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29 Januar 2006
Würde, das ist abstrakt gesprochen, ein sittlicher Wert, der die Qualität des Handelns und oder als eine dem Menschen immanente Eigenschaft gesehen werden kann. Schon in den kleinen Verhaltensweisen des Alttags zeigt sich, ob ein Mensch würdevoll ist oder nicht.
Die Mehrheit der Menschen legen offensichtlich keinen Wert auf Würde. Sonst würden sie nicht öffentlichen Verkehrsmitteln hinterher laufen. Bussen, S-Bahnen und U-Bahnen nachlaufen ist nämlich absolut würdelos.
Zumal sie in der Regel im drei Minutentakt fahren. Da lohnt es nicht, aus 800 Meter Entfernung loszulaufen, mit Taschen oder Regenschirmen, die man mitsichträgt Mitmenschen zu erstechen, sie umzurennen, um am Ende doch nur fluchend und keuchend vor der den Bahnhof verlassenden Bahn zu stehen und dann seine Umgebung spuckesprizend mit Flucherein zu beglücken. Wenn zusätzlich Treppen zu überwinden sind, so riskieren diese Verrückten ihr Leben. Gelegentlich rutschen sie nämlich aus, knicken ab und poltern Radschlagend auf den Bahnsteig. Alles, was ihnen dann einfällt, ist nach der Bahn oder dem Fahrer zu schimpfen, als habe der etwas mit ihrer unsäglichen Dummheit zu schaffen.
Laufen ist würdelos. Dingen nachlaufen ist besonders würdelos.


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