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30 September 2005
Ich habe über Deutschland nachgedacht. Die angedrohte große Koalition ohne akzeptierte Führung kommt nicht von ungefähr. Ich habe gelesen, dass die Telenovela "Verliebt in Berlin" unfassbare Einschaltquoten hat. Was Trash-TV angeht, bin ich sehr hart gesotten. Ich setze mich ohne mit der Wimper zu zucken vor die Glotze und beobachte interessiert, wie sich irgendwelche übergewichtigen dermatologischen Notfälle in einem sechs Stunden Special Vera am Mittag ankeifen bis man nichts mehr außer das beep beep der zensierten Worte hört und die Moderatorin sich die Spuckefäden, die umher fliegen, aus dem Gesicht wischen muss. Aber ich schwöre, ich schaffe es nicht eine ganze Folge "Verliebt in Berlin" zu schauen. Das ist so unsäglich schlecht gemachter Weichspüler fürs Gehirn, dass es nicht auszuhalten ist. Ich stelle mir die Frauen vor, die darauf abfahren, wie sie in ihren rosafarbenen Fleecekuscheldecken auf ihren Sofas sitzen und sich eine Serie reinziehen, deren Ausgang von Tag eins selbst für den leicht unterbelichteten Zuschauer vorhersehbar ist. Sie sitzen da und trinken aus einer niedlichen Diddltasse Himbeertee namens heiße Liebe. Danach machen sie sich eine Kerze an und hören Lieder von Virginia Jetzt! und denken Hach die sprechen mir ja so aus dem Herzen. Psychologisch gesehen sind Serien wie "Verliebt in Berlin" so was wie Teletubbis für Erwachsene. Teletubbis werden von Kindern gerne gesehen, weil die Handlung (Loop/Oh oh! Oh oh! Oh oh!) vorhersehbar ist. Die Kleinen können einen stabilen Erwartungshorizont bilden und das stärkt ihr Kompetenzempfinden. Für die Zuschauer von "Verliebt in Berlin" gilt dasselbe. Die langweilige, unüberbietbar in die Länge gezogene Handlung Landpomeranze-trifft-in-Großstadt-auf-Schnöselarsch-der-sich-am-Ende-als-Schatzi-herausstellt-und-sie-heiratetet, erfüllt für das alltagsangekratzte Selbstbewusstsein genau diesen Zweck. Und für die, deren Gehirn einen höheren ästhetischen Anspruch hat, gibt es handlungsplatte Filme mit schöner Musikuntermalung wie Kill Bill I und II, die genauso zum Kult erklärt werden, wie diese unmögliche Serie. Da ist der Ausgang auch schon vor dem ersten Gemetzel klar.
Krebs Aszendent Jungfrau bedeutet faul aber detailversessen und kontrollsüchtig zu sein. Diese Kombination von Eigenschaften macht mir bisweilen das Leben schwer. Noch schwerer macht es mir unsere Gesellschaft in der alles liberalisiert wird. Alle Monopole werden zu Fall gebracht. Versicherungen, Telekom, Strommarkt, ja sogar der Binnenmarkt wird nach und nach geöffnet. Doch zu welchem Preis? Früher, wenn man umzog, war alles so einfach. Man gab den Dienstleistern Bescheid: ich ziehe um daunddahin und da will ich alles wieder so haben wie vorher. Nicht dass das reibungslos funktioniert hätte, nein. Auch hier wurde der Alltag durch seltsame Telefongespräche versüßt. - Guten Tag, ich habe zum 1.1. eine Telefonleitung bestellt. Eine Rechnung habe ich auch schon bekommen, nur leider sehe ich in meiner Wohnung keine Buchse. Deswegen kann ich nicht telefonieren. Ich rufe von einer Telefonzelle an. - Haben sie das Telefon eingesteckt? - Ich würde gerne, aber das geht nicht, weil es keinen Anschluss gibt. - Sie müssen das Telefonkabel in die Buchse stecken. Das sieht so ähnlich aus wie ihr Fernsehanschluss. - Danke. Ich weiß wie das aussieht, aber es gibt keinen Anschluss. - Ja, sie müssen das Telefon ja einstecken um zu telefonieren. - *räusper* So ein Telefonat konnte schon einige Stunden gehen, bis man bekam, was man wollte. Aber all das ist, im Vergleich zu dem was man heute erleiden muss, ein Klacks. Nehmen wir z.B. den Gasversorger. Da gibt es ca. zehn Anbieter. Jeder Anbieter hat mindestens fünf Tarife gepaart mit unterschiedlichen Kosten zur Zählerbereitstellung. Das gleiche gilt für Strom. Mischstrom, Ökostrom, Atomstrom, Windkraftwerkstrom, Polenstrom etc. pp. Dann DSL. Flatrate mit und ohne Telefon. Analog oder ISDN. Verschiedene Auflad- und Abladgeschwindigkeiten. Ich meine, was soll das? Um mich für einen Anbieter zu entscheiden muss ich 200 Seiten lesen und eine Excelmatrix mit den verschiedenen Leistungen im Vergleich anlegen. Die einzelnen Faktoren muss ich nach meinen persönlichen Wertvorstellungen und finanziellen Rahmenbedingungen gewichten. Ich muss für einzelne Leistungen in Kann- und Mussleistungen unterscheiden und die priorisieren. Erst dann habe ich ein einigermaßen valides Ergebnis. Wer will so was? Bin ich Stiftung Warentest? ICH will das nicht. Ich will Monopole. Am Besten ein Monopol für alles. Ein Anbieter für Gas, Wasser, Strom, Telefon, DSL und Versicherungen. Einen Mann mittleren Alters mit klarer Sprache im dunkelblauen Anzug und Krawatte, der mir auf die Schulter klopft und sagt: "Frau Nuf, machen sie sich keine Sorgen. Geben sie mir einfach ihr Geld. Ich kümmere mich um alles."
