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04 August 2005
Unter Frauen ist Essen und damit verbunden Gewicht ein gern diskutiertes Thema. (Auch ich gebe zu, des öfteren zu beklagen, wie ein Wal zu sein. Seitdem der Sohn meines Freundes auf die Frage: "Sieht Nuf wie ein Wal aus?" mit: "Nein, wie ein Delphin." geantwortet hat, mache ich mir aber zunehmend weniger Sorgen. Zudem beobachte ich auch Effekte der folgenden Art. Zu Besuch bei Freunden entdecke ich im Badezimmer eine Waage und nehme dies zum Anlass mein Gewicht zu überprüfen. Gefühltes Gewicht 80 Kilo. Die Hose zwickt, der Bauch hängt über den Bund und wenn ich mich bücke, fürchte ich dass es >>ratsch<< macht und mein enormes Hinterteil sich Luft verschafft. Ich stelle mich auf das Gewichterfassungsgerät und stelle erstaunt fest: deutlich unter 60 Kilo [jedenfalls aus der Sicht eines Chemielaboranten]. Ich freue mich und stelle fünf Minuten später fest, dass die Hose nicht mehr eng ist sondern mir großzügig vom Körper schlackert.) Mein Freund sagt, sein Vater möge mich, weil ich so ungeniert esse. Ehrlich gesagt, mag ich mich dafür auch. Es ist tatsächlich so, dass mit zunehmenden Alter Essen eine immer größere Rolle spielt. Früher habe ich ohnehin fast gar nichts gemocht: Bis zu meinem 16. Lebensjahr ernährte ich mich obst-, gemüse- und salatfrei. Sprich, ich aß Fleisch und Nudeln. Essen war schrecklich langweilig und ich hasste es im Kreise der Familie stundenlang am Tisch sitzen und essen zu sollen. Vor ca. sieben Jahren entschloss ich mich Vegetarierin zu werden. Vegetarierinnen, die Obst, Gemüse und Salat verweigern, haben jedoch eine einigermaßen monotone Speisekarte und so entschloss ich mich einige andere Nahrungsmittel in meinen Speiseplan mitaufzunehmen und entdeckte viele wunderbare Gerichte, die mir allein schon aus meiner Kind- und Jugendzeit in Bayern völlig unbekannt waren (in Bayern ist schon Döner exotisch). Leider reizten mich in den drei Jahren meines Vegetariertums fast täglich Speisen wie Bratwurst, Leberwurst und Mett. Es ist schrecklich, aber ich liebe diese Fleischmüllkonglomerate. Ich liebe überhaupt fast alles, was man essen kann (außer OBST). Deswegen verstehe ich diese sich selbst kasteienden Wesen nicht, die zu jeder Gelegenheit kleine Salate bestellen und dann verkünden, dass sie total satt seien und dabei sehnsüchtig auf meinen Schweinebraten starren.

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