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28 Februar 2006
Erfolgserlebnis des Tages Ich beginne erste Geekwitze zu verstehen.

Ganz sicher bin ich mir nicht, aber ich denke es war eins. Ein graues Haar. Ein erstes graues Haar. Leider mein erstes graues Haar.
Ich hatte mir vorgenommen es zu taufen. Letzter favorisierter Name war "w3c-Standard". Dann habe ich es aber doch nur ausgerissen und weggeworfen. Jetzt geht es wirklich dem Ende zu. Die Nasolabialfalte lässt sich nur noch durch Ziehen der Gesichtshaut hinter die Ohren unsichtbar machen. Augenränder habe ich seit sechs Jahren. Mein Doppelkinn hängt über den Rollkragen, meine Fledermausarme schwingen bei der leichtesten Brise mit. Vom Kniespeck nicht zu reden und gestern beim Abendessen, streckt das Kind den Bauch raus und sagt freudestrahlend: "Guck! Mein Bauch hängt auch über die Hose!"
"Wie? Was meinstn mit auch?"
"Na, weil Deiner doch so rüberhängt..."



Nachtrag zur Bloglesung plus es eilt.
Hat jemand ein Paar hübsche Fotos in druckreifer Qualität gemacht, die er gerne zur (kostenlosen) Veröffentlichung zur Verfügung stellen möchte? Dann bitte per Mail melden. Am besten noch heute.

27 Februar 2006
Ich bin sehr selten ungehalten. Aber DAS tut man wirklich nicht. Kennt jemand diese Dame und versohlt ihr mal ordentlich den Popo?
Für sowas gibt es ein Jahr Dauerblähungen.

Ich tue es nur weil ich gefragt wurde:

1. Ein Lied aus deiner frühsten Kindheit
"By the rivers of Babylon" Bony M. Meine Eltern hatten diese tollen Hit-Chasetten.

2. Ein Lied, das du mit deiner ersten großen Liebe assoziierst
"Shine on you crazy dimond" - Pink Floyd

3. Ein Lied, das dich an einen Urlaub erinnert
Alle Calexicolieder. Obwohl ich garantiert noch nie Calexico im Urlaub gehört habe. Naja, aber Urlaub mache ich schon seit ein Paar Jahre nicht mehr.

4. Ein Lied, von dem du in der Öffentlichkeit nicht so gerne zugeben möchtest, dass du es eigentlich ganz gerne magst
Aus dem Alter bin ich raus. Wen soll denn bitte stören, was ich höre? Und wenn es jemanden störte, wen sollte es interessieren? Mich?

5. Ein Lied, das dich – geplagt von Liebeskummer – begleitet hat
Oh Fuck! "Halt mich" - Herbert Grönemeyer. Ist mir aber ein bißchen peinlich,d as so in der Öffentlichkeit zuzugeben.

6. Ein Lied, das du in deinem Leben vermutlich am häufigsten gehört hast
"Who wants to live forever" - Queen. Irgendwer hat mir die Platte dann aber abgenommen.

7. Ein Lied, das dein liebstes Instrumental ist
Hm. Kenne ich Instrumentallieder?

8. Ein Lied, das eine deiner liebsten Bands repräsentiert
Lautete die Frage: Deine Lieblingskapelle, so würde ich Depeche Mode antworten.

9. Ein Lied, in dem du dich selbst wiederfindest oder in dem du dich auf eine gewisse Art und Weise verstanden fühlst
"Seltsames Mädchen" - Tom Liwa

10. Ein Lied, das dich an eine spezielle Begebenheit erinnert
"Ding dong die Hex ist tot"

11. Ein Lied, bei dem du am besten entspannen kannst
Dafür gibt es doch das moderne Chill-Easy-Listening-Genre mit Jack Johnson, Carla Bruni und Norah Jones.

12. Ein Lied, das für eine richtig gute Zeit in deinem Leben steht
"Kommst Du mit in den Alltag" - Blumfeld.

13. Ein Lied, das momentan dein Lieblingssong ist
"Dare" - Gorillaz.

14. Ein Lied, das du deinem besten Freund widmen würdest
Bah! Irgendwas von den Böhsen Onkelz.

15. Ein Lied, bei dem du das Gefühl hast, dass es außer dir niemand gerne hört.
"Konfuzius und der Wolf" - Tom Liwa.

16. Ein Lied, das du vor allem aufgrund seiner Lyrics magst
Beliebiges Lied von Blumfeld, Tom Liwa, Erdmöbel.

17. Ein Lied, das weder deutsch- noch englischsprachig ist und dir sehr gefällt
"Le plus beau du quartier" - Carla Bruni.

18. Ein Lied, bei dem du dich bestens abreagieren kannst
"Smack my bitch up" - Prodigy.

19. Ein Lied, das auf deiner Beerdigung gespielt werden sollte
"What You Deserve Is What You Get" - Seeed.

20. Ein Lied, das du zu den besten aller Zeiten rechnen würdest
Pfffft! "Im Gaaahhhrten steht ein Blüühmelein, Vergißmeinnicht, Vergißmeiiiin nich ..."

Und quälen bewerfen mit diesem Stöckchen möchte ich Froillein Zuckerziege

26 Februar 2006
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Karneval ist für die ganze Familie Vader ein großer Spass.

Für alle, die gerade aufgehört haben zu rauchen oder überlegen das Rauchen aufzugeben: Constantine.
Sollte man schon Nichtraucher sein, kann man gut auf den Film verzichten.