28 September 2005
Ich bin durchaus Befürworter von gewissen Verboten. Man soll nicht alles tolerieren. Z.B. sollte das Gejammer und Gewimmere von Xavier Naidoo verboten werden. Virginia Jetzt! sollte ebenfalls auf die rote Liste. Sofortiges Sendeverbot auf allen Radio- und Musiksendern für Die Firma. Schüttelreime gepaart mit Unworten gehen mir tierisch auf den Sack Reime auf Kinderniveau gepaart mit grobklotziger Wortwahl setzen sich zu allem Übel besonders gerne in einer Endlosschleife in meinem akustischen Apparat fest. Die unsäglichste Textpassage der letzten zehn Jahre: "Ich liebe deinen Körper, um dich zu beschreiben fehlen selbst mir die Wörter." Da fehlen mir auch die Wörters!
Nachtrag zum Bloggerdingens Vorweg Danke für den ganzen Zuspruch, das Mutmachen und die Hilfsangebote. Das ist eben die andere Seite der Medaille. Wie schön! Und immer wieder ein Grund das Internet nicht auf ewig zu verteufeln. Ich musste mir einfach Luft machen und es hat geholfen. In mehreren Beziehungen.
Der Arbeitsalltag bestimmt zu gut einem Drittel das Leben. Die anderen zwei Drittel verbringen wir mit schlafen, putzen, einkaufen, kochen und ein bisschen Freizeit. Kein Wunder also wenn die Gewohnheiten hauptsächlich durch den Job bestimmt werden. Für meinen Teil musste ich feststellen, dass ich ohne Moderationskärtchen und Flipchart absolut nicht mehr in der Lage bin irgendetwas zu entscheiden. Manchmal denke ich sogar, ich muss zum Arzt weil ich fast alles vergesse, was ich nicht visualisiere. Wenn ich beispielsweise mit meinem Freund diskutiere, dauert es keine dreißig Minuten und mein Gehirn wischt sich alle Vorkommnisse aus dem Hippocampus. Wenn er mir bei der nächsten Diskussion sagt, wir hätten die Sache bereits besprochen und zitiert was ich dazu gesagt habe, kann ich lediglich aufgrund seiner Wortwahl rückschließen, dass ich es tatsächlich gesagt haben muss, da er sich niemals so ausdrücken würde. Ich kann mich gerade noch bremsen, meine to dos im Privatleben als Powerpointpräsentation darzustellen. Es ist grauselig. Wenn ich nicht alles in Meilensteinpläne mit Qualitygates hinterlege, kann ich Nachts nicht schlafen. Was in meinem Kopf ist, rotiert so lange bis ich es schriftlich als Checkliste festhalte. Wenn irgendwas nicht nach Plan läuft, bekomme ich ein nervöses Zucken in den Augenliedern. Termine, die nicht im Palm stehen, lassen sich nicht memorieren und ich schwöre, ich kann keine einzige Telefonnummer auswendig. Nicht mal meine eigene. Von Adressen ganz zu schweigen. Ich meine, wann schreibt man schon Snailmails? Ich kann auf Fragen nur antworten, wenn ich Internetzugang habe und google mir eine Antwort gibt. Alles was sich in meinem Langzeitgedächtnis befindet, ist aus der Zeit vor exzessiven Internetgebrauch. Ich arbeite jetzt seit 1999. Wie seltsam werde ich erst sein, wenn ich die ersten zehn Jahre hinter mich gebracht habe?
Vergangene Woche habe ich ein nachträgliches Geburtstagsgeschenk bekommen, welches der Haarke ebenbürtig ist. Das Duden Bildwörterbuch. Es enthält 30.000 Wörter, von denen ich gut 80% bislang mit "Dingens" bezeichnet habe. Abende könnte ich darin lesen und meinen bescheidenen Wortschatz befüllen. Als aller erstes macht mich das eloquenter und ich lasse in Gesprächen gerne mal die Worte Stufengraukeil, Haspelkufe, Tubusdeckel, Teubenskabiose, Okulette oder Randbearbeitungsautomaten fallen. Zum anderen bin ich dank des Buches nun in allen Gefahrensituationen gewappnet und kann jeden Fernsupport nutzen, wenn es darum geht etwas zu reparieren, auszutauschen oder instandzusetzen. Stellen wir uns folgende Situation vor. Ich fliege als Passagier in einem Flugzeug nach Los Angeles. Wir befinden uns über dem Pazifik. Die Tür zum Cockpit öffnet sich, der Pilot tritt in den Passagierraum, zittert und fällt um wie ein Baum. Kurz entschlossen das Leben aller Passagiere zu retten, laufe ich zu dem Instrumentenbrett. Ich setze die Kopfhörer auf und erbitte Hilfe. - Hallo? Hier nuf. Ich brauche Hilfe. Der Pilot ist gerade zusammengebrochen. - Nuf? Nun gut. Was sagt die Zylindertemperaturanzeige? - Hä? - Was sagt die Zylindertemperaturanzeige? - Wo is die denn? - Gleich neben dem Amperemeter! - Wat? Wo? - Sie müssen die Seitenruderpedale in Position bringen, damit Sie die Hochachse auf 180 Grad steuern können! - Hä? Völlig klar. Ohne Duden Bilderwörterbuch ein hoffnungsloses Unterfangen. Mit Bildwörterbuch kein Thema. Nuf: Quatsch, Zylindertemperaturanzeige! Wir haben an Höhe verloren weil das Turboproptriebwerk einen Defekt hat. Aber seien Sie unbesorgt. Ich werde die Getriebeeingangswelle lösen und so den Lufteinlauf erleichtern auf dass die Luftschraubenwelle sich wieder dreht!
