwar schreiben wir das Jahr 2019 und alles fliegt, beamt und klont, doch eines blieb gleich: die Achsen der Eisenbahn. Auch werden sie noch auf LKWs durch die Innenstadt befördert und können so geruhsam und zielgenau auf bösartige Klonkiller geworfen werden. Hoch lebe die Zukunft! Hoch lebe die alles rettende Bahn!
Lieber Herr Doktor, wenn mir morgens auf dem Weg in die Arbeit dieses Tierchen begegnet, war dann das Chili gestern Abend zu scharf? Image Hosted by ImageShack.us Quelle Gefunden hier
08 August 2005
"Der Wertsack ist ein Beutel, der auf Grund seiner besonderen Verwendung nicht Wertbeutel, sondern Wertsack genannt wird, weil sein Inhalt aus mehreren Wertbeuteln besteht, die in den Wertsack nicht verbeutelt, sondern versackt werden." Quelle: Merkblatt der Deutschen Bundespost
Es ist nicht so, dass ich Menschen nicht leiden kann. Es wäre richtiger zu behaupten, dass ich auf körperlichen Kontakt zu Fremden dankend verzichte. Mir ist darüber hinaus bewusst, dass es Orte gibt, an denen sich ein solcher, meist zufälliger Kontakt kaum vermeiden lässt. Ein solcher Ort ist beispielsweise ein gut besuchter Flohmarkt. Es lässt sich kaum umgehen hier an den ein oder anderen unbekannten Körper gedrückt zu werden. Was sich aber sicherlich vermeiden lässt, ist, jeden einzelnen Besucher zu bedrängen, indem man sich an jeder Stelle in die erste Reihe der Begutachter der feilgebotenen Ware quetscht. So geschehen gestern mehrere Male durch eine leicht dickliche Frau in weißen Mokassins. Sieben Mal verpasste sie mir einen Bodycheck, bevor ich sie freundlich darauf hinwies. - Sehen sie, hier (ich mache eine Bewegung die den Luftraum in einer 10 cm breiten Zone um mich markiert) ... das ist meine persönliche Zone. Da sollten sie, wenn möglich, nicht alle vier Sekunden eindringen. - Stellen sie sich nicht so an! - Nun, werte Dame, ich stelle mich keineswegs an. Ich bevorzuge lediglich nicht von Ihnen auf meinen Füßen rumgetrampelt zu bekommen. Auch schätzte ich es sehr, wenn sich einrichten ließe keine weitere Bekanntschaft mit ihren Ellebogen zu machen. Ich mag es auch nicht so gerne, wenn ich bereits einen anderen Passanten berühre und sie sich mit ihrem kegelförmigen Körper an mir vorbei drücken. Zumal sie dies nun sieben Male in Folge getan haben. So möchte ich sie höflichst bitten, ein wenig Rücksicht auf andere Schaulustige zu geben. - Hä? Spinnste oder wie? - Warten sie, ich zeige ihnen mein Anliegen noch mal pantomimisch (Ich hole aus, rempele die Frau mit aller Gewalt an, sie verliert das Gleichgewicht. Ich deute mit Kopf und Finger an: Neinneinnein, so nicht!) Ich habe immer diese Phantasien. Dann sage ich mir aber: Nein Nuf, das darfst Du nicht. Das verstört die Leute. Du musst Verständnis haben. Es gibt bestimmt einen guten Grund warum sich die nette Frau wie ein blindes Nilpferd benimmt. Sie ist vielleicht sehr einsam. Vielleicht hat sie nie körperlichen Kontakt zu anderen Menschen. Vielleicht ist das alles, was sie hat: Menschen anrempeln. Arme Frau, geh lieber mal hin und frag, ob Du sie in den Arm nehmen sollst. ------------------------------------------------------------------------------------------------------------ Auszug eines inneren Dialogs, Episode "diplomierte Psychologinnen reißen sich zusammen"
Gott, ich nerve ja so wahnsinnig ungern. Aber ich mach mir vor Aufregung bald in die Hose. Wann werde ich wohl endlich mehr über meinen supidupitollen Megapreis der Zeit erfahren? Können die werten Herren und Damen vielleicht schon mal das Jahr bekannt geben, in dem ich ihn erhalten werde, ja?
