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29 Januar 2006
Es fällt oft schwer, die Welt in Schattierungen wahr zu nehmen, wenn doch achtzig Prozent der Phänomene/Beobachtungen/Menschen in zwei Kategorien fallen.
Es gibt beispielsweise die, die Ingwer gerne mögen und die, die behaupten, er sei scheußlich und schmecke nach Seife. Als Ingwermöger findet man die anderen suspekt. Irgendwas kann mit ihnen nicht stimmen. Vielleicht ein nicht funktionierender Rezeptor auf der Zunge? Jedenfalls ist bei denen etwas kaputt, so viel ist sicher. Allerdings gibt es auch Fälle, bei denen man sich nicht so sicher ist, auf der definitiv richtigen und normalen Seite zu sein.
Ein Gefühl von ich-bin-falsch, habe ich oft, wenn ich bei jemanden zu Besuch bin und mir Schokolade angeboten wird. Die meisten Menschen holen nämlich die Schokolade aus der Papierumhüllung und fangen an, die Tafel in kleine Stückchen zu brechen. Dabei lösen sie aber die Aluminiumverpackung nicht. Erst wenn alle Rippen in kleine Rechtecke zerteilt sind, schlagen sie die Folie zur Seite.
Dem entgegen, wenn ich meinen Gästen Schokolade anbiete, mache ich die Schokolade einfach auf und breche die Stücke direkt mit der bloßen Hand auseinander. Ja manchmal breche ich sie sogar gar nicht, sondern jeder kann mit seinen ungeschützten Händen an die Schokolade fassen und sich ein Stück nehmen.
Wenn in der Gästegruppe einer dabei ist, der das auf die zuerst beschriebene Art handhabt, dann schaut er mich vorwurfsvoll an und packt die Schokolade wieder ein und produziert unberührte Happen. Ich komme mir im Anschluss daran schmutzig und keimig vor.


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