26 September 2005
Über das Blogdings an sich und warum ich im Moment wenig Lust habe, etwas zu posten Seit über einem Jahr blogge ich jetzt. In der Zeit habe ich gut 900 Geschichten gepostet und meine Leserschaft ist von beeindruckenden 3 auf gut 400 gestiegen. Es freut mich, wenn ich sehe, regelmäßige Leser zu haben. Ich habe mich auch über den Preis der ZEIT gefreut und freue mich, wenn meine Beiträge im Handelsblatt oder in der Chip zitiert werden. Ich habe noch nie gerne über mich privat geschrieben. Natürlich stecken in meinen Geschichten wahre Begebenheiten aber ich habe mir immer Mühe gegeben, weder allzu viel über mich als Person noch über meine Freunde preis zu geben. Gerne bezeichnet man mich deswegen als leicht paranoid. Vor knapp einem Monat wurde ich vom Stern gefragt, ob ich ein Interview geben möchte. Natürlich habe ich mich geschmeichelt gefühlt, aber als ich versuchte mir die Folgen auszumalen, wenn jeder der den Stern liest gleichzeitig weiß wie ich aussehe und wie ich heiße. Die Folgen konnte ich mir nicht ausmalen. Sicher schien mir nur, dass ich bekannter würde, aber ob das für mich positive oder negative Folgen hat, konnte ich nicht abschätzen. Ich lehnte dankend ab. Auch entschied ich mich aufgrund verschiedener Vorkommnisse mein Bild aus dem Header zu entfernen. Durch die Ereignisse der letzten Zeit, weiß ich wieder, dass es gut ist, misstrauisch zu sein. Es hat sicherlich einen Grund warum es viel weniger weibliche Blogger als männliche gibt. Es hat genauso gut einen Grund, dass es fast keine Frauen gibt, die unter real name posten oder im Impressum ihren Namen samt Adresse angeben. Der Grund sind schlechte Erfahrungen, die man im Laufe seiner Internetzeit gemacht hat. Es gibt nicht wenig Stalker und nicht wenig Kerle, denen wahrscheinlich nicht klar ist, wie man sich als Frau fühlt, wenn man das Gefühl hat, jemanden ausgeliefert zu sein. Mir ist klar, dass ich mich dieser „Gefahr“ selbst aussetze indem ich einen Blog habe. Seltsame Menschen gibt es überall. Auch in der Öffentlichkeit. Nur hat man dort das Gefühl, dass man sie sehen und somit einschätzen kann und eine Chance hat adäquat zu reagieren. Im Internet fühlt man sich belauert und es gibt Menschen, denen es offensichtlich Freude bereitet stundenlang zu googlen um dann das schöne Spiel „ich habe Infos, die Du mir nicht gegeben hast und ich zeige sie dir damit du dich unsicher fühlst und siehst wie klug ich bin“ spielen. Das gibt es in verschiedensten Ausprägungen. Ich nenne keine Namen aber ich finde es wirklich das allerletzte. Mir vergeht die Lust aufs bloggen und mein Humor kommt auch an Grenzen. Leute wie ihr, sorgen dafür, dass sich Vielfalt reduziert und dass Frauen sich unsicher fühlen. Ich finde das sehr bedauerlich und es macht mich wütend. Vielleicht unterstelle ich sogar zu viel Böses. Dennoch bitte ich darum einfach mal das Gehirn einzuschalten bevor man gewisse Emails abschickt oder bestimmte Kommentare postet. Jetzt geht’s weiter mit Musik
22 September 2005
Suche Zwischenmieter für meine schöne Wohnung. Die hat 2 Zimmer, 48qm, Altbau in Mitte, abgezogene Dielen, verputzte Wände, hell im ersten OG., Wannenbad mit Fenster und Küche, die groß genug für einen Tisch ist. Das Ganze kostet nur 380 warm. Zeitraum 1.11 bis 21.12.05. Wer Interesse hat, melde sich bitte per Mail. Dann schicke ich gerne weitere Fotos und wir machen einen Termin. Image Hosted by ImageShack.us Einen Nachmieter nehme ich auch gerne zum 1.11., allerdings kostet die Wohnung dann 430 warm und es sind kleine Malerarbeiten zu übernehmen.
19 September 2005
Mal ganz aus dem Kontext gerissen. Es ist ein Drama dass Smashing Pumpkins sich getrennt haben. Ich trauere ihnen jedes Mal, wenn ich ihre Platten höre, nach. Für die Trennung gibt es kein Surrogat. Und noch was: Zwei Jahre habe ich darauf gewartet Brothers Grimm kommen endlich ins Kino. Endlich! ENDLICH!
Es ist normal, dass der Haushalt darunter leidet wenn man mit einer Frau zusammen zieht. Das sollte jeder Mann akzeptieren. Männer verfügen meist über wenig ästhetisches Empfinden und haben über die Jahre ausschließlich praktische Dinge angehäuft, die jeder Optik spotten. Leider geht es meist nicht, einen LKW zu bestellen und den gesamten Haushalt zur Mülldeponie zu fahren und so muss man andere Wege finden. Beim letzten Freund entsorgte ich die schlimmsten Gegenstände in jahrelanger Vorbereitung heimlich oder sehr offensichtlich indem ich sie im Streit an Wände warf. Mit letzterem lassen sich oft zwei Gegenstände auf einmal entsorgen. Sofern man zielen kann. Man sucht sich eine hässliche Kommode und wirft die einfach auf die Schnapsglaskollektion et voilà wieder ein bisschen mehr Platz geschaffen. Im Laufe der Jahre bin ich sensibler geworden und habe verstanden, dass Männer ein Recht auf Eigentum haben, wie augenbeleidigend es auch sein mag. Mit meinem jetzigen Freund habe ich demzufolge einen Kompromiss geschlossen. Jeder darf drei der schlimmsten Gegenstände aus dem Haushalt des anderen auswählen und widerredelos entsorgen. Aus seinem Besitzstand muss als erstes eine eicherustikalgebeizte Jugendzimmerübrigbleibselregalschrankwand daran glauben. Ich lieh mir eine Axt und zerlegte das Teil, was im übrigen anstrengender war, als ich vermutet hatte. Dann lies ich die giftgrüne Kaffeemaschine aus dem vierten Stock in die bereitgestellte Mülltonne fallen. Gegenstand drei muss ich mir noch ausdenken. Ich bin bislang ziemlich glimpflich davon gekommen. Mein Freund hat lediglich meinen Radiowecker und einige Latte Macchiatogläser ausgesucht. Das Radio sei eine Beleidigung seiner Ohren, worauf er es ergriff und auf die Dachterrasse stieg, es an dem Stromkabel einige Male temperamentvoll wie ein Lasso schwung und es der untergehenden Sonne entgegen schleuderte. Es machte einen schönen Boden und zerschellte im Innenhof der Nachbarn. Die Gläser wurden aufwändiger entsorgt. Wir fuhren zur Mülldeponie, erklommen den Berg zu dem Höllenschlund und versuchten mit ihnen die gut 15 Meter entfernte Wand zu treffen. Auch für mich steht der dritte Gegenstand noch aus. Ich denke, es ist strategisch richtig noch zu warten.