Kleine Unterbrechung "Große Koalition rückt näher ..." Diese Überschrift lese ich in letzter Zeit viel zu oft. Neuwahlen und dann große Koalition? Das ist ungefähr so sinnvoll, wie Altöl auf ein versandetes Getriebe zu schütten, um es gängiger zu machen. Glücklicherweise erleichtert das die Wahlentscheidung ganz ungemein. Und jetzt weiter mit Musik
Der Mann als solches ist ein unbegreifliches Wesen. Er hat im Alter, ganz so wie wir Frauen, mit dem ein oder anderen unerwünschten Effekt zu kämpfen. Das augenscheinlichste Problem, neben dem Rückenspeck auf Nierenhöhe (ja, schauen Sie ruhig nach, ganz unansehnliche Geschichte), ist wohl der allmähliche Verlust der Kopfbehaarung, die auch eine sukzessive Zunahme der Rückenbehaarung nicht auszugleichen vermag. Die würdevollste Reaktion auf eine nahende Glatze ist die vorwegnehmende Rasur. An Jason Statham kann man gut sehen, dass Glatze und Erotik sich nicht zwangsläufig gegenseitig ausschließen. Das sieht gut aus und stellt ein Musterbeispiel an würdevollem Umgang mit dem Unausweichlichen dar. Überhaupt nicht würdevoll ist eine andere, unter Männern beliebte und verbreitete Maßnahme: Das Wachsenlassen der obersten Etage des verbliebenen Haarkranzes in Kombination mit einem stirnseitigen Nachvornestriegeln. Unsäglichstes Exemplar: Herr Trump. Ich weiß nicht wie die Kandidaten in dieser seltsamen Fernsehshow ihn ernst nehmen können. Man muss doch andauernd auf den aufgelegten Wischmopp starren und denken: "Oh weia, warum tut er das?" Herr Trump, können Sie sich bitte, bitte Haare verpflanzen lassen? Wenn sie keine eigenen haben, nehmen Sie doch einfach Fremdhaar eines der speichelleckenden Angestellten ihres Firmenimperiums. Das muss doch möglich sein! Rückfragen zu auftretenden Problemen und Nebenwirkungen bitte bei Elton John c/o Howard Rose Howard Rose Agency Ltd, The 9460 Wilshire Blvd #310 Beverly Hills, CA 90212 USA Image Hosted by ImageShack.us Inspiriert durch Frau Pe
Hab ich mich schon mal über Lipgloss aufgeregt? Es ist seit einigen Monaten wieder total in glänzende Lippen zu haben. So glänzend, dass sich das eitle Gegenüber am besten in den Lippen spiegeln kann. Außerdem verspricht die Werbung dünnlippigen Frauen wie mir, Fahrradschlauchlippen wie Angela Jolie oder Scarlett Johansson besitzen - wenn man nur die entsprechenden Produkte mit Volumeneffekt kauft. Eine Zeit lang habe ich mich gegen den neuen Trend gewehrt, aber das Fleisch ist schwach und so besitze ich nun auch einige Lippenlacke. Was ich als aller erstes gelernt habe: Glanz = Kleber. Deswegen niemals, ich wiederhole, NIEMALS Lipgloss und offene Haare kombinieren. Sobald nämlich ein Lüftchen weht, verwirbeln die Haare und kleben sich alle am Mund fest. Man kommt mit dem Haare aus dem Gesicht streichen gar nicht nach und so dauert es nicht lange, bis man nichts mehr sieht, weil sich die gesamte Haarpracht am Mund festgeklebt hat. Optisch wirkt man so lediglich auf Chewbacca anziehend. Ich nahm an, dass das Problem behoben ist, wenn man hochgesteckte Haare trägt. Dies stimmt jedoch nur zum Teil. Denn wenn man Fahrrad fährt, verwandelt sich der Mund in eine höchst effektive Insektenfalle. Alles was einem entgegen fliegt bleibt auf den Lippen kleben und verendet. Am Ziel angekommen muss man sich mehrere Insektenstämme aus dem Gesicht wischen und steht am Ende genauso ungeschminkt wie am Anfang da. Hochglanzlippenstift ist somit absolut wertlos, es sei denn man hält sich in kriechtierbereinigten und wetterlosen, gekachelten Räumen auf. Image Hosted by ImageShack.us
07 August 2005
These 4 in der Serie: Warum ich so geworden bin, wie ich bin. Gestern, beim Griechen, nach dem schätzungsweise siebten Ouzo fiel mir ein, dass ich als Kind gerne Ouzo trank. Nicht wissentlich und eher heimlich. Wir hatten stets eine Flasche im Kühlschrank stehen und irgendwann kam ich auf die Idee in Abwesenheit meiner Eltern ein großes Wasserglas zu einem Drittel mit Uzo zu füllen und den Rest mit Wasser aufzugießen. Sehr erfrischend fand ich das. Ich denke, ich war da ca. sechs Jahre alt. Meine Eltern werden sich über den rapiden Uzoverbrauch gewundert und sich gegenseitig der heimlichen Trinkerei verdächtigt haben. Bis ich acht war, haben sie aber brav nachgekauft. Dann kam meine Schwester auf die Welt und alle Alkoholika wurden aus dem Haus entfernt. Die Umstellung auf Limo machte mir die folgenden Wochen sehr schlechte Laune. Ich denke jedoch, dass der kindliche Alkoholmissbrauch meine unkonventionelle Synapsenverknüpfung stark begünstigte.
