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02 Januar 2006
Mein Freund ist nicht sehr streng. In manchen Sachen läßt er allerdings nicht mit sich spaßen und spricht schon mal ein klares Verbot aus. Z.B. hatte ich eigentlich ein Verbot "Der Schwarm" zu lesen. Ich wollte aber nicht hören und kaufte es mir heimlich für die Zugfahrt von Berlin nach Franken und zurück. Durch die ersten 400 Seiten hab ich mich ganz schön gequält. Die nächsten 200 Seiten fand ich beschissen geschrieben und glaubte die ganze Zeit noch daran, dass es sicherlich an der blöden Übersetzung lag - bis mir auffiel dass Frank Schätzing leider nicht auf Englisch geschrieben hat. Danach habe ich das Interesse gänzlich verloren. Sollen die Yrr doch machen was sie wollen. Der Plot ist wirklich selten dämlich. Erst wühlt man sich durch Hunderte von Seiten pseudowissenschaftlichem Blala über Walforschung, Killeralgen, Methanfelder und Ölplattformen. Dabei werden mühsam die langweiligen Charaktere aufgebaut, damit diese dann einer nach dem anderen sterben und nicht mehr erwähnt werden. (Er hätte es sich viel leichter machen können, wenn er sie auf Seite 423 nach Frankreich zu einem Hummeressen eingeladen hätte ...) Meine Lieblingsszene ist die, bei der ein nacktes Paar auf den Steinen am Strand vor Long Island kopulieren möchte, als sich die erste von 7 Milliarden Killerkrabben auf den Weg an Land macht und just das zarte Knie der rosigen Dame erklettert. Da schaut die barbusige Frau auf das augenlose Tierchen, um dann wenige Sekunden später mit ihrem bebrillten Junganwalt auf einer Harley (immer noch nackt) zu fliehen. Auf der Flucht entkommen sie knapp einem Unfall mit einem Pickup und denken: Hey sowas gibts doch nur im Film. Das Ganze wird von zwei Kampfjetpiloten beobachtet, die gerade Fotos von Walen machen sollten, sich aber mehr für die Titten der Blondine interessieren, was den Leser in den glücklichen Genuss der folgenden Konversation kommen lässt: "Was Du liebe Scheiße ist das?" "Verdammt, ich glaubs ja nicht!" "Was denn Mike (!)?" "Das sind verdammte Scheißkrabben!" "Wow! Johnny, das kann doch verfickt nicht wahr sein!" "Doch, Mike, es ist verdammt noch mal wahr!!! Das sind Millionen von den Mistviechern!" Drum merke: Wenn der Freund sagt - nicht lesen - dann unbedingt auf Freund hören.

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