Endlich Italien in Deutschland Seit wann bedeutet Demokratie eigentlich, dass man ignoriert was die Wähler sagen? Ohne ein Freund der Linken zu sein, denn auch mit Lafontaine und Umbenennung bleibt die schlicht und ergreifend die Nachfolgepartei der SED, aber zählt die Linke nicht zu den demokratisch anerkannten Parteien Deutschlands? Wenn dem nicht so ist, sollte dringend jemand beim Bundesverfassungsgericht Klage einreichen. Das Abwegigste scheint es derzeit zu sein, sich hinzusetzen und Ähnlichkeiten in Parteiprogrammen zu suchen. Anstatt dessen spielen alle Kindergarten und weil Guido sagt, dass er mit Gerhard nicht spielen will, sagt Gerhard, dass er nicht mit den bösen Gebrüdern Oskar und Gregor spielen will und die sagen dann, dass sie es nicht dulden werden, dass Gerhard mit Joschka die Kindergartentruppe anführen wird. Wobei Joschi sagt, Hauptsache irgendwie spielen, nur lieber nicht mit Angela, weil wenn er das tut, finden ihn die anderen Kinder doof. Mein Vorschlag: eine Minderheitenregierung gebildet aus der FDP und den Linken, geduldet von SPD und CDU und die Grünen werden Opposition. Kanzler werden im Gegenzug zur Duldung Schröder und Merkel gemeinsam, die vorher noch heiraten und ein Kind bekommen, welches politischer Sprecher des Kanzlerpaares wird. Reporter: Was passiert nun mit der Mehrwertsteuer? Kind Schröder-Merkel: Mama und Papa tun noch ganz dolle streiten. Ich soll von Mama sagen, ja, wobei Papa das aber nich will. Kann ich nen Keks haben? Oder wir gehen noch mal wählen und endlich sind Mehrfachnennungen erlaubt.
15 September 2005
Mein Nachbar, der leider, da ich umziehe, bald nicht mehr mein Nachbar ist, hat mir sein altes Handy geschenkt. Ich wiederhole g e s c h e n k t. (Für alle Kinder der kapitalistischen Hemisphäre hier eine Erklärung zum Verb "schenken"). Mein erstes Handy habe ich 2000 gekauft. Ich erinnere mich noch genau an das erste Mal. Ich kam vom Land und hatte einen Freund aus Berlin. Der wiederum hatte ein Handy. Etwas was ich bislang nur als Attrappe aus meinen Italienurlauben kannte. Jedenfalls war ich zu Besuch in Berlin, es war der 22. Januar 2000 und ich stand im Eingangsbereich von H&M women in der Tauentziehstraße und plötzlich klingelte das Handy. Ich wurde puterrot, kramte hektisch in meiner Tasche, lief wie ein Huhn auf der Straße ab und auf, um einen ruhigen Platz zu finden und meldete mich dann mit vollständiger Grußformel, gefolgt von Vor- und Nachnamen. Mein Herz konnte sich erst im Verlauf der anschließenden Stunde beruhigen. Jedenfalls bekam ich ein Jahr später ein Handy von meinem Arbeitgeber und das war bis gestern im Einsatz. 2003 überlegte ich kurz, ob ich mir vielleicht eines Tages ein neues Handy gönnen wollte. Ich verliebte mich in das kleine Sony Ericsson T610, erkundigte mich nach dem Preis, legte meine leidenschaftlichen Gefühle auf Eis um reumutig zu meinem alten Telefon zurückzukehren. Als mir gestern mein großherziger, nobler, selbstloser, blendend aussehender, über die Maßen kluger, begabter, kreativer, geistreich und lustiger Nachbar genau jenes einfach schenkte, konnte ich mein Glück nicht fassen. Auf dem Weg nach Hause hielt ich Passanten an und zeigte ihnen meine neue Errungenschaft. Nachts legte ich das Handtelefon neben mich ins Bett und immer wenn ich aufwachte, streichelte ich es sanft. Großherziger Nachbar, ich danke Ihnen!
14 September 2005
Meine Mama ist handwerklich sehr begabt. Ihr Talent hat sie entdeckt als ich in die Grundschule kam. Das war noch in einer Zeit in der Geschlechter getrennten Unterricht erhielten, Die Jungs gingen in Werken und die Mädchen erworben erste handarbeitlerische Fähigkeiten. Hätten sie jedenfalls sollen. Haben sie auch mit Ausnahme von mir. Leider besaß ich drei linke Hände wenn es um das Erstellen verschiedenster Strick- und Häkelstücke ging. Oft kam ich weinend nach Hause, weil ich trotz größter Anstrengungen nie etwas besseres als eine 4 - erhandarbeitete. Die anderen Mädchen lachten mich aus und die Lehrerin mutmaßte sogar eine mann- und nachwuchslose Zukunft, wenn ich mir nicht endlich weibliche Kernkompetenzen aneignete. Da meine Mama mein Leid nicht länger ertragen konnte, begann sie meine Arbeiten zu übernehmen. Das klappte ganz gut. Schon bald hatte ich die ersten Zweier. Meine Mama war ein bisschen gereizt weil sie nie eine Eins bekam. Aber im Umgang mit Frustrationen hatte ich ausreichend Erfahrungen gesammelt und so konnte ich ihr in dieser Sache helfen und sie motivieren noch ein weiteres Häkelsäckchen zu erstellen und noch eins und noch eins. Nach dem siebten Versuch traf Mutti den Geschmack der Lehrerin und zeigte mir freudestrahlend die 1. Das war vor 24 Jahren. Jetzt kann Mama Muster häkeln, die ich nicht aussprechen kann ohne mir eine Luftmasche in die Zunge zu knoten. Ich durfte mir sogar Kleidungsstücke wünschen. Leider war die Versuchung kurz vor Fertigstellung eines neutralen Pullovers mit V-Ausschnitt am Ende doch immer zu groß und sie knüpfte dreidimensionale Igelchen oder Kätzchen ein. Fortan häkelte meine Mama nur noch Überdecken, Tischdecken und Vorhänge. Letzte Woche rief sie mich an und klagte: "Kind, jetzt ist meine Wohnung komplett eingehäkelt. Braucht ihr nicht noch was für Eure neue Wohnung?" Schnell musste ich mir was einfallen lassen. Glücklicherweise stolperte ich just heute über die Seite von Patricia Waller. Ich schickte den Link umgehend meiner Mutter und denke, dass es ab heute keine Grenzen im Häkelspaß mehr gibt.