05 August 2005
Sternzeichen bedingt gehe ich nicht so gerne vor die Haustür. Am liebsten schaue ich deswegen abends pizzaessend Filme. Zu einem Zeitpunkt X hätte ich mir eine Liste der Filme anlegen sollen, die ich schon gesehen hatte. So würde es mir nicht passieren, dass ich "Meine Frau, ihre Schwiegereltern und ich" für einen anderen Film als "Meet the Fockers" halten würde. Glücklicherweise durfte ich ihn kostenlos zurück geben und entschied mich für "Kinsey". Als Psychologin verspürte ich so etwas wie eine Pflicht den Film zu sehen. Gelohnt hat es sich in jedem Fall. Ich frage mich nun, wie lange der Film in den USA lief und ob er erst ab 18 war. Immerhin küssen sich dort Männer und man sieht erigierte Penen - ganz zu schweigen von den Vaginen und Klitoren! Für die Schauspieler war der Film bestimmt auch lebensverändernd, denn mein Vorurteil sagt, dass der prüde Amerikaner an sich, sich bestimmt nicht so ausführlich mit dem Thema Sexualität beschäftigt hat, wie es Kinsey und sein Forschungsteam tat. Als Aufwärmübung musste die Filmcrew bestimmt jeden morgen 30 mal Penis, 30 mal Scheide und mindestens 10 mal Geschlechtsverkehr sagen. Die im Film gestellten Fragen und Aussagen ("Macht Oralverkehr unfruchtbar?" / "Wie oft masturbieren sie?" "So dass es nicht zu exzessiv ist" "Wann ist es nicht zu exzessiv?" Einmal." "Einmal am Tag?" "Nein, einmal im Monat!" "Wie oft masturbieren sie also?" "Einmal im Monat") brachten mich am Anfang zum Lachen, bis mir irgendwann klar wurde, dass sich so dramatisch viel gar nicht geändert hat. Zwar wird in Talkshows offen und freimütig über jede noch so seltsame sexuelle Abart gesprochen, doch hat dies den Umgang mit dem Thema Sex nicht wirklich verändert. Ein Tabu bleibt es bei vielen und es gibt die seltsamsten Befürchtungen und Fehlglauben. Persönlich glaube ich, dass dies zum Teil auch an fehlendem Vokabular liegt. Ich habe an der Uni mit einer Freundin mal ein Referat zum Thema "Der weibliche Körper" gehalten. Dabei fiel uns auf, dass es hier zum männlichen Körper schon auf sprachlicher Ebene große Unterschiede gab. Wurde schon relativ früh offen vom Gemächt gesprochen so blieb das da unten (die Scham) immer in einer nebulösen Wolke versteckt. Deswegen für alle Damen der Tipp zum Wochenende: Gewölle ab und hinschauen, dabei fröhlich sagen: „Hallo, Du bist also meine Vagina*, schön Dich kennen zu lernen.“** *Alternative Wortvorschläge können an dieser Stelle gerne in den Kommentaren hinterlassen werden. **Ab nächste Woche wieder nur noch keusche Beiträge im Blog. Versprochen!
04 August 2005
Es wäre übertrieben zu sagen, dass ich Kino und/oder DVD-süchtig bin. Dennoch, so schätze ich, schaue ich mir pro Woche im Durchschnitt mindestens einen Kinofilm an. Kein Fernsehgerät zu besitzen, hat diesen Brauch sehr begünstigt. Vor einigen Monaten entdeckte ich den Blog von Anke Gröner. Frau Gröner schreibt u.a. Filmrezensionen, die ich für sehr treffsicher halte. Es hilft mir sehr, dass sie aus meinem subjektiv empfundenen "Bah, war der Film doof" und "Den musst Du unbedingt anschauen, weil ... weil ... weil der ist echt gut!" eine differenzierte Beschreibung erarbeitet. So sage ich, wenn mich jemand fragt, wie der Film war: "Schau doch mal in Anke Gröners Blog". Das spart viel Gesabbel. Noch besser ist, dass sie Filme gut findet, die ich gut finde und Filme schlecht findet, die ich schlecht finde. So was macht doch sehr sympathisch (Den Ausrutscher bei Birth verzeihe ich ihr großmütig). Was sie wahrscheinlich nicht ahnt, ist dass es mich zur Weißglut bringt, wenn sie nicht endlich in die Filme geht, die ich sehen will. Täte ich es vor ihr, würde ich mich am Ende nur über das unnötig investierte Geld ärgern, wenn der Film doof war und ich das ein/zwei Wochen später bei Frau Gröner lese. Also muss ich andauernd warten, bis sie ins Kino geht. Das ist anstrengend!