24 Februar 2006
Manchmal stelle ich mir die Frage, ob es möglich ist, würdevoll auszuflippen.
Ich meine, so ein Austillen, bei dem der Auslöser hinterher anerkennend sagt: "Hey, super. Die hatte wirklich recht. Irgendwie bin ich doch ein Arsch!"
Das Problem hierbei ist, wie so oft, vielschichtig. Zum einen schlägt sich eine gewisse Agitiertheit schnell in Tempo und Stimmlage nieder. Je schneller und höher die Stimme je zickiger klingt es.
Man kann eben nicht normalstimmig rumschreien. Vielleicht wenn man vorher die Stimmbänder geschmeidig summt. Aber wer summt schon wenn er innerlich kocht. Alternativ zum Rumbrüllen bleibt das argumentative Auseinandersetzen. Ruhig darüber sprechen. Argumente hervorbringen. Bringt aus Erfahrung aber nichts. Außer vielleicht dass die Wut unterschätzt wird oder aber man als verlangsamt oder überheblich abgestempelt wird. Neben aktiven Reagieren bliebe da noch das Ertragen. Aber da ist man gleich so ein Opferlamm. Macht außerdem Magengeschwüre.
Neben der eignen Reaktion, stellt natürlich der Ärgerauslöser ein ganz grundsätzliches Problem dar.
Der ist oft höchst uneinsichtig. Fühlt sich im Recht und hat eine Reihe von externalen Attributionsmöglichkeiten, wenn es zum Konfliktfall kommt. Das ist zwar gut für sein eigenes Selbstwertgefühl, hilft aber bei der Lösungsfindung wenig.
Dieses Dilemma beschäftigt mich seit Jahren. Letzte Woche endlich habe ich es geschafft, mich in einem Streitfall für meine Maßstäbe angemessen zu verhalten.
Das war so: Freitag Abend, 19.55 Uhr in einer Warteschlange bei PLUS. Vor mir zehn Leute, hinter mir Menschen bis an den Horizont. Fast an meinem Rücken steht eine sog. Rhomboeder-Frau*(siehe Zeichnung).
Perlmutrosa lackierte, leicht hornige Fingernägel. Ledermantel in Panteroptik. Fellkragen, Fellärmel, Fellmantelabschluss. Aschblondes, toupiertes Haar. Kugelförmiger Körper. Steckenbeine. Sie hat in ihrem Einkaufswagen eine Magerhühnchenwurst, einen Diätjogurt und eine kalorienreduzierte Butter.
Ich balanciere auf meinen Armen drei verschiedene Wurstsorten, ein Stück Edamer, ein Stück Parmesan, vier mal Crema Catalana, zwei Tüten Milch, ein großes Tetrapack Saft, eine Packung Duplo und ein Paket gefrorene Baguettebrötchen. Die Schlange vor mir bewegt sich kaum.
Jedes Mal wenn mein Vordermann einen Mikrometer nach vorne schlufft, fährt sie mir mit ihrem Wagen schwungvoll in die Hacken. Das erste Mal lasse ich es als Versehen durchgehen.
Das zweite Mal atme ich hörbar laut. Das dritte Mal drehe ich mich wütend um. Sie schaut nach oben und tut so als sei nichts.
Mit steigt das Wutblut in die Ohren. Ich überlege hin und her. Was könnte ich ihr sagen? "Hey, meinst Du bei Deiner Figur kannst Du mit den Diätprodukten noch was retten?" Nein, das ist zu gemein. "Na, machste Dir nen schönen Abend? Nur Du und die Hähnchenbrust?" Schon besser, aber vielleicht hat sie ja einen biertrinkenden Mann zuhause.
Einfach umdrehen und schreien "Ahhhhhhhhhhhhhaaaahhhhhh!"
Alles unpassend. Doch dann schwillt in mir die Lösung.
Sie drängelt mich, weil sie es subjektiv eilig hat. Also foltere ich sie jetzt. Bleibe auf der Stelle stehen wie ein Baumstamm. Wenn sie mich rammt, lächle ich sie gütig unwissend an. Erst wenn 1,5 m Leerraum zwischen mir und meinem Vordermann sind, rücke ich langsam wie ein Faultier nach vorne. Ich mache dazu auch diese 2/3 Fortschrittsbewegungen. Naaaach vorne, zurück, zurück. Naaaaaaaaach vorne, zurück, zurück.
Als wir am Band angelangt sind, warte ich bis der Mann vor mir in der Schlange mit seinen Sachen an die Kasse gerutscht ist.
Ich spüre ihre Unruhe, ihr Leiden, während ich Gegenstand für Gegenstand langsam, unter genauer Betrachtung und gelegentlichem intentiven Lesen der Zutaten auf der Packung nebeneinander auf das Band lege. Glücklich schaue ich meinen Einkauf an. Er erstreckt sich fast über das ganze Transportband.
Die Frau hinter mir schnaubt. Sie will mich provozieren, will es wissen, legt ihre Sachen direkt an meine. Ohne Platz, denkt, sie hat gewonnen.
Blitzschnell greife ich die Warentrennstöckchen und werfe sie so weit ich kann (das sind ca. 3 Meter weit) von uns weg. Während sie zu Boden klackern, schaue ich ihr in die Augen. Ich werde an der Kasse nichts sagen. SIE wollte Krieg. Notfalls zahle ich ihren Krempel mit. ICH sage nicht "Das gehört nicht dazu!" ICH NICHT!!!!
"17,23 Euro", sagt die Kassiererin. Ich krame in meinem Portemonnaie. Die Frau hinter mir zuckt mit dem rechten Augenlied. "Jaaaa, jaaaahhaaaa", denke ich "leide, leide, LEIDE!" "Ich zahle bar", verkünde ich, krame weiter, seufze.
"Ach neee, doch mit Karte", reiche meine Karte ganz laaaaangsam zur Verkäuferin. Entscheide mich um, "Doch bar!", ziehe die Karte zurück. "Ach ne, reicht nicht, sorry!" Während die Dame an der Kasse meine EC-Karte nimmt, fange ich ein nettes Gespräch an, über den Stress so kurz vor Feierabend. Dabei lobe ich ihre Geduld und Professionalität. Dann räume ich in Zeitlupe meine Einkäufe in eine Tüte, die ich kompliziert entfalte. Als die Hühnerbrustfrau an mir vorbei will, mache ich mich zwei Meter groß und lache mit Echo.

(Naja und sollte das Gegenprovozieren mal nicht helfen, dann hab ich einen Zettel in der Tasche auf dem steht: Selber doof.)

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*Ganz genau gesagt, sieht sie aus wie eine tesserale Kombination Oktaeder mit Pentagondodekaeder, aber ich vereinfache hier aus pragmatischen Gründen.