13 September 2005
Örks. In meinen schlimmsten Wahnphantasien wäre ich darauf nicht gekommen. Zahnspangen können sich in Schamhaaren verfangen.
232 Tage rauchfrei. Mit spätestens 30 wollte ich unbedingt Nicht-Raucher sein, was ich vielleicht tatsächlich geschafft habe. Zwar ist es mindestens wöchentlich eine unglaubliche Quälerei dem Nikotin zu widerstehen, aber das ist im Vergleich zu der freiwilligen Versklavung in die man sich durch die Abhängigkeit begibt, ein erträglicher Nachteil. Das gilt auch für die 7 Kilo, die sich im letzten halben Jahr an mich geheftet haben. Natürlich kommt das Zunehmen nicht davon, dass ich aufgehört habe zu rauchen. Es kommt, das hatten wir ja schon mal, vom mehr essen. Zum einen schmeckt mir alles viel besser. Ich kann, wenn ich eine vielbefahrene Straße entlang gehe durch die Abgase der Autos hindurch erriechen was an fremden Herden zu Abend gekocht wird, wenn das Küchenfenster geöffnet ist. Wenn ich in ein Restaurant gehe und etwas esse, kann ich die einzelnen Zutaten erschnüffeln. Sollte das so weiter gehen, kann ich mit meiner neu erworbenen Fähigkeit im Zirkus auftreten. Leider zieht diese Gabe auch einen gesteigerten Appetit nach sich. Außerdem esse ich seit neustem auf. Früher habe mich schon bevor ich angefangen habe zu essen auf die Zigarette nach dem Essen gefreut. Folglich ließ ich gut die Hälfte meines Essens stehen um endlich rauchen zu können. Nach dem Rauchen war ich satt. Jetzt esse ich zuende und belohne mich mit Nachtisch. Von daher ist es ein mittleres Wunder, dass ich nicht 20 Kilogramm zugenommen habe.
Kleiner Test für Männer: Stelle einer beliebigen Frau zwischen 24 und 35 die Frage: "Was kosten die Karten für das Robbie Williams Konzert?" Ich wette, jede kann die haarsträubende Antwort nennen. Lieber Robbie, all die Jahre war ich Dir treuer Fan. Ich besitze alle Deine CDs. Ich habe alle Frauen, die gebrannte CDs von Dir haben, geschimpft, denn es ist unmoralisch Dich um Dein schwer verdientes Geld zu betrügen. Ich habe nichts gesagt, als Du fett warst und ich habe auch geschwiegen, als Du was mit Kate Moss hattest. Jetzt muss ich Dir leider mitteilen, dass ich Dir aufgrund des völlig lächerlichen Preises der Eintrittskarten für Dein Konzert die Verehrungsschaft kündigen muss. Weißt Du, als ich 13 und Michael Jackson in Deutschland war, da hat er 75 DM für die Karten verlangt. Natürlich konnte sich niemand eine solche Karte leisten und wir beließen es dabei uns ehrfürchtig den Preis am Pausenhof zuzuraunen. FÜNFUNDSIEBZIG DEUTSCHE MARK! Robbie! Mark. You know, the former german currency. But Michael war ja auch mal der King of Pop. Robbie, you are not the King of Pop. Not even a Prince. (Einen Gottkomplex zu haben ist nicht dasselbe und substituiert den fehlenden Popadelstitel nicht.) Robbie, ich bin so was von disappointed, das glaubst Du gar nicht. Ab heute denke ich vor dem Einschlafen nicht mehr an Dich sondern an den hässlichen Liam Gallagher. Das ist auch hart für mich, soll Dir aber eine Lehre sein! Erbost und zähneknirschend nuf Image Hosted by ImageShack.us
Karin H. hat eine spannenden Auftrag: Organisiere zehn WM-Tickets. Karin H. war schnell klar, dass es auf dem herkömmlichen Weg kein Rankommen gab. Sie verfasste einige Pläne: a) Alle Coca-Cola Flaschen, die es im Umkreis von 5 km gibt,kaufen, in den Flaschendeckel schauen und 7.000 SMS mit dem Gewinncode an die genannte Hotline schicken. Leider brachte das nur ein einziges WM-Ticket ein. Kosten-Nutzen-Verhältnis eher suboptimal. b) Karin entführt das WM-Maskottchen Goleo, trennt eine Tatze ab und schickt die Plüschtatze eingewickelt in einem Tuch mit den Worten: "Neun weitere Tickets oder Goleo wird es schlecht gehen." an den FIFA-Chef. Das hat Karin natürlich nicht übers Herz gebracht. c) Karin wird zum Partyluder und erpimpert sich die Eintrittskarten bei einigen Fußballern. Hat jemand alternative Vorschläge?