Manche Ohrwürmer kommen aus dem Nichts und bleiben. Seit gut zehn Tagen singt mein Hippocampus "Ding dong die Hex' ist tot, sie ißt kein Brot...". Hoffentlich hört das eines Tages wieder auf. Meine Kollegin sagte, sie habe schon seit fünf Jahren "I've been looking for freedom" von David Hasselhof im Ohr. Das macht mir sehr große Angst.
Buchstabieren mit Vorschulkindern. Vorsprecherin: Löffel. EL - Ö - EF - EF - E - EL Vorschulkind: Gabel. ER - TE - TE - IX - ER - JOTT
Meine Leserzahlen gehen zurück. Wahrscheinlich lesen alle die illustren Kopulationsgeschichten. Zur Gegenmaßnahme hier ein Ratebild (statt des Katzencontents, der auch immer wieder große Freude verbreitet): Image Hosted by ImageShack.us
Ergänzung zum Campingurlaub Image Hosted by ImageShack.us Stichwort: Im Urlaub endlich mal hochwertige Literatur lesen.
Unter Frauen ist Essen und damit verbunden Gewicht ein gern diskutiertes Thema. (Auch ich gebe zu, des öfteren zu beklagen, wie ein Wal zu sein. Seitdem der Sohn meines Freundes auf die Frage: "Sieht Nuf wie ein Wal aus?" mit: "Nein, wie ein Delphin." geantwortet hat, mache ich mir aber zunehmend weniger Sorgen. Zudem beobachte ich auch Effekte der folgenden Art. Zu Besuch bei Freunden entdecke ich im Badezimmer eine Waage und nehme dies zum Anlass mein Gewicht zu überprüfen. Gefühltes Gewicht 80 Kilo. Die Hose zwickt, der Bauch hängt über den Bund und wenn ich mich bücke, fürchte ich dass es >>ratsch<< macht und mein enormes Hinterteil sich Luft verschafft. Ich stelle mich auf das Gewichterfassungsgerät und stelle erstaunt fest: deutlich unter 60 Kilo [jedenfalls aus der Sicht eines Chemielaboranten]. Ich freue mich und stelle fünf Minuten später fest, dass die Hose nicht mehr eng ist sondern mir großzügig vom Körper schlackert.) Mein Freund sagt, sein Vater möge mich, weil ich so ungeniert esse. Ehrlich gesagt, mag ich mich dafür auch. Es ist tatsächlich so, dass mit zunehmenden Alter Essen eine immer größere Rolle spielt. Früher habe ich ohnehin fast gar nichts gemocht: Bis zu meinem 16. Lebensjahr ernährte ich mich obst-, gemüse- und salatfrei. Sprich, ich aß Fleisch und Nudeln. Essen war schrecklich langweilig und ich hasste es im Kreise der Familie stundenlang am Tisch sitzen und essen zu sollen. Vor ca. sieben Jahren entschloss ich mich Vegetarierin zu werden. Vegetarierinnen, die Obst, Gemüse und Salat verweigern, haben jedoch eine einigermaßen monotone Speisekarte und so entschloss ich mich einige andere Nahrungsmittel in meinen Speiseplan mitaufzunehmen und entdeckte viele wunderbare Gerichte, die mir allein schon aus meiner Kind- und Jugendzeit in Bayern völlig unbekannt waren (in Bayern ist schon Döner exotisch). Leider reizten mich in den drei Jahren meines Vegetariertums fast täglich Speisen wie Bratwurst, Leberwurst und Mett. Es ist schrecklich, aber ich liebe diese Fleischmüllkonglomerate. Ich liebe überhaupt fast alles, was man essen kann (außer OBST). Deswegen verstehe ich diese sich selbst kasteienden Wesen nicht, die zu jeder Gelegenheit kleine Salate bestellen und dann verkünden, dass sie total satt seien und dabei sehnsüchtig auf meinen Schweinebraten starren.

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