Vor der Lesung kaufe ich noch schnell Rexona Cotton Dry. Dann setze ich mich mit feuchten Händen zu Herrn Dahlmann, der als einziger ebenfalls pünktlich erscheint. Vor Aufregung greife ich sogar, trotz meiner sonstigen Alkoholabstinenz zu einem Radler. Herr Dahlmann strahlt die Gelassenheit eines tibetanischen Mönchs aus und ich werde langsam ruhiger.
Dreißig Millisekunden bevor es losgeht, erscheint ix, der sich im Hotel einige Blogtexte ausdrucken hat lassen. Schriftgröße 3 höchstens, ich schwöre. Dann geht's los und ich setze mich neben Frau Schwadroneuse, die meine Nervositätsunterzuckerung liebevoll umsorgend mit einem Stück Kokosnussriegel abwendet.
Ich verfalle in Trance. Als ix aufsteht, stehe ich auch auf. Ich habe mir die ganze Zeit im Kopf vorgesagt: "Wenn x=3, dann nuf=4".
Die Treppen auf die Bühne verfehle ich. Ich stolpere. Steige mir dabei auf die Hose, sie zerreißt. Hosenlos schlittere ich bäuchlings auf die Empore.
Macht nix, denke ich tapfer und ziehe mich an der Tischkante hoch. Sitze ja auf einem Stuhl hinter einem Tisch. Niemand sieht meine Beine, ich mache einfach weiter als sei nichts gewesen. Im Publikum sehe ich meine Freunde sitzen. Ich winke aufgeregt, reiße dabei die Arme hoch. Zweihundert Menschen starren auf meine Schwitzflecken. Handyfotoapparate blitzen. Drei Sekunden später gibt es bei flickr die ersten Hits zu der Tag-Kombination "das nuf & Schweißflecken"
Während ix liest, warte ich auf mein Stichwort: "fällt er vom Fahrrad runter." Als er sagt "fällt er vom Fahrrad runter.", will ich mit meinem Text beginnen.
Leider haben meine nassen Hände den Ausdruck des Tintenstrahldruckers verschmiert. Mein Mund ist so trocken, dass ich nichts sagen kann. Lediglich ein kehliger Laut entfährt mir.
Dann wache ich auf.
Alles war nur ein Albtraum und ich habe tatsächlich geschafft, weder zu fallen noch anderweitig unangenehm aufzufallen.
Der Abend war perfekt!
Vielen Dank an die Mitlesenden, Frau Schwandroneuse (die mich tatsächlich mit Kokosriegeln rettete) und alle Gäste, die nicht mit faulem Obst geworfen haben.

Ganz besonderer Dank natürlich an das Handelsblatt.

Es erfüllt mich mit großer Freude, dass ich meine Freunde K., T. und N. nicht mehr wie 2004 täglich zwingen muss, meinen Blog zu lesen, sondern dass es Freiwillige gibt, die jeden Tag kommen (Auch wenn es manchmal über google zu den Anfragen: "krankheit gorilla popo, "hässliche puppe schlagen" oder "chef hängebauch wegmachen soll" ist).

23 Februar 2006
Morgen schreib ich wieder was.
Vielen Dank an das Handelsblatt und speziell an Thomas Knüwer.
Meine erste Lesung hat großen Spass gemacht. Jetzt falle ich erst mal müde ins Bett.

Erste Hinweise

...
Weitere Spuren:

Thomas Knüwer
Lawblog
Koriander
Barracuda
Verschmelzungsbericht
Daggi
Scarlatti
50hz
blong
Jens Scholz
Mulitmediadesign
Bilder von gwasi
Storyblogger
Miagolare
Unkreativ
it-luemmel
Trashhit
Ungedruckt
Franziskript
Olbertz
Iwein
Telepolis
Bazblog
Bjklong
ix
You bitch
Modeste
Fragmente

Gibt's noch mehr Meinungen?

Gelesen habe ich übrigens das und das

21 Februar 2006
War jemand schon mal an der polnischen Ostsee und kann mir was empfehlen?
Wahlweise auch irgendwas anderes im 400 Kilometer Radius um Berlin.

VergangenesVorletztes Jahr schrieb ich bereits darüber wie unbefriedigend das neue IKEA-Sortiment ist. An sich kaufe ich ja nur bei IKEA. Also meine ganze Wohnung ist quasi ein IKEA-Einrichtungshaus. Ich habe nur ein Schuhregal, das von Hornbach ist, aber das steht vor der Eingangstür.
Das würde stilistisch ja gar nicht in das Gesamtdesign passen.
Naja, irgendwann wächst man aber raus aus diesem IKEA-Chic. Da will man mal was Solides. Etwas, was die jährlichen Umzüge überlebt. Nicht mehr nur Pressspan und Plastik (obwohl das ja laut Putzfrau wahnsinnig pflegeleicht ist).
Ich wollte deswegen für den Flur mal was ganz anderes und habe mich für rostfreies Edelstahl entschieden. Nun, es hätte auch Holz sein können, aber Holz habe ich schon so viel und ich wollte da mal einen bewussten Gegenakzent setzen in dem ich korrosionsfestes Spezial-Edelstahl gewählt habe.
Ich finde auch, dass die stilistisch an Artdeco erinnernden Wandleuchten ganz hervorragend mit meinen schirmlosen Glühlampen, die im Flur hängen, harmonieren. Da wir ohnehin gedenken die Wohnung, in der wir gerade leben, zu kaufen, lohnen sich die knapp 70 € Invest doppelt. Edelstahl hat eine hohe Imagewirkung die sich positiv für die Wertigkeit und den Werterhalt der gesamten Immobilie auswirkt.
Früher hätte ich mich mit verzinkten Stahl zufrieden gegeben, aber sind wir mal ehrlich. An einer gewissen Gehaltsklasse hat man das doch einfach nicht mehr nötig!


Ich arbeite derzeit an einem System der Zweitschlüsselhinterlegung, welches quasi sicherstellt, dass im Notfall der Zweitschlüssel tatsächlich verfügbar ist.
Wenn man achtlos den Schlüssel beispielsweise beim Nachbarn hinterlegt, so missachtet man nahezu fahrlässig bestimmte Regeln der Logik, die beim genauen Durchexerzieren ergeben, dass der Schlüssel im Fall der Fälle nicht verfügbar sein wird.
Ein Beispiel soll dies verdeutlichen: Nehmen wir an, ich hätte meinen Zweitschlüssel bei meinem Nachbarn hinterlegt und vergesse meinen Erstschlüssel eines morgens in Eile an meinem heimatlichen Schlüsselbrett. Die Chance, dass mein Nachbar am Abend, wenn ich feststelle, dass ich den Schlüssel vergessen habe, zuhause ist, ist fünfzig zu fünfzig (da/nicht da). Nach Murphys Law tritt der zweite der beiden Fälle ein. Schlimmer noch; der Nachbar hat ihn just am gleichen Tag vergessen. Er wiederum hat seine Backuplösung bei seiner Freundin hinterlegt, die leider – wie der böse Zufall es will – gerade im Radio eine Spontanreise nach Mallorca gewonnen hat. In der Eile vergisst auch sie den Schlüssel. Ihren Ersatzschlüssel hat sie dummerweise bei mir hinterlegt. Da stehen aufgrund einer Unachtsamkeit gleich drei Leute vor einem Problem. Man könnte das Beispiel auch im größeren Rahmen weiterspinnen. Das schenke ich mir jedoch an dieser Stelle, denn im Grunde wollte ich eines zeigen: Es ist unvernünftig und unsicher den Ersatzschlüssel bei jemanden zu hinterlegen, den man kennt. Denn meistens hinterlegen diese jemande ihre Schlüssel wiederum bei anderen jemanden, den man auch kennt. Da sich bekanntlich alle Menschen der Welt über eine Kette von maximal sechs Leuten kennen, sind auch die Schlüssel über solche Ketten weltweit verteilt.