09 September 2005
Mein Vater sagt, wenn es mit dem jetzigen Job nicht weiter geht, soll ich nach Italien gehen und dort eine Vollkornbäckerei eröffnen. Das würde mich unendlich reich machen. Als ich letzte Woche ein Gespräch im Zug belauschte, schien es mir wahrscheinlich, dass es sogar eine weltweite Nachfrage nach "echtem" Brot geben könnte. Eine Amerikanerin berichtete von den Komplikationen, die ihr die zwanzig Kilogramm Pumpernickel in ihrem Gepäck bei der Einreise in ihr Land bereiteten. Natürlich macht man als Kind nie was die Eltern raten. Ich entwickelte heute also ein Gegenkonzept. Denn als ich in der Kaffeekette Balzac einen Zettel entdeckte, der den Zweck verfolgte besonders komplizierte Wünsche durch Ankreuzen einer 27 Dimensionen umfassenden Matrix zu erleichtern (Latte Macchiato mit Extrashot Espresso und Caramelsirup, Halbfett Sojamilch und Milchschaum statt Sahne), kam mir die geniale Idee des Frauenrestaurants. Als Frau weiß ich, dass es im Grunde unmöglich ist à la carte zu bestellen. Im Normalfall enthält jede Bestellung eine - besser n-Änderungswünsche. Frau: Ich hätte gerne das Wiener Schnitzel mit Pommes und ein Wasser. Was im ersten Moment einfach erscheint, entpuppt sich nach der dramaturgischen Pause als hochkomplexes Konstrukt. Frau: Das Schnitzel hätte ich gerne ohne Panade, wenn möglich und ach, könnten sie vielleicht Schwein statt Kalb nehmen? Statt der Pommes hätte ich gerne Kroketten. Ist da ein Salat dabei? Kellner nickt. Frau: Hm oh, na den hätte ich gerne ohne Dressing und sind das Cocktailtomaten oder richtige? Kellner: Normale Tomaten eben. Frau: Dann bitte ganz ohne Tomaten und wenn sie bitte die Möhren weglassen könnten, die mag ich nicht. Dafür hätte ich gerne Pilze. Die sind doch frisch, oder? Ach ja, das Wasser bitte ohne Eis und mit einem Viertel Zitrone nicht nur so ne kleine Scheibe, ja? Kellner nickt. Frau: Und achten sie bitte darauf, ich bin ein bisschen empfindlich, das Glas muss schon schön sauber sein! Kellner: Das Wasser klein oder groß? Frau überlegt. Frau: Ach wissen sie was, ich hätte doch gerne eine Saftschorle, was haben sie denn da? [Dialog beliebig erweiterbar]. Ganz tief in ihrem Inneren sind alle Frauen so. Ich mache also ein Frauenlokal auf. Dort bekommt jeder beim Eintritt einen kleinen Taschencomputer in die Hand. Mit dessen Hilfe kann man dann gleich in der Küche bestellen. Eine Grundvariation (4 mal umbestellen) kostet 10 €. Jedes zusätzliche Umbestellen kostet 1,50 €. Man denke da mal alleine an die Auswahlmöglichkeiten für Reis! Naturreis, Wildreis, Basmati-, Risotto, Paelliareis, Thaireis, Langkornreis, Patnareis, Michreis. Und bei den Nudeln: Farfalle, Spaghetti, Penne, Tortelloni, Tagliatelle, Ruote, Orecchiette, Bigoli, Cannelloni, Conchiglie, Maccheroni, Spaghettoni, Ravioli, Rigatoni, Spirelli, Vermicelli, Bucatini, Quadretti, Cannolicchini, Fettucelle, Parpadelle, Linguine, Trenette, Capelletti, Scannapreti - um nur einige zu nennen. Man könnte Stunden! ja Wochen umbestellen. Allein bei den Beilagen! Und erst bei den Soßen! Man stelle sich bei der Varianz die Permutationen der zur Auswahl stehenden Beilagen vor! Wenn ich die Augen schließe, sehe ich kleine Eurozeichen vorbeirauschen. Für die Herren eröffne ich das andere Restaurant.
Du bist weiblich, Dein BMI liegt über 22 und Du denkst trotzdem Du bist nicht schlank genug, weil Du Dich mit irgendwelchen Hochglanzmagazintussis vergleichst? Je mehr Du darüber nachdenkst (Schweinchenbeine, Kniespeck, Fledermausarme, Nasolabialfalte, Hüftspeck), desto deprimierender findest Du, dass Du trotz der wochenlangen Salat- und Reisdiät nur 200 Gramm abgenommen hast. Du prügelst Dich täglich ins Fitnessstudio und trotzdem erreichst Du nichts. Das liegt einfach daran, weil Du das Falsche tust. Ein guter Weg zur Gewichtsreduktion ist das Wechseln des Planten. Auf der Expo konnte man sich beispielsweise auf Plantenwaagen stellen. Am Mars wog ich lediglich 43 Kilo. Fast schon ein bisschen übertrieben wenig. Falls sich in nächster Zeit nicht die Gelegenheit bietet den Planten zu wechseln, empfiehlt sich Photoshop. Gefunden bei nelly-pappkarton.
Horst Evers sollte man sich unbedingt anschauen gehen. Ich denke nicht, dass es einen zweiten Menschen in der Welt gibt, der Kaffeemaschinen so treffend imitieren kann wie er. Mein Herz ging schon zu Beginn auf, als sich herausstellte, dass ihm genauso wie kürzlich mir, aufgefallen war, dass es neben der Zugstrecke zwischen Hildesheim und Braunschweig auffällig viele Sportplätze gibt. Herr Evers hat ein wunderbares Gespür für die Absurditäten des Alltags. Wenn man keine Zeit ihn live zu hören, dann sollte man entweder seine Bücher oder seine Tonträger kaufen.
08 September 2005
Die FDP macht es vor. Endlich ehrliche Politiker, die mit Sprüchen werben, die ihrem Parteiprogramm entsprechen. Wäh bah! Image Hosted by ImageShack.us Geklaut beim äußerst lesenswerten Ole. Wie lautet das nächste Plakat? CDU - Nur noch Angela Merkel!
Nehmen wir an, eine Schülerin arbeitet in den großen Sommerferien als Aushilfe in einer Bäckerei. Sie ist fleißig und zuverlässig und so kommt es, dass man ihr bald den Verkauf überlässt. Als sie morgens den Laden aufschließt und die Vitrine herrichtet, sind in den hinteren Räumen noch die Bäcker aktiv. Plötzlich ruft es nach vorne: "Ilse, kommste mal her, wir brauchen Hilfe" Ilse trottet nach hinten und bekommt einen fünf Kilo schweren Klumpen Teig auf den Arm gelegt. "Hier Ilse, entsorg den mal. Der is nüscht jeworden." Ilse schleppt den Teigballen in den Hinterhof und schmeißt ihn in die eiserne Mülltonne. Bis zum Nachmittag ist Ilse mit dem Verkauf diverser Brötchen, Plunder und Kuchen beschäftigt. Als der Abend kommt, räumt sie artig auf. Sie freut sich auf den Abend im Park, heute war es ziemlich heiß. Schnell will sie noch die Mülltüte aus dem Verkaufsraum nach hinten bringen. Doch was ist passiert? Als sie die Tür öffnet ist der Boden mit Teig überzogen. Ihr Blick richtet sich auf die Tonne. Sagen wir lieber: an den Ort wo die Tonne war. Anstatt dessen sieht sie nur einen blasenschlagenden Teigberg. Lediglich der Deckel der Tonne sitzt seitlich versetzt wie eine Baskenmütze auf dem Teigungeheuer. Als ich diese Geschichte hörte, stellte sich mir eine Frage: Wie entsorgt man sachgerecht Hefeteig? Hätte Ilse den Teigberg zerteilen müssen und die kleinen Teigknödel in verschiedene Mülltonnen werden müssen? Gibt es für die Bäckerinnung gar Hochsicherheitsmülltonnen, ähnlich der bombensicheren Frachtcontainer in der Luftfahrt, in die man Teigreste werfen kann? Wirft man Teig in Zentrifugen und extrahiert den Zucker so dass den Hefepilzen die Nahrungsgrundlage entzogen wird? Fragen, bei denen mir nur ein Bäcker weiterhelfen kann.
06 September 2005
Was ich im Leben schätze: Brachylogie an der richtigen Stelle. Was ich wirklich nicht leiden kann: Sich einmal als man auf eine bestimmte Seite wollte, vertippt haben und dann, weil die erste Seite noch im Browser ist, täglich zehn Mal an sie erinnert werden.
Kinder sind manchmal herzallerliebst. Neulich lauschte ich im Zug folgendem Dialog: Siebenjähriger 1: Ih! Wieso stinkt es hier denn so? Siebenjähriger 2: Das ist die Kohle auf den Gleisen. Wir fahren so schnell, dass sie durch die Geschwindigkeit heiß wird. Das stinkt dann eben.
Die CDU möchte zur Belebung des Arbeitsmarktes den Kündigungsschutz lockern und die Möglichkeiten für eine befristete Einstellung erleichtern. Es gibt sogar so großartige Ideen wie eine mögliche Abfindung schon vor Eintritt in das Unternehmen festzulegen, um späteren Rechtsstreitigkeiten vorzubeugen. Ein schönes ressourcenorientiertes und optimistisches Weltbild ist das. Darüber hinaus ist fraglich in welchem Paralleluniversum die Wahlprogrammmacher der CDU leben. Wer in den letzten 5 Jahren versucht hat, einen Job zu ergattern, weiß selbst dass unbefristete Arbeitsverhältnisse und Kündigungsfristen über vier Wochen so häufig vorkommen wie sechs Richtige im Lotto. Zudem werden statt festangestellter Mitarbeiter immer öfter Praktikanten und unterbezahlte freie Mitarbeiter eingestellt. Dass das keine gute Idee ist, v.a. wenn man sie im Bereich Öffentlichkeitsarbeit/Ghostwriting einstellt, muss Frau Merkel jetzt am eigenen Leib spüren. Hoffentlich hat sie was daraus gelernt.
05 September 2005
Der ix hat es empfohlen, die Programmiernutte hats gemacht: das neue Kommentardingens. Zu kompliziert für ne Frau und dann auch noch in Fremdländisch. Ne, ne, ne. So. Alle Leser bitte ALLE Kommentare der letzten 14 Monate nachschreiben. Danke!
Wenn ich komplizierte Namen lese, sehr beliebt in Psychologenkreise Herr Mihaly Csikszentmihali, denke ich manchmal ein bisschen zerknittert an meine Fastkarriere als Dr. Dr. Prof. Nuf zurück. Ok in echt heiße ich nicht Nuf sondern ich habe einen total langen und komplizierten Namen. Sagen wir ich hieße Poelandblokstopowski. Als ich noch studierte, war meine Zukunftsvision stets eine Dissertation und dann das Eingehen in die Geschichte der Wissenschaft durch meine klugen Thesen. Diese Thesen würden in die Lehrbücher eingehen und Generationen von Studenten müssten sie auswendig lernen. Damit sie mich besonders im Gedächtnis halten, war ich stets auf der Suche nach einem Mann mit einem exotischen und langen Nachnamen. So machte ich mal einem Czausiripowski den Hof. Der Typ selbst war grauenerregend. Aber sein Name entsprach genau meinen Vorstellungen. Ich plante ihn noch vor Beendigung meiner Doktorarbeit zu heiraten. Die Studenten müssten dann in ihren Skripte vermerken: Theorie zur tautologischen Selbstreferentialität von N. Poelandblokstopowski-Czausiripowski. Dann hat Czausiripowski Schluss gemacht. Ich beendete anschließend, wohlwissend nie mehr einen solch imposanten Doppelnamen zu erlangen, meine wissenschaftliche Karriere.
Bilderrätsel des Tages Image Hosted by ImageShack.us
Übrigens in einem Jahr zwei Preise zu gewinnen, ist auch nicht das Schlechteste. Ich finde, man könnte mich da auch nominieren. Im Gegensatz zum ZEIT-Preis sind hier sogar Deadlines, Preise, Teilnahmebedingungen und Auswahlkriterien beschrieben.
Ahhhh! Meine Kommentarfunktion wird es in einem Monat nicht mehr geben. Kennt jemand eine gute Alternative?
Am Ende gibt man doch nach und schaut das TV-Duell an. Leider habe ich nicht bis zum Ende durchgehalten, weil ich es nicht ertragen konnte, dass Frau Merkel nichts zu sagen hatte, außer: "Ja, ja, sie haben schon ganz gut angefangen, aber jetzt dürfen wir nicht stehen bleiben!" Naja eben, liebe Frau Merkel, deswegen wäre nichts falscher als wenn die CDU an die Macht kommt. Ich habe nämlich überhaupt keine Inhalte vernommen (und die, die ich kenne, halte ich für wenig überzeugend). Darum sollte es in einem TV-Duell aber gehen, denn schließlich gibt es nicht wie in den USA eine Direktwahl des Bundeskanzlers. Gäbe es die, würde ich die CDU schon drei mal nicht wählen, denn das gekünstelte Grinsen am Ende jeden Satzes (Imageberater hielten Frau Merkel an "noch fröhlicher zu sein") legt die Vermutung nahe, dass das Gehirn von Frau Merkel von einer Mutation des Heuschreckenparasitenn befallen ist. Ein harmloser freilich, denn er verursacht lediglich Krämpfe in der Gesichtsmuskulatur. Dennoch Frau Merkel, kämpfen Sie dagegen an! Sie müssen sich nicht gesichtverzerrt vor eine Menschenmenge stellen, die Arme hoch schmeißen und mit den Fingern das Victorysymbol wedeln. Wenn das nicht Ihrer Person entspricht, seien Sie selbstbewusst und versuchen Sie mit Inhalten zu gewinnen. Elaborierte Inhalte gibt’s nicht? Schade, denn die Grundlage des Kirchhoffschen Steuersparmodells ist leider auch nicht einzusehen. Dafür war ich heute morgen eigens in einem Bahnhofskiosk und habe vergeblich nach dem von Ihnen erwähnten Buch 1000 Steuerausnahmen gesucht, welches die 461 Ausnahmen, die Herr Kirchhoff gerne streichen möchte, enthält.
04 September 2005
Mit 30 muss man endlich nicht mehr in vollgestopfte, verrauchte Clubs gehen, um Konzerten beizuwohnen. Man kann sogar sitzen bleiben und einfach nur lauschen. So geschehen am Samstag auf der Record Releaseparty von Erdmöbel. Ich liebe bei Erdmöbel v.a. die Texte, denn sie basieren nicht auf öden Schüttelreimen sondern sind im Gegenteil trotz mehrmaligen Hörens nicht einfach vorhersagbar. Sehr schön auch der Songtitel: Am Arsch, Welt, kannst du mich kaputt schlagen. Anscheinend sind die Texte sogar so kompliziert, dass man sie als Sänger vergessen kann. Herr Berger sang tapfer lalala weiter, stellte abschließend jedoch fest, dass dieser Tipp seines Bandkollegen im Fall der Fälle nicht die ideale Lösung darstellt. Dem Publikum war es egal und wenn die Band gewollt hätte, hätte sie auch noch eine dritte Zugabe spielen können. Schöne Lieder von guten Menschen, gehet also hin und kaufet die Tonträger. Eine Musikkapelle, die man unbedingt unterstützen sollte.
02 September 2005
Lieber Lottogott! Ich brauche keine 120 Millionen, aber ein Paar Hunderttausend wären schön. Dann könnte ich mir sogar Tapete für meine neue Wohnung leisten.
Jetzt soll noch einer sagen ich hätte keine wahrsagerischen Fähigkeiten. Nächste Woche bietet Tchibo die Katzenstiefel an. Image Hosted by ImageShack.us Der Vergleich bringt es ans Licht.
Das Krebsweibchen als solches ist sehr häuslich. Ich liebe es z.B. für andere zu kochen und ich mag es gar nicht, mein Häuschen zu verlassen. Deswegen freute mich die gestern ausgesprochene mündliche Zusage zu unserer neuen Wohnung riesig. Da hätte ich nämlich Platz für einen großen Esstisch und einen Balkon, auf dem ich im Sommer immer sitzen kann. Nie mehr müsste ich raus, nie mehr zöge das Argument: Ist doch so schönes Wetter draußen! Die Wohnung hat zwei große und zwei kleine Zimmer, Holzdielen, hohe Decken, ist ruhig gelegen und trotzdem sehr zentral. Wir zahlen weniger als geplant und es gibt sogar einen Gasherd, was ein ordentliches Kochen für mich als Halbitalienerin überhaupt erst möglich macht. Wenn es Frühling wird, werde ich mein ganzes Geld nicht mehr für unnützen Tand wie Schuhe, Ohrringe und Kleidung ausgeben sondern die Hälfte meines Nettogehalts in Blumen und Kräuter investieren. Ich kaufe mir dann eine grüne Schütze, gelbe Gummihandschuhe, Gummistiefel und stehe pünktlich nach der Arbeit mit Rechen und Schaufelchen an meinen Blumenkästen, dünge, gieße und bepflanze was das Zeug hält. Es wird so toll! Außerdem habe ich derzeit nur noch 4 Teller und 3 Gläser. Vom Besteck fallen die Griffe ab und Zusatzausstattung wie Weingläser oder Schüsselchen besitze ich erst gar nicht. Und warum? Weil ich vor 14 Jahren ausgezogen bin und mir seitdem nichts mehr gekauft habe. Denn ich warte mein ganzes Leben darauf endlich in eine große Wohnung zu ziehen und dann den perfekten, akribisch zusammengesuchten und farblich aufeinander gestimmten Haushalt anzulegen.
01 September 2005
Heute zufällig entdeckt: Image Hosted by ImageShack.us Bernds verschollen geglaubter Bruder.
Man sollte eben verbieten exotische Früchte zu importieren. Diese Geschichte erinnert mich an einen Besuch bei meiner untrierzüchtenden Schwester. - Ach ja, uns ist da ein Tausendfüßler entlaufen... - Ih! - Der brauch es schön warm. Ich nehme deswegen an, dass er bereits tot ist. Wenn nicht, fass ihn besser nicht an. - Wieso? - Er ist hochgiftig. - ... - Aber keine Sorge, du kannst davon nicht sterben. Man ist dann nur gelähmt. - Wie erfreulich. Seltsam, dass diese Konversation die Lust auf ein kuschelig warmes Bett, welches auf dem Boden lag, total einschränkte.
Neue Serie: Dinge, die man morgens nicht tun sollte. Teil 1. Auf Argh.de gehen, während man Tee trinkt. Man könnte aus Versehen den ganzen Tee auf den Monitor spucken. Folgen Sie dem Link, empfiehlt das weiße Kaninchen.

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