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11 August 2005
Aufgewachsen bin ich am Land. Es gibt Leute, die behaupten das Dorf in dem ich meine Kindheit verbracht habe, ist eine große Kreisstadt. Die große Kreisstadt hatte eine Bibliothek. Als ich in die Schule kam, meldete ich mich dort an. Die Bücherei hatte eine eigene Ecke mit Kinder- und Jugendliteratur. Als ich 14 wurde, hatte ich jedes Buch, das es dort gab, gelesen. Natürlich gab es, als ich klein war, noch nicht diesen Hightechschnickschnack-Scheckkarten-Quatsch. Wenn ich ein Buch ausleihen wollte, musste ich es in ein Heftchen eintragen. Das zeigte ich der streng dreinschauenden Bibliothekarin und sie notierte dahinter, wann ich es wieder bringen müsste und trug es aus, wenn ich es abgab. Bis ich die Bibliothek durchgelesen hatte, vergingen drei ganze Ausleihbücher. Vor einigen Umzügen, ich glaube es war der von Bamberg nach Berlin, schmiss ich die Heftchen weg. Jetzt bereue ich das. Zu gerne hätte ich meine Jugendliteruhr gewusst. Ich kann mich erinnern, dass ich großer Hohlbeinfan war. Mein liebstes Buch war (zumindest in der Pubertät) die Heldenmutter. Ich denke, das lag aber v.a. daran, dass ich scharf auf den haarigen Skutra war und es eine Passage gibt, in der Dago der Zauberer, Lyra auf die Brüste starrt. Überhaupt habe ich diese ganzen Bücher nur gelesen, weil ich hoffte, dass an irgendeiner Stelle Schweinekram käme. An den Schweinekram kann ich mich bis heute bestens erinnern. Rahmenhandlung, Buchtitel und Autoren habe ich vergessen. So eine Jugend ohne Internet war ne üble Sache. 600 Seiten lesen für einen Absatz Zunge in den Hals stecken. Schlimm!

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