Moment mal, das heißt, ich kenne über eine Kette von sechs Leuten, jemanden, der den Hausschlüssel von Robbie Williams hat?


Ich weiß gar nicht, warum sich alle solche Sorgen um Deutschland machen. Ich meine was, braucht Deutschland denn?
Ich glaube, das ganze Gejammere ist rein psychischer Natur. Es liegt uns in den Genen. Das hat schon Goethe gewusst.
Die Gesellschaft überaltert. So what? Mein Bekanntenkreis vermehrt sich derzeit exponentiell.
Vor gut zwei Jahren sah das noch ganz anders aus. Da waren wir Frauen noch nicht dreißig und versuchten uns dem Erwachsensein zu wiedersetzen indem wir uns Hello Kitty Täschchen kauften, Zöpfe flochten und beinahe minderjährige Liebhaber hielten. Das brauchte nicht mal sexuell die erhoffte Jugend. Nun, es sei denn, man möchte Ejaculatio praecox als Jugend verstehen. Doch es half kein rosafarbener Nagellack, keine Mädchenzeitschriften und keine Modeverwirrungen. Sich die Jeans in die Stiefel zu stopfen, macht eben nicht jünger, sondern lässt Dreißigjährige wie traurige Presswürste aussehen.
Während wir uns noch Faltencremes und Verjüngungsmasken ins Gesicht pinselten, begann der biologische Big Ben zu schlagen und hex hex 70% waren plötzlich schwanger. Die anderen 30% redeten sich weiterhin ein: Ach, für Kinder ist es jetzt noch viel zu früh etc pp.
Doch wenn man dann eine schwangere Freundin sieht, wie sie rotbackig und kugelrund auf einen zuwatschelt, geht das Herz auf, die Hormone zerplatzen wie Kohlensäure im Mineralwasser und beprickeln die Sinne. Man rennt nach Hause und schwärmt dem Mann von den Freuden des Kinderbekommens vor. Tick tick tick.
So manche bekommt sich durch fadenscheinige Argumente in den Griff, doch schon bei der nächsten rundbäuchigen Dame geht die aktive Verdrängungsarbeit von vorne los.
Wenn die pausbackigen Zöglinge erst mal geboren sind und einen zahnlos angrinsen, da hilft auch keine Ratio mehr.


Zugreisen bringen immer Abwechslung: In einer 4er Gruppe betreten wir das Abteil. Eine seltsam gekleidete Dame sitzt bereits da und lächelt uns ledertaschig an. Ihre Gesichtshaut krünkelt sich in viele tausend Falten.
Wir grüßen alle artig und setzen uns dazu. Die Kollegin neben mir holt ihr Handy aus der Handtasche um jemanden anzurufen. Daraufhin bekommt die durchgebratene Dame ein nervöses Zucken im Auge.
"Ohhhhhh", stöhnt sie "Neeeee, Handy, ohhhh ohhh ohhh! Ganz, ganz schlecht! Können sie das bitte ausmachen?"
Meine Kollegin schaut sie verdutzt an.
"Wissen sie ich habe schlimme Handyallergie. Schlimm! Ganz schlimm! Bitte alle die Handys ausmachen!"
Jetzt richten sich acht irritierte Augenpaare auf sie.
"Ja wissen sie, hier da schauen sie, das Schild, das heißt keine Handys heißt das. Jawohlll keine Handys! Ich hab doch so ne schlimme Allergie!"
"Gnädige Frau, das Schild bedeutet Handys leise stellen und nicht telefonieren aber nicht Handy ausstellen."
"Ich, ich, ich muss darauf bestehen. Ich ahhhh ahhh es fängt schon an. Ich bekomme schlimme, schlimme ahhh ahhhh AHHHHHH Schmerzen!"
Wir zucken unisono die Schultern und stellen unsere Handys aus.
Ein weiterer Kollege klappt sein Laptop aus. Die Frau in Ballonseide richtet sich kerzengerade in ihrem Sitz auf. "Nein, nein, nein! Keine Computer. Computer sind das allerallerallerschlimmste b b bbb bbbitte stellen sie den sofort aus! Ich ahhhh ahhh ... die Strahlen, die Strahlen!!!"
"Da stahlt nichts, sind doch keine Bildröhren."
"D d d doch. Schnell, schnell ausmachen. Ich ich ich halte das nich aus!!!"
Der Kollege schaut zweifelnd und dann mitleidig und stellt auch den Schossrechner aus. Die folgenden 300 Km bekommen wir dann die Genese und Ätiologie der Krankheit geschildert. Das war hundert Mal schlimmer als ohne Handy und Laptops zu fahren.


17 Februar 2006
Übrigens gibt es noch lustigere Familien, als die Familie Nuuuuf.
Mir gefällt besonders der Toilettenmassagesitz und die Idee des CS-Gas-Feuerzeges sowie die vielseitigen Nutzungsmöglichkeiten des Rasenmähers.

16 Februar 2006 ACHETUNGE! ACHETUNGE!
Einsichten in das Leben der Familie Nuf. Dargeboten vom fabulösen MC Winkel, der eigentlich auf keiner Lesung fehlen sollte. Höroskarreif!
Wer hier nicht klickt ist selber schuld!

15 Februar 2006
Also über Flashmobs soll man sich nicht lustig machen. Naja außer sie sind dämlich. Aber sonst, eine super Sache.
Ich hab mal bei einem mitgemacht. Eine Freundin rief mich damals an und berichtete: "Ha, ha total lustig. Um 15 Uhr ist ein Flashmob am Alexanderplatz. Kommst Du dahin?" Eigentlich hatte ich ganz andere Pläne für den Tag, aber hey! Ich hatte mal von einem KaDeWe-Flashmob gelesen, bei dem um 18.00 Uhr hunderte von Menschen auf die Rolltreppen strömten, ihre Handys zückten und eine Minute lang ins Telefon schrien: "Verkaufen! Verkaufen!" Um 14.55 Uhr rief meine Freundin an, sie würde es nicht schaffen. sie habe gestern zu viel getrunken und müsse nun leider andauernd kotzen, das sei ihr aber gerade erst eingefallen, in jedem Fall wünsche sie mir viel Spaß.
Da stand ich nun am Alexanderplatz und wartete auf 15.00 Uhr. Tatsächlich pünktlich zur vollen Stunde erschien ein als Gorilla verkleideter Mensch und begann damit Arobicübungen vorzumachen.
Ca. 1000 Menschen machten sie nach. Woher die kamen, wird mir für immer ein Rätsel bleiben. Eine Sekunde zuvor sah der Platz eher leer aus und es war, als hätten sich alle Anwesenden spontan geachtfacht.
Ich turnte also dem Affen heiter nach und amüsierte mich köstlich über die verwunderten Gesichter, derjenigen, die nicht wussten was vorsichging.* Vom schönsten Flashmob aller Zeiten habe ich leider nur gelesen: Da stürmten Hunderte ein Toys R Us und beteten einen gigantischen Plüschdinosaurier an.
Wunderbare Idee! Findet jemand das Video?

* Ey vor Disch geht die Gorilla!

Das letzte Mal, als ich ankündigte, es käme bald etwas, war ich etwas voreilig. Heute aber, kann ich mit Sichherheit ankündigen: Bald kommt etwas ganz Großes. Stichwort: Achetunge!

14 Februar 2006
*fiep*
Schaaahaaatz, Die will ich. Ich hab mir das mit den Haustieren überlegt. Ich war da zu streng mit der Aussage: Niemals Haustiere. Weißt Du, wenn Du den Hirscheber noch haben willst ...

Normale Pirecings sind out
Das da ist in

Schlechte Nachrichten für Pupsfetischisten:
As flatulence is invisible, it cannot be photographed or recorded.

Scharf, scharf und scharf, das sind sehr unterschiedliche Sachen.
Die Menschen reagieren da nicht alle gleich. Mein Ex-Freund, ansonsten gar nicht so verweichlicht, bekommt schon beim Anblick von Curry Hustanfälle.
Ich war deswegen mal in einem Asiatischen Supermarkt und habe gefragt, ob sie was hätten, was weniger scharf als grünes Curry sei. Der Angestellte hat die Augen zusammen gekniffen und lauthals gelacht: "Ha, ha, ha. Ehs gibs nix was is wenigel schalf. Ha, ha, ha. Vielleicht mal probielen gar nicht su wülzen? Ha, ha, ha!"
Schön sind auch die Gesichter, die man zu sehen bekommt, wenn die Pole von Schärfeempfinden aufeinander treffen. Ich war mal bei einer Freundin zu Gast, die als Vorspeise thailändische Nudelsuppe gekocht hatte. Wir wünschten uns fröhlich guten Appetit und nahmen den ersten Löffel. Wenige Millisekunden später husteten, tränten und erröteten alle Gäste. Die Gastgeberin schaute verwundert: "Hm? Ist das zu scharf?"
Was ich daraus gelernt habe ist, wenn es schon beim Europäer gefährlich wird, dann niemals die Gerichte beim Asiaten auswählen hinter denen zwei oder GOTTBEWAHRE mehr Chillischoten abgedruckt sind.
Ach ja: Und hüte Dich vor Papadam.
Das knabbert man arglos den ganzen Abend, bis irgendwann eine gewisse Konzentration überschritten ist und die Schärfe logarithmisch im Mund explodiert. Von den Schmerzen nach kompletter Auswertung des Metabolismus und der Rückgabe von Stoffwechselendprodukten an die Umgebung gar nicht zu sprechen...
Warum ich das alles schreibe, ist übrigens folgendes. Als Befürworter des technischen Fortschritts, probiere ich gerne technisch verbesserte Nahrungsmittel aus. Ich war ohne Zweifel eine der ersten, die sich an der Tankstelle selbstaufwärmenden Kaffee geholt hat. Ich habe keine Angst vor Chemie (Meine Leibspeise in den späten Achtzigern waren Rindermarkklöschen, für mich ist ohnehin alles gelaufen) in Nahrungsmitteln.
Deswegen probierte ich neulich im Büro eine asiatische Tütensuppe Geschmacksrichtung Garnele.
Super Sache! Man zerbröselt die Nudeln im Paket, füllt sie dann in eine Schale und gießt kochendes Wasser darauf. Danach beginnt das Gemisch zu schäumen und zu brodeln. Es entwickeln sich große Blasen, die zerplatzen und ein wunderbares Aroma verbreiten. Wenn man dabei ganz still ist, dann hört man beruhigende sphärische Klänge, die mit Meeresrauschen vermischt sind.
In der Tüte finden sich neben den Nudeln noch drei Tütchen. Das mit der aufgedruckten Chillischote habe ich gleich weggeworfen. Als genaue Beobachterin meiner Umwelt war mir bereits aufgefallen, dass unsere Bürowände mit diesen Tütchen tapeziert sind.
In der Zweiten befand sich rote Paste. Die habe ich ebenfalls sofort weggeschmissen. Die Dritte roch harmlos nach Brühe. Ich entschloss mich die Hälfte davon zu benutzen.
...
Ich denke, so in einer Woche werden meine Augen aufgehört haben zu tränen und ich werde wieder sprechen können. Vielleicht. Hoffe ich jedenfalls. In der Zwischenzeit klemme ich mir Küchenpapier unter die Achseln und hoffe, dass ich wenigstens aufhöre zu schwitzen.

Noch acht Tage bis zur Lesung und ich habe die wesentlichen Entscheidungen nicht getroffen.
a) Was ziehe ich an?
b) Was lese ich?
Problem A verschärft sich zunehmend, denn wenn ich meine, das richtige Oberteil gefunden zu haben, gibt es kein passendes Unterteil oder es sind keine harmonierenden Ohrringe zu finden. Von den Schuhen gar nicht zu sprechen. Alle Versuche ein angemessenes Outfit neu zu kaufen, schlugen bislang fehl.
An die Lösung des Problems B nähere ich mich langsam an. Allerdings fehlt bislang das Bauchgefühl: "Perfekt! Das ist es!", eher so "mnjaaaa, das könnte gehen ... aber ..."
Burnster hat neulich den Herrn MC gelesen. Gibt es keine Freiwilligen, die mal dasnuf lesen wollen? Dann hätte ich eine Vorlage. Ich habe gerade so eine Schaffenskrise ...

13 Februar 2006
Valentinstag steht vor der Tür. Hier meine Geschenkempfehlungen

09 Februar 2006
Sebas träumt von Don Dahlmann und ich hatte diese Nacht träumend eine Verabredung mit 500 Beine. Er war recht freundlich dafür dass ich einen lilafarbenen Echsenpanzer hatte. Meine Haut war ziemlich schuppig und an den Unterarmen wuchsen mir lange, glatte orangefarbene Haare.
Er bot mir eine Tasse Kaffee an, die ich durch kleine Saugrüssel, die mir aus den Ohren wuchsen, aufsaugte.
Wir unterhielten uns über Landhausstil und warum diese Scheußlichkeit gerade in der heutigen Zeit Anklang findet.

Mit mir und den Filmen ist es ein Elend. Mir wollen einfach die Filme, die großartige Kritiken bekommen nicht gefallen.
Wahrscheinlich liegt das weniger an den Filmen als an der Erwartung, die ich an Kino habe. Kino soll mich in eine andere Welt entführen. Ich will schöne Menschen, ich will heile Welt oder ich will irgendwas, was es gar nicht gibt.
Sommer vorm Balkon will ich nicht. Deswegen ist Sommer vorm Balkon kein schlechter Film. Aber ich muss mich schon sehr wundern, wenn in den Filmkritiken steht 'eine wunderbare Komödie'. Ich meine HALLO? was an diesem Film ist zum Lachen? Das Leben einer arbeitslosen Alkoholikerin, die nichts auf die Reihe bekommt, die ihr 10/11? jähriges Kind, nachdem sie mehrere Tage in der Klink war, fragt: „Na, kümmert sich Nike um Dich?“ Die total abstürzt, weil ihre Freundin einen Abend keine Zeit für sie hat, weil sie es nicht geschafft hat, sich ein soziales Netzwerk aufzubauen? Die seit drei Jahren keinen Job bekommt und weil sie u.a. unfähig ist das Datum ihrer Bewerbungsunterlagen zu aktualisieren?
Ich finde das entsetzlich, weil ich den Gedanken entsetzlich finde, dass so viele Menschen ihr Leben auf genau diese Art und Weise führen. Dass sie sich nicht zusammenreißen können.

Eine sehr passende Filmkritik, wie immer hier (Wenn auch die Bewertung eine ganz andere ist...).

Der Deutsche an sich liest gerne Ratgeber.
Ich lese diese Art von Büchern nur unter Zwang und habe deswegen dieses 80/20 Buch nicht gelesen. Habe aber gehört, dass man 80% der Ergebnisses in 20% der Zeit erreichen kann und weitere 80% der Zeit dafür verwenden muss, um die restlichen 20% des Ergebnisses zu erreichen. Meine Alltagsbeobachtungen verifizieren diese Regel.
Leider verhält es sich in der Realität nicht so linear. In dieser Regel wurde nämlich nicht die Bewertung und Wahrnehmung des Ergebnisses mitberücksichtigt und v.a. dass es A und B Menschen gibt.
A Menschen, geben sich mit dem achtzigprozentigen Ergebnis zufrieden.
B Menschen, geben sich nur mit dem hundertprozentigen Ergebnis zufrieden.
Darüber hinaus gibt es Mischvarianten und Varianten wie: B Menschen, die lediglich die letzten 20% des Ergebnisses bewerten. (Natürlich gibt es noch andere Kombinationen, aber die entsprechende Matrix möge jemand erstellen, der sich für Permutationen interessiert.) Viel wichtiger ist: Was bedeuten diese Einsichten für das Alltagsleben?
Nehmen wir beispielsweise an, ein Mensch A und ein Mensch B leben zusammen. Dann wird Mensch B grundsätzlich unzufrieden sein mit dem was Mensch A produziert. Schlimmer noch, er wird den Großteil seiner Zeit darauf verwenden, die fehlenden 20% des Ergebnisses von Typ A zu produzieren. Dabei wird er zunehmend frustrierter, denn er erreicht mit sehr hohem Einsatz nur 20% des Gesamtergebnisses, was Typ A ohnehin egal ist. Die positive Rückmeldung bleibt also aus.
Nehmen wir ein Beispiel: Mensch Typ A macht morgens für Typ B einen Kaffee. Der Kaffee ist gerade aufgebraucht und die Milch reicht auch nicht mehr. B schneidet die Kaffeetüte auf und holt eine Tüte Milch aus der Vorratskammer. Er sucht die Filter, nimmt einen, legt ihn in die Kaffeemaschine, schüttet Wasser und Kaffee dazu, wartet, fertig.
A und B trinken gemeinsam Kaffee, dann geht A in die Arbeit und B bleibt zurück, denn er/sie muss später los. B geht in die Küche und findet vor: Eine halbvolle Kanne, einen Filter mit Kaffeesatz, eine leere Kaffeeverpackung, eine herumliegende Schere, ein abgeschnittener Milchtütenschnipel, eine leere Milchtüte vor dem Kühlschrank, verschiedenste Kaffeepulver- und Milchspuren auf der Arbeitsplatte und zwei leere Kaffeebecher.
B räumt alles weg.
Am Abend meckert B über das Verhalten von A. A ist genervt, B ist genervt.
So ist das. Leider gibt es keinen Ausweg aus einer solchen Situation. Es ist nämlich so, dass falls A sich entschließen sollte, alle von B genannten Punkte zu erfüllen, dann wird A völlig aus seinem/ihrem Lebensrhythmus geworfen und z.B. zu allen Terminen zu spät kommen, denn weitere 80% Zeitaufwand im Zeitressourcenmanagement sind nicht vorgesehen. Selbst wenn A es schaffen sollte, die Planungsgewohnheiten B zuliebe nachzukalibrieren, wird B einfach die 100% umdefinieren.
Armes A!
Armes B!

07 Februar 2006
Don't miss the hasselhoffsche recursion!
Phantastico!

Zugabe für Burnster
Hier gefunden

03 Februar 2006
Aus irgendeinem Grund gehe ich wahnsinnig gerne in Aquarien. Besonders mag ich Heringschwärme. Die glotzen einen durch die große Glasscheibe an, als sei man seltsam. Das ist so ein existentialistisches Erlebnis.
Leider sind Aquarien in den letzten Jahren immer teurer geworden. Als die Zehneuromarke überschritten wurde, beschloss ich, den Besuch von Aquarien von meiner Freizeitbeschäftigungsliste zu streichen. Natürlich wollte ich auf das Erlebnis als solches nicht verzichten und durch Zufall entdeckte ich ein angemessenes Surrogat:
Die Kosmetikabteilung der Galerie Lafayette. Ein Besuch dieser Ansammlung exotischer Wesen ist wirklich sehr zu empfehlen und das Schöne ist, die Kreaturen können ohne störende Gitter, Glasscheiben oder Zäune bewundert werden.
Die Kosmetiketage ist so aufgebaut, dass man leicht einen Rundgang machen kann.
Vom Eingang der Friedrichstraße kommend, sieht man auf der rechten Seite den Shihiseido Beauty Stand. Im Vordergrund stehen die schönen Mädchen aus den Hinterwäldern Mecklenburg-Vorpommerns, daneben die etwas zottigen, aber hellstimmigen Fränkinnen aus den Hochebenen Bayerns. Man folgt dem Wegverlauf bis man bei Dior ankommt. Dort ist die Runde beendet.
Das Gestaltungskonzept setzt dabei bewusst auf sammlerische Artenvielfalt.
Die Stände sind bunt dekoriert und vor ihnen stehen kleine Weibchen mit biegsamen Körpern. Alle Geschöpfe haben gefärbte Haare, was ihren Anblick besonders abwechslungsreich macht. Ihre Haare glitzern wie Plastikhauben im Licht der Neonröhren. Ihre Gesichter setzen sich von den bunten Haaren deutlich ab, weil sie bleich geschminkt oder gepudert sind. Ihre Lippen erstrahlen in den wundersamsten Farbtönen von Blassrosa über tiefes Karminrot bis Schokoladenbraun. Die bunten Farben sind Warnfarben. Sie sagen: Vorsicht! Ich bin giftig! Die Gifte bewahren jedoch nicht nur vor dem Gefressenwerden, sie schützen die empfindliche Haut auch vor Bakterien und Pilzen.
Man sollte jedoch nicht nur auf die Haartracht acht geben. Denn es sind die Augen, die das Hauptdifferenzierungsmerkmal darstellen. Es gibt grau, blau, grün und schwarz umrandende Augen. Manche Lidstriche sind dezent und andere fingerdick.
Einige Exemplare haben angeklebte Wimpern und andere haben ihre eigenen so dick getuscht, dass ihnen die Anstrengung ins Gesicht geschrieben steht, die es kostet, die schweren, schweren Augen aufzuhalten.
Es ist ein absolut phantastisches Erlebnis. Nichts gegen Aquarien, wo die Fische einen nur stumm anglotzen.
Die Galerie Lafayette bietet mehr! Wenn man näher als einen Meter an die Frauen kommt, die wie Zierfische aussehen, dann beginnen sie zu sprechen. Zur Begrüßung sagen sie "Hallo_haben_sie_vielleicht_Interesse_an_einem_unserer_wunderbaren_Produkte?" Heuchelt man Interesse, so greifen sie nach den Schminkutensilien hinter sich und beginnen damit, ihre Handoberflächen zu bemalen. Sie machen bunte Striche aus Lippenstift und finden passende Lidschattenfarben, die sie daneben pinseln. Wenn man sie anlächelt, sagen sie "Möchten_sie_es_vielleicht_auch_mal_auftragen?" und wedeln mit Kosmetiktüchern. Wer möchte, kann sich ausgiebig anmalen lassen und die verschiedenen Pröbchenverteilerinnen aus der Nähe erleben.
Vom Füttern außerhalb der Mittagszeiten ist abzusehen. Für die Nahrungsaufnahme stehen spezielle Automaten mit kaloriearmen Rohfaser-Futter zur Verfügung. Dies stellt sicher dass die Schönheitsberaterinnen auch an besucherreichen Tagen nicht überfüttert werden.
Eine Runde vom Startpunkt bis zum Ausgang dauert gut neunzig Minuten. An verregneten Tagen eine ideale Beschäftigung.
Für die olfaktorisch Interessierten empfiehlt es sich, die Zusatzrunde durch die Parfümabteilung zu machen. Denn in der Großkolonie der Wickelschwanzskinke geht es besonders lebhaft zu. Allerdings ist dort ein Sicherheitsabstand von ca. 1,20 Meter zu empfehlen. Sonst wird man eingespüht.
Die zum Verkauf angebotenen Duftstoffe werden bei Gefahr zur Verteidigung eingesetzt. Dringt beispielsweise eine Konkurrentin in das Territorium ein, so machen die Weibchen schnelle Rückwärts- oder Seitwärtsbewegungen, spreizen ihre angeklebten Fingernägel und besprühen den Eindringling.
Diese Abwehrreaktion kann vom geübten Renner provoziert werden, indem er sich nähert, interessiert schaut, und so tut, als wolle er losreden und dann flott zum nächsten Stand läuft.
Wer das gut kann, wird Zeuge eines wunderbaren Spektakels. Die Parfümweibchen laufen daraufhin synchron los und besprühen sich gegenseitig und rümpfen dazu ihre kleinen Näschen. Manche fauchen sich sogar an oder geben schrille Warnlaute von sich. Da kann ein Aquarium für 11 Euro Eintritt wirklich nicht mithalten!

02 Februar 2006
Geschnappt!

Pfffft!
Da bin ich aber froh! Manchmal, wenn sowas durch die Blogsphäre geht und ich nichts mitbekomme, da komme ich mir sowas von out vor!
Also danke für den Wurf und los geht's:

Four jobs I’ve had
Powerpointsklave
Bademeister
Callagent im Weckdienst
Handmodel

Four movies I can watch over and over
Lemony Snicket
A Life Aquatic
Bob der Baumeister und die Ritterburg
Bernd das Brot im Nachtprogramm

Four places I’ve lived
Köln
Bamberg
Göttingen
Berlin

Four books I recently read and liked a lot
What I loved
Middlesex
Drachenläufer
Animal Triste

Four TV shows I love
DS9
6 Feet Under
Scrubs
Richtersendung, egal welches Vergehen, egal welches Gesetzbuch (Zum Glück habe ich kein Fernsehempfangsgerät!)

Four places I’ve vacationed
Kornati Archipel
Mayschoß bei Bonn
Gorsafawddachaidraigodanheddogleddollonpenrhynareurdraethceredigion (gilt für 2)

Four of my favorite dishes
Echte, ich betone, echte italienische Pizza mit frischem Basilikum
Pommes
Feldsalat mit Pilzen und Speck
Crema catalana vom PLUS

Four sites I visit daily
Meinen Blog (Ich bin jetzt mal die erste, die ehrlich ist, ja?)
GMX
Google
Wikipedia

Four places I would rather be right now
Mljet, September
Norwegischer Fjord, Juni
Stuttgart, bei einer bestimmten Freundin
Duploriesenrad, Legoland Dänemark

Four bloggers to tag with this
Freiwillige? Ich war doch die Letzte oder?


Fakt ist doch, dass Menschen, die Kinder bekommen in unserem Land, heute drastisch schlechter dastehen als Menschen mit der gleichen Ausbildung, die sagen: Wir bekommen keine Kinder.
Genau Frau Van der Leyen. Kinder, das ist eine Sache, die ihren Wert rein rechnerisch bemessen lässt. Wenn ein doppelt verdienendes Akademikerpärchen ein Kind bekommt, dann bedeutet das 50.000 € im Jahr verlieren.

Und ich gebe Marcus recht, wenn er schreibt dass es nicht am Geld liegt, dass es zu wenig Kinder gibt.

Die meisten Menschen sind zu eigensüchtig um Kinder zu haben. Denn Kinder haben heißt eigene Bedürfnisse hinten anstellen. Aber in der Wertehierachie der Industriestaaten steht Selbstverwirklichung an erster Stelle. Gleich gefolgt von Status und Konsum.
Mal keinen iPod, keinen neuen Laptop, kein größeres Auto und und und. Es liegt nicht am Geld. Das ist ein psychologisches Problem. Man wartet auf den idealen Augenblick. Der Zeitpunkt an dem man alles gemacht hat, was man machen wollte. Alles gekauft hat, was man kaufen wollte. Den Job hat, mit der Bezahlung, die man wollte, dem unbefristeten Vertrag und der Aussicht auf Teilzeit. Die Position, die man wollte. Die Wohnung, die man wollte. Die Altersvorsorge, die man wollte. Den idealen Partner, etc.
Doch dieser Zeitpunkt kommt nie.

Die jetzige Entwicklung bedeutet nur eines: spätestens in zehn Jahren wird eine ganze Generation vergnügungssüchtiger Egomanen feststellen, wie furchtbar es ist ohne Kinder alt zu werden, wie orientierungs- und haltlos man ohne Familie ist.

Sie werden sehen, was sie alles verpasst haben. Sie werden sehen, dass sie mit ihrem finanziell abgesicherten Leben nie die Freuden erlebt haben werden, die es bedeutet beim Abendbrot seinen Namen mit Tee zu gurgeln oder rückwärts spazieren zu gehen!

01 Februar 2006
Ich bin ein Viel- und Sofortträumer. Ein Instantträumer fast. Ich schließe die Augen und brauche im Schnitt 40 Sekunden um einzuschlafen und träume dann sofort los. Ich wache in der Nacht durchschnittlich zehn Mal auf und jedes Mal träume ich etwas Neues. So kommt es, dass ich morgens an die sieben Träume erinnere.
Letzte Nacht z.B. träumte ich, dass mein Freund Christian Ulmen in unsere Wohnung eingeladen hätte. Der wiederum brachte eine Klingonin und weitere zwölf Humanoide mit, die alsbald damit begannen unsere Möbel zu zersägen.
Beim ersten Holzhobel der zu Boden fiel, war ich mir sicher, dass es sich um eine Art "versteckte Kamera" handeln musste und zog mich teetrinkend in die Küche zurück, war ich mir doch sicher, dass die Wohnung nach der Zerlegung wiederhergestellt werden müsste.
Das wurde sie auch. Allerdings in hellgelb und dunkelblau, was mir gar nicht zusagte. Um meinem Unmut Ausdruck zu verleihen, warf ich Kommoden vom Balkon auf die Straße.
Die Straße bäumte sich auf und ließ alle Möbelstücke den Berg runter rutschen. Unten stand Christian Ulmen und verkündete: "In Spanien ist es um diese Jahreszeit viel wärmer, Du hast keinen Humor."

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Mit Hilfe dieser schönen Anwendung kann ich meine Träume nun postwendend visualisieren.

Entdeckt hier

Gestern, nahm ich etwas verspätet das Geburtstagsgeschenk meiner Exkollegen in Empfang.
Ich hatte einen Gutschein für fünf Bilder meiner Wahl bekommen, die ich mir in der Artothek aussuchen und mitnehmen konnte. Die Artothek verfolgt eine sagenhafte Idee. Gegenwartskunst zum Preis von 50 Cent pro Monat dem Volk verfügbar machen. Man kommt in den Ausstellungsraum und kann mitnehmen, was immer einem gefällt. Sogar direkt von der Wand darf man Bilder nehmen. Alternativ sucht man sich eines der Bilder aus den im Raum verteilten Bilderstapeln, die zu Dutzenden dort zu bewundern sind. Sogar Skulpturen und Installationen kann man leihen.
Der einzige Haken: mehr als zwei Mal drei Monate darf man die Objekte nicht behalten. Ich sehe jetzt schon, die Trennung wird schwer. V.a. in ein Bild habe ich mich umgehend verliebt. Es zeigt in nur vier Farben einen Strand, Meer, eine Hügelkette, einen Sonnenschirm und ein Umziehhäuschen aus den 50er Jahren. Es hat ungefähr das Format 120 mal 90 Zentimeter, Öl auf Leinwand.
Die 50 Cent, die man zahlt, so muss man wissen, sind Versicherungsgebühren.
Bei der Anmeldung wurde ich überaus freundlich behandelt. Die Dame am Counter freute sich, dass ich mich freute, bis ich eine Frage stellte: „Sind die Bilder auch gegen Verschönerungsversuche von Kindern versichert?“
Ihr Gesicht entglitt ihr, wie ich noch nie ein Gesicht entgleiten habe sehen.
„Nein.“
Danach sprach sie nicht mehr mit mir. Sie schaute mich an, als sei ich der leibhaftige Teufel. Als sie damit begann mir die Bilder einzupacken, zuckte sie bei dem oben genannten Ölbild ohne schützende Glasscheibe noch einmal und zischte ihrem Kollegen zu: „DAS Ölbild auch